Holla, sind uns jetzt schlussendlich doch mal die Ideen ausgegangen? Schummeln wir jetzt? Hier gab es doch schonmal ein Kichererbsensalat-Sandwich. Auweia, ich sehe schon, wie die Mistgabeln herausgekramt werden.
Aber halt, stop! Lass mich erklären.
Wir machen das hier seit 2011. Und die ersten Jahre hatten wir gelinde gesagt keinen blassen Dunst davon, wie man Essen schön fotografiert, geschweige denn, wie man „gute“ Rezepttexte schreibt. Und mit „gut“ meine ich strukturiert, einfach nachzuvollziehen, schlichtweg auf den Punkt. So, dass du das Tablet oder das Smartphone neben dem Herd liegen lassen kannst, während du kochst und mit einem Blick auf das Display gleich kapierst, was wir von dir wollen. Messer. Brett. Zwiebel. Schneiden. Easy.
Und mal ganz unter uns: Wir haben uns die längste Zeit für so manche dieser gaaanz alten Bilder regelrecht geschämt. Da will man irgendwie nicht hingucken, muss aber. So ein bisschen, wie bei einem Unfall. Du weißt schon, was ich meine.
Das ging teils sogar so weit, dass Nadine einige Rezepte komplett vom Blog nahm. Sie quasi auslöschte. Darunter sogar Fan Favorites so mancher Leser, was uns dann teils wirklich liebe, teils aber auch ganz schön rabiate Beschwerde-Mails in die Inbox gespült hat. Whoops, war so nicht geplant, sorry! Habt ihr denn kein Verständnis für unser Schamgefühl? Nein? Ist auch gut so … im Nachhinein betrachtet. Wir selbst sind eben unsere größten Kritiker.
Wir haben auch versucht, alte, aber eben einfach gute Rezepte nachzukochen, neu zu fotografieren und dann im Idealfall auch noch die Texte anzupassen. Sozusagen, um „alte Sünden“ zu verschleiern.
Aber zu was führt das? Zu Rezepten aus 2012, die sich lesen, wie 2012, aber aussehen, wie 2018. Sieht zwar besser aus, aber kein bisschen weiser geworden. Mag für manche ultimatives persönliches Ziel sein – wer liest schon Captions auf Instagram? Da muss man nicht weise wirken. –, wir würden jedoch sagen: Ganz schön schlecht gealtert.
Mittlerweile sehen wir das Ganze mit ein wenig mehr Humor. Vielleicht sind wir ein kleines bisschen erwachsener geworden, vielleicht haben wir endlich aber auch nur unsere Köpfe aus den eigenen Hintern gezogen. Plopp. Vermutlich läuft beides irgendwie Hand in Hand.
Auf jeden Fall sind neu gekochte Rezepte im Regelfall ohnehin neue Rezepte. Wir haben über die Jahre auch in der Küche dazugelernt, können dir den ein oder anderen neuen Kniff zeigen oder fragen uns mittlerweile selbst, was uns bei so mancher Zubereitung in den Sinn kam.
Vor allem aber soll das Blog ja auch eine Art Chronologie sein und wer schämt sich schon dafür, irgendwie irgendwann in irgendwas besser geworden zu sein? Auch wenn es nur um Fotos, nur um Texte und nur um ein Kichererbsensalat-Sandwich geht.
Nur um ein Kichererbsensalat-Sandwich? Pure Untertreibung. Das Ding hat Selbstbewusstsein und stellt sich gerne als das leckerste Kichererbsen-Sandwich vor. Hat den selbst verliehenen Adelstitel quasi auf der Visitenkarte stehen. Rollende Augen sind ihm dabei völlig wurscht, das saftige Ding weiß, was es repräsentiert.
Und das ist nicht gerade wenig. Knackiger Stangensellerie, salzige Kapern, Zitronensaft, deine liebste pflanzliche Joghurtalternative und natürlich die proteinreichen, leckeren Kichererbsen machen den Salat zur perfekten Mischung aus Frische und Geschmack. Ein Touch vegane Mayonnaise gönnen wir dem Ganzen auch. Das alles mit etwas frischem Salat und Sprossen zwischen zwei Brotscheiben gepackt kann ja nur gut werden, oder?
Ach, was sag’ ich da? Kann ja nur perfekt werden. Als Frühstück, Mittagessen im Büro oder abends auf der Couch. So verzeihst du uns sicher auch das Kichererbsen-Sandwich in Version 2.0, oder?
Das leckerste Kichererbsensalat-Sandwich
- 1 Schalotte
- 40 g Stangensellerie
- 2 TL Kapern
- 1/2 TL Zitronenzesten
- 3 EL Zitronensaft
- 250 g gekochte Kichererbsen
- 2 EL Sojajoghurt
- 1 EL vegane Mayonnaise
- 1/2 TL Salz
- 1/4 TL schwarzer Pfeffer gemahlen
- 1/4 TL Kala Namak
Außerdem
- 6 Blätter Romanasalat
- 4 Scheiben Sauerteigbrot
- 6 EL Rettichsprossen oder Kresse
- Schalotte, Sellerie und Kapern fein hacken. Mit Zitronenzesten und -saft vermischen.
- Kichererbsen stampfen, zusammen mit Sojajoghurt und vegane Mayonnaise unter das gehackte Gemüse heben und mit Salz, Pfeffer und Kala Namak abschmecken.
- Abdecken und mindestens 15 Minuten ziehen lassen.
- Salat dünn schneiden, Brot leicht toasten.
- Sandwiches mit Romanasalat, Kichererbsensalat und Sprossen belegen.
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34 Kommentare
Dieses Rezept ist immer wieder sensationell und ich frage mich, warum ich es nicht häufiger mache! Aber es gibt eben noch so viele andere leckere Rezepte…
Aber was ich mit Euch teilen wollte, ist meine Integration Eures Rezepts in eine Causa limeña. Da Ihr Euch schon mit peruanischer Küche beschäftigt habt, ist Euch das vielleicht ein Begriff.
Ich hoffe, es funktioniert, wenn ich das Rezept über diesen Link teile:
https://recipekeeperonline.com/recipe/eIp2_9sjzUGSGwoLju0vbw
Eigentlich wird da nur das Brot durch leicht scharf gewürzten Kartoffelstampf ersetzt und das Ganze schön dekoriert.
Wonach ich noch suche, ist eine vegane Variante von Ceviche. Habt Ihr da was in petto?
LG und weiter so mit Eurem tollen Blog!
Hallo Juke,
nein, ehrlicherweise kennen wir Causa limeña noch nicht. So richtig deep sind wir in die peruanische Küche aber auch nicht eingestiegen. Danke deshalb für den Link und den Hinweis!
Wir haben ein Pilz-Ceviche (das wir auch schon viel zu lange nicht mehr gemacht haben). Bin gespannt, was du dazu sagst. 🙂
Liebe Grüße
Jörg
Hallo Jörg,
leider kann ich mich mit Pilzen nur anfreunden, wenn sie so unkenntlich gemacht sind, wie in eurem Black Bean Burger. Als Hauptbestandteil einer Mahlzeit ist das nichts für mich.
Ich habe mich schon gefragt, ob Auberginen eine Option wären – als Sahnehering sind die sensationell. Aber ob die durch die Marinade garen würden?
LG
Juke
Hallo Juke,
sorry für die späte Rückmeldung. Auberginen würden nur durch die Marinade eher nicht genug „garen“. Ich würde in dem Fall wirklich eher auf Tofu gehen.
Liebe Grüße
Jörg
Stangensellerie ist das einzige Gemüse, dass ich nach wiederholtem Versuch als für mich ungenießbar eingeordnet habe 🙁
Welchen Ersatz könnte ich nehmen oder lässt man die Komponente dann einfach ganz weg?
Ich würde zwar sagen, dass der Sellerie klein gewürfelt im Rezept als einzelne Komponente quasi „verschwindet“, verstehe aber auch völlig, wenn eine wirklich absolute Abneigung gegen eine Zutat besteht. In dem Fall würde ich ihn ganz weglassen. Unter Umständen könntest du mit Selleriesalz würzen, der Sellerie sorgt im Rezept einfach auch für eine Würzigkeit.
Lass uns gerne wissen, was du getestet hast und wie es geschmeckt hat. 🙂
Liebe Grüße
Jörg
Hallo Nicole, meinem Freund geht es ähnlich! Ich ersetze den Sellerie immer mit Gewürzgurken, schmeckt mega! Die habe ich außerdem auch immer da 🙂
Ich nehme für einen ähnlichen Kichererbsensalat Paprika und Essiggurken (wobei hier ja schon Kapern drin sind), das passt auch prima 🙂
Gestern ausprobiert, soooooo lecker! Und so praktisch, ich habe gleiche die doppelte Menge gemacht und so ist das Abendbrot für ein paar Tage abgehakt, einfach super. 😀 Danke und lieben Gruß!
Dankeschön Denice, freut uns mega!
Liebe Grüße
Nadine