Veganes Ceviche mit Pilzen

Veganes Ceviche mit Pilzen
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So rich­tig ange­kom­men ist Ceviche hier­zu­lan­de – das glau­be ich jeden­falls – noch nicht. Eine vega­ne Vari­an­te vom „Anden-Sushi“ im Restau­rant zu fin­den kanns­te also ziem­lich knicken.

Und das, obwohl es natür­lich jeg­li­che Schwie­rig­keit bei der Zube­rei­tung im Keim erstickt (pun inten­ded!), wenn man rohen Fisch aus der Glei­chung her­aus­nimmt und durch etwas weni­ger schnell Ver­derb­li­ches ersetzt. Zum Bei­spiel gegen Pil­ze. Wäre so unser Vorschlag.

Aber erst mal ein klei­ner Exkurs für die Leser, die Ceviche momen­tan noch für die schwä­bi­sche Andro­hung einer Ohr­fei­ge hal­ten („Ich sewitsch’ dir gleich eine!“). Das perua­ni­sche Natio­nal­ge­richt besteht im Ori­gi­nal – ich habe es schon ange­deu­tet – aus rohem Fisch, roten Zwie­beln, Kori­an­der und einem Dres­sing auf Limet­ten­ba­sis. Die Säu­re gart das Fleisch sozu­sa­gen und wür­de ich jetzt erklä­ren wie das funk­tio­niert, könn­test du die Hän­de aller Che­mi­ker der Welt gleich­zei­tig über dem Kopf zusam­men­schla­gen hören. Des­halb mache ich das jetzt nicht und bit­te dich ein­fach, mir zu glau­ben, dass die Glei­chung Säu­re + Pro­te­in = Gar­vor­gang stimmt.

Auf jeden Fall wird das Dres­sing wäh­rend des Mari­nie­rens mil­chig, wes­halb es lie­be­voll Leche de Tig­re, also Tiger­milch genannt wird. Und hier liegt das Geheim­nis, sozu­sa­gen das Alpha und das Ome­ga von Ceviche. Der Tiger­milk wird so viel Hoch­ach­tung ent­ge­gen­ge­bracht, dass übri­ges Dres­sing nach dem Essen im Shot­glas ser­viert wird. Weg­schüt­ten wäre ver­mut­lich ein aus­ge­wach­se­nes Sakri­leg in Peru…

…bei uns zu Hau­se auf jeden Fall! Wenn wir dir unser vega­nes Ceviche mit Pil­zen und einer beson­de­ren Zutat – Avo­ca­do­öl von unse­ren Freun­den von BIO PLANÈTE, aber dazu spä­ter mehr – auf­ti­schen bleibt nichts übrig. Sonst sewitsch’ ich dir eine. Unter Garan­tie, das ist kein lee­re Drohung.

Aber eigent­lich mache ich mir da kei­ne Gedan­ken, unse­re Leche de Tig­re wirst du frei­wil­lig vom Tel­ler lecken. Und glück­li­cher­wei­se ist die Zube­rei­tung auch bei­na­he schon lächer­lich ein­fach. Wir neh­men dazu etwas Stan­gen­sel­le­rie, Knob­lauch, grü­ne Chi­li, die Stän­gel vom Kori­an­der und ein Stück wei­ße Zwie­bel, hacken das Gan­ze fein oder wer­fen es kurz zusam­men mit der wich­tigs­ten Zutat über­haupt, dem Limet­ten­saft in den Mixer und ver­rüh­ren es mit einem Schuss Hafer­milch für den ori­gi­nal­ge­treu­en, mil­chi­gen Look. Mit etwas Salz abschme­cken, fer­tig ist die Mari­na­de. Bäm!

Die du übri­gens prin­zi­pi­ell für alles ver­wen­den kannst. Sie macht sich super zu Tofu, über gegrill­te Mais­kol­ben oder ganz schlicht als Dres­sing für einen Salat oder eine Bowl. Aber wir wol­len ja irgend­et­was am Schluss her­aus­be­kom­men, was optisch und auch geschmack­lich an Ceviche erin­nert, korrekt?

Und dafür schnap­pen wir uns Pil­ze. Genau­er gesagt hel­le Buchen­pil­ze, die als soge­nann­te Ras­lin­ge zwar auch hei­misch sind, die du aller­dings ein­fa­cher im Asi­a­laden als Shime­ji bekom­men wirst. Die Din­ger sind nicht nur außer­or­dent­lich hübsch, sie schme­cken auch sehr wür­zig und inten­siv, ohne dich geschmack­lich zu über­fah­ren. Mit ande­ren Wor­ten: Sie sind das per­fek­te kuli­na­ri­sche Vehi­kel für unse­re Tiger­milk.

Weil die Fra­ge ohne­hin kom­men wird: Ja, du kannst die Buchen­pil­ze auch gegen in Strei­fen gezupf­te Aus­tern­pil­ze, Kräu­ter­seit­lin­ge oder natür­lich gegen Cham­pi­gnons aus­tau­schen und ver­lierst kein biss­chen Geschmack. Alles gut, dafür hast du unse­ren Küchensegen!

Buchenpilze

Was auch immer schluss­end­lich im Boss-Dres­sing lan­det: Wäh­rend Cham­pi­gnons auch roh ver­wen­det wer­den kön­nen, düns­ten wir ande­re Pil­ze kurz an und neh­men dabei die Chan­ce wahr, etwas Fett als Geschmacks­trä­ger an unser vega­nes Ceviche zu bekom­men. Pil­ze sind ja sowie­so so noto­risch fett­arm, die­se Langweiler.

Und dafür ver­wen­den wir wie gesagt das Avo­ca­do­öl von BIO PLANÈTE. Das kalt­ge­press­te Öl schmeckt nicht nur lecker und super inten­siv nach Avo­ca­do, es hat auch ein leich­tes, fei­nes But­ter­aro­ma. Die Maja und Azte­ken nann­ten die Avo­ca­do nicht umsonst die „But­ter des Wal­des“. Es eig­net sich auch zum Erhit­zen und damit per­fekt, um die Pil­ze zu schmoren.

Dass die Avo­ca­dos für das Öl aus Kenia stam­men, ist ein zusätz­li­cher Plus­punkt. War­um? Weil bei den regen­rei­chen Anbau­ge­bie­ten das Argu­ment des gro­ßen Was­ser­ver­brauchs, auf­grund des­sen die Früch­te in den letz­ten Mona­ten ger­ne kri­ti­siert wur­den, weni­ger bezie­hungs­wei­se gar nicht zählt. Aus Peru kommt näm­lich nicht nur unser vega­nes Ceviche, son­dern auch ein Groß­teil der Avo­ca­dos, die im Super­markt ange­bo­ten wer­den. Wäh­rend die Bau­ern in der Anden­re­gi­on kei­ne Pro­ble­me mit der Bewäs­se­rung haben, sind Anbau­ge­bie­te um die Pazi­fik­küs­te recht tro­cken, was tat­säch­lich zu einer Was­ser­knapp­heit in die­sen Gebie­ten führt. Und ein Her­kunfts­la­bel zeigt eben nicht, aus wel­cher Regi­on eines Lan­des die Avo­ca­do nun genau stammt, die du dir gera­de in den Ein­kaufs­wa­gen legst.

Da ist Kenia als Her­kunfts­land eine tol­le Alter­na­ti­ve für Avo-Addicts. In den Anbau­ge­bie­ten herr­schen nicht nur die per­fek­ten kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen für die Avo­ca­do, Kenia geht auch sonst mit posi­ti­vem Vor­bild in Sachen Umwelt­schutz und Land­wirt­schaft vor­an. Das BIO PLANÈTE Avo­ca­do­öl ist sogar mit dem Fair for Life-Sie­gel zer­ti­fi­ziert, dem ein ziem­lich stren­ger, umfang­rei­cher Kri­te­ri­en­ka­ta­log zugrun­de liegt. Es garan­tiert nicht nur lang­fris­ti­ge Ver­trä­ge, die Ein­hal­tung von Min­dest­prei­sen und schluss­end­lich men­schen­wür­di­ge Arbeits­be­din­gun­gen für die Klein­bau­ern, son­dern auch den Schutz von Umwelt und Bio­di­ver­si­tät und för­dert den öko­lo­gi­schen Landbau.

Und weil wir schon beim The­ma sind, schnei­den wir eine per­fekt gereif­te Avo­ca­do eben­falls in unser Ceviche, pim­pen es mit etwas gerös­te­tem oder gekoch­ten Mais und heben fri­sche, in fei­ne Strei­fen geschnit­te­ne rote Zwie­bel, gehack­te rote Chi­li und das Grün der Kori­an­der­stie­le unter, die du für die Tiger­milk ver­wen­det hast.

Ein paar Trop­fen vom Avo­ca­do­öl als Top­ping – hey, mehr Avo­ca­do­ge­schmack ist immer bes­ser – und fer­tig ist unser vega­nes Ceviche, die­se lecker-pil­zi­ge Unver­schämt­heit, die in gera­de mal 20 Minu­ten auf dem Tisch steht … und das auch nur, wenn du bei der Zube­rei­tung trö­delst. Muy rico, wür­de ich sagen! Muy, muy rico!

Zuta­ten für 2 Por­tio­nen

Veganes Ceviche mit Pilzen

Vor­be­rei­tung 10 Minu­ten
Zube­rei­tung 10 Minu­ten

+ Mari­nie­ren 20 Minu­ten

Für die Leche de Tigre

  • 20 g Kori­an­der
  • 45 g Stan­gen­sel­le­rie
  • 1 Zehe Knob­lauch
  • 1/2 gel­be Chili
  • 20 g Zwie­bel
  • 1 1/2 Limet­ten Saft aus­ge­presst
  • 30 ml Hafer­milch
  • 1 TL Salz

Für die Pilze

  • 2 EL Avo­ca­do­öl z. B. von BIO PLANÈTE
  • 500 g Pil­ze z. B. Buchen­pil­ze, Aus­tern­pil­ze, Kräu­ter­seit­lin­ge oder Champignons
  • 1/2 TL Salz

Außerdem

  • 1 Avo­ca­do
  • 1/2 rote Zwie­bel
  • 1/2 rote Chi­li
  • 100 g Mais vor­ge­kocht oder gebraten
  • 1 EL Avo­ca­do­öl z. B. von BIO PLANÈTE

Für die Leche de Tigre

  1. Kori­an­der­blät­ter von den Stie­len zup­fen. Blät­ter für die Deko bei­sei­te stellen.
  2. Kori­an­der­stie­le zusam­men mit Sel­le­rie, Knob­lauch, Chi­li, Zwie­bel fein hacken und mit Limet­ten­saft und Hafer­milch ver­rüh­ren. Alter­na­tiv alles zusam­men im Mixer fein pürie­ren. Mit Salz abschmecken.

Für die Pilze

  1. Avo­ca­do­öl in eine hei­ße Pfan­ne geben, Pil­ze dazu geben, mit Salz wür­zen und bei mitt­le­rer Hit­ze 5 Minu­ten düns­ten. Anschlie­ßend vom Herd nehmen.

Für das Ceviche

  1. Avo­ca­do in Wür­fel, rote Zwie­bel in fei­ne Strei­fen und die Chi­li in Rin­ge schnei­den. Zusam­men mit dem Mais und den Pil­zen in eine Schüs­sel geben, mit der Leche de Tig­re ver­men­gen und min­des­tens 20 Minu­ten im Kühl­schrank mari­nie­ren las­sen. Vor dem Ser­vie­ren mit Kori­an­der­blät­tern und dem rest­li­chen Avo­ca­do­öl toppen.

Unsere Tipps

Zur kom­plet­ten Mahl­zeit wird unser vega­nes Ceviche gekoch­ten Süß­kar­tof­fel­schei­ben und grü­nem Blatt­sa­lat – so bekommst du es auch in Peru auf der Stra­ße. Aber natür­lich passt auch gerös­te­tes Weiß­brot oder Tor­til­la­chips per­fekt dazu.

Das Cevice lässt sich auch vor­be­rei­ten. In dem Fall wür­den wir aller­dings zu Cham­pi­gnons raten, die auch eine Mari­na­den-Ses­si­on über Nacht gut im Kühl­schrank überstehen.

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Werbung! Dieser Beitrag wurde von Ölmühle Moog GmbH unterstützt. Gesponserte Beiträge helfen uns dabei, regelmäßig neue Rezepte für unsere Leser zu kreieren, Inhalte spiegeln aber immer unsere eigene Meinung wider. Danke, BIO PLANÈTE und Danke, dass du Produkte und Marken unterstützt, die Eat this! supporten.

Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.


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  1. Mhhh Ceviche. Eure Vari­an­te mit Pil­zen klingt köst­lich. In der Cor­dil­le­ra Blan­ca um Hua­raz in den nörd­li­chen Anden wird übri­gens sehr oft vega­ne Ceviche mit Lupi­nen serviert.

  2. Super gutes Rezept! Ich habe aller­dings statt Pil­zen Auber­gi­ne genom­men. Die­se muss man schä­len, in Wür­fel schnei­den und ca. 7 Minu­ten zusam­men mit einem Nori Blatt, etwas Reis­essig und Salz in Was­ser kochen. Nach dem Abküh­len kön­nen sie wei­ter­ver­ar­bei­tet wer­den wie in eurem Rezept. Das gan­ze kommt dann von Kon­sis­tenz und Geschmack echt nah an Fisch ran!

      1. Gera­de geges­sen. Fan­tas­tisch! Dan­ke für die­se tol­le Geschmack­rei­se:-) Ceviche gibts jetzt defi­ni­tiv öfter. Wir haben die Süß­kar­tof­feln mit Haris­sa paniert, rohe Rote­bee­te­wür­fel dazu geges­sen und ein biss­chen Algen­sa­lat. Das hat auch gut gepasst. Geeer­ne noch mehr Rezep­te aus Süd­ame­ri­ka oder der Karibik?

      2. Hal­lo lie­be Agatha,

        klas­se, freut uns mega! Und die har­ris­sa-panier­ten Süß­kar­tof­feln klin­gen halt auch ein­fach mal fast schon zu lecker. 🤤

        Lie­be Grüße
        Jörg