Happy New Year! Wir hoffen, du bist so gut ins neue Jahr 2026 gerutscht wie wir. Bei uns gab’s Raclette mit Freunden, Runde nach Runde „Hitster“ – worin ich wirklich faszinierend schlecht bin und Nadine unverschämt gut – und die Freude darüber, dass es hier auf‘m Dorf echt zivil zuging mit der Böllerei. Nach gut einer halben Stunde war der Spuk großteils vorbei. Herrlich, wenn man nach fast 20 Jahren (Innen-)Stadtleben gewohnt war, dass man sich spätestens ab 23 Uhr auf einen die restliche Nacht andauernden Ausnahmezustand einstellen darf.
Obwohl ich mir jedes Jahr vornehme, mich pünktlich am ersten Januar an diesen Jahresrückblick zu setzen, hat die Müdigkeit nach diesem langen, schönen Abend einfach gesiegt und somit schauen wir gewohnt verspätet aufs vergangene Jahr zurück – aber das hat ja mittlerweile auch fast Tradition.
Wo stehen wir denn gerade?
Kurz gesagt: 2025 war … hart. Und das meine ich gar nicht so reißerisch, wie es klingt (okay, clickbaiten will ich mit der Headline ehrlicherweise schon 😬). „Hart“ bedeutete im vergangenen Jahr auch harte Arbeit, die sich gelohnt hat. Wir haben viel Zeit und Energie in die eigenen vier Wände und alles außenrum gesteckt, im Frühjahr unsere Terrasse fertig gebaut, die sprichwörtlichen Grundsteine eines Bauerngartens gelegt und in Küche und Arbeitszimmer zum x-ten Mal alles von einer Ecke in die andere gestellt – manchmal nur, um festzustellen, dass es vorher doch besser war. Und diese Arbeit am Umfeld hat uns wirklich gutgetan, nachdem wir in der letzten Wohnung rückblickend betrachtet unglücklicher waren, als wir es uns bisher eingestanden haben.
2025 bedeutete auch die harte Auseinandersetzung damit, wie wir Eat this! in Zukunft gestalten wollen. Denn die Herausforderungen, vor die uns Algorithmen und künstliche Intelligenz stellen, werden nicht weniger.
Mittlerweile landen auch wir bei Suchanfragen während der Rezeptrecherche immer häufiger auf Inhalten, die mal teilweise – und manchmal auch komplett – KI-generiert sind. Teils sieht man das auch erst auf den zweiten Blick. Und damit manifestiert sich die eigentlich mal sehr verschwörerisch gestartete Dead Internet Theory quasi von selbst, denn handgemachte Webseiten (Disclaimer: auch wir verwenden KI als „Kontrollinstanz“ beispielsweise zur Rechtschreibprüfung. Hinter Ideen, Textstruktur und schlussendlich hinter unseren Rezepten stecken aber immer noch Nadine und ich allein) sehen sich einer unkontrollierbaren, maschinellen Konkurrenzwelle ausgesetzt.
Dazu kommt, dass immer mehr Menschen auch die tatsächliche Suche nach Rezepten oder anderen Inhalten der künstlichen Intelligenz überlassen. Und Tools wie Perplexity fassen diese Inhalte auf Wunsch dann auch zusammen und leiten gar nicht mehr auf die eigentliche Quelle weiter. Das kostet Publikationen wie unserer im Umkehrschluss Besucher und damit Einnahmen. Eine Lösung für das komplexe Problem, welchem ich eventuell noch mal einen ausführlicheren Text widme, haben wir noch nicht – aber vielleicht hilft das konkrete Ansprechen ja auch schon ein wenig.
Vorläufig bleibt für euch, unsere Leserinnen und Leser, alles beim Alten. Wobei wir 2026 wieder etwas mehr Fokus aufs Blog setzen möchten, denn hier auf Eat this! sind wir unabhängig(er) von Algorithmen, die manchmal doch auch ziemlich willkürlich Inhalte ausspielen oder eben zurückhalten.
Und genau an diesem Punkt merken wir: Wir müssen wieder näher an euch ran.
Wir brauchen eure Hilfe
Noch so eine reißerische Überschrift. Sorry dafür! Aber ja, wir haben über diese mittlerweile bald 15 Jahre bloggen vielleicht ein ganz kleines bisschen den Blick für unser Publikum verloren. Vor allem ich – den Schuh ziehe ich mir gerne an – schiele eben doch ganz gerne mal in eine kompliziertere Richtung und komme dann mit Rezepten um die Ecke, die den Zeitgeist zumindest in Deutschland gerade nicht so treffen.
Während ausgerechnet im UK (wahrscheinlich hat man sich auf der ganzen Welt einfach zu lange über britisches Essen echauffiert) gerade Köche und „Creator“ mit ganz schön französischem, also komplex anmutendem Essen Erfolge feiern, geht hier ein Rhabarber-Agrodolce offenbar einfach komplett daran vorbei, was ihr euch von uns wünscht. Gut, vielleicht ist’s auch einfach zu schnöselig, ein herzhaftes Rhabarber-Kompott „Agrodolce“ zu nennen.
Vielleicht liegt es auch an der beinahe schon kindlichen Freude an der schieren Masse an veganen Ersatzprodukten, die hierzulande immer noch neu in den Regalen landen. Im VeganDE-Sub auf Reddit feiern sich die Leute jedenfalls gegenseitig dafür ab, wenn randvolle Kühlschränke mit veganem Käse, Wurst und Steaks gepostet werden. Dafür braucht’s dann auch keine explizit veganen Rezepte mehr – da kann man auch einfach Chefkoch durchkochen. Und das ist ja auch okay, ich will da niemanden unter den Bus werfen, aber unserer Kochphilosophie entspricht das halt auch nicht.
Wir werden uns 2026 also wieder noch mehr auf einfache Rezepte konzentrieren und brauchen dafür Feedback von euch. Was wünscht ihr euch, wie und wo kauft ihr gerade ein, „wie“ kocht ihr? Auf all das hätten wir gerne Antworten. Wir überlegen uns dazu noch eine bessere Lösung, fürs Erste freuen wir uns aber auch über Kommentare hier unter diesem Beitrag.
Was steht sonst so an im neuen Jahr?
Das Thema mit der Webseite ist immer noch aktuell. Kurzer Rückblick dazu: Wir haben leider sehr schlechte Erfahrungen mit Webentwicklern gemacht, die uns vor etwa zwei Jahren sehr viel Zeit und Geld gekostet haben. Jetzt haben wir zwar einen wirklich tollen Developer an der Hand, wir sind aber noch lange nicht an dem Punkt, an dem wir gerne schon vor einer Weile gewesen wären.
Zuallererst wird noch mal ein wenig am Design geschraubt, da uns das aktuelle nun doch ein wenig zu „Vanilla“ wurde (die Farbe Grün für eine vegane Webseite? Welch‘ Revolution!). Dann sollen endlich Funktionen folgen, die ihr euch lange gewünscht habt, also beispielsweise die Möglichkeit, Rezepte auf eine Merkliste zu setzen.
Außerdem haben wir noch mehr vor im Garten. Den konntet ihr im vergangenen Jahr immer mal wieder im Newsletter oder auf Instagram sehen, wenn alles glattläuft, wird das Thema dieses Jahr auch hier auf dem Blog etwas größer.
Und schlussendlich müssen wir uns 2026 auch noch etwas mehr um uns selbst kümmern. Aufgrund von Health Scares in der Familie und dem Umfeld, die einem „den Kopf gerade rücken“, aufgrund von eigenen Wehwehchen, die wir einfach nicht haben wollen – auch nicht mit Anfang 40 – und schlussendlich wegen des eigenen Wohlbefindens. Die tägliche Nachrichtenlage ist wild genug, da muss man gegensteuern – und wenn’s nur „im Kleinen“ für sich selbst ist.
In diesem Sinne sagen wir vielen Dank für 2025. Wir freuen uns aufs neue Jahr mit vielen neuen Rezepten.
Und da wir immer wieder gesagt bekommen, dass wir das mit Selbst-Vermarkten nicht so drauf haben: Falls ihr uns auch 2026 unterstützen möchtet, teilt unsere Rezepte, kommentiert hier auf dem Blog, liked und teilt in den sozialen Medien und falls ihr uns monetär unterstützen möchtet (und überhaupt könnt!), findet ihr hier Infos dazu, wie ihr Eat this!-Supporter werden könnt. Tausend Dank!
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26 Kommentare
Moin, seit ich euch entdeckt habe, nutze ich eigentlich nur noch eure reichhaltige Rezeptauswahl, super einfache, schnell zuzubereitende sehr schmackhafte Gerichte, top 👍es gibt nur einen Punkt, der mich nervt. Die Rezeptseiten sind nur nacheinander abrufbar, will ich gucken, was auf Seite 17 steht, muss ich endlos scrollen, so gucke ich immer nur die ersten und letzten fünf Seiten, die Rezepte auf den mittleren Seiten kenne ich kaum 😅
Ich finde ihr beweist mit eurem Fundus an Rezepten, dass einem bei Veganer Ernährung nichts fehlt, super weiter so und ein tolles 2026 für euch 🫶
Ihr Lieben,
danke für euren Jahresrückblick. Es macht ich traurig, dass eure Kreativität und Individualität durch KI nicht die gewünschte Würdigung findet. Es macht mir auch Angst, denn ich möchte doch inspiriert werden und keine Massenprodukte finden. Ihr zeigt mir, wie man auch anders kochen kann, abseits der altbewährten Weisen.
Eure Rezepte liebe ich auch auch wen aufgrund meiner beiden Kleinkinder sie häufiger auf der Merkliste als auf dem Teller landen. Aber euren Block lesen ist für mich, wie ein großes hochwertiges Kochbuch durchzublättern. Es ist Genuss und hat nicht immer das Ziel einer Mahlzeit.
Für mich könnt ihr gerne so weiter machen, auch wenn der Hipster Vibe manchmal schon stark ist 😉
Ich wünsche euch, dass eure Arbeit 2026 die angemessene Würdigung erfährt!
Ihr Lieben, danke für euren ehrlichen Jahresrückblick!
Zum Thema Wünsche möchte ich euch mitgeben, dass ich alle zwei Tage auf euren Blog schaue, wenn ich nach Inspiration für mein Essen suche – und ich ganz gewiss weiß, dass ihr sehr auf Gemüse zentriert kocht mit eben wenigen Ersatzprodukten, was ich super super doll an euch schätze! <3 ihr zeigt, wie man super leckeres Essen ohne viel hoch verarbeitete Zutaten zubereiten kann, und das in vegan, ausgeklügelt, aber trotzdem mit Zutaten, die in jeder Stadt erhältlich sind. Danke euch ganz herzlich dafür!
Mein konkreter Wunsch sind auch weiterhin Rezepte, die man in unter 50 Minuten kochen kann, für eine kreative Koch-Break am Abend unter der Woche. 🙂
Auf ein gutes neues Jahr euch!
Liebe Grüße aus Berlin, Pauli
Hallo Jörg,
Ich bin über das Muammara auf Euch gestoßen.
Wünschen für mich persönlich würde ich mir „zusammenhängende“ Rezepte, im Sinne von „Meal-Prep light“: Schnippele an Tag 1 das, koch mit einem Teil davon dies, an Tag 2 mit dem Rest der vorbereiteten Zutaten plus X dann das, und die Reste ergeben noch einen Auflauf, Wrap oder sonstwas…
Beim Zeitmangel durch Beruf und Familie kochen wir oft nur alle paar Tage „richtig“ und der Rest der Zeit ist viel Convenience, was aber meist leider sehr kohlenhydratlastig ausfällt…
Hallo ihr zwei,
Ihr seid seit Jahren mein Go-To-Rezepteblog, wenn es um verlässliche und auch leckere Rezepte geht. Wenn ich überlege, was ich koche könnte, schaue ich meistens zuerst bei euch. Also an dieser Stelle vielen Dank für die tolle Arbeit! Ich schätze vor allem Rezepte wie zb das rote Linsen Dal, die relativ einfach sind, aber geschmacklich einfach richtig was her machen. Ich verstehe, dass zu komplizierte und aufwendige Rezepte nicht so gut funktionieren, aber einfache und vll auch etwas langweilige Rezepte gibt es schon zu genüge im Internet! Ich würde mich sehr freuen, wenn ich bei euch auch weiterhin besonderere Ideen und geschmackvolle vegane Rezepte finden kann.
Ich wünsche euch eine guten Start in das neue Jahr! Liebe Grüße, Hanna
Frohes neues Jahr!
Ich lese seit einigen Jahren euren Blog und koche immer mal wieder ein Rezept nach. Heute gab es euer Szegediner Gulasch und wir waren sehr zufrieden.
Ich schätze an euren Rezepten die schlichten Zutaten und die Geschichten drum herum.
Vielen Dank für den regelmäßigen Nachschub an neuen Ideen!