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Jahresrückblick 2023 – von Kunstlicht, Social-Media-Tanzbären & Burn-out

Eat this! Jahresrückblick 2023
Den Gemüse-DeLorean aus Zurück in die Zukunft hat uns die künstliche Intelligenz Dall-E gemalt.

Happy New Year! Na, in der ersten Woche des neuen Jahres auch brav jeden morgen früh und frisch aufgestanden? Auch fleißig mindestens fünf Kilometer um den Block gejoggt, bevor ihr euch, wechselweise Matcha pur oder grüne Smoothies trinkend, den Essensplan der kommenden Woche penibel nach Mikro- und Makronährstoffen ausgerechnet habt? Mit Fokus auf die Proteinzufuhr, versteht sich? Sämtliche E-Mails sind auch schon abgearbeitet und die Kalendereinträge fürs gesamte Quartal habt ihr auf die Minute genau eingetragen? Nein? Wir auch nicht.

Den Rutsch in ein weiteres Jahr, welches vermutlich durchweg mit mittel- bis hochpanischen Headlines, Unsicherheiten auf der einen und der Gewissheit, dass alles irgendwie anders werden muss auf der anderen Seite durchzogen sein wird, muss man sich durch Produktivitäts- und Selbstoptimierungs-Vorsätze halt ernsthaft nicht noch komplizierter machen.

In diesem Sinne hoffen wir, dass ihr möglichst entspannt und genauso möglichst locker rüber nach 2024 gerutscht seid. Mit gutem Essen (bei uns gab’s veganes Raclette), guter Gesellschaft (sämtliche Mr. Bean-Folgen am Stück schauen zählt auch) und wenig Kopfweh am Tag danach.

Trotz raclettegefüllten Bäuchen und der Ermahnung zur Entspannung sind wir jedoch auch mit einigen Bedenken, Unruhe und Redebedarf ins neue Jahr gestartet. Und deshalb gibt es als ersten Blogpost 2024 auch mal wieder einen Jahresrückblick – der erste seit drei Jahren. Wir linsen aber auch ein wenig in die Glaskugel fürs neue Jahr. Hängt da ein wenig öffentlich zur Schau gestellte Selbst-Therapie mit drin? Oh, aber hallo, also legen wir los.

Neue vier Wände und warum Kunstlicht Fluch und Segen zugleich sein kann

Wir haben es hier und da auf Social Media und im Newsletter erwähnt: 2022 ging mit einer Eigenbedarfskündigung und damit mit einem zwangsläufigen Umzug zu Ende, bei dem nicht alles so glatt verlief, wie wir uns das dachten. Der hing uns Anfang vergangenen Jahres noch ziemlich in den Knochen und zwickt auch heute noch spürbar. Ich sage nur schief sitzende Schubladenfronten, knarzende Auszüge und sich lösende Silikonfugen in der Küche, dem uns so wichtigen Raum. Der Monteur hat wirklich alle Arbeit geleistet.

Und ja, so richtig eingelebt haben wir uns auch mehr als 12 Monate später nicht in den neuen vier Wänden. Unser geliebtes „Studio-Plätzchen“ an der großen Balkontür, durch die zwar nicht immer, aber eben doch meistens ganz brauchbares Licht für unsere Fotografie fiel, ist Geschichte, weshalb wir uns mehr und mehr auf das Arbeiten mit Kunstlicht verlassen mussten. Und das war Fluch und Segen zugleich. Denn ohne es selbst so richtig zu bemerken, wurde das Fotografieren immer mehr zur technischen Routine. Zu Schritten, die regelmäßig nach Schema F abgearbeitet werden. Versteht mich nicht falsch, vieles in der Food- und Werbefotografie basiert auf Routinen. Allerdings haben wir einfach bemerkt, dass zu viele davon auch den Spaß am kreativen Herumprobieren einschränken … wenn auch unbewusst und schleichend. Deshalb haben wir uns für dieses neue Jahr als Vorsatz gesetzt, uns wieder etwas mehr Zeit für unsere Bilder zu gönnen. Allein schon, um ganz egoistisch selbst wieder mehr Spaß an unserem liebsten Medium zu haben.

Wir sind Social-Media-Tänzbären geworden

Die YouTuberin und Kochbuchautorin Alison Roman zieht in ihrem Jahresrückblick den Fortschritts-Vergleich, Bücher zu schreiben, wäre das Äquivalent zur Pferdekutsche und TikToks und Instagram-Reels das Auto, also der Fortschritt. Sie schreibt aber auch, dass sie Pferde halt nun mal mag und einfach nicht von ihrem heruntersteigen möchte. Und bis auf die Tatsache, dass wir Pferdekutschen im Jahr 2024 jetzt nicht unbedingt befürworten, können wir den Vergleich nur unterschreiben. Vielleicht tauschen wir die Kutsche einfach gegen veganere Fahrräder aus oder so. Der echte Gaul darf auf der Weide bleiben, ein Drahtesel – wahlweise auch aus Alu oder Carbon für die Vollblut-Radler – reicht auch.

Ich war schon immer sehr filmaffin und wir haben es echt versucht, im Kurzvideo-Strom mitzuschwimmen. Nur kommen wir als Millenials (vielleicht auch algorithmusgesteuert, ich wittere eine Verschwörung!) wohl einfach nicht gegen die Gen-Z und vor allem gegen die schiere Flut an häufig wirklich derb aufgedrehten veganen Influencern auf den Plattformen an.

Im vergangenen Jahr haben wir mehr als 70 Kurzvideos auf Instagram und TikTok gepostet. Zwei davon gingen mittelprächtig viral. Der Rest? Nicht so. Die Frage nach dem Warum ist in vielen Fällen einfach nicht zu beantworten. Die Plattformen belohnen Imitation, ermutigen dazu, die Clips anderer nachzuahmen, auf Musik-Trends aufzuspringen (die wir aus Copyright-Gründen allerdings gar nicht verwenden dürften), den Algorithmus als in Ketten gelegter Tanzbär also zwangsweise so zu unterhalten, wie er das gerne hätte. Etwas, was uns einfach keine Freude bereiten würde. Auf der anderen Seite fehlt uns ehrlicherweise die Idee zu wirklich der hammerharten Innovation, die diese Algorithmen dazu bringen könnte, unsere Clips mehr Usern anzuzeigen. Wir kochen, schreiben die Ergebnisse auf und zeigen euch damit Details, wie Lebensmittel anders zubereitet oder kombiniert gut schmecken. Das lässt sich einfach nicht immer in ein Video mit großem „Oha!“-Effekt übersetzen. Dazu kommt, dass auch kurze, nur 20–30 Sekunden lange Videos einiges an Zeit und Arbeit kosten, dann aber meist nach Stunden oder manchmal auch wenigen Tagen in den Feeds und der mittlerweile unüberschaubaren Masse an Inhalten untergehen. Nachhaltig ist das halt auch nicht.

Wie wir damit in Zukunft umgehen, wissen wir bisher noch nicht. Denn ganz ohne scheint es auch nicht mehr zu gehen … womit ich zum nächsten Thema komme.

Kooperationen? Werbung? Leser-Support? Wie finanziert sich das hier eigentlich?

Dass TikToks und Reels in den allermeisten Fällen nur eine sehr begrenzte Halbwertszeit haben, hindert Unternehmen nicht daran, Werbebudgets von klassischeren Formen der Zusammenarbeit wie Blogbeiträgen abzuziehen und eben lieber in diese Plattformen zu investieren.

Das haben wir im vergangenen Jahr zu spüren bekommen. Kooperationen kamen beinahe ausschließlich im Verbund mit einem Kurzvideo zustande, wenn Anfragen nicht ohnehin nur darauf ausgerichtet waren, ein TikTok oder ein Reel mit platzierten Produkten zu posten. Und irgendwie widerstrebt es uns einfach mittlerweile, Quasi-Wegwerfartikel auf Rechnung zu erstellen – egal wie gut wir die Produkte oder die Marken auch finden, mit denen wir zusammenarbeiten.

Aber wie sehen die Alternativen aus? Einen Teil unseres Einkommens finanziert ihr, unsere Leserinnen und Leser über die Plattform Steady, Paypal-Spenden oder über direkte Überweisungen (genaueres dazu könnt ihr hier lesen). Und selbstverständlich über den Kauf unserer Bücher. Realistisch reicht das jedoch nicht und da viele Leute aktuell einfach etwas mehr auf den eigenen Geldbeutel schauen müssen, gehen die Spenden verständlicherweise auch zurück.

Als zusätzliche Alternative bleibt die klassische Einblendung von Werbebannern auf dem Blog. Etwas, was wir eigentlich immer vermeiden wollten, was uns aber mit dementsprechenden Aufrufzahlen stetige passive Einnahmen und damit die Zeit sichern könnte, uns auf mehr Rezepte, mehr qualitativ hochwertige Artikel zu konzentrieren, anstatt die angesprochenen Plattformen mit Kurzvideos zu füttern. Vermutlich werden wir diese Möglichkeit 2024 testen. Das funktioniert aber nur, wenn wir wirklich den größten „Brocken“, der uns in den vergangenen beiden Jahren im Halse stecken blieb, endlich runterschlucken können.

Technik-Burn-out

Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir das erste Redesign des Blogs seit 2016 online gestellt. Und am Anfang waren wir auch Feuer und Flamme, auch wenn bereits der Weg dahin nicht nur ein bisschen steinig war. Hinter den Kulissen war noch vieles in einem absoluten Baustellenzustand, aber zumindest hat Eat this! ein neues, frisches Gesicht bekommen. Alles Weitere kann man ja dann noch fixen, oder?

Leider hat sich jedoch herausgestellt, dass das einfacher gedacht als getan war. Das Projekt dauerte länger und länger, wurde teurer und teurer, bedeutete mehr und mehr Arbeit. 2023 haben wir wohl mehr geackert als je zuvor. Leider hat man das dem Blog und unseren Inhalten nicht angesehen, da die meisten Anstrengungen in für euch Leserinnen und Leser „unsichtbare“ Dinge investiert wurde. Das Wort Burn-out fiel wirklich häufig zwischen Nadine und mir … und eben nicht mal lax im Nebensatz, wie man das manchmal so rausposaunt, wenn es etwas viel wird mit den Aufgaben.

Deshalb wird eine der ersten und größten Aufgaben für das Jahr sein, technische Unterstützung zu suchen und hoffentlich auch zu finden. WordPress-Entwickler, die Lust auf eine Zusammenarbeit mit uns haben, dürfen sich gerne unter der E-Mail-Adresse hallo@eat-this.org direkt bei uns melden.

Was für 2024 auf dem Herd steht

Wir waren noch nie groß darin, langfristige Pläne zu schmieden. Und so haben wir auch für das Jahr bewusst keine fest definierten Ziele gesteckt. Wenn alles so läuft, wie wir uns das vorstellen, werden so ein bis zwei große, spannende und tolle Dinge passieren – über die kann ich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nichts verraten. Weil die sprichwörtlichen trockenen Tücher heute zumindest noch etwas klamm sind.

Ansonsten hoffen wir, baldmöglichst die erwähnte Technik in den Griff zu bekommen, um auf dem Blog etwas mehr Struktur zu schaffen und auch wieder richtig Spaß daran zu haben, an und vor allem mit der Webseite zu arbeiten. Wir wollen schließlich auch, dass ihr euch hier so richtig wohlfühlt und schnell findet, was ihr sucht.

Und sonst werden wir dieses Jahr etwas mehr auf uns selbst achten. Wir hoffen, dass wir es hinbekommen, uns weniger von wildgewordenen Algorithmen verrückt machen zu lassen. Der Spaß am Fotografieren – vor allem mit Tageslicht und tollen Lichtstimmungen –, am Testen von Rezepten, am Recherchieren und Schreiben soll wieder viel mehr in den Fokus rücken. Und wir möchten gerne wieder, oder besser gesagt noch mehr mit euch in Kontakt treten. Vielleicht erstellen wir einen Discord-Server, also eine Chat-Möglichkeit, um uns auch unabhängig von Blog-Kommentaren, E-Mails und Direct Messages über sämtliche Social-Media-Plattformen hinweg mit euch austauschen zu können. Lasst uns gerne einen Kommentar da, was ihr davon halten würdet.

Wichtig ist jedoch, dass wir auch in diesem Jahr inhaltlich so weiter machen möchten, wie bisher. Mit mal mehr, mal weniger einfachen, mal mehr, mal weniger klassischen Rezepten aus der ganzen Welt oder aus unseren Dickschädeln. So wie wir selbst eben gerne für uns kochen. Und mit Hintergründen zu diesen Rezepten und Zutaten. Denn ihr interessiert euch auch für die interessanten Geschichten und faszinierenden Zusammenhänge, die wir versuchen, immer einzubauen in unsere Posts. Dieses schöne Feedback bekommen wir häufig und wir freuen uns darüber wirklich sehr.

Ab Donnerstag, den 11. Januar geht es hier also wieder essbar weiter. Mit veganen Okonomiyaki, japanischen Kraut-Pancakes, die in den Veganuary passen, wie Deckel auf Topf.

Vielen Dank für eure Treue, eure schönen Kommentare und Nachrichten und für euren Support seit mittlerweile fast 13 Jahren. Wir haben safe die besten Leserinnen und Leser im ganzen Internet! Schreibt uns auch bitte eure Wünsche und Anregungen – hier in die Kommentare oder per Mail. Wir freuen uns drauf.

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Zu Steady

Die nerdige Hälfte von Eat this! Liebt es, auch aufwändiger zu kochen und ist deshalb vermutlich für die langen Rezepte auf dem Blog verantwortlich. Kann nie genügend Kochmesser haben und liebt Chilis in allen Formen und Farben. In der Freizeit sitzt er gerne auf dem Fahrrad und hört dabei Metal.


34 Kommentare

Gib deinen Senf dazu

  1. Hallo Ihr beiden, seid einigen Jahren folge ich Euch auf diese Seite und auch auf Instagram. Habe Euren Jahresrückblick 2023 gelesen und wundere mich über den Inhalt überhaupt nicht! Ihr beiden seid ein großartiges Team. Ich fand und finde Eure Beiträge gut und habe vieles nachgekocht. Manches Mal wurde ich hier bei mir intern gescholten, dass die Rezepte mit allem drum und dran zu lang sind. Doch die Ergebnisse überzeugten allemal😉
    Euer gesamter Blog macht einen Top Eindruck und es macht Spaß Eure Texte zu lesen und auch die Fotos finde ich super. Alles in allem seid Ihr Euch über Jahre treu geblieben. Und nun. wird das Netz immer schneller und „Mann“ kann den ganzen Informationen kaum folgen. Viele der eingestellten Videos sind großartig und machen viel Appetit. Doch ich hab festgestellt und so verstehe ich Euren Jahresrückblick und Ausblick und Euer TUN insgesamt, dass Ihr Reels auch machen werdet, Euer Hauptaugenmerk wird aber der bisherige Weg sein. Kann ich total nachvollziehen!! Denn das seid Ihr beide. Euch ein tolles 2024 und weiterhin oder besser gesagt wieder viiiiiiiel mehr Spaß beim kochen und fotografieren. Ich find es beeindruckend, dass Ihr Euch treu bleibt. Liebe Grüße aus Berlin, Jörg

    1. Hi Jörg,

      vielen lieben Dank für dein Feedback. Ja, wir werden mit den Kurzvideos wohl erst mal weitermachen, da zumindest unsere Accounts rein bildbasiert einfach nicht mehr zu funktionieren scheinen. Wir hoffen einfach, dass sich da über kurz oder lang irgendwelche „Knoten“ lösen, uns also beispielsweise die Videoproduktion neben der Fotografie einfacher fällt. Wir werden sehen. 🙂

      Liebe Grüße
      Jörg

  2. Hallo ihr beiden,

    ich wundere (und freue) mich schon lange darüber, dass euer so liebevoll und gleichzeitig professionell gestalteter Blog bisher ohne Werbebanner zu besuchen ist. Ich finde es ebenfalls mehr als gerechtfertigt, Werbung zu schalten; ihr sollt ja nicht für Luft und Liebe arbeiten! Mein Wunsch und Vorschlag diesbezüglich wäre allerdings, sofern technisch realisierbar, dass man sich einen werbefreien Zugang (z.B. über steady) kaufen kann. Ich zahle schon länger für eure Arbeit (Unterstützung klingt irgendwie so unangemessen einseitig; ihr unterstützt mich ja beim Kochen und unterhaltet mich mit euren Artikeln und Fotos) und bin bereit, auch mehr zu bezahlen, wenn es eine werbefreie Option gibt und vor allem ihr dann kein Burn Out bekommt und wir dann keinen Nachschub mehr von euch!

    Obwohl ich auch Millennial (also noch gar nicht soooo alt und technikfern!?!) bin, kann ich den Hype um TikTok&Co nicht nachvollziehen, und bin auch nicht auf Insta oder X unterwegs. Es erscheint mir zudem absolut sinnlos, ein Kochrezept als Video anzuschauen.
    Insofern kann ich auch nicht nachvollziehen, warum Kooperationen mit Rezept-kreierenden Bloggern überwiegend an die Produktion von TikTok-Videos gebunden sind. Es gibt ja durchaus Gründe dafür, warum es eine Unmenge an hochwertig produzierten Kochbüchern, aber keine (?) Koch-blue-rays zu kaufen gibt. Ich hoffe, dass das euren Kooperationspartnern, bzw. deren Angestellten, die analysieren, welche Werbe-Plattform tatsächlich Umsatz bringt, irgendwann auch auffällt.
    Ich finde eure Arbeit außerdem viel zu wertvoll, als dass sie als „Quasi-Wegwerfartikel“ (so erscheinen mir fast alle Inhalte auf TikTok) irgendwo im Internet vor sich hingammelt und nichts weiter tut, als CO2 zu emittieren.

    Also, bitte bitte bleibt bei Gäulen und Drahteseln und vor allem euch selbst treu!

    Viele Grüße, Regina

    PS: sorry, falls mein Kommentar zu lang geraten ist, mein Mann fragt schon, was ich da die ganze Zeit tippe 🙂

    1. Hi Regina,

      zuerst: Nein, dein Kommentar ist definitiv nicht zu lang, wir freuen uns über den ausführlichen, konstruktiven Austausch. Also vielen Dank! 🙂

      Dass Unterstützer keine Werbung zu sehen bekommen ist tatsächlich einer der Gründe, was uns bisher von der Einbindung abgehalten hat. Technisch ist das allerdings gar nicht so einfach zu realisieren und damit wären wir bei dem Punkt, dass wir aufgrund der Baustelle im Hintergrund einfach nicht weiterkommen mit dieser Lösung. Aber ja, das ist zumindest mittelbar der Plan.

      Obwohl ich im Text Kurzvideos kritisiere, schauen wir tatsächlich auch gerne Koch-Content im Bewegtbildformat. Es stimmt schon, dass manche Schritte, manche Tricks per Text schlechter rüberzubringen sind. „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und so“. Bei gefühlt 90 % der Reels und TikToks, die uns im Feed angezeigt werden, geht es aber dann doch eher um Selbstdarstellung oder um eine grobe Idee eines Rezepts. Letzteres muss nicht schlecht sein, man könnte das ja auch als Trailer oder Teaser zu einem Gericht bezeichnen und so sehen wir auch unsere Videos. Nur fehlt uns dann die nachhaltige Verknüpfung mit den jeweiligen Blogposts.

      Mal schauen, ob uns dazu etwas einfällt in 2024. 🙂

      Danke dir und liebe Grüße
      Jörg

  3. Ihr Lieben,

    als Ebenfalls-Millennial kann ich nur sagen, dass ich für euren Blog sehr dankbar bin. Die Reel-Flut überrollt einen manchmal förmlich und dann sieht man vielleicht mal was, was spannend aussieht, findet’s aber später nie wieder. Auf eurem Blog hingegen kann ich einfach suchen, was ich möchte und finde meist nicht nur das, sondern nebenbei auch noch drölf weitere Inspirationen. Dazu kommt, dass eure Texte immer so schön geschrieben sind, dass ich sie immer lese, auch wenn mich das jeweilige Rezept grad nicht abholt. Einige eurer Rezepte (hallo Fenchelpasta, japanisches Kürbiscurry und co) gehören zu meinen all time favourites.

    In dem Sinne: Schön, dass es euch und den Blog gibt <3 Alles Gute für 2024!
    Elli

    1. Hi Elli,

      ja, da sagst du was. Uns ist es auch schon passiert, dass wir Rezeptideen gesehen haben, dachten, wir hätten sie abgespeichert, dann aber festgestellt, dass dem nicht so war. 😅

      Danke dir für das tolle Feedback und die lieben Worte
      Jörg

      1. Auch ich liebe Euren Blog sehr! Es ist absolut legitim, Werbung zu schalten, damit ihr eine weitere Finanzierungsquelle dazubekommt. Mit erscheint es es krass und absolut bewundernswert, wie viel Energie und Liebe ihr in euren Blog und eure Rezepte steckt. Mein Mann und ich haben auf unserer vegane Reise, die so vor 5 Jahren begonnen hat, so viel von euch gelernt!

      2. Hi Veronika,

        danke dir für deinen Input zum Werbethema und für das liebe Feedback. Hat uns wirklich sehr gefreut!

        Liebe Grüße
        Jörg

      3. Hallo Ihr beiden,

        bin durch Zufall auf Eure wundervolle Seite gestoßen, als ich nach einem Rezept zum Gemüse pickeln gesucht habe, und möchte Euch meinen allergrößten Respekt aussprechen für Euren immensen Fleiß, den Ihr hier und auf Euren anderen Kanälen in Eure Sache steckt.

        Die Frage nach dem Sinn des eigenen Tuns angesichts einer sich immer schneller drehenden Welt und der Verrücktheit, die eigene Arbeit und Leidenschaft in immer kürzere Videos verpacken zu müssen, nur um einen künstlichen Algorithmus zu bedienen, stelle sich mir auch seit Jahren.

        Bei Euch sind es vegane Rezepte mit Liebe gekocht, bei mir sind es Yogaflows mit Liebe kreiert – beides keine „Dinge“, die mit Sekundenschnitten in eineinhalb Minuten authentisch rüberzubringen sind.

        Ich verstehe Eure Situation ganz genau und auch die Härte, die es mit sich bringt, diesen Weg zu gehen. Und ich danke Euch für Eure Ehrlichkeit und Verletzlichkeit, die aus diesem Jahresrückblick sprechen.

        Ich hoffe, Ihr findet einen Weg, der es Euch ermöglicht, Eure inspirierende Arbeit fortzusetzen – ich werde Eure Rezepte ab sofort sicher regelmäßig nachkochen – und wünsche Euch beiden viel Erfolg und alles Liebe.

        Indra🌹

      4. Hi Indra,

        danke dir für die tolle Rückmeldung und die Wünsche. Die können wir nur zurückgeben, denn ja, auch dein Thema ist eben so grundsätzlich nichts, was sich nachhaltig immer wieder in 20-30 Sekunden packen lässt.

        Liebe Grüße
        Jörg

  4. Hallo Nadine und Jörg!

    Ich bin weiterhin Fan von Blogs und finde vor allem bei euren Rezepten wäre es doch viel zu schade, dass sie einfach im Reel-Wahnsinn untergehen. Ausserdem ist es doch auch mal schön ein Rezept „in Ruhe“ lesen zu können und dabei euren tollen Fotos zu bestaunen!

    Werbung auf dem Blog schalten, finde ich eine gute Lösung, um zumindest ein wenig passives Einkommen zu erhalten für all die Mühe, die ihr euch beide macht.

    Ganz liebe Grüsse ❤

    1. Hallo Alexandra,

      wir verstehen schon auch den Reiz an TikToks und Reels, wenn sie mehr oder weniger als „Trailer“ zu einem Rezept Appetit und Lust machen, sich dann auch das Rezept dazu durchzulesen. Mal sehen, ob diese Art von Clips auch ankommen. 🙂

      Liebe Grüße
      Jörg

  5. Lieber Jörg, liebe Nadine,

    ich bin ein großer Fan Eurer Seite. Ab und an schaue ich nach anderen Veganer Blogs, aber dann denke ich mir: Ach, neee. Die Rezepte sind lecker (sagt auch mein Mann, gelernter Koch und Fleischliebhaber), die Texte kurzweilig geschrieben und noch mehr Auswahl an Möglichkeiten brauch ich gar nicht.

    Da ich noch keines Eurer Bücher gekauft habe, hab ich schon länger die Kaffeespende für Euch am Laufen. Schaltet auch gerne Werbung finanziert Euch darüber, hauptsache der Blog bleibt.

    Danke für Eure fantastische Arbeit!

    Lieber Gruße und auf ein gutes 2024
    Katy

    1. Hallo Katy,

      danke dir für die liebe Rückmeldung, den Support, den wir sehr zu schätzen wissen und den besonderen Orden von deinem Mann! 🙂

      Liebe Grüße
      Jörg

  6. Frohes Neues euch! Klingt, als hättet ihr ein anstrengendes Jahr hinter euch – hoffentlich könnt ihr euch in den kommenden Monaten ein bisschen besser einleben und zuhause Ruhe einkehren lassen.

    Wir (auch Millennials) sind passionierte TikTok-Hasser. Unter den Leuten aus dem Freundeskreis, die ein paar Jährchen jünger sind als wir, sind zwar Kurzvideos zu Rezepten angesagt, tatsächlich gekocht wird aber spannenderweise kaum. Ich koche hingegen jeden Tag, schaue aber kaum Rezept-Videos, bis auf Nischen-Content wie historische Rezepte mit entsprechenden geschichtlichen Ausführungen. Da geht‘s dann aber auch mehr um die Hintergründe und nicht das, was ich Dienstagabend kochen will.

    Ich könnte mir vorstellen, dass vielleicht längere Videos zu komplexeren Geschichten (z.B. Fermentieren oder Cashewbert) eher die Nerds erreichen, die sich in der Tiefe mit einem Thema beschäftigen wollen.

    Ich fände es 100% fair und okay, Werbung auf der Seite zu schalten. Ihr habt eine Dienstleistung (richtig coole Rezepte), die aktuell ein Großteil eurer Besucher kostenlos genießt. Das ist zwar super für uns, aber auf lange Sicht auch einfach nicht realistisch. Ich habe jetzt zwar gerade ein Kochbuch gekauft, aber das ist ja streng genommen nochmal eine separate Dienstleistung, die mit der Seite und deren Betrieb erstmal nichts zu tun hat. Und an Werbebannern vorbeiscrollen muss man inzwischen auch auf Seiten, für die man eh schon bezahlt (looking at you, NYT). Wenn die das dürfen, dürft ihr das erst recht.

    Ich bin selbst UX Designer und finde, eat-this.org kann sich doch durchaus blicken und nutzen lassen. Wenn die Suche halbwegs funktioniert, sind eh schon viele User glücklich. 😉

    Discord klingt auf jeden Fall cool von wegen Community und so, aber habt auch da das Risiko im Blick, durch die größere Erreichbarkeit dem Technik-Burnout wieder über den Weg zu laufen.

    1. Hi Vincent,

      danke dir für dein tolles Feedback! Auch zur Webseite an sich und der Benutzbarkeit. Wir sind momentan einfach auch etwas eingeschränkt, was neue Ideen angeht und das nagt einfach auch an der Geduld. 😅

      Klar, der Discord-Server sollte nicht zur 24/7 Koch-Notfall-Hotline werden. Über einen eher lockeren Austausch würden wir uns aber echt freuen. Wir quatschen eben auch so gerne übers Kochen. Auf jeden Fall vielen Dank für dein Interesse daran. Es gibt einige Dinge, die höhere Prio haben, aber ich schaue mir das Thema bei Gelegenheit genauer an.

      Liebe Grüße
      Jörg

  7. Danke für diesen tollen Einblick und für das offene „Gespräch“.
    Ich mag eure Reels, aber ich liebe euren Blog noch mehr und eure Bilder -> grosse Liebe
    Deshalb finde ich es schön, wenn ihr bei euch bleibt und nicht krampfhaft versucht, mit der Gen Z mitzuhalten.
    Die Chat- Idee finde ich auch wunderbar und ich wünsche mir von euch weiterhin diese gelingsicheren Rezepte mit den tollen Hintergrundinfos

    1. Hi Timna,

      dankeschön für das liebe Feedback!

      Dinen Generationenkonflikt möchte ich natürlich nicht heraufbeschwören. Das war mehr so ein zumindest nicht ganz ernst gemeinter Seitenhieb. 😅

      Aber klar, man macht sich Gedanken, warum ähnliche Inhalte beim einen Account durch die Decke gehen und bei uns dann eben nicht. Ich habe das gar nicht so genau thematisiert, aber zumindest ein kleines bisschen haben wir ja auch mit etablierten Stilmitteln der Plattformen experimentiert. Und dann ist es schon komisch, wenn die nicht erfolgreicher funktionieren.

      Wir machen in Zukunft einfach das, was uns selbst gefällt. Hat bisher ja auch geklappt. 🙂

      Liebe Grüße
      Jörg

  8. Hallo Jörg und Nadine,

    ich möchte euch nur ganz kurz, von Millenial zu Millenial, rückmelden: Es hat mich sehr gefreut, zu hören, dass ihr mit eurem Content nicht – wie viele andere Blogs, die ich mal gern gelesen habe – komplett zu Instagram, TikTok oder sonst was rüberdriftet, sondern immer noch der Blog euer Fokus ist. Natürlich kommt man an Social Media nicht mehr so richtig vorbei, und dort herrschen halt leider andere (verknappendere, aufmerksamkeitsökonomischere) Regeln. Umso glücklicher bin ich aber, wenn ich so liebevoll gepflegte und gestaltete Blogs wie euren sehe! Und hier stimmt halt auch nicht nur das Drumherum, sondern ist auch jedes Rezept mega.

    Wenn es nach mir geht, macht einfach ganz genau so weiter wie bisher – denn so ist es super!
    Ich hoffe, ihr könnt die hier im Post angesprochenen Probleme bald lösen und habt überhaupt ein tolles Jahr.

    Ganz liebe Grüße
    Franzi

    1. Hallo liebe Franzi,

      danke dir für die tolle Rückmeldung!

      Über das Abdriften auf Plattformen, die schlussendlich nicht uns „gehören“ haben wir uns auch bereits Gedanken gemacht. Vermutlich kann das recht schnell passieren, wenn diese eben viel Aufmerksamkeit und Arbeit verlangen, die dann an anderer Stelle fehlt. Die Balance zu halten, ist aber ehrlicherweise nicht einfach. Wie gesagt, sind wir auch noch nicht ganz sicher, wie wir damit in Zukunft umgehen.

      Liebe Grüße
      Jörg

  9. Liebe Nadine,
    lieber Jörg,
    Wow, Danke für diesen Jahresrückblick und Eure ehrlichen Worte. Von den Höhen und Tiefen Anderer zu hören, stärkt unsere Verbundenheit und schafft Transparenz, welche für das Vertrauen in Euch und Eure Arbeit von Bedeutung sind. Danke dass Ihr nicht nur mit Eurer Offenheit sondern auch mit Euren Rezepten, die man mit lieb gewonnen Menschen gemeinsam genießen darf, in meinem Leben zu mehr Gemeinschaft und Zusammenhalt beitragt.
    Liebe Grüße
    Carla