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Wir bleiben zuhause

Wir bleiben zuhause

Wir müs­sen reden. Tat­säch­lich tru­deln Mails, Kom­men­ta­re, Direct Messages über alle mög­li­chen Platt­for­men ein, in denen wir – wie jedes Jahr – gefragt wer­den, wie denn Rezept XY für eine Anzahl Z an Gäs­ten hoch­ska­liert wer­den kann und wir den­ken uns gera­de ernst­haft: What the fuck?

Leu­te, wir wis­sen, dass ein Groß­teil von euch ver­nünf­tig ist und sich schon jetzt dar­auf ein­ge­stellt hat, dass sich die Fei­er­ta­ge die­ses Jahr ein wenig anders anfüh­len wer­den und trotz­dem gehen uns die­se Zuschrif­ten nicht aus dem Kopf.

Fast 30.000 neue Fäl­le, fast 600 Tote. An einem Tag! Die Infek­ti­ons- und die Todes­zah­len sind auch hier­zu­lan­de so hoch wie im Früh­jahr nicht, als die Panik qua­si greif­bar war. Und man mag Fan sein oder so über­haupt nicht, Ange­la Mer­kels Auf­tritt Mit­te der Woche dürf­te Bän­de spre­chen. Kein Scheiß, spä­tes­tens wenn die­se sonst so abso­lut reso­lu­te Frau so emo­tio­nal gibt, soll­ten wir uns alle über­le­gen, ob wir hier gera­de den sprich­wört­li­chen Kar­ren an die Wand fahren.

Weih­nach­ten ist vie­len hei­lig. Sogar uns als Athe­is­ten, die wir uns jähr­lich qua­si nur und aus­schließ­lich auf die Gesell­schaft, das gemein­sa­me Kochen und Essen freu­en. Ja, wir haben Ver­ständ­nis dafür, dass Coro­na am liebs­ten aus­ge­blen­det wer­den würde.

Aber das geht nicht. Ist eben so, da hel­fen auch kei­ne Reichs­flag­gen, „quer“ zu den­ken und weg­tan­zen lässt sich der Virus auch nicht, wie man sieht. Also bit­te, bleibt alle ver­nünf­tig, unter euch, deckt den Tisch für zwei oder die kleins­te Run­de, wie wir und macht Face­time, Zoom, Sky­pe, sonst was an. Tele­fo­niert mit denen, die mit all dem neu­mo­di­schen Zeug nix anfan­gen kön­nen und denkt dar­an: Mög­li­cher­wei­se schenkt ihr die­ses Jahr ein­fach nur „Gesund­heit“, wenn ihr das Fami­li­en­fest aus­fal­len lasst. Und dies­mal wäre die­se „Gesund­heit“ nicht nur eine Flos­kel, die man qua­si pflicht­be­wusst neben­bei erwähnt, wäh­rend man das Päck­chen Socken überreicht.

Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.

33 Kommentare

  1. Die Zah­len stim­men nicht, nicht mal annä­hernd, das weiß inzwi­schen jeder, der sich ein Stünd­chen nimmt, sie mal ergeb­nis­of­fem gegen­zu­re­cher­chie­ren. Aber selbst wenn man davon aus­gin­ge dass sie stimm­tem, bleibt die auch von den selbst­er­nann­ten Qua­li­täts­me­di­en nicht bestrit­te­ne Tat­sa­che, dass 90 Pro­zent der Toten über 90 waren. Die rest­li­chen 10 Pro­zent unter­schei­den sich von Umfang und auch auch Sym­ptom­schwe­re nicht von der Grip­pe. Schützt Risi­ko­grup­pen statt die Gesell­schaft wirt­schaft­lich und auch gesund­heit­lich mit völ­lig ver­fehl­ten Maß­nah­men fer­tig­zu­ma­chen. Die Fol­ge­schä­den über­stei­gen die Coro­na Schä­den um ein Viel­fa­ches und sind schon lan­ge nicht mehr zu ver­ant­wor­ten. Ich mach bei die­sem Wahn­sinn nicht mit und immer mehr Leu­te in einem Umfeld sehen das auch so. Bin gespannt, wann ihr aufwacht.

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    1. 70 Jah­re, nicht 90.

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    2. Boah, ernst­haft, ich kann die­ses schwur­be­li­ge Gela­be­re vom Auf­wa­chen und von Schlaf­scha­fen ein­fach nicht mehr hören bezie­hungs­wei­se lesen.

      Aber okay, here we go, muss mich gera­de ohne­hin abreagieren:

      Von wel­chen „Zah­len“ sprichst du genau? Die zitier­ten kamen zum Zeit­punkt von den offi­zi­el­len Stel­len. Denen glau­be ich, kei­nen fach­frem­den Ver­schwö­rungs­voll­idio­ten auf Youtube.

      Mein Dad ist über 70, ich hät­te den ger­ne noch eine Weile.

      Abge­se­hen davon ist es zynisch und ein­fach ekel­er­re­gend, davon zu schrei­ben, dass 90 % der Opfer, ja, „alt“ waren.

      Schau ins Grund­ge­setz, wel­ches Quer­den­ken ja so arg ver­tei­digt. Arti­kel 2 Absatz 2, da geht es um das Recht auf kör­per­li­che Unver­sehrt­heit. Das gilt übri­gens auch für Men­schen über 70. Die­se zu schüt­zen liegt auch in der Ver­ant­wor­tung der übri­gen Bevölkerung.

      Wie­der­um abge­se­hen davon ist es nicht wahr, dass COVID für jün­ge­re mit der Grip­pe zu ver­glei­chen ist. Wärst du „ergeb­nis­of­fen“, wür­dest du viel­leicht auf den all­ge­mei­nen Kon­sens von Wis­sen­schaft­lern und Ärz­ten hören, die sich damit auskennen.

      Oha, wir kri­ti­sie­ren vie­le der poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen. Dar­über hät­te man auch ger­ne spre­chen kön­nen, aber die Tat­sa­che wird natür­lich 1A igno­riert. Wir hät­ten ger­ne eine kur­ze, har­te Not­brem­se gehabt, anstel­le von die­sem Lock­down-Rin­gel­piez. Hät­te den klei­nen Unter­neh­men, den Restau­rants, der Event­bran­che und schluss­end­lich dem Mit­ein­an­der bes­ser getan.

      In die­sem Sin­ne, viel­leicht über­legst du dir bes­ser mal, ob du dir einen Wecker stel­len solltest.

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  2. Dan­ke für Eurer State­ment! Kommt gut ins neue Jahr! Wir machen das zu zweit die­ses Jahr, auch wenn wir am liebs­ten mehr als weni­ger Freun­de um uns her­um hät­ten. Hilft nix, ist halt ein­fach so die­ses Jahr. Und es wer­den wie­der ande­re Zei­ten kom­men und dann beein­dru­cken wir unse­re Freun­de und Fami­lie wie­der mit so Sachen, wie Eurem vega­nen Lachs, den Cur­ries und all den ande­ren lecke­ren Sachen bei Euch.
    Lie­be Grü­ße Katy

    P.S. Übri­gens mein Mann ist gelern­ter Koch und liebt Fleisch und auch er ist begeis­tert von Euren Rezep­ten und emp­fiehlt Eure Sei­te ger­ne weiter. 🙂

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  3. Eurem State­ment ist nichts mehr hin­zu­zu­fü­gen. Vie­len Dank für die kla­re Posi­tio­nie­rung und natür­lich dafür, dass ihr das gan­ze Jahr für Food-Inspi­ra­tio­nen sorgt. Ich freue mich schon, das ein oder ande­re Weih­nachts­ge­richt für eine klei­ne Weih­nachts­run­de nachzukochen!

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  4. Da habt Ihr in Allem sehr recht! Ich bin die­ses Geschwur­bel über Frei­heits­ein­schrän­kung und Ver­schwö­run­gen inzwi­schen echt leid! Die Inten­siv­sta­tio­nen sind voll, die Pfle­ge­kräf­te und Mediziner:innen kämp­fen für die Patient:innen, die ihrer­seits nach Luft rin­gen – und da wird über Mas­ken­tra­gen, ein­ge­schränk­te Mobi­li­tät und Beschrän­kung der Demons­tra­ti­ons­frei­heit gejam­mert. Geht’s noch!? Wer exis­ten­ti­ell bedroht ist, weil die Erwerbs­grund­la­ge weg­ge­fal­len ist, hat mei­ne vol­le Unter­stüt­zung und soll ger­ne von mei­nen Steu­ern in der Kri­se und für einen Neu­an­fang unter­stützt wer­den, auch lang­fris­tig. Der Rest – ver­sucht mal statt „quer“, gera­de­aus zu den­ken. Und hört mal jeman­den zu, die vor Ort ist:
    https://​you​tu​.be/​f​h​8​_​w​-​H​9​JSI

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  5. Hal­lo ihr Lieben,
    Ihr sprecht mir aus der See­le! Vie­len Dank für eure kla­re Posi­tio­nie­rung! Mir gefällt eure For­mu­lie­rung, den Liebs­ten Gesund­heit zu schen­ken, sehr gut! Auch bei mir gibt es die­ses Jahr nur noch Din­ner for two, und ich möch­te damit nicht nur mei­ne Fami­lie, son­dern auch die vie­len Hoch­be­tag­ten, Vor­er­krank­ten und in Sys­tem-rele­van­ten Jobs Täti­gen schüt­zen; denn jede unter­bro­che­ne Infek­ti­ons­ket­te zählt.
    Eure Kohl­rou­la­den sind für den 1. Weih­nachts­fei­er­tag fest eingeplant 😉
    Lie­be Grü­ße, Regina

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  6. Moin
    genau so. Inkl. der Ant­wort der Ant­wort an Julia. Da weiß man wie­der, dass man die rich­ti­gen Men­schen unterstützt.…
    Danke!

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  7. Na das ist ja super, dass sich hier alle einig sind. So wie ich traut sich wahr­schein­lich kein anders­den­ken­der hier was zu schrei­ben. Ich bin weder Quer­den­ker noch Coro­na-Ver­wei­ge­rer, kann aber die Mei­nungs­ma­che auf brei­ter Front nicht mehr sehen. Reichs­flag­gen bei den Quer­den­kern, ernst­haft? Infor­miert euch bit­te umfas­send, oder schaut es euch ein­mal selbst an, bevor alles unge­fil­tert ver­brei­tet wird. Ich habe ein­mal gelernt, dass bei einer Dar­le­gung und wis­sen­schaft­li­chem Arbei­ten immer alle Sei­ten neu­tral beleuch­tet wer­den, und der Autor dann ganz am Schluss ein Fazit und die eige­ne Mei­nung brin­gen darf. Ich lese gera­de aus­schließ­lich nur noch eige­ne Mei­nun­gen, wie es dazu gekom­men ist und eine Ansicht meh­re­rer Sei­ten fehlt ganz. Scha­de, ich füh­le mich wie am Anfang des Buchs „die Welle“.

    Ich wün­sche euch gutes Durch­hal­te­ver­mö­gen und dass ihr die Ruhe posi­tiv nut­zen könnt, so eine Zwangs-Ent­schleu­ni­gung kann auch gut und nütz­lich sein. Ich hof­fe dass sie vie­le zum kon­tro­ver­sen Nach­den­ken nut­zen und sich viel­fäl­tig informieren.

    Ich blei­be eben­falls zuhau­se, und wer­de mich wei­ter­hin durch euren Blog probieren 🙂
    Ganz lie­be Grüße,
    Julia

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    1. Lie­be Julia, 

      erst­mal vie­len Dank für dei­nen Kommentar. 

      Ich muss aller­dings zuge­ben, dass ich dei­ne Inten­ti­on nicht ganz verstehe. 

      Du schreibst davon, wie wis­sen­schaft­lich kor­rekt gear­bei­tet wird und dass du kei­ne Mei­nungs­tex­te mehr lesen möch­test, kom­men­tierst aber auf einen rei­nen Mei­nungs­text, der kei­ne wis­sen­schaft­li­che Arbeit auf kei­ner wis­sen­schaft­li­chen Platt­form darstellt.

      Du bezeich­nest dich nicht als Quer­den­ker oder Coro­nal­eug­ner, bedienst dich aber deren Rhe­to­rik, indem du uns man­geln­de Recher­che vor­wirfst, weil wir offen­bar dei­ne Mei­nung nicht tei­len und bringst mit dei­nem Hin­weis dar­auf, dass du dich wie in „Die Wel­le“ fühlst, wenn auch ver­steckt, einen unan­ge­brach­ten Ver­gleich zum drit­ten Reich.

      Du schreibst, dass du die Aus­ein­an­der­set­zung mit ande­ren Denk­wei­sen ver­misst, legst aber gar nicht dar, wie nun ganz indi­vi­du­ell dei­ne Mei­nung als „Anders­den­ken­de“ über die debat­tier­ten Maß­nah­men aus­sieht. „Infor­miert euch mal“ ist rei­ner, lei­der inhalts­lee­rer Reflex und kein sach­li­ches Argu­ment mit vali­der Aus­sa­ge. Was soll ich dazu sagen? Wir haben uns infor­miert und tun das täg­lich aufs Neue.

      Und damit zu den Reichs­flag­gen auf Quer­den­ken-Demos. Ja, die gab es, das ist Fakt. Nazis? Eben­falls. Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker und Eso­te­ri­ker? Oh ja. Lau­fen auch Men­schen aus der soge­nann­ten „Mit­te“ der mode­ra­ten Gesell­schaft mit, die aus indi­vi­du­ell womög­lich völ­lig legi­ti­men Grün­den Angst vor der Zukunft haben? Sicher­lich. Sie haben sich unse­rer Mei­nung nach zwar die defi­ni­tiv fal­sche Crew dafür aus­ge­sucht, aber okay.

      Letz­te­re Grup­pie­rung hat den­noch rein gar nichts mit unse­rem Appell zu tun. Genau­so wenig das „Wie“ und „War­um“ bis hier­her. Wer der Wis­sen­schaft ver­traut und nicht voll­kom­men ver­schwur­belt in der Bir­ne ist, bleibt zuhau­se und bit­tet auch sein Umfeld dar­um, auch wenn er mit Ent­schei­dung XY nicht kon­form geht (was wir auch nicht tun). Wer respek­ti­ve kei­ne Lust mehr dar­auf hat, Mei­nungs­tex­te zu lesen, soll­te das ein­fach nicht mehr tun. Und wer sich in eine all­ge­mei­ne Dis­kus­si­on ein­brin­gen möch­te, soll­te sei­ne Mei­nung äußern, alles ande­re bringt uns nicht weiter.

      Lie­be Grüße
      Jörg

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      1. Vie­len Dank, Jörg, für die­sen Text, und auch für die­se sehr gut for­mu­lier­te Ant­wort! Und natür­lich für all die tol­len Rezep­te. Bei uns gab es die­ses Jahr den vega­nen Bra­ten, köstlich!

      2. Lie­be Julia, lie­ber Jörg,
        sor­ry, dass ich mich so spät zu Wort mel­de, aber ich bin erst jetzt auf die­sen Thread gesto­ßen und woll­te Juli­as Post nicht so allein da ste­hen las­sen. Ich kann mir gut vor­stel­len, wo du her­kommst, Julia, und mir geht es ähn­lich. Vor­ab: Ich habe die­ses Weih­nach­ten wie jedes Jahr mit mei­ner Fami­lie gefei­ert (neben mei­nen eige­nen Kin­dern und Mann, auch mit mei­ner Schwes­ter und mei­nen Eltern, 70 und 79 Jah­re alt). Wenn man weiß, dass eine asym­pto­ma­ti­sche Über­tra­gung von COVID nicht mög­lich ist, muss man, sofern nie­mand Sym­pto­me auf­weist, kei­ne Angst vor Anste­ckung haben. Quel­le: https://www.nature.com/articles/s41467-020–19802‑w

        Auch als ich gele­sen habe, dass die Leta­li­tät von COVID-19 bei 0,14% liegt und damit einer Grip­pe ent­spricht, hat das Virus für mich eini­ges an Schre­cken ver­lo­ren (Quel­le
        https://​www​.who​.int/​b​u​l​l​e​t​i​n​/​o​n​l​i​n​e​_​f​i​r​s​t​/​B​L​T​.​2​0​.​2​6​5​8​9​2​.​pdf). Ich will hier nicht die Grip­pe her­un­ter­spie­len, denn auch die­se for­dert jedes Jahr Todes­op­fer (2017/ 2018 war ein schlim­mes Grip­pe­jahr). Doch fra­ge ich mich vor die­sem Hin­ter­grund wirk­lich, ob die Maß­nah­men unser Regie­rung gerecht­fer­tigt sind. Wenn ihr als Nächs­tes mit den Infi­zier­ten- und Todes­zah­len kommt, die uns jeden Abend in den Nach­rich­ten ser­viert wer­den, kann man wei­ter hin­ter­fra­gen, was „Infi­zier­te“ genau bedeu­tet (kor­rek­ter müss­te es hei­ßen, „Posi­tiv-Getes­te­te“ also Men­schen, in deren Abstrich RNA-Bruch­stü­cke des Virus gefun­den wur­den, wohl­ge­merkt muss dazu der Pati­ent kei­ner­lei Sym­pto­me auf­wei­sen) und jeder der in einer Kli­nik ver­stirbt (an was auch immer) und zufäl­lig vor­her posi­tiv getes­tet wur­de, ist ein Corona-Toter. 

        Soli­da­ri­tät ist sicher begrü­ßens­wert, aber wo bleibt die Soli­da­ri­tät mit Men­schen, die gera­de um ihre Exis­tenz fürch­ten müs­sen, mit Kin­dern, denen die­se Mas­ken auf­ge­zwun­gen wer­den (mit allen Schä­den, die damit ein­her­ge­hen) oder mit älte­ren Men­schen, die viel­leicht ganz ger­ne Kon­takt hätten?

        Tut mir leid, ich weiß, dass das ein Food­blog ist und sol­che Dis­kus­sio­nen woan­ders hin­ge­hö­ren – aber wenn ihr den Zei­ge­fin­ger erhebt (sor­ry, aber mir fällt gera­de kein ande­rer Begriff ein) auf Basis von Infor­ma­tio­nen, möch­te ich anmer­ken, dass es auch ande­re (sehr vali­de) Infor­ma­tio­nen gibt, die aller­dings lei­der so nicht in den klas­si­schen Medi­en auf­tau­chen, aber ein ganz ande­res Bild die­ser Pan­de­mie zeich­nen. Und bevor jetzt alle über mich her­fal­len, ich bin kei­ne Coro­na-Leug­ne­rin, bin auch nicht rechts oder bei Quer­den­ken enga­giert (auch wenn ich froh bin, dass es Men­schen gibt, die sich trau­en auf die Stra­ße gehen).
        Fei­ert gut ins neue Jahr und dan­ke für euren Blog, den ich ger­ne besuche,
        Nicole

      3. Hal­lo lie­be Nicole,

        dan­ke für dei­nen Input und ich bit­te im Vor­aus um Ent­schul­di­gung für mei­ne Direkt­heit und dass ich das Gan­ze kurz ange­bun­den abar­bei­te – dei­ne Punk­te habe ich nun mitt­ler­wei­le mehr­fach gehört und ja, jedes Mal einen Roman schrei­ben kann ich eben auch nicht mehr … vor allem, da ich die Tage „zwi­schen den Jah­ren“ jetzt ein­fach auch mal ein biss­chen locke­rer ange­hen möchte. 🙂

        Du schreibst von einer Leta­li­täts­ra­te von 0,14 % und ver­linkst eine Publi­ka­ti­on der WHO, die du schein­bar selbst nicht gele­sen hast, denn in die­ser ist schlicht und ergrei­fend nicht von einer all­ge­mei­nen Leta­li­täts­ra­te von 0,14 % die Rede.

        Tat­säch­lich wird bereits im „Abs­tract“ auf der ers­ten Sei­te das Fazit gezo­gen, dass die Sterb­lich­keits­ra­te stark schwankt und dass über 61 Stu­di­en hin­weg von (ange­pass­ten) Zir­ka-Wer­ten von 0−1,54 % und einem Medi­an von 0,27 % über den gan­zen Glo­bus aus­ge­gan­gen wird. Wir haben in DE aller­dings eine recht alte und damit gefähr­de­te Bevöl­ke­rung (in der Alters­grup­pe dei­ner Eltern liegt die Sterb­lich­keits­ra­te bei wohl knapp unter 10 % (Quel­le)), auch die all­ge­mei­ne Sterb­lich­keits­ra­te liegt damit in Deutsch­land höher (und die wird in der Publi­ka­ti­on gar nicht auf­ge­führt, liegt aber aktu­ell bei über 1 % (Quel­le, Quel­le)), was sich auch in der ein­drucks­volls­ten Zahl über­haupt, der Übersterb­lich­keits­ra­te zeigt (Quel­le).

        So, nun haben wir aber bei einer Grip­pe eine extrem hohe Dun­kel­zif­fer (es wird davon aus­ge­gan­gen, dass sich jeden Win­ter bis zu 20 % anste­cken (Quel­le)) und damit zu einer sehr viel nied­ri­ge­ren Sterblichkeitsrate.

        Außer­dem müs­sen beim Zitie­ren der Stu­di­en auch die bereits in Kraft getre­te­nen Maß­nah­men ein­ge­rech­net wer­den – und das tut ein­fach nie­mand, der Covid her­un­ter­spie­len möchte.

        Dei­ne Behaup­tung, eine asym­pto­ma­ti­sche Über­tra­gung wäre nicht mög­lich ist schlicht und ergrei­fend falsch (Quel­le, Quel­le, Quel­le). Die­ser Twit­ter-Thread (en) beschäf­tigt sich ganz gut mit dem von dir ver­link­ten Text. (Kurz gesagt: Fal­scher Zeit­punkt, eine absurd klei­ne Anzahl an gefun­de­nen asym­pto­ma­ti­schen Fäl­len, die mög­li­cher­wei­se ein­fach nur bereits (!) nicht mehr anste­ckend waren. Sie­he auch die­sen Text (en).).

        Wir haben gro­ße Soli­da­ri­tät mit Men­schen, die direkt von den Maß­nah­men betrof­fen sind (und dabei mei­ne ich kei­ne Kin­der, die über­haupt kei­ne Schä­den vom Mas­ke tra­gen davon­tra­gen, das ist ein­fach gro­ßer Blöd­sinn), sowohl wirt­schaft­lich, als auch emo­tio­nal. Dem kann aber die Be- oder Über­las­tung des Gesund­heits­sys­tems nicht hin­ten ange­stellt wer­den – auch im Hin­blick auf „nach Coro­na“ und wie ich schon im Blog­post ange­deu­tet habe, hier darf die Poli­tik sehr ger­ne kri­ti­siert werden.

        Du magst dich nicht als Coro­na-Leug­ne­rin bezeich­nen, aber auch du wie­der­holst den glei­chen Ser­mon von „vali­den Quel­len“, die kei­ne sind (oder die du selbst nicht gele­sen hast), von der Grip­pe, davon, dass du „halt ein­fach ger­ne dei­ne Fami­lie sehen wür­dest“ (stell dir vor, wir auch) und von Masken-Schäden.

        Also, sor­ry, du kannst dir viel­leicht gut vor­stel­len, wo Julia „her­kommt“, ich lei­der nicht.

        Den­noch lie­be Grü­ße und auch dir einen guten Rutsch
        Jörg

        Quel­len­an­ga­ben zu mei­nen Quellenangaben:
        Über­me­di­en, Cor­rec­tiv, Volks­ver­pet­zer und ande­re, von denen ich lei­der nur Links gespei­chert, aber ver­ges­sen habe, zu referenzieren.

        Und jetzt habe ich eben doch wie­der einen Roman geschrie­ben. 🤷‍♂️

  8. Vie­len, vie­len Dank für eure Positionierung!

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  9. Eurem State­ment ist eigent­lich nur eines hinzuzufügen.
    QUERDENKEN (in die­sem Zusam­men­hang) ist eigent­lich eine absur­de Wort­schöp­fung: denn zum DENKEN braucht es Hirn!!!

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  10. Dan­ke für das kla­re State­ment – ich wünsch­te, mehr Leu­te mit gewis­ser Reich­wei­te, wür­den sich so klar positionieren.
    Ich kann auch nicht fas­sen was um mich her­um pas­siert – es macht mir Angst, bald Zustän­de wie in New York und in Nord­ita­li­en wie im Früh­ling zu haben.

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  11. Hal­lo Ihr Beiden,
    vie­len Dank für Eure kla­re und direk­te Ansage ❗❗
    Ich arbei­te im Kin­der­gar­ten, sit­ze also nicht geschützt im Home­of­fice, hin­ter einer Glas­schei­be oder kann 2 Meter Abstand halten.
    Mei­ne Kolleg*innen und ich wer­den (über­all auf der Welt) ange­niest und ange­hus­tet (zu Coro­na kommt die Erkäl­tungs­zeit dazu), die Kin­der wol­len wei­ter­hin getrös­tet wer­den und sit­zen auf dem Schoß, müs­sen gefüt­tert und gewi­ckelt wer­den, .… da geht Abstand hal­ten NICHT.
    Eltern las­sen ihre Kin­der auch dann nicht zuhau­se wenn sie nicht berufs­tä­tig sind („schließ­lich zah­le ich dafür“).
    Und, anders als in Pfle­ge­ein­rich­tun­gen, gibt es kei­ne regel­mä­ßi­gen Tests.
    Ich wäre froh, müss­te ich mich nicht tag­täg­lich die­ser poten­ti­el­len Gefahr aussetzen.
    Des­halb gehen mir die­se Igno­ran­ten und Ego­is­ten echt auf die Nerven.
    Noch­mals DANKE für Euer Statement 👍.
    Schö­nen drit­ten Advent 🕯🕯🕯 und lie­be Grüße,
    Jutta 🌿

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  12. Vie­len, vie­len Dank für die kla­ren Worte!

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  13. Wird so unterschrieben!
    Wir blei­ben für uns, in der Hoff­nung, dass wir in einem Jahr wie­der zusam­men mit Oma und Uroma sein dürfen.

    Und das prak­ti­sche wenn man 4 Por­tio­nen kocht: man darf gleich zwei Mal schlemmen 🙂

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  14. Dan­ke … ihr sprecht mir aus der See­le! Fin­de ich toll, dass ihr das ansprecht und dazu steht. Mir geht die­ses ego­is­ti­sche Den­ken und Han­deln schon so lan­ge auf die Ner­ven. Men­schen nut­zen jede Platt­form, um ihre „ver­lo­re­ne Frei­heit“ ein­zu­for­dern, aber wo fängt deren Frei­heit an, da, wo für ande­re die Frei­heit auf­hört. Ich habe kei­ne Angst vor Coro­na, aber ich möch­te die­je­ni­gen schüt­zen, die gesund­heit­lich ande­re Vorraus­set­zun­gen haben. Und ich den­ke auch, jetzt alle mal die Arsch­ba­cken zusam­men­knei­fen und dann schaf­fen wir es gemein­sam. Habt eine schö­ne Zeit, soweit es geht und besin­nen wir uns, wie gut es uns doch eigent­lich geht. Also, posi­tiv den­ken und gegen­sei­tig unter­stüt­zen, wir rocken das!!!!

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  15. Beson­nen, cou­ra­giert und menschlich!

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  16. Dan­ke für Eure Wor­te. Schön, dass Ihr Eure Posi­ti­on in der Com­mu­ni­ty nutzt, um kla­re State­ments abzu­ge­ben und Gedan­ken bei Euren Lesern in Bewe­gung zu brin­gen. Ja, es ist hart: Weih­nach­ten ohne einen gedeck­ten Tisch mit vie­len lie­ben Men­schen rund­her­um. Aber schlim­mer wäre es, jeman­den aus die­ser Grup­pe von lie­ben Men­schen zu ver­lie­ren. Hal­tet aus und vor allem: bleibt posi­tiv und hoff­nungs­voll! Dan­ke für Euren Ein­satz am Herd und für die­ses spe­zi­el­le State­ment! Alles Gute und fried­li­che Fei­er­ta­ge, wei­ter so, eine treue Lese­rin und Köchin Doris

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  17. Fin­de ich super, dass ihr so klar Stel­lung bezieht!
    Ich woll­te eigent­lich zu mei­nen Eltern fah­ren, die 500 km von mir ent­fernt woh­nen um wenigs­ten sie zu sehen und mei­ne Geschwister.
    Aber auch das habe ich abge­sagt. Klar ist das für uns alle nicht schön, aber hier und jetzt gehts ein­fach um ver­dammt viel!
    Da wird man es ver­schmer­zen kön­nen Weih­nach­ten mal anders zu fei­ern. Nächs­tes Jahr wer­den wir es um so mehr zu schät­zen wis­sen, dass wir unse­re Lie­ben wie­der umar­men kön­nen! Viel­leicht haben wir die­ses Jahr die ers­te wirk­li­che Gele­gen­heit für eine besinn­li­che Weihnacht!
    Besin­nen auf Mensch­lich­keit, Mit­ge­fühl und Solidarität.
    Lie­be Grüße!
    Heike

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  18. Dan­ke!!

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  19. Herz­li­chen Dank für Eure kla­ren Worte!

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  20. Dan­ke für die kla­ren Wor­te und die Mühe, Euch auch dafür einzusetzen!

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  21. Auch ich kann nur sagen : wenn alle so ver­nünf­tig wären wie Ihr hät­ten wir ver­mut­lich weni­ger Sorgen.…
    Ich bin Ärz­tin, und ich muss Men­schen von Tier­arzt-Besu­chen zur Zahn­rei­ni­gung des Hun­des abhal­ten, wäh­rend wir auf den Covid Test war­ten. Mir erzäh­len Groß­müt­ter , dass ihnen seit Tagen die covid- posi­ti­ven Enkel gebracht wer­den damit die Eltern ( die nicht in Qua­ran­tä­ne sind , nur die Kin­der) wei­ter zur Arbeit gehen kännen .…
    Ich kom­me aus dem Kopf­schüt­teln nicht heraus .
    Und daher schlie­ße ich mich eurem Appell an : lasst es uns im kleins­ten Kreis gemüt­lich machen , es ist für alle am gesündesten!
    Bleibt alle gesund – Julia

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  22. Dan­ke! Dan­ke für euer State­ment! Dan­ke dafür, dass ihr die Ein­zi­gen aus der Food­com­mu­ni­ty seid (sofern mir bekannt), die den Arsch in der Hose haben und mal aus­spre­chen, was ich und auch vie­le Ande­re den­ken! Reißt euch am Rie­men und hal­tet die Füße still, damit dei­ne Oma noch sich an den Tul­pen im Früh­jahr erfreu­en kann, damit Dein Nach­bar Dir freund­lich zuwinkt und Dei­ne Pake­te annimmt, wenn Du nicht da bist und dass Dei­ne Kin­der mit der Oma auch nächs­tes Jahr noch Weih­nachts­plätz­chen zusam­men backen können!

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    1. Dan­ke für dein Feed­back Jeannine!

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  23. Ihr Lie­ben, ich möch­te euch ein­mal ganz herz­lich umar­men – natür­lich nur in Gedan­ken. Ihr sprecht mir so aus der See­le. Auch ich kann nur noch den Kopf schüt­teln: da wer­den Rund­rei­sen zu ein­zel­nen Fami­li­en­tei­len quer durch die Repu­blik geplant, Fest­essen in gro­ßer Run­de… Wenn der Preis für eine mög­lichst sta­bi­le Gesund­heits­ver­sor­gung und weni­ger Tote oder Men­schen mit Lang­zeit­fol­gen ist, jetzt noch mal die Füße still­zu­hal­ten und mit viel Abstand und Mas­ke nur die nötigs­ten(!!!) aus­häu­si­gen Gän­ge zu erle­di­gen, ja, mein Gott, dann ist das halt mal so. „Schön“ ist für uns alle anders. Aber es ist wün­schens­wert, wenn Ver­nunft und Ver­stand die Ober­hand gewin­nen und der blan­ke Ego­is­mus end­lich die Klap­pe hält. Es geht hier um mehr und alle, die nicht den Popu­lis­ten, Hirn­ver­dre­hern und Men­schen­ver­ach­tern ihre Zustim­mung geben wol­len, soll­ten sich auch an die Regeln hal­ten und tat­säch­lich eine ehr­lich Ant­wort auf die Fra­ge suchen: „Ist es rich­tig, nur weil es erlaubt ist? Ist es wirk­lich ver­nünf­tig!“ In Ber­ga­mo und Umge­bung, gibt es seit dem Coro­na-Früh­jahr, laut einem Arti­kel, den ich las, kei­ne Groß­vä­ter mehr… Lasst uns alles tun, um so etwas zu ver­hin­dern. Schen­ken wir uns Hoff­nung und Gesund­heit. Ein Quänt­chen Gelas­sen­heit und Respekt wären auch gut. Bleibt zu Hau­se, tragt eure Mas­ken (auch ÜBER der NASE) und hal­tet Abstand. Fei­ern im Gro­ßen kön­nen wir, wenn es neue Lösungs­we­ge und Lebens­mo­del­le gibt.

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  24. Dan­ke für die­ses State­ment! Genau so soll­ten wir alle den­ken und han­deln, damit könn­ten wir sicher­lich schon viel erreichen!

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  25. Dan­ke… genau so!
    Mei­ne 80jährige Mut­ter wird Weih­nach­ten im Kran­ken­haus ver­brin­gen wegen einer nicht auf­schieb­ba­ren OP. Ich hof­fe, dass alles gut ver­läuft, die OP selbst und auch alles danach, dass sie sich nicht infi­ziert mit die­ser Seuche.
    Ich wer­de sie dann die­ses Jahr nicht mehr sehen, nach der OP geht’s direkt in die Reha.
    Das macht mir Angst, Angst um sie und um das, was pas­sie­ren könnte.
    Ich hof­fe, dass wir wenigs­tens tele­fo­nie­ren kön­nen, aber gera­de in so einer Situa­ti­on ist das natür­lich nicht mal ansatz­wei­se ein Ersatz…
    Ich wer­de Weih­nach­ten mit mei­nem Part­ner ver­brin­gen und wir wer­den uns durch eure Sei­te kochen und futtern 😉
    Ich wün­sche euch ein wun­der­schö­nes Fest, wie auch immer ihr es gestaltet 🙂

    Lie­be Grüße
    Kerstin

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