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Veganes Kimchi

Veganes Kimchi

Mit unserem Rezept für Express-Kimchi haben wir ja schon im Sommer dafür gesorgt, dass du auch einen urplötzlich auftretenden Kimchi-Jieper schnell und mit relativ wenigen Zutaten stillen kannst.

Heute reichen wir sozusagen die Profi-Version nach und quatschen ein bisschen über Fermentation. Aber nur so ein bisschen, versprochen.

Bist du dabei? Alles klar, los geht’s!

„Kontrolliertes Vergammeln lassen“ ist der Hammer!

Auch wenn sich gefühlt keiner damit zuhause beschäftigt: Wenn niemand mal – ob nun versehentlich oder tatsächlich beabsichtigt – die letzten Reste der Gemüseernte in einer klimatisch perfekten Umgebung liegen gelassen und im Anschluss bemerkt hätte, dass das Zeug tatsächlich noch essbar ist, noch dazu schmeckt und irgendwie auch bekömmlich ist, sähe der Foodie-Alltag echt um einiges langweiliger aus.

Sehen wir mal davon ab, dass uns auch leckerste Genussmittel wie Bier und Wein fehlen würden, gäbe es auch weniger Würzmittel und vor allem kein Sauerkraut – und das würde die Schwaben sicherlich noch grantiger machen, als sie ohnehin schon sind. Aber Sauerkraut klingt jetzt einfach auch nicht nach der herausragendsten kulinarischen Erfindung …

… dachten sich in den vergangenen Jahren auch Spitzenköche wie René Redzepi, der nicht nur mit seinem, mehrfach als weltbestes Restaurant ausgezeichneten Noma bekannt wurde, sondern auch mit dem restauranteigenen Labor, in dem scheinbar irgendwie erst mal alles so lange liegen gelassen wird, bis es entweder fermentiert – und damit total hip und angesagt – oder reif für die Tonne ist. Soll heißen: Sauerkraut schön und gut, aber es geht wieder ans Experimentieren mit den Hefen und Bakterien.

Veganes Kimchi

Und das ist gut, denn perfekt Fermentiertes ist nicht nur praktisch, sondern auch ziemlich gesund. Vitamine aus roh fermentiertem Gemüse bleiben erhalten und auch die Mikroorganismen, die überhaupt dafür verantwortlich sind, dass das Zeug so lecker schmeckt, sind top für deinen Kumpel, den Darm. Und der ist nicht nur für den täglichen Gang auf den Topf zuständig (‚tschuldigung, ist halt so), sondern auch für allerlei Funktionen im Körper.

Keiner traut sich ran an’s Fermentieren!

Doch mit den medizinischen Details wollen wir uns gar nicht aufhalten – uns geht’s darum, dass Fermentiertes einfach bombastisch schmeckt. Und dabei schenkt man dem Ganzen erst seit Kurzem wieder mehr Aufmerksamkeit, als nur „ein Glas Sauerkraut“ auf den Einkaufszettel zu schreiben – nur damit man es mal wieder auf Vorrat da hat.

Uns freut’s und im Ernst – ist ja auch richtig so. Fermentieren lässt sich so ziemlich jedes Gemüse, lagern ist auch kein Problem und sogar so luxuriös Klingendes wie unsere „fermentierten mexikanischen Minigurken mit Koriander und Bourbon“ (sorry, ohne Rezept) sind günstigst selbst herzustellen.

Was uns aber nicht von den Klassikern abbringen soll. Also falls noch nicht geschehen, solltest du dem koreanischen Cousin unseres Sauerkrauts ein bisschen deiner Zeit widmen.

Ladies & Gentlemen – Bühne frei für Kimchi

Klassischer Kimchi ist scharf eingelegter Chinakohl, meistens mit Knoblauch, Ingwer und Gemüse wie Frühlingszwiebeln und Rettich vermischt und – logisch – sauer fermentiert.

Im schon verlinkten Express-Kimchi habe ich es ja schon mal gesagt, aber diese Kombi ist kaum schlagbar. Chinakohl ist eine noch voller gepackte Vitaminbombe als der überall gepriesene Hipster-Grünkohl (nix gegen Grünkohl) und im fermentierten Zustand haben es andere Lebensmittel schwer, den Begriff Superfood nach wie vor für sich zu beanspruchen.

Macht Platz ihr Chiasamen, hier kommt Kohl!

Veganes Kimchi

Keine Panik!

Und keine Angst, auch unsere Profi-Version ist einfach zuzubereiten und kommt mit nur wenigen „exotischen“ Zutaten aus, die du alle im Asialaden oder online bekommst. Schief gehen kann eigentlich auch nix. Achte einfach auf diese fünf simplen Punkte und dein Kimchi wird perfekt.

  1. Normalerweise muss ich es nicht extra sagen, aber benutze saubere Gläser! Am besten, du spülst sie kurz vor dem Befüllen mit kochendem Wasser aus.
  2. Schau auf jeden Fall darauf, dass der Kimchi immer mit Flüssigkeit bedeckt ist. In den ersten paar Tagen kann es sein, dass du das Gemüse ab und zu mit einem sauberen Löffel im Glas herunterdrücken musst. Sobald sich genug Kimchi-Juice gebildet hat, sind deine Gläser aber pflegeleicht.
  3. Wer milden Kimchi bevorzugt, fermentiert nur zwei Tage bei Zimmertemperatur und stellt die Behälter anschließend in den Kühlschrank oder einen anderen kühlen Ort. Wer es kräftiger mag, kann die Gläser auch länger im Wohnzimmer stehen lassen.
  4. Sollte sich auf der Oberfläche doch Schimmel oder eine schleimige Schicht bilden, kannst du sie einfach entfernen – der Kimchi darunter ist weiterhin genießbar. Ja, sorry. Klingt leicht ekelhaft, aber vertrau’ mir!
  5. Unser Rezept ist kein Regelwerk! Gib Karottenstifte mit in den Kimchi. Radieschen. Mit Grün! Mehr Chili! Oder weniger. Wie du magst.

Also los gehts!

Veganes Kimchi

Zutaten für 1 kg

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Vorbereitung 10 Minuten
Zubereitung 20 Minuten
Gesamt 30 Minuten
  • 1 Chinakohl mittelgroßer (ca. 800 g)
  • 60 g Meersalz
  • 10 x 20 cm Stück Kombu
  • 1 EL Reismehl
  • 60 g Gochugaru koreanische Chiliflocken
  • 1/2 Birne ca. 100 g
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 kleines Stück Ingwer
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 TL Meersalz
  • 60 g Rettich
  • 3 Frühlingszwiebeln
  1. Chinakohl längs vierteln, anschließend quer in mundgerechte Stücke schneiden. Gut durchwaschen und kurz abtropfen lassen. In einer Schüssel mit 60 g Meersalz vermengen und mindestens 2 Stunden stehen lassen (über Nacht im Kühlschrank ist auch kein Problem). Ab und zu wenden.
  2. Anschließend unter fließendem Wasser sehr gut abspülen und gut abtropfen lassen.
    Veganes Kimchi
  3. Kombu auf keinen Fall abwaschen! Die weiße Ablagerungen sind purer Geschmack und gehören in unsere Brühe. Nur mit einem trockenen Tuch abwischen, in 200 ml kaltem Wasser aufkochen und 10 Minuten bei niedriger Hitze simmern lassen. Alge entfernen, Reismehl mit einem Schneebesen einrühren, aufkochen und bei mittlerer Hitze und ständigem Rühren köcheln lassen. Anschließend vom Herd nehmen und abkühlen lassen.
    Kombualge
  4. Reisporridge mit Chiliflocken, Birne, Knoblauch, Ingwer, Sojasauce und 2 TL Salz in einer Küchenmaschine fein pürieren.
    Veganes Kimchi
  5. Rettich in Stifte, Frühlingszwiebel in Ringe schneiden.
  6. Chinakohl, Würzpaste und Gemüse vermengen, in saubere Gläser oder andere Behälter füllen und das Gemüse dabei gut nach unten drücken. Darauf achten, dass das Gemüse mit der aus dem Gemüse austretenden Flüssigkeit bedeckt ist. Ist die Mischung zu „trocken“, mit ein paar EL Salzwasser auffüllen. Wir verwenden gerne große Mason Jars mit weiter Öffnung.
    Veganes Kimchi
  7. Für einen milderen Geschmack 2 Tage leicht abgedeckt (z. B. mit einem kleinen Teller) bei Zimmertemperatur fermentieren lassen. Bei Bedarf das Gemüse nochmal in die Flüssigkeit drücken. Anschließend verschlossen in den Kühlschrank stellen. Hier wird die Fermentation verlangsamt und der Kimchi hält sich locker 2-3 Monate und länger. In den ersten Tagen das Glas hin und wieder öffnen, um die weiterhin entstehenden Fermentationsgase entweichen zu lassen.

  8. Wer mag und seinen Kimchi gerne kräftiger hätte, kann die Gläser auch länger bei Zimmertemperatur fermentieren lassen.
Veganes Kimchi

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Lebt seit 2006 vegan. Liebt scharfes Essen und steht auf die Kombi Pasta & Brokkoli. Sammelt E-Gitarren und schreibt ab und zu darüber. Ist "eigentlich" Grafikdesigner und Webentwickler.

49 Kommentare

    • ☺️ ✌?

    • Habe jetzt mal ne Rotkohlversion gemacht. Die schmeckt auch ziemlich gut und sieht großartig aus. Ach bei der Version hab ich die Birne durch Trockpflaumen ersetzt und die Alge weggelassen, weil ..äh .aus Gründen. Da habt ihr was angerichtet. Ich fürchte Kimchi gibts jetzt auch den Sommer durch.

    • Warum „ich fürchte“? Ich kann mir nix besseres zum Grillgelage vorstellen, als Rotkohl-Kimchi (die Idee wird uuunbedingt ausprobiert!). Leider ist unser letztes, riesengroßes Kimchi-Glas unten kaputt gegangen und jetzt haben wir keinen mehr. PANIK ?

  1. Wieder mal ein großartiges Rezept! Danke ihr beiden! Euer Express-Kimchi hab ich schon öfters gemacht und auch verschenkt. Kam jedes Mal gut an!

    Antworten
    • Vielen Dank liebe Kathinka! Das freut uns ?

  2. Hallo ihr 2,
    ich würde gerne euer Kimchi ausprobieren und möchte gerne wissen, wie lange es ungefähr angebrochen im Kühlschrank haltbar ist?! Ist es ähnlich wie beim Sauerkraut 2 – 3 Wochen haltbar?
    Liebe Grüße von Mirja

    Antworten
    • Hallo Mirja,

      der Kimchi hält sich im Kühlschrank bei verlangsamter Fermentation locker 2-3 Monate und auch länger ☺️

  3. So lange- perfekt! *Daumenhoch*
    Für mich als Einzelperson ist das immer so eine Sache mit der Haltbarkeit … Aber wenn es so lange haltbar ist, steht der Kimchizubereitung nichts mehr im Wege 😀

    Antworten
    • Hi Mirja,

      wie gesagt, Kimchi ist ein Fermentationsprodukt und auf „Haltbarkeit“ ausgelegt. Je länger er Fermentiert, desto stärker schmeckt er eben auch. Zu sagen, „Kimchi ist so-und-so-lange haltbar“ ist deshalb echt schwierig. Ein Leser findet z. B. schon unseren Express-Kimchi erst nach 2 1/2 Monaten perfekt.

      Schau einfach darauf, dass der Kohl immer schön mit Flüssigkeit bedeckt ist und dann hast du mit der Haltbarkeit sicher keine Probleme ?

    • Vielen Dank für den Tipp, Jörg! Ich bin schon sehr gespannt auf den Geschmack und werde mit dem Fermentierungsprozess auch etwas experimentieren. Den Kombu habe ich am Wochenende leider nicht beim Asiaten gefunden, aber dafür später gleich bei amazon bestellt und stehe nun in den Startlöchern. 😉
      Kann man das Kombu durch andere Algen, wie Noriblätter ersetzen?

      Beste Grüße und euch einen schönen Abend,
      Mirja

    • Hi Mirja,

      Kombu lässt sich leider nicht durch Noriblätter ersetzen, sind ja aber gut im Asialaden oder online erhältlich ? Viel Spaß!

      Lieber Gruß
      Nadine

    • Super, vielen Dank für den Tipp… Ich bin schon wahnsinnig gespannt auf den Geschmack ;D.
      Nur muss ich mich leider noch etwas gedulden, am Wochenende habe ich beim Asiaten leider keine Kombu bekommen. Dafür habe ich es aber gleich über amazon bestellt. Kann man eigentlich die Kombu auch durch Norialgen ersetzen?
      Und kann ich anstelle der koreanischen Chiliflocken Paprika- und Chilipulver (Verhältnis 6 : 1) verwenden?
      Grüßle von Mirja

    • Hi Mirja,

      die koreanischen Chiliflocken sind schon sehr speziell und ich würde sie eher nicht durch gewöhnliches Paprika- und Chilipulver ersetzen ?

      LG, Nadine

    • Hallo ihr beiden,

      also, das Kimchi habe ich vor ein paar Wochen nach eurem Rezept angesetzt. Allerdings habe ich die Chiliflocken tatsächlich durch (Rauch-)Paprikapulver und Cayennepfeffer im Verhältnis 6:1 ersetzt. Und was soll ich sagen?! Es schmeckt echt lecker und es hält sich 1A im Kühlschrank. Ich habe auch noch etwas Salzwasser draufgegeben, da auch bei mir die Paste bzw. die Gemüsemischung nicht so viel Flüssigkeit hergegeben hat.
      Ich bin so begeistert von der Art Haltbarmachens, dass ich euer Rezept als Basis nutze, um in Zukunft mit verschiedenen Gemüse-/ Obstsorten und Gewürzen zu experimentieren, um daraus eine „Art Kimchi“ herstellen werde.

      Beste Grüße,
      Mirja

    • Rauchpaprika klingt irgendwie auch abgefahren. Das müssen wir auch mal testen ??

      Das mit der Flüssigkeit ist stark vom verwendeten Chinakohl (oder anderem Gemüse) und von der Dauer abhängig, die er im Salzwasser liegt. Deshalb ist es absolut okay, so ein bisschen aufzufüllen.

      Wir werden über das Jahr auf jeden Fall noch einige Einmachrezepte posten, also schau ab und zu vorbei für weitere „Kimchi“-Inspo ?

  4. Hallo,

    tolles Rezept, eine Frage hätte ich jedoch. Darauf achten, dass das Gemüse mit Flüssigkeit bedeckt ist bedeutet, wenn zu wenig, dann mit Wasser auffüllen? Oder gibt die Würzpaste genug Flüssigkeit her?

    Liebe Grüße

    Meli

    Antworten
    • Die Paste und das austretende Wasser aus dem Chinakohl gibt genug her. Notfalls kannst du mit 1-2 EL (Salz-)Wasser auffüllen ☺️

  5. Wo kriegt ihr denn die Flüssigkeit her?
    Bei mir ist die Kohl-Paste-Gemüse-Masse eine recht trockene Angelegenheit.
    Habe jetzt mit Salzwasser aufgefüllt. Fühlt sich jedoch nicht so richtig an.

    Anmerkung: Habe Weißkohl statt Chinakohl genommen.

    Antworten
    • Weißkohl ist natürlich härter als Chinakohl. Die Flüssigkeit braucht länger, um austreten zu können, außerdem lässt er sich natürlich auch schwieriger so ins Glas pressen, so dass das überschüssige Wasser austritt.

      Mit etwas Salzwasser auffüllen ist bei Weißkohl-Kimchi keine schlechte Idee.

      Schau einfach, dass das Gemüse oben leicht bedeckt ist und dann heißt es warten ☺️

    • Wenn ich mich mal einmischen darf: Bei Weißkohl hilft es enorm, wenn du ihn mit Salz (je nach Menge 1 Tl – 1 EL) vermatscht. Also, richtig durchknetest, wie für Sauerkrautansatz. Mach ich allerdings auch beim Chinakohl, nur weniger kräftig. So ist auf jeden Fall genügend „Eigenflüssigkeit“ da.

  6. Hallo,

    seid ihr selbst auf die Idee gekommen die Fisch-Sauce und eingelegten Shrimps, welche normalerweise genutzt werden durch Kombu zu ersetzen?

    Dicke Props auf jeden Fall dafür!

    Beste Grüße

    Antworten
    • Also ich glaube zwar nicht, dass wir das mit der Kombu im Kimchi „erfunden“ haben, aber nachdem wir traditionelle Rezepte gecheckt haben, war uns recht schnell klar, dass wir die … sagen wir mal „Fischkomponente“ durch eine ziemlich konzentrierte Kombu-Dashi ersetzen können ☺️

      Insofern tausend Dank für die Props. Freut uns riesig, wenn wir Ideen geben können ?

  7. Endlich habe ich eine Seite für veganes Kimchi gefunden. Überall sonst war immer eine obligatorische Fischsoße dabei. So etwas widerliches darf bei mir gar nicht in der Küche vorkommen. Für mich sind alle tierischen Nahrungsmittel wegen einer angeborenen Stoffwechselstörung schon seit Geburt an stark giftig und tabu. Mein Körper warnt mich davor diese zu genießen, weil sie für mich auch extrem widerlich schmecken. Ich hatte mal zwei Tropfen Fischsoße des Geschmacks wegen bei einen Vietnamesen getestet, weil er glaubte, ich könnte es vertragen. Es war nicht nur extrem widerlich schmeckend sondern verursachte nach einer halben Stunde obendrein dann für ca. drei Wochen heftige Krämpfe am ganzen Körper. Als Säugling hatte ich das bei Milch ebenfalls. Bei Camenbertkäse, Butter, Schinken und Speck sind die Auswirkungen am schlimmsten! So freue ich mich nun, endlich auch vegane Varianten des Kimchis gefunden zu haben.

    Antworten
    • Hej Wolfgang,

      freut uns, dass dich unser Rezept begeistert! Lieben Dank ☺️ So eine Stoffwechselstörung stell ich mir grauenhaft vor, zum Glück müssen heute ja alle Inhaltsstoffe angegeben sein – aber klar, beim Essen gehen ist das alles nicht ganz so einfach.

      Liebe Grüße
      Nadine

  8. Hei ihr Superköche!
    Jaja der Chinakohl, gesündestes Lebensmittel von Welt. Aber stimmt das nach dieser Entwässerungskur auch noch? Ich stelle mir vor, dass dabei viele der guten Chinakohl-Stoffe mit rausgeschwemmt werden. Und trinken kann man das Wasser hinterher ja auch nicht, weil viel zu salzig. Und aufbewahren bringt auch nichts, weil viele der guten Sachen verschwinden, je länger, desto mehr. Wie seht ihr das?
    Mein Kohl steht übrigens gerade in der Küche und schwitzt so vor sich hin. Ich bin soo gespannt.
    Viele Grüße
    Judith

    Antworten
    • Hallo liebe Judith,

      wir können dir natürlich nicht wissenschaftlich nachweisen, welche Stoffe „ausgeschwemmt“ werden und welche nicht, aber betrachten wir es doch mal so: Der Kohl wird nicht stark bewegt oder erhitzt. Ausgedrückt wird er auch nicht, insofern dürften sich die verlorenen Stoffe in Grenzen halten. Im Gegensatz nimmt der Kohl Mineralstoffe aus dem Salz auf und durch die Fermentation kommen Mikroorganismen ins Gemüse. Wir machen uns also bzgl. der Gesundheit von Kimchi keine Sorgen 😉

      Liebe Grüße
      Jörg

  9. Hallo,

    Muss ich die Gläser während des Fermentationsprozesses öffnen oder kann ich sie geschlossen 2-3 Tage stehen lassen?

    Antworten
    • Hallo lieber Tom,

      für die erste Fermentation reicht es, die Gläser leicht zu verschließen, sodass nichts von außen an den Chinakohl kann, dieser aber noch „atmen“ kann.

      Im Anschluss kannst du die Gläser komplett verschließen.

      Liebe Grüße
      Jörg

  10. Danke für das tolle Rezept. Ich will es heute mal ausprobieren und habe noch eine Frage: Muss das Kimchi offen fermentieren oder soll ein Deckel drauf?
    Liebe Grüße
    Tom

    Antworten
    • Hallo lieber Tom,

      für die erste Fermentation reicht es, die Gläser leicht zu verschließen, sodass nichts von außen an den Chinakohl kann, dieser aber noch „atmen“ kann.

      Im Anschluss kannst du die Gläser komplett verschließen.

      Liebe Grüße
      Jörg

  11. Danke für das schöne Rezept, mein Freund und ich überlegen Kimchi dieses Jahr zu Weihnachten zu verschenken. Ich habe allerdings selbst noch nie welches gegessen, bin gespannt. Eine Frage habe ich noch: es ist Kombu als „Ersatz“ für die Fischsoße drin – schmeckt das Ergebnis denn dann deutlich „fischig“/“algig“? Bin da etwas empfindlich und habe Sorge dass es mir am Ende nicht schmeckt ;).
    Liebe Grüße
    Sophia

    Antworten
    • Hi liebe Sophia,

      Kimchi zu Weihnachten ist eine Superidee! ?? ☺️ Nein, keine Angst, da bin ich auch empfindlich – die Kombualge riecht zwar beim Kochen etwas „streng“, im Kimchi bemerkst du sie aber nicht mehr. Sie sorgt nur für einen runderen Geschmack ?

      Happy Kimchi Making & liebste Grüße ?
      Nadine

  12. Ich habe das Rezept vor ca. einer Woche ausprobiert und nun heute den ersten Geschmackstest gemacht – holla, scharf! ?
    Aber lecker! Da es mir bei diesem Wetter kalt aus dem Kühlschrank nichts war – etwas Misopaste dazu, mit kochendem Wasser aufgegossen und voila – herzhaftes Süppchen mit leckerer Einlage in 3 min. Daumen hoch, das war sicher nicht das letzte Glas Kimchi!
    Nur wahrscheinlich beim nächsten Mal dann mit etwas weniger Chili.

    Antworten
    • Hej,

      lieben Dank! Die Schärfe ist immer so eine Geschmackssache – da scheiden sich echt die Geister ? Den einen kann es immer gar nicht scharf genug sein und die anderen fliegen beim kleinsten Chilifitzel schon in Ohnmacht, hihi. Und ja, wir kennen von jeder Gattung mindestens ein Exemplar persönlich. Klar, da muss man beim Kimchi einfach seinen persönlichen Schärfegrad herausfinden. Ab Glas Nummer zwei klappt das ??

      Liebe Grüße
      Nadine

  13. Hallo ihr 2!
    Vielen Dank für das Rezept. Ich habe es heute ausprobiert. Sieht schon mal gut aus in den Gläsern! Und wenn man den anderen Kommentaren glauben kann, dann wird es sicherlich auch ebenso gut schmecken.
    Da ich heute das erste mal selbst Kimchi gemacht habe und von daher noch keine Erfahrung habe, war mir bei dem Rezept nicht klar, ob die Alge ebenfalls unter das Gemüse gemischt wird oder nur zur Herstellung der Brühe verwendet wird.
    Liebe Grüße
    Claudia

    Antworten
    • Hallo liebe Claudia,

      das Kombustück wird – wie in Schritt 3 beschrieben – nach dem Simmern entfernt und wird nicht mit dem Gemüse gemischt ?

      Sie wird traditionell nur für die Herstellung der Brühe verwendet. Man kann das Stück in Streifen schneiden und anbraten, allerdings ist sie ja bereits ziemlich „ausgekocht“ und nicht mehr besonders schmackhaft.

      Liebe Grüße

  14. Hallo ihr Lieben,
    das klingt nun nach einer wirklich irren und frechen Frage zu diesem Rezept, aber könntet ihr euch vorstellen, wie man Chiliflocken und Ingwer aus dem Rezept nehmen könnte und wodurch man sie ersetzen könnte? Mein Freund verträgt das krankheitsbedingt überhaupt nicht und ist immer so traurig, wenn er etwas leckeres sieht, das er nichtmal kosten darf. Freue mich über Anregungen. Tolles Rezept!! Muss ich für mich unbedingt in scharf ausprobieren.

    Alles Liebe,
    Lisa

    Antworten
    • Hallo liebe Lisa,

      die Frage ist gar nicht mal so irre, denn unter den gefühlt tausenden Kimchi-Rezepten gibt es natürlich auch milde Varianten ?
      Du kannst beides einfach weglassen und – je nach Geschmack und Lust zum Beispiel durch mehr Knoblauch ersetzen.

      Liebe Grüße

    • Hurra! Danke für die äußerst zufriedenstellende Antwort 🙂

  15. Hi, muss es unbedingt Reismehl sein oder geht auch was anderes? LG

    Antworten
    • Reismehl ist hier auf jeden Fall „the way to go“ – und mittlerweile gibt es Reismehl ja auch in jedem gut sortierten Supermarkt ?

      Solltest du gar kein Reismehl auftreiben können, würde ich dazu raten, es einfach ganz weg zu lassen.

      Liebe Grüße

  16. Das werden wir in den kommenden Tagen ausprobieren und dann darüber berichten 😉

    Antworten
  17. Hallo ihr beiden,
    habe mich total über das Rezept gefreut, weil ich immer ganz frustriert bin, kein veganes Fertig-Kimchi kaufen zu können.
    Deshalb gleich ausprobiert, es gärt jetzt den 2. Tag. Soweit so gut. Nur leider scheine ich falsches thailändisches Chilipulver verwendet zu haben, denn es ist leider sooo scharf geworden dass es so wohl kaum genießbar ist 🙁
    Habt ihr ne Idee, wie man die Schärfe irgendwie abmildern kann, damit ich nicht den ganzen tollen Kimchi wegschmeißen muss?

    Liebe Grüße

    Antworten
    • Hallo liebe Carina,

      auweia 😆
      Ja, du solltest koreanisches Gochugaru-Pulver verwenden (und hier je nach Schärfetoleranz dann vielleicht lieber das milde bis mittelscharfe).

      So richtig abmildern lässt sich die Schärfe jetzt natürlich nicht mehr, du könntest jedoch weiteren Kohl ohne Chilipulver ansetzen und damit dein bereits aktive Kimchi „verdünnen“. Dann haste eben einen Jahresvorrat, aber für uns wird Kimchi ohnehin mit dem Alter immer besser 😉

      Ansonsten Augen zu und durch 😉

      Liebe Grüße
      Jörg

  18. Hallo,
    ich habe jetzt schon zweimal Kimchi nach diesem Rezept gemacht, aber bei mir bildet sich kein „Kimchi-Juice“…..
    Und jetzt nach ein paar Wochen im Kühlschrank „bizzelt“ und „knistert“ es, ist er noch genießbar? Schmeckt jetzt sehr säuerlich…
    Lieben Gruß
    simone

    Antworten
    • Hi Simone!

      In dem Fall quetschst du vermutlich zu wenig oder salzt den Chinakohl nicht lange genug, so dass sich das Wasser aus den Fasern löst. Du darfst da ruhig ein wenig „rabiater“ ran, dann klappts auch mit dem Juice 😉

      Und säuerlich darf er sein, im Grunde konservierst du hier ja Gemüse durch sich natürlich bildende Milchsäurebakterien – ähnlich wie beim Sauerkraut. Wir lieben Kimchi, der lange durchziehen durfte, andere Leute bevorzugen frischeren Kimchi. Also alles gut, der Kimchi klingt einfach „reif“ aber keinesfalls schlecht 🙂

      Liebe Grüße
      Jörg

  19. Ein toller Artikel, der einen wirklich informativen Einblick in die Kimchi-Welt bietet!

    Aber

    „Sollte sich auf der Oberfläche doch Schimmel oder eine schleimige Schicht bilden, kannst du sie einfach entfernen – der Kimchi darunter ist weiterhin genießbar. Ja, sorry. Klingt leicht ekelhaft, aber vertrau’ mir!“

    Du solltest den Satz so nicht bringen. Sicherlich sind die entstehenden Milchsäurebakterien keimtötend etc., wenn sich jedoch ein Schimmelpilz auf der Oberfläche befindet, sollte man das Glas wegschmeißen. Schimmel kann man vielleicht bei Parmesan aufgrund der trockenen Materie wegschneiden ohne dass es den ganzen Käse durchzogen hat. Bei Essen mit hohem Flüssigkeitsanteil sollte man das nicht tun. Sobald hier Schimmel auftaucht, wegschmeißen!

    Antworten
    • Hi Timmy!

      Vielen lieben Dank für das Lob. Allerdings doch, den Satz bringe ich so, denn ich rede hier ausschließlich von einer leichten Schimmelbildung, die passieren kann, wenn sich an der Oberfläche eben doch ein wenig vom Kohl oder der Marinade sammelt. Darunter befindet sich eine relativ hoch konzentrierte Salzlake. Das mag Schimmel so gar nicht und deshalb zieht er auch nicht in den Flüssigkeitsanteil.

      Eine einfache Trübung entsteht hingegen bei Bildung von Hefen. Das kann beim Einlegen und Fermentieren einfach passieren, diese sind jedoch nicht schädlich.

      Ich gebe dir aber insoweit recht, als dass ich schreibe „…kannst du sie einfach großzügig entfernen…“ und hoffe, du kommst damit klar 🙂

      Liebe Grüße
      Jörg

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