Vegane Zwetschgenknödel mit Kartoffelteig

Zubereitung Vegane Zwetschgenknödel mit Kartoffelteig
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Wenn uns der Spät­som­mer regel­recht mit Zwetsch­gen bewirft, nut­zen wir die Gele­gen­heit, um vega­ne Zwetsch­gen­knö­del auf Vor­rat vor­zu­be­rei­ten. Denn was gibt es Bes­se­res, als die Vor­freu­de auf einen damp­fen­den, knö­del­ge­füll­ten Herbst?

Eigent­lich mag ich ja kei­ne Süß­spei­sen, ver­wei­ge­re Des­serts, bin der Typ, der zu Geburts­ta­gen nie Kuchen mit ins Büro gebracht hat (Buuuh!). War­um schrei­be ich dann also bit­te über Zwetsch­gen­knö­del? Ein Teil der Ant­wort lau­tet ganz offen und ehr­lich, dass ich ein­fach „dran“ bin, einen Bei­trag für Eat this! zu schrei­ben. Ein ande­rer – und selbst­ver­ständ­lich viel wich­ti­ge­rer: Ich mag Zwetsch­gen­knö­del, moch­te sie schon immer. Die Din­ger waren auch frü­her schon eine der weni­gen Süß­spei­sen, an denen ich nicht völ­lig kalt­schult­rig vor­bei­lau­fen konnte.

Sie erin­nern mich auch an mei­ne Mum, die grund­sätz­lich nicht unbe­dingt die pas­sio­nier­tes­te Köchin war, aber so ein paar Rezep­te hat­te, die ihr ein­fach gro­ßen Spaß gemacht haben. Neben „Kar­tof­fel­würsch­t­le“, einer Art schwä­bi­scher Donuts, denen ich frü­her oder spä­ter auch einen Blog­post wid­men muss, waren das auch Zwetsch­gen­knö­del. Und wie sie dar­an Spaß hat­te. Nicht unbe­dingt beim Machen, das wür­de sie sicher­lich zuge­ben. Aber dabei, eine Schüs­sel vol­ler dicker Knö­del auf den Tisch zu stel­len und qua­si alle, die sich nicht recht­zei­tig in Sicher­heit brin­gen konn­ten, regel­recht dazu zu zwin­gen, min­des­tens einen hal­ben mehr in sich rein­zu­stop­fen, als man sich eigent­lich vor­ge­nom­men hat.

Kurz, Zwetsch­gen­knö­del schme­cken auch immer ein wenig nach süßer Nost­al­gie – so schmal­zig sich das auch anhö­ren mag –, einer Art von sechs­tem Geschmacks­sinn, wenn man so will.

Vegane Zwetschgenknödel mit Kartoffelteig

Was machen unsere veganen Zwetschgenknödel aus?

Im Gegen­satz zu Nadi­nes vega­nen Maril­len­knö­del, die mit den zwetsch­gen­ge­füll­ten selbst­ver­ständ­lich nahe ver­wandt sind, wickel­te schon mei­ne Oma das Obst in Kartoffel‑, statt Quark­teig. Dafür wer­den meh­lig-kochen­de Kar­tof­feln ver­wen­det, die wir uns zusam­men mit den übri­gen Zuta­ten bei unse­rem Stamm-EDE­KA mit­neh­men, denn die­ses Rezept wird mal wie­der von EDEKA unter­stützt, bei denen es aktu­ell um das The­ma „Preis­wer­tig­keit“ geht.

Wir möch­ten sicher­lich nicht der urdeut­schen Ange­wohn­heit, auch wirk­lich alles in ein Panik­sze­na­rio zu ver­wan­deln, fol­gen. Aber abso­lu­ter Stoi­zis­mus liegt uns auch nicht, uns ist also völ­lig bewusst, dass sich aktu­ell wohl ein Groß­teil aller Haus­hal­te Gedan­ken dar­um macht, wie sich das Bud­get gera­de in den nächs­ten Mona­ten mana­gen lässt. Vie­len Leu­ten geht es wirt­schaft­lich ein­fach nicht gut und die Befürch­tung liegt nahe, dass sich das Schreck­ge­spenst „Vegan-sein ist teu­er“ trotz allem hält, was wir, seit wir die­ses Blog online gebracht haben, pro­pa­gie­ren: Das stimmt ein­fach nicht. Nicht nur, weil sai­so­na­les Gemü­se all­ge­mein güns­tig ist oder sein soll­te, son­dern auch, weil vegan zu leben nicht auto­ma­tisch heißt, man kön­ne nur noch im Spe­zi­li­tä­ten­la­den ein­kau­fen oder sich nur noch von Man­del­mus ernähren.

Unter dem Mot­to „in jedem EDEKA steckt auch ein Dis­coun­ter“ zeigt EDEKA des­halb aktu­ell, dass auch GUT&GÜNSTIG-Pro­duk­te in eine „gute“ Küche pas­sen. Eigen­mar­ken-Pro­duk­te kom­men häu­fig von nam­haf­ten Mar­ken­her­stel­lern und kön­nen auf­grund gro­ßer Abnah­men güns­tig in die Rega­le gestellt wer­den. Es geht bei der Ver­wen­dung also nicht dar­um, Abstri­che zu machen. Bei­spiels­wei­se das Din­kel­mehl Type 630 bekam von Öko­test die Note „Sehr gut“. Unter dem Label „Unse­re Hei­mat“ bie­tet EDEKA außer­dem güns­tig fri­sche Pro­duk­te aus der Regi­on an – unser Kar­ton vol­ler Zwetsch­gen kam bei­spiels­wei­se vom Bodensee.

Zutaten für vegane Zwetschgenknödel

Den Kar­tof­fel­teig berei­ten wir mit besag­tem Din­kel­mehl, Hart­wei­zen­grieß und Kar­tof­fel­stär­ke zu, die für ordent­lich Bin­dung sorgt. Ei brau­chen wir so nicht für einen gut hal­ten­den Teig.

Auch in unser Fami­li­en­re­zept kommt eigent­lich das tra­di­tio­nel­le Stück Wür­fel­zu­cker anstel­le des Steins in die Zwetsch­ge. Eigent­lich. Denn Nadi­ne und ich ste­hen auch bei Süß­spei­sen nicht auf eine zu der­be Süße. Die Zwetsch­ge zu fül­len, mit der dann Incep­ti­on-Style der Kar­tof­fel­teig gefüllt wird, ist aber eine unbe­strit­ten gute und des­halb auch bestän­di­ge Idee.

Als Alter­na­ti­ve zum Zucker­wür­fel habe ich mir des­halb über­legt, das Obst mit Pflau­men­mus zu fül­len. Das Mus, wel­ches es bei EDEKA eben­falls von GUT&GÜNSTIG gibt, bringt eine nicht zu auf­dring­li­che Süße, aber auch die Wür­zig­keit von Zimt und Ing­wer mit an die Zwetsch­gen­knö­del in Ver­si­on 2.0.

Die fer­tig geroll­ten Zwetsch­gen­knö­del wer­den in sie­den­dem, aber kei­nes­falls spru­delnd kochen­dem Was­ser gegart. Um zu ver­hin­dern, dass die Knö­del am Topf­bo­den ankle­ben, brin­gen wir das Was­ser vor­her in Bewe­gung, indem wir kräf­tig umrüh­ren. Im so ent­ste­hen­den Sog sin­ken die Knö­del beim Hin­ein­ge­ben nicht direkt nach unten.

Zwetschgen fülle

Im Gegen­satz zu etwa Sem­mel­knö­deln stei­gen vega­ne Zwetsch­gen­knö­del nicht zwangs­läu­fig an die Was­ser­ober­flä­che, wenn sie gar sind. Nach etwa 10–15 Minu­ten soll­ten sie sich jedoch fest und kom­pakt anfüh­len. Dann könnt ihr sie aus dem Topf neh­men und kurz abtrop­fen lassen.

Klas­sisch wäre ein Top­ping aus in vega­ner But­ter ange­schwitz­ten Sem­mel­brö­seln. Für unse­re vega­nen Zwetsch­gen­knö­del haben wir uns aber auch dafür eine Alter­na­ti­ve über­legt. Wir wen­den die abge­tropf­ten, aber noch hei­ßen Knö­del in Blau­mohn – eben­falls von EDEKA, wenn auch nicht von GUT&GÜNSTIG. Die Samen geben einen leicht nus­si­gen, wür­zi­gen Geschmack, der per­fekt zur süßen Fül­lung passt.

Am bes­ten schme­cken sie noch warm, sodass die Zwetsch­gen beim Auf­schnei­den noch leicht damp­fen und das war­me Pflau­men­mus einen bei­na­he unver­schäm­ten Duft ver­strömt. Ich moch­te unve­ga­ne und vega­ne Zwetsch­gen­knö­del aber auch immer schon kalt, dann wird der Teig fest und bekommt einen ganz beson­de­ren Biss. Ich weiß, dass ich mit der Vor­lie­be schon immer ziem­lich allein da stand, also kei­ne Sor­ge, die Zwetsch­gen­knö­del las­sen sich auch ein­fach über Was­ser­dampf – mit­hil­fe eines Dämpf­auf­sat­zes – oder in der Mikro­wel­le aufwärmen.

Vegane Zwetschgenknödel mit Kartoffelteig
Zuta­ten für 12 Knö­del

Vegane Zwetschgenknödel mit Kartoffelteig

Vor­be­rei­tung 25 Minu­ten
Zube­rei­tung 25 Minu­ten
Gesamt 50 Minu­ten
  1. Kar­tof­feln in reich­lich Was­ser je nach Grö­ße ca. 25 Minu­ten gar kochen. Anschlie­ßend abgie­ßen, kurz aus­damp­fen las­sen, pel­len und noch warm durch die Kar­tof­fel­pres­se drü­cken. Kar­tof­feln im Ide­al­fall ganz, min­des­tens jedoch 15 Minu­ten aus­küh­len lassen.
  2. Kar­tof­feln mit Mehl, Grieß, Stär­ke, 40 g vega­ner But­ter, einer Pri­se Salz und Vanil­le­zu­cker zu einem gleich­mä­ßi­gen Teig verkneten.
  3. Zwetsch­gen halb ein­schnei­den und die Ker­ne ent­fer­nen. Statt­des­sen mit je etwa 1 TL Pflau­men­mus füllen.
  4. Kar­tof­fel­teig in 12 je 100 g schwe­re Por­tio­nen tei­len. Je einen Teig­ling leicht flach drü­cken (ca. 5–6 mm), in die Mit­te eine gefüll­te Zwetsch­ge geben und mit dem Teig umhül­len. Knö­del gleich­mä­ßig for­men und dabei leicht andrücken.
  5. Was­ser in einem gro­ßen Topf zum Kochen brin­gen. Umrüh­ren, sodass ein Stru­del ent­steht und die Knö­del sofort nach und nach ins Was­ser geben – so blei­ben sie in Bewe­gung und kön­nen nicht am Topf­bo­den ankle­ben. Hit­ze her­un­ter­stel­len, sodass das Was­ser nur noch sie­det, aber nicht mehr spru­delnd kocht. Zwetsch­gen­knö­del 10–15 Minu­ten zie­hen las­sen, bis sich die Ober­flä­che fest anfühlt oder sie an der Was­ser­ober­flä­che schwim­men. Aus dem Was­ser neh­men, kurz abtrop­fen lassen.
  6. Vega­ne But­ter in einer Pfan­ne schmel­zen, Mohn dazu­ge­ben und unter Rüh­ren 1 Minu­te anschwit­zen. Anschlie­ßend die abge­tropf­ten Knö­del dar­in wen­den und warm servieren.
Vegane Zwetschgenknödel

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Werbung! Dieser Beitrag wurde von EDEKA Media GmbH unterstützt. Gesponserte Beiträge helfen uns dabei, regelmäßig neue Rezepte für unsere Leser zu kreieren, Inhalte spiegeln aber immer unsere eigene Meinung wider. Danke, EDEKA und Danke, dass du Produkte und Marken unterstützt, die Eat this! supporten.

Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.


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  1. Hey, mega Rezept – wie immer – vie­len Dank dafür!

    Wenn man einen Teil ein­frie­ren möch­te, wür­det ihr das vor oder nach dem Kochen machen?

    Vie­len Dank für eure Tipps und lie­be Grüße 🤗

    1. Hey!

      Wir garen die Knö­del und frie­ren sie ein. Wie im Bei­trag beschrie­ben kön­nen sie dann in der Pfan­ne, über Dampf oder auch in der Mikro­wel­le auf­ge­wärmt wer­den. Funk­tio­nert einwandfrei. 🙂

      Lie­be Grüße
      Jörg

  2. Jetzt hab ich schon län­ger nix mehr von euch gekocht, weil ich im Moment kein asia­ti­sches Essen mag 😳
    Die Zwetsch­gen­knö­del muss­ten aber sein und schme­cken ein­fach mega. Hab zwar nur 9 Stück raus­be­kom­men, mei­ne Zwetsch­gen waren recht groß, aber sonst abso­lut easy Zube­rei­tung. Sogar mein Sohn (5) hat zwei Knö­del ver­speist und erwar­tet mor­gen Nachschlag.
    Btw: eure neue Sei­te gefällt 👍

    1. Hi Julia,

      oh je, wie kommts? 😱 Aller­dings haben wir ja bei wei­tem nicht nur asia­ti­sche Rezep­te … 😀 Freut uns jeden­falls rie­sig, dass euch die Knö­del so gut schme­cken und die neue Sei­te gefällt (yay!🎉), ganz lie­ben Dank! 😊

      Lie­be Grüße
      Nadine

    1. Hi Lolo,

      du kannst auch Kokos­öl oder ein neu­tra­les Pflan­zen­öl benut­zen. Oder den Mohn ein­fach so top­pen! ☺️

      Lie­be Grüße
      Nadine

  3. Hmmm, die hat mei­ne Oma immer gemacht. Naja, mit Ei und But­ter, aber sonst recht ähn­lich. Und dann wur­de die gan­ze Fami­lie ein­ge­la­den, und alle haben wir geges­sen, bis wir grü­ne Punk­te vor den Augen hat­ten. Und tage­lan­ges Bauchdrücken.😄
    Ich hat­te mei­ne Oma nach dem Rezept gefragt und die typi­sche Oma-Ant­wort bekom­men: Och, ein paar Kar­tof­feln, biss­chen Mehl, etwas hier­von, etwas davon, ein­fach nach Gefühl. Habe mich nie getraut, jetzt pro­bie­re ich mal euer Rezept, das ist präziser.

    1. Hi Nata­lie,

      klar, die Omas haben da alle ihre Spe­zi­al­re­zep­te, die meist per­fekt, aber Pi mal Dau­men gemacht wer­den! 😅 Dann wün­schen wir dir schon mal viel Spaß beim Nachkochen!

      Lie­be Grüße
      Nadine

  4. Wow, das sieht wahn­sin­nig lecker aus! Ich habe aus mei­nen 2kg Zwetsch­gen neu­lich wie immer einen Crum­ble gemacht, viel­leicht wird es Zeit, die bald mal anders zu verarbeiten. 😀

      1. Das sieht super lecker aus. Lei­der sta­he ich nicht soo auf Süs­ses. Könn­te man den Teig irgend­wie anders fül­len? Hät­tet ihr da eine Idee?

      2. Hi Aria­ne,

        zu herz­haf­ten Fül­lun­gen haben wir uns auch schon Gedan­ken gemacht, da wird sicher­lich mal ein Rezept fol­gen. ☺️

        Lie­be Grüße
        Nadine