Vegane Pizza Bianca mit Spinat

Vegane Pizza Bianca mit Spinat
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Pizza braucht Tomatensauce. Oder nicht? Die Cousine der Margherita heißt Bianca und wird aufgrund ihres Verzichts auf die sonnengereiften Früchte auch „weiße Pizza“ genannt. Bei uns gibt’s vegane Pizza Bianca mit selbstgemachtem Mandel-Ricotta und Spinat.

Wir lieben Pizza – und das sollte spätestens nach meinem ausufernden Text zur perfekten veganen Pizza klar sein –, du liebst Pizza, alle lieben Pizza. Und trotzdem fragt sich ein nicht gerade kleiner Teil der pizzaverrückten Welt: „Wer zur Hölle ist eigentlich Bianca?“

Anders als für die Margherita stand für die weiße Pizza kein Mitglied der royalen italienischen Familie Patin. Auch nicht die Frau, Tochter, Nichte, Katze des Erfinders des hellen Pizzabelags. Letzteren gibt es ohnehin nicht, die Pizza Bianca ist neben der sozusagen „roten“ Pizza Marinara eigentlich sogar zumindest vermeintlich eine der beiden Urformen des italienischen Nationalgerichts. Einmal mit, einmal ohne Tomaten eben. Und auch die Namensherkunft könnte einfacher nicht sein. Bianco heißt auf Italienisch einfach nur „weiß“ und da Pizzen offenbar immer weiblich sind, gab es eben den femininen Vornamen (oder Nachnamen? Ich meine, es heißt schließlich Pizza Bianca, nicht Bianca Pizza. Willkommen in meiner wirren Gedankenwelt!), fertig.

Genauso unprätentiös verhält sich die weitaus unbekanntere, deshalb aber keinesfalls weniger leckere Variante auch bei der Zubereitung. Je nach Region ziehen die Pizzaiolas und Pizzaiolos sogar im wahrsten Sinne des Wortes „blank“ – zumindest, was die Zubereitung angeht, eine FKK-Pizzeria hätte wohl mindestens mit Problemen in Bezug auf jegliche Hygienevorschriften zu kämpfen – und es landet unter Umständen „nur“ Teig mit Olivenöl und Knoblauch, im Grunde genommen also das, was wir sonst als Pizzabrot auf der Speisekarte suchen, auf dem Teller. Gänzlich ohne Sauce. So beispielsweise in Rom und Umgebung der Fall. Grundsätzlich kann man sagen, dass das Belaggefälle vom geschichtlich eher ärmeren Süden mit dementsprechend auch eher einfacher gehaltenen, aber trotzdem raffinierten Pizzen zum reicheren Norden hin auch heute noch sicht- und schmeckbar ist. Etabliert hat sich als Pizza Bianca mittlerweile jedoch allgemein die Basis, die häufig der Toskana zugeschrieben wird – ein mit gewürztem Ricotta bestrichener Teigfladen, der im Anschluss natürlich genauso nach Herzenslust belegt und gebacken wird, wie auch die „buntere“ Variante mit sonnengereiften Pomodori.

Vegane Pizza Bianca mit Spinat

So wird unsere vegane Pizza Bianca gebacken

Da veganer Ricotta nach wie vor dem Hype veganer Ersatzprodukte trotzt und in den Marktregalen im Regelfall nur mit einem, nämlich mit Abwesenheit glänzt, machen wir ihn einfach selbst und nehmen dafür natürlich unser Rezept, für das wir aus Mandeln, Käsekulturen und ein klein wenig Zeit den leckersten veganen Ricotta machen, den du je probiert hast. Ehrenwort!

Den Nicht-Käse-Käse verrührst du mit Zitronensaft, fein geriebenem Knoblauch, Salz, gutem Olivenöl und etwas fein gehacktem Dill zur weißen Pizzasauce und irgendwie war es das schon beinahe mit dem Rezept, denn den „so-eine-Art-von-neapolitanischen“ Pizzateig hast du ja bereits nach unserer Anleitung zubereitet und im Kühlschrank liegen, richtig? RICHTIG?

Um das Gedächtnis nochmal kurz aufzufrischen: Nein, die Associazione Verace Pizza Napoletana nimmt uns unsere Pizzen nicht als „echte“ neapolitanische Pizzen ab und trotzdem können wir zuhause im normalen Backofen (oder natürlich im Spezial-Pizzaofen) Pies zaubern, die dich den Griff zur Speisekarte deines Lieblingslieferdienstes vergessen lassen. Dazu benötigen wir ein gutes Pizzamehl, Hefe, Wasser, eine Prise Salz und Zucker und Olivenöl. Der gut durchgeknetete und einzeln portionierte Teig kann über mehrere Tage im Kühlschrank gelagert werden und fermentiert dabei weiter, du bist also zu jeder Gelegenheit nur maximal so lange von der selbst gemachten Pizza entfernt, wie auch der Pizzaservice benötigen würde, bei dir zu klingeln und ganz ehrlich, das sind schon super Aussichten, oder nicht?

Ansonsten läuft auch für die Pizza Bianca alles nach Plan. Der Teig wird geformt, mit der veganen Ricotta-Sauce bestrichen und mit kurz blanchiertem und gut abgetropftem Spinat belegt. Dazu übergießt du Babyspinat mit kochendem Wasser, rührst einmal vorsichtig um und gießt das Blattgemüse direkt wieder ab. Mit einem Hauch schwarzem Pfeffer und einem kleinen Schluck Olivenöl getoppt wandern die Pizzen auf den heißen Pizzastein oder das heiße Pizzablech in den auf volle Pulle vorgeheizten Ofen, vor dem du jetzt Platz nimmst, denn Pies dabei zuzusehen, wie sie backen ist pure Lebensqualität … auch wenn das Spektakel nur fünf Minuten dauert und auch wenn du dabei den Küchenboden vollsabberst. Du könntest ohnehin mal wieder durchwischen.

So, können wir Bianca jetzt auch mal einen kleinen Thron neben dem ihrer Cousine Margherita hinstellen? Zumindest einen kleinen? Danke!

Die perfekte vegane Pizza

Kann ich die „weiße Pizza“ auch…

  • …ohne euren veganen Ricotta zubereiten? Vorab: Der Mandelricotta ist wirklich supereasy zuzubereiten und schmeckt fantastisch, lohnt sich also auf jeden Fall. Trotzdem kannst du ihn auch durch eine der veganen Skyr-Alternativen ersetzen. Diese sind etwas fester als Pflanzenjoghurt, schmecken aber milder als Quark-Alternativen.
  • …mit anderem Gemüse belegen? Auf jeden Fall. Die Pizza Bianca ist „nur“ als Prinzip zu verstehen, ähnlich der Marinara. Beim Belag bist du genauso frei.
  • …vorbereiten? Logo. Wie auch im Pizzaspecial schon beschrieben kann der fertig portionierte Teig für bis zu fünf bis sieben Tage im Kühlschrank aufbewahrt werden. Tatsächlich fermentiert er dort weiter und bildet sogar mehr Aroma. Auch die Sauce lässt sich gut vorbereiten und im Kühlschrank lagern.
Vegane Pizza Bianca mit Spinat
Zutaten für 1 Pizza

Vegane Pizza Bianca mit Spinat

Vorbereitung 30 Minuten
Zubereitung 10 Minuten
Gesamt 8 Stunden 40 Minuten
+ Gehzeit 8 Stunden

Für den Teig – siehe auch unser Pizza-Special

Für den Belag

  • 1 Zehe Knoblauch
  • 100 g veganer Ricotta oder veganer Skyr
  • ½ TL Dillspitzen gehackt
  • 1 ½ EL Zitronensaft
  • ½ TL Salz
  • 30 g Spinat frisch

Außerdem

Für den Teig

  1. Wasser in eine große Schüssel geben, Mehl, Hefe, Salz, Olivenöl und Zucker unterrühren und anschließend mit der Küchenmaschine oder von Hand 10 Minuten zu einem gleichmäßigen, nicht zu klebrigen Teig verkneten. Schüssel abdecken und 20 Minuten ruhen lassen.
  2. Wenn mehr als eine Portion zubereitet wurde, Teig in ca. 280 g schwere Teiglinge teilen, zu Kugeln formen und rund wirken. Leicht mit Olivenöl bestreichen, in Metall- oder Kunststoffbehälter mit Deckel geben und im Kühlschrank mindestens 8 Stunden und maximal 5–7 Tage gehen lassen.
  3. Etwa 1 Stunde vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen.

Für die Sauce

  1. Knoblauch fein reiben. Zusammen mit dem veganen Ricotta, Dill und Zitronensaft glatt verrühren und mit Salz abschmecken.
  2. Spinat in einer Schüssel mit kochendem Wasser übergießen und etwa 30 Sekunden zusammenfallen lassen. Abgießen, kalt abschrecken und gut abtropfen lassen. Beides bis zur weiteren Verwendung kühl stellen.

Pizza backen

  1. Backofen mit Pizzastein oder ‑stahlblech auf maximaler Temperatur vorheizen. Pizzaofen nach Anleitung vorheizen.
  2. Je eine Teigportion auf der gut bemehlten Arbeitsfläche gleichmäßig flach auf einen Durchmesser von etwa 32 cm bringen – eine detaillierte Anleitung findest du hier.

  3. Fertig geformten Pizzaboden auf einen leicht bemehlten Pizzaschieber legen. Mit der Sauce bestreichen, mit blanchiertem Spinat belegen und mit etwas Olivenöl beträufeln.

  4. Backofen auf Oberhitze schalten, Pizza auf dem Stein oder dem Pizzastahl platzieren und 5–7 Minuten backen, ab der zweiten Minute regelmäßig prüfen, ob die Pizza gleichmäßig gart und bei Bedarf drehen. Im Pizzaofen nach Anleitung vorgehen.

Unsere Tipps

Das Rezept ist für eine Pizza ausgelegt, so kannst du die Zutaten ganz einfach multiplizieren, je nachdem, wieviele Pizzen du zubereiten möchtest.

Der Teig lässt sich super vorbereiten und kann im Kühlschrank maximal 5–7 Tage aufgehoben werden. Auch die Sauce lässt sich vorbereiten und ist ebenfalls 5–7 Tage gut gekühlt haltbar.

Der fertige Pizzateig kann nach der Gehphase im Kühlschrank auch eingefroren werden. Dann einfach portionsweise über Nacht im Kühlschrank auftauen lassen und nach Rezept weiterverarbeiten.

Vegane Pizza Bianca mit Spinat

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Steady

Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.


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  1. Hallo ihr Beiden,
    super einfach, super schnell und suppe lecker!
    Die kommt jetzt öfter auf den Tisch. 

    Ich habe veganen Skyr benutzt, weil der im Kühlschrank rumlungerte.
    Demnächst probiere ich aber mal eurer Ricotta Rezept

    Viele Grüße
    Dani

  2. Könnte Pizza Bianca nicht auch so viel heißen, wie Biancas Pizza? Damit wäre Bianca dann ja doch wieder der Vorname…? 😅

    Aber egal ob Vor- oder Nachname: großartiges Rezept! Sowohl für die Pizza als auch den Ricotta 🤤 ziehe ich, ehrlich gesagt, jeder Tomatensauce vor 🙈

  3. Hey, das hört sich sehr lecker an. Ich wäre nie auf die Idee gekommen Dill unter den Ricotta zu geben, muss ich unbedingt ausprobieren. Was würde denn passieren, wenn ich – hypothetisch – zu faul wäre, den Spinat zu blanchieren und ihn einfach so auf die Pizza schmeiße?

    1. Dann würde der Spinat möglicherweise verbrennen. Das Blanchieren ist aber echt fix erledigt. Wasserkocher an, Spinat übergießen, kurz zusammenfallen lassen, abgießen und gut abtropfen lassen. Das passiert einfach so nebenher, während du beispielsweise die Pizzen formst oder die Sauce verrührst. 🙂

      1. Ich wollte es mal auf die harte Tour erfahren und würd mir auf alle Fälle die Mühe mit dem blanchieren machen! haha