Grünkohl-Bohnen-Minestrone

Grünkohl-Bohnen-Minestrone
Direkt zum Rezept →

Unse­re Grün­kohl-Boh­nen-Min­e­s­t­ro­ne steht in maxi­mal 30 Minu­ten auf dem Tisch und wirkt wie pures, ess­ba­res Son­nen­licht in der trü­ben, kal­ten Jahreszeit.

Haben wir alle ein Bild von Min­e­s­t­ro­ne vor Augen? Ja, wir haben alle ein Bild von Min­e­s­t­ro­ne vor Augen. Und ich will nicht pau­schal allen, die die­sen Text lesen mit der Fer­se auf die Lat­schen tre­ten, aber kommt schon, seid ehr­lich, das Bild sieht bei vie­len aus, wie das auf der Man­schet­te um eine Dose Fertigessen.

Das hat die Min­e­s­t­ro­ne nicht ver­dient. Wir soll­ten sie schät­zen und ehren, hat sich doch gera­de für „Veg­gi­es“ eine über­aus schö­ne Geschich­te … zumin­dest kuli­na­risch und was auch noch heu­te unse­re Gemü­se­aus­wahl angeht. Die „gro­ße Sup­pe“, wie die Min­e­s­t­ro­ne auf Ita­lie­nisch schlicht heißt, hat ihre Ursprün­ge bereits zu Zei­ten, als Rom die gan­ze ita­lie­ni­sche Halb­in­sel erober­te, Han­dels­we­ge aus­bau­te und dann Gemü­se­sor­ten, Kräu­ter und Gewür­ze sämt­li­cher erober­ter Gebie­te impor­tier­te, die dann schluss­end­lich in der Min­e­s­t­ro­ne lan­de­ten. Genau­er gesagt wan­der­te eben gera­de das in den Topf, was in Sai­son war und gut zusam­men schmeck­te … und das tut wirk­lich viel und zu jeder Jah­res­zeit. Tat­säch­lich lie­fen die römi­schen Trup­pen der Legen­de nach damals nur mit Min­e­s­t­ro­ne und Pas­ta e fagio­li. War halt bei­des güns­tig, womit wir wie­der bei der la cuci­na pove­ra wären, nahr­haft, gesund, über­all und zu jeder Jah­res­zeit in unter­schied­li­chen Varia­tio­nen zuzu­be­rei­ten und brach­te die Legio­nä­re geschmack­lich wohl auch nicht zum Deser­tie­ren – im Gegenteil.

Die­se his­to­risch gewach­se­ne Frei­heit machen wir uns zunut­ze und stel­len heu­te einen gro­ßen Pott unse­rer Grün­kohl-Boh­nen-Min­e­s­t­ro­ne auf den Tisch. Bock auf eine Schüssel?

Grünkohl-Bohnen-Minestrone

Das Herz unserer Grünkohl-Bohnen-Minestrone

Eine Min­e­s­t­ro­ne besteht ihrem geschicht­li­chen Wer­de­gang nach immer, immer, immer aus viel Gemü­se. Für unse­re Grün­kohl-Boh­nen-Min­e­s­t­ro­ne grei­fen wir jetzt im Win­ter eben zu Grün­kohl, Stan­dard­zu­ta­ten wie Zwie­bel, Karot­ten und Stan­gen­sel­le­rie und dicken, wei­ßen Rie­sen­boh­nen. Wir bewe­gen uns damit ein wenig in Rich­tung der tos­ka­ni­schen Min­e­s­t­ro­ne, die klas­sisch mit Schwarz­kohl und Can­nel­li­ni­boh­nen zube­rei­tet wird.

Das Gemü­se für das Soff­ritto wird, wie auch bereits im Rezept für die Pas­ta e fagio­li, klein gehackt und in Oli­ven­öl ange­schwitzt. Ein Hauch Ahorn­si­rup hilft dabei, dass das Gemü­se schnel­ler kara­mel­li­siert und har­mo­niert per­fekt mit dem leicht erdig und bit­ter schme­cken­den Grünkohl.

Für die Fruch­tig­keit und die bei trü­bem dunk­len Wet­ter drin­gend benö­tig­te sprich­wört­li­che Son­ne im Tel­ler kom­men Dosen­to­ma­ten mit ins Spiel, die zusam­men mit einer guten Gemü­se­brü­he mit in den Topf wan­dern. Außer­dem nach unse­rem Rezept vor­ge­koch­te Rie­sen­boh­nen … oder auch wel­che aus der Dose. Ver­ste­he schon, geht schnel­ler. Für unse­re Grün­kohl-Boh­nen-Min­e­s­t­ro­ne grei­fen wir zu getrock­ne­ten Kräu­tern wie Basi­li­kum, Peter­si­lie und Min­ze, da die­se ihr Aro­ma beim Kochen per­fekt ent­fal­ten und sich so der Geschmack durch die gan­ze Min­e­s­t­ro­ne zieht. Als Alter­na­ti­ve kannst du kurz vor dem Ser­vie­ren etwas vega­nes Pes­to unterrühren.

Wenn das „Sup­pen­ge­mü­se“ gar ist, aber noch etwas Biss hat, wird der Grün­kohl vom Stän­gel gezupft und unter­ge­rührt. Und wäh­rend das Blatt­grün für ein paar Minu­ten im Pott zie­hen darf, stel­len wir uns die Fra­ge, ob Nudeln oder Reis nicht Pflicht in der Min­e­s­t­ro­ne sind. Die Ant­wort lau­tet Nein! War­um ich das mit so viel Selbst­be­wusst­sein sage, habe ich eigent­lich oben schon erklärt. Grund­sätz­lich darf Min­e­s­t­ro­ne näm­lich fast alles, außer das Gemü­se weg­las­sen und unse­re Grün­kohl-Boh­nen-Min­e­s­t­ro­ne möch­te tat­säch­lich lie­ber mit gerös­te­tem Brot ser­viert wer­den. Hat sie uns zumin­dest erzählt.

Abge­schmeckt wird nun noch mit einem Sprit­zer Oli­ven­öl, schwar­zem Pfef­fer, Weiß­wein­essig und etwas (Rauch-)Salz, dann kann ser­viert wer­den. Fut­ter­le­gio­nä­re also bit­te in Reih und Glied anstel­len, der Topf ist groß genug, es ist für jeden etwas da.

Ach ja, soll­te wider Erwar­ten doch noch etwas übrig blei­ben, kannst du die Min­e­s­t­ro­ne am nächs­ten Tag zusam­men mit den tro­cke­nen Brot­res­ten auf­ko­chen und ver­wan­delst sie so in eine schnell gemach­te Ribol­li­ta.

Zuta­ten für 4 Por­tio­nen

Grünkohl-Bohnen-Minestrone

Zube­rei­tung 25 Minu­ten
Gesamt 25 Minu­ten
  1. Zwie­bel, Karot­ten und Stan­gen­sel­le­rie in etwa ½–1 cm gro­ße Wür­fel schnei­den, Knob­lauch fein hacken. 2 EL Oli­ven­öl in einen hei­ßen Topf geben, Gemü­se unter häu­fi­gem Rüh­ren zusam­men mit Salz und Ahorn­si­rup 5–7 Minu­ten bei mitt­le­rer Hit­ze karamellisieren.

  2. Gehack­te Toma­ten dazu­ge­ben, wei­te­re 2 Minu­ten wei­ter­bra­ten, anschlie­ßend mit Gemü­se­brü­he ablö­schen, Boh­nen dazu­ge­ben, mit getrock­ne­ten Kräu­tern wür­zen und 10 Minu­ten mit Deckel kochen lassen.
  3. Grün­kohl­blät­ter von den Stie­len zup­fen und in mund­ge­rech­te Stü­cke schnei­den. Unter die Min­e­s­t­ro­ne heben und wei­te­re 2–3 Minu­ten garen. Mit dem rest­li­chen Oli­ven­öl, Weiß­wein­essig, Salz und Pfef­fer abschme­cken und mit gerös­te­tem Brot servieren.

Unsere Tipps

Res­te der Grün­kohl-Boh­nen-Min­e­s­t­ro­ne kön­nen zusam­men mit alt­ba­cke­nem Brot und even­tu­ell etwas mehr Gemü­se­brü­he auf­ge­kocht und dann als Ribol­li­ta ser­viert werden.

Grünkohl-Bohnen-Minestrone

Unterstütze uns

Für diesen Post haben wir keinen Sponsoren. Aber auch du kannst uns unterstützen und uns dabei helfen, dieses kleine Business aus Herzblut und viel Liebe zum Essen am Laufen zu halten. Was sagst du? Hast du Lust auf viele weitere Küchenabenteuer mit uns? Dann komm in die „Sriracha-Gang“ auf Steady.

Steady

Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.


Gib deinen Senf dazu!

  1. Das war sooooo, so lecker!
    Obwohl das letz­te Gar­ten­jahr nicht beson­ders rosig war, die Grün­koh­lern­te war und ist immer noch herr­lich und euer Rezept kam wie gerufen!
    Vie­len Dank und ein rie­ßen Lob für eure super Arbeit! Es ver­ge­hen kei­ne 3 Tage, an denen wir kein Rezept von euch kochen… ☺️

  2. Heu­te gibt es bei uns die Min­e­s­t­ro­ne. Es schmeckt köst­lich. Ich hat­te noch Grün­kohl im Gar­ten und such­te nach neu­en Rezep­ten. Da kam mir eures gera­de Recht. Bin gespannt, was der Mann dazu sagt. Er kennt Grün­kohl nur auf nord­deut­sche Art.

  3. Die Min­e­s­t­ro­ne sieht super lecker aus. Aller­dings fin­de ich in Deutsch­land Grün­kohl nur sehr sel­ten… Habt ihr Tipps wo man ihn am bes­ten bekommt?

    1. Klar, es kommt auch etwas aufs regio­na­le Ange­bot an – Nord­lich­ter kom­men grund­sätz­lich ein­fa­cher an Grün­kohl. Aber wir bekom­men ihn mitt­ler­wei­le ver­läss­lich in der kal­ten Jah­res­zeit auch im Süden auf dem Wochen­markt und häu­fig auch im Supermarkt.