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Vegane Germknödel mit Zwetschgenmus

Vegane Germknödel mit Zwetschgenmus

Der küh­le Herbst­an­fang schreit nach damp­fen­den, saf­ti­gen Hefe­klö­ßen, gefüllt mit süßem Zwetsch­gen­mus. Vega­ne Germ­knö­del zau­bern maxi­ma­le Gemüt­lich­keit und Nost­al­gie auf den Teller.

Auch wenn mit Sicher­heit jede*r Germ­knö­del aus einem Öster­reichur­laub kennt, ist es bestimmt okay, noch mal zu erwäh­nen, dass „Germ“ der öster­rei­chi­sche und auch baye­ri­sche Aus­druck für „Hefe“ ist. Sicher ist sicher. Sowohl in Bay­ern als auch in Öster­reich gehört die süße Mehl­spei­se zu den typi­schen Natio­nal­ge­rich­ten, wobei der ech­te baye­ri­sche Germ­knö­del immer mit Zwetsch­gen­mus gefüllt ist. Das Mus wird häu­fig noch mit etwas Rum gemischt, was ich als Baye­rin tat­säch­lich auch noch nicht wusste.

Lus­ti­ger­wei­se wur­den die kalo­rien­tech­nisch nicht ganz harm­lo­sen Klö­ße frü­her häu­fig zur Fas­ten­zeit oder frei­tags am Fas­ten­tag geges­sen. Aber hey, zum einen haben die Leu­te frü­her noch häu­fi­ger kör­per­lich gear­bei­tet, zum ande­ren macht das gele­gent­li­che Mamp­fen von war­men, süßen Haupt­spei­sen wie Pfann­ku­chen, Kai­ser­schmarrn oder süßen Schupf­nu­deln auch ein­fach hap­py.

Heu­te wer­den die gemüt­li­chen Com­fort-Food-Bol­len immer sel­te­ner selbst zube­rei­tet. Zu ver­lo­ckend ist das schnel­le Auf­rei­ßen der Tief­kühl­pa­ckung und ich bezweif­le sogar, dass die Knö­del auf vie­len Ski­hüt­ten und in Restau­rants noch selbst gemacht wer­den. Dabei ist Zube­rei­tung super­sim­pel und die Freu­de, in den flau­schig-wei­chen Hefe­kloß, den dir die eige­ne Arbeit auf den Tel­ler gezau­bert hat, zu gabeln, unbe­zahl­bar. Fami­lie und Freun­de freu­en sich eben­falls rie­sig, wenn du gleich die dop­pel­te Ladung zube­rei­test und zu einer ordent­li­chen Knö­del-Sau­se lädst. Ver­spro­chen! Und wenn du alle Germ­knö­del lie­ber für dich behältst – was ich sehr gut ver­ste­hen kann –, las­sen sich die Klö­ße nach dem Dämp­fen auch pri­ma ein­frie­ren und bei aku­tem Knö­del­hun­ger blitz­schnell frisch auf­damp­fen. Klingt ver­lo­ckend, oder?

Ach ja, Germ­knö­del wer­den übri­gens auch häu­fig mit ihren Ver­wand­ten, den Dampf­nu­deln ver­wech­selt. Die­se wer­den jedoch im Topf gebra­ten, wodurch sie einen knusp­ri­gen Boden erhal­ten und gleich­zei­tig im Dampf gegart wer­den. Im Gegen­satz dazu wird der Germ­knö­del ent­we­der wie nor­ma­le Klö­ße direkt im Was­ser gekocht oder in einem Topf­auf­satz dampf­ge­gart. Ganz ähn­lich wie bei chi­ne­si­schen Bao­zi.

Bis auf das Zwetsch­gen­mus machen wir heu­te alles sel­ber und genie­ßen unse­ren vega­nen Germ­knö­del zum Schluss mit einer ein­fa­chen, eben­falls selbst gemach­ten Vanil­le­sauce. Die­se kannst du ganz ent­spannt bereits wäh­rend der Geh­zei­ten des Hefe­teigs vor­be­rei­ten und spä­ter auf­wär­men. Wenn du nicht so der Sau­cen-Fan bist, kannst du den Knö­del auch ein­fach mit etwas zer­las­se­ner vega­ner But­ter und Mohn servieren.

Vegane Germknödel mit Zwetschgenmus

So bereitest du einfache vegane Germknödel zu

Wahr­schein­lich hast du alle Basics schon daheim – wir brau­chen gera­de mal sie­ben Zuta­ten. Mehl, Hefe, Zucker, Salz, Hafer­milch, vega­ne But­ter und natür­lich Zwetschgenmus.

Den Hefe­teig berei­ten wir dabei wie immer in der Küchen­ma­schi­ne zu, du kannst ihn aber natür­lich auch zehn Minu­ten von Hand kne­ten. Wie bei Hefe­teig üblich braucht es immer genü­gend Geh­zeit bis die klei­nen Pil­ze ordent­lich Volu­men und die gewünsch­te Fluffig­keit in unse­ren Teig­ling zau­bern. Nach dem Kne­ten darf der Teig die ers­te Run­de gemüt­lich an einem war­men Ort gehen. Die Schüs­sel decken wir dabei mit einem gro­ßen Topf­de­ckel ab, so trock­net der Teig nicht aus.

Hat sich das Volu­men nach der Ruhe­zeit in etwa ver­dop­pelt, tei­len wir den Teig in vier gleich gro­ße Stü­cke. Wenn du dei­nem Augen­maß nicht traust, schnappst du dir dazu eine Waa­ge, so muss spä­ter kei­ner nei­disch auf den grö­ße­ren Knö­del auf dem Nach­bar­tel­ler schielen.

Veganer Hefeteig

Die vier Teig­lin­ge wir­ken wir auf der Küchen­ar­beits­flä­che kurz rund und las­sen sie unter einem leicht feuch­ten Küchen­tuch wei­te­re zehn Minu­ten rela­xen, danach geht es ans Befül­len. Dazu drü­cken wir die Kugeln mit den Fin­gern flach, ganz ähn­lich wie bei unse­rem Piz­za­teig. Wenn du möch­test, kannst du auch ein Nudel­holz benut­zen. Ach­te nur dar­auf die Teig­lin­ge nicht zu dünn oder zu groß zu for­men. Etwa zwölf Zen­ti­me­ter Durch­mes­ser sind perfekt.

Für unse­re Knö­del­grö­ße ist ein Ess­löf­fel Pflau­men­mus aus­rei­chend, sodass uns spä­ter beim Dämp­fen nichts her­aus­quillt. Den Tei­g­rand benet­zen wir mit etwas Was­ser und ver­schlie­ßen die Klö­ße gut. Danach set­zen wir sie mit dem Schluss, also dem „Falz“ nach unten auf die leicht bemehl­te Arbeits­flä­che und las­sen sie, abge­deckt mit einem leicht befeuch­te­ten Küchen­tuch, noch­mals eine hal­be Stun­de gehen.

Hast du die­se War­te­zei­ten alle geschafft, geht’s jetzt ganz fix. Je nach Grö­ße dei­nes Top­fes mit Dampf­ein­satz wan­dern zwei bis drei Germ­knö­del gleich­zei­tig für zehn Minu­ten in das Dampf­bad. Öle zur Sicher­heit den Boden des Dampf­ein­sat­zes ein biss­chen ein oder lege ein klei­nes Stück­chen Back­pa­pier unter jeden Knö­del – so klebt spä­ter kein Teig an, was beim Her­aus­neh­men zum Auf­rei­ßen des Knö­dels füh­ren könnte.

Jetzt musst du die fer­ti­gen „Flau­schis“ nur noch auf ihr war­mes Bett aus Vanil­le­sauce heben, mit Mohn bestreu­en und genießen.

Kann ich die Germknödel auch…

  • …ohne Dampf­ein­satz zube­rei­ten? Ja, klar! Wenn du kei­nen Dampf­ein­satz hast, kannst du die Knö­del auch direkt im Was­ser kochen. Dazu kochst du Was­ser in einem Topf auf, legst die Knö­del vor­sich­tig hin­ein und lässt die­se bei nied­ri­ger Tem­pe­ra­tur und geschlos­se­nem Deckel 15–20 Minu­ten garen. Der Deckel darf wäh­rend­des­sen nicht abge­nom­men wer­den, die Knö­del könn­ten sonst zusammenfallen.
  • …ohne Vanil­le­sauce ser­vie­ren? Aber sicher. Du kannst die Germ­knö­del auch ganz schlicht mit etwas zer­las­se­ner vega­ner But­ter servieren.
  • …mit einer ande­ren Pflan­zen­milch zube­rei­ten? Natür­lich. Wir benut­zen zum Backen am liebs­ten Hafer- oder Soja­milch, aber du kannst selbst­ver­ständ­lich auch dei­ne Lieb­lings­pflan­zen­milch verwenden.
  • …auf Vor­rat zube­rei­ten? Ja! Du kannst die Knö­del alle fer­tig zube­rei­ten und nach dem Dämp­fen (vor­her abküh­len las­sen) ein­frie­ren. Im tief­ge­kühl­ten Zustand brau­chen sie dann etwa 8–10 Minu­ten über hei­ßem Was­ser­dampf, bis sie ser­vier­fer­tig sind.

Zutaten für 4 Germknödel

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Zube­rei­tung 40 Minu­ten

+ Geh­zeit 1 Stun­de 40 Minu­ten
  1. Mehl mit Hefe und Salz in einer Schüs­sel ver­men­gen. Hafer­milch mit Zucker und Mar­ga­ri­ne leicht erwär­men, bis die Mar­ga­ri­ne geschmol­zen ist. Zum Mehl geben und zu einem geschmei­di­gen Teig ver­kne­ten. Abge­deckt an einem war­men Ort 1 Stun­de gehen las­sen, bis sich das Teig­vo­lu­men in etwa ver­dop­pelt hat.

  2. Teig vier­teln, Teig­lin­ge rund for­men. Mit einem leicht feuch­ten Küchen­tuch abde­cken und wei­te­re 10 Minu­ten ruhen lassen.
  3. Teig­lin­ge auf der leicht bemehl­ten Arbeits­flä­che flach drü­cken und auf etwa 12 cm Durch­mes­ser rund for­men. Je 1 EL Zwetsch­gen­mus in die Mit­te der Teig­lin­ge geben. Rän­der leicht mit Was­ser anfeuch­ten, zur Mit­te klap­pen und die Rän­der gut verschließen.

  4. Knö­del mit dem Schluss nach unten auf die bemehl­te Arbeits­flä­che set­zen und vor­sich­tig rund­wir­ken. Mit einem leicht feuch­ten Küchen­tuch abde­cken und wei­te­re 30 Minu­ten gehen lassen.

  5. Was­ser in einem gro­ßen Topf mit Dämp­fein­satz zum Kochen brin­gen. Germ­knö­del mit dem Schluss nach unten in den leicht geöl­ten Dämp­fein­satz set­zen und 10 Minu­ten bei geschlos­se­nem Deckel dämpfen.

  6. Knö­del auf Vanil­le­sauce anrich­ten und mit mit je 1 EL Dampf­mohn getoppt servieren.

Tipps

Wir essen Germ­knö­del am liebs­ten mit unse­rer schnel­len vega­nen Vanillesauce.

Vegane Germknödel mit Zwetschgenmus

Seit 2005 aus ethischen Gründen glücklich vegan. Ist dem Backen von gutem Sauerteigbrot verfallen, würde für Kartoffeln ihr letztes Hemd geben und wird deshalb auch Mrs. Potato Head genannt. Träumt außerdem vom eigenen Permakulturgarten mit den Bremer Stadtmusikanten.

10 Kommentare

  1. Ihr Lie­ben,
    ich fol­ge euch schon lan­ge und habe dank euch in den ver­gan­ge­nen Jah­ren wirk­lich unglaub­lich Lecke­res gezau­bert. Aber ges­tern war so ein Abend, der ein­fach was beson­de­res war. Ja, auch für mich als eine Per­son, die nicht krass auf Süß- und Mehl­spei­sen steht. Die damp­fen­den Germ­knö­del haben alle Gemü­ter äußerst zufrie­den­ge­stellt und was ande­res als „mmm­m­mh“, „wooow“, „mhmhmhm“, „sau guad“ und „ama­zing“ war nicht zu hören. Auch, wenn die Vanil­le­so­ße auf­grund eines Feh­lers unse­rer Sei­te (anschei­nend darf man nicht mit abge­schleck­tem Löf­fel wie­der in die Soße rein) wie­der flü­ßig wur­de, war sie eine per­fek­te saf­ti­ge Begleiterin.
    Ich freu mich schon auf mei­nen letz­ten übri­gen Germ­knö­del heu­te – so kann ich gut in den Herbst starten.
    Liabste Griaß

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    1. Das freut mich wirk­lich rie­sig lie­be Lau­ra, tau­send Dank! Das mit der Sau­ce kann ich mir jedoch nicht erklä­ren, denn der ange­schleck­te Löf­fel dürf­te eigent­lich nichts aus­ma­chen. Habt ihr auch genü­gend Stär­ke ver­wen­det? 😉 Nor­ma­ler­wei­se dickt die Sau­ce näm­lich sogar noch ziem­lich nach…

      Liebst,
      Nadine

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  2. Aaaah! Wie lan­ge war­te ich dar­auf! Ich LIIIEBE Germ­knö­del so sehr. Und dann noch mit Mohn!
    Danke 🙂

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    1. Das freut uns so lie­be Julia! Dann ganz viel Spaß beim Nach­ko­chen. ☺️

      Liebst,
      Nadine

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  3. Hey ihr bei­den das war super lecker, 

    muss der Mohn „gemah­len“ sein wie der von euch ver­link­te oder ist nor­ma­ler Blau­mohn auch gut? Wir hat­ten nor­ma­len und haben den ein­fach kurz gemörsert. 

    LG

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    1. Gemör­ser­ter gan­zer Mohn ist abso­lut okay. 🙂

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  4. Oh Gott Germ­knoe­del!!!! Ihr seid die Besten

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    1. Yeah! Dann viel Spaß beim Nachknödeln. 🙂

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  5. Geht das auch mit Sauer­teig? Ich hab immer genug davon, und Hefe benutz ich gar nicht mehr seit „Sir Bob­by Farts-Alot“ in mei­ne Küche ein­ge­zo­gen ist. 🤣

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    1. Gehen tut es mit Sicher­heit, ich kann dir nur lei­der nicht sagen, wie viel Sauer­teig du zuge­ben müss­test. Wenn du dich her­an­tas­test, lass uns ger­ne wis­sen, wie es geklappt hat. 🙂

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