Drei Tage vegan schlemmen in Berlin – Frühlings-Edition 2024

Vegane Biang Biang Nudeln bei Wen Cheng

Vor zwei Wochen haben wir seit langer Zeit mal wieder die Hauptstadt besucht. Und wenn ihr nicht unsere Instagram-Stories verfolgt oder unseren Newsletter abonniert habt, habt ihr davon wahrscheinlich gar nichts mitbekommen. Nachdem wir aber so häufig gebeten wurden, Ausflugsziele und Essens-Hot-Spots auch hier auf dem Blog zu teilen, machen wir das natürlich sehr gerne.

Standesgemäß extrem kurzfristig haben wir erst auf der Reise über Instagram gefragt, was es denn so Neues gibt und wurden super versorgt mit frischen essbaren Berlin-Tipps. Gleich am ersten Abend und mit ordentlich Hunger nach sechs Stunden Fahrt haben wir bei Wen Cheng in der Simon-Dach-Straße in Friedrichshain zum ersten Mal vegane Biang Biang Nudeln geschlürft. Die dicken, breiten chinesischen Nudeln verdanken ihren Namen der Geräuschkulisse bei der Herstellung, bei der der Nudelteig auf die Arbeitsfläche geschlagen wird. Bei Wen Cheng kann man die Köche schon am Eingang durch die Fensterscheibe bei der Nudelkunst beobachten. Biang, biang, biang tönt es dabei und schon hat man einen eingängigen Namen. Wir hatten die Biang Biang Nudeln mit Tofu und mit Aubergine und können beides absolut empfehlen, falls ihr auf handgemachte, schlürfbare Nudeln in scharfer Sauce steht.

Am zweiten Tag hat Billie Green eingeladen, ihre Neuprodukte zu probieren. Wir wurden direkt mal eingespannt, nach Anleitung des Kochs Mitch Hein eine wirklich superleckere Currywurstsauce aus frischen Tomaten und Berliner Weiße (!) zu kochen, die anschließend mit den neuen veganen Krakauer Style Würstchen serviert wurde. Und jetzt schreibe ich sicherheitshalber mal dazu: Hierbei handelt es sich um eine unbezahlte Erwähnung und unsere eigene Meinung, aber vor allem die Würstchen haben uns mit ihrem rauchigen Aroma und dem guten Biss echt von den Socken gehauen. Wir haben es im Newsletter schon gefragt, aber habt ihr Interesse an einem veganen Currywurst-Rezept auf dem Blog? Und falls ja, geht es euch eigentlich nur um die Sauce für die vegane Currywurst oder wärt ihr an einem neuen veganen Wurstrezept auch interessiert? Schreibt’s uns gerne in die Kommentare.

Der Samstag fing mit hausgemachten, gefüllten veganen Croissants bei The Sanctuary, der ersten italienischen, rein veganen Bäckerei in Berlin in der Torstraße in Mitte an. Richtig schön flaky und nicht zu süß. Es waren mit Abstand die besten butterfreien Croissants, die wir je gegessen haben und ihren etwas höheren Preis deshalb wert. Leider mussten wir noch etwas Platz im Bauch lassen, denn es hätte dort noch so viel mehr hübsch aussehende Gebäckstücke zum Probieren gegeben. Auch der Kaffee – keine Selbstverständlichkeit – war richtig gut.

Mittags und abends ging es – unterbrochen von einem Besuch der Caspar-David-Friedrich-Ausstellung in der alten Nationalgalerie und Schaufenster-Gebummel bei bedauerlicherweise weniger frühlingshaftem Wetter – mit dem SOY in der Rosa-Luxemburg-Straße und dem 1990 Vegan Living am Boxhagener Platz bei „alten Bekannten“ weiter. Beide rein veganen Restaurants mit Fokus auf vietnamesische Küche sind nach wie vor empfehlenswert, wobei wir ganz ehrlich sagen müssen, dass sich auch das SOY besser für Besuche am Abend eignet.

Vielleicht haben wir auch eine blöde Zeit erwischt, mittags war es jedoch recht leer, etwas kühl und es fehlte einfach der Flair der eher dunklen Location, der das Restaurant bei unserem letzten Berlin-Besuch abends so gemütlich gemacht hat. Besonders, wenn man sich eine der Kombi-Platten für zwei bestellt. Auf der Mittagskarte stehen dennoch interessante Gerichte, die auch preislich okay sind. Wir hatten einen heißen Reistopf mit Tofu und Austernpilzen und geschmorten Tofu in einer herzhaften Sauce mit gedämpftem Gemüse.

Alleine das Konzept des 1990 Vegan Living finden wir klasse. Es gibt zwar auch „große“ Portionen, eigentlich geht man aber hin, um sich viele kleine Gerichte auszusuchen, die dann – ähnlich wie bei spanischen Tapas – quer über den Tisch verteilt werden, sodass sich alle Mitessenden bedienen können. Bestellt wird, wie auch in Dim-Sum-Restaurants üblich, indem man das gewünschte auf einem Zettel ankreuzt, beim Personal abgibt und kurze Zeit später kommen dann ein oder mehrere Tabletts mit den Speisen. Was für uns nie fehlen darf, ist La Lot, in Betelblätter eingewickelter Tofu und Austernpilze und der Papayasalat mit Limetten-Chili-Dressing und Erdnüssen.

Nur Glück muss man mittlerweile mitbringen. Bei unserem letzten Besuch war es noch möglich, zu reservieren, mittlerweile nicht mehr. Es bleibt also nichts anderes übrig, als sehr früh zu kommen oder auf Glück zu hoffen, der Laden brummt nämlich.

Vor der Rückfahrt aus Berlin am Sonntag haben wir uns bei Brammibal’s in Friedrichshain mit dekadenten veganen Donuts „gestärkt“. Wir haben jeder tatsächlich nur einen geschafft, konnten aber nicht widerstehen, noch zwei mitzunehmen. Die Auswahl ist einfach zu verlockend! Wir haben uns für Boston Cream (Nadines All-Time-Favorit!), Rhubarb Crumble, Strawberry Cheesecake und das Pistazie-Baklava-Wochenend-Special entschieden. Von letzterem war selbst ich als Nicht-Süßkram-Fan echt angetan.

Die Tage sind wie im Flug vergangen und am Schluss dachten wir uns: „Mist, schon wieder nur die Hälfte von dem geschafft, was wir uns eigentlich (und mit viel zu großen Ansprüchen an uns selbst) vorgenommen haben“. Auf der Liste ganz weit oben stehen bereits für nächstes Mal: Liu Nudelhaus (danke schon mal vorab für den Tipp, Simone!), Cafe Mugrabi, Blumental, Round & Edgy, Frea Bakery, Ryong und viele mehr.

Wie es aussieht, müssen wir also dringend bald mal wieder kommen. Vielleicht ist trotzdem der ein oder andere Tipp für euren nächsten Ausflug nach Berlin dabei. Wir freuen uns außerdem natürlich auch über weitere Empfehlungen.

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Steady

Die nerdige Hälfte von Eat this! Liebt es, auch aufwändiger zu kochen und ist deshalb vermutlich für die langen Rezepte auf dem Blog verantwortlich. Kann nie genügend Kochmesser haben und liebt Chilis in allen Formen und Farben. In der Freizeit sitzt er gerne auf dem Fahrrad und hört dabei Metal.


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  1. Danke für die vielen Tipps! Im Café Mugrabi war ich am 01. Mai und der Hummus war echt lecker! Mein Favorit für Hummus in Berlin bleibt aber das Azzam auf der Sonnenallee. Nicht so hip, aber dafür klassisch, bewährt und der beste Hummus den ich in Deutschland gegessen hab… Und auch etwas günstiger 😉

    1. Danke für den Tipp. Von dem Laden haben wir tatsächlich noch gar nicht gehört. Das Essen sieht aber (zumindest auf Trip Advisor und Konsorten) mega gut aus.

  2. Wir sind über‘s Wochenende in Berlin und haben vorhin bei Wen Cheng euer Menü „nachgegessen“: Köstlich! Die Aubergine, mega! Hat mich von der Konsistenz her am euer Donburi erinnert … Und der gebackene Tofu: Träumchen!

    1. Hi Nina,

      ah, sehr cool, das freut uns sehr. Hattet ihr das Tofu Bao auch? Das hatte ich nicht explizit erwähnt, aber das war auch mega lecker.

      Liebe Grüße
      Jörg

  3. sieht alles so köstlich aus! Ich freue mich sehr über euren Bericht, ich habe nämlich kein Instagram 🤓 mein All-time-favorite Donut bei Brammibals ist Cookie Dough – die ganzen letzten Male gab es ihn bloß nicht, ich hoffe sehr, dass sie ihn nicht aus dem Sortiment genommen haben, aber Boston cream ist wirklich auch mega!!

    1. Hi Lilli! Wenn mich nicht alles täuscht, war der Cookie Dough auch als Special ausgezeichnet. Der Pistachio ist zumindest aktuell auch nicht mehr auf der Karte zu finden.

  4. Hallo 😊
    ich mache super gerne Handpulled Noodles. Daher war ich auch sehr gespannt darauf, endlich bei Wen Cheng essen zu können, als ich Anfang des Jahres in Berlin war. Meine mache ich meistens einfach mit Chiliöl, Frühlingszwiebeln und Pak Choi. Manchmal mit Sojahack dazu.
    Die Soße bei Wen Cheng hat mich aber ganz schön vom Hocker gehauen! Habt ihr eine Idee, wie man die so gut hinbekommen könnte? 🌝

    Liebe Grüße
    Jonas

    1. Hi Jonas,

      in Restaurants schmeckt’s meistens so gut, weil um einiges mehr Fett, Zucker und Salz in den Tellern landet (ohne das jetzt schlechtmachen zu wollen). Wir gingen im Nachhinein auch davon aus, dass wir gerade so viel Chiliöl gefuttert haben, wie sonst im Halbjahr, haha. Im Ernst: Der ein oder andere Teelöffel zusätzliches Öl reißt da schon viel raus. 🙂

      Aber ja, die Sauce war echt mega und wir werden sie auf jeden Fall als Referenz für unser Rezept hernehmen.

      Liebe Grüße
      Jörg

      1. Hey Jörg 😊
        Danke für die Antwort! Ich hatte dennoch das Gefühl, dass es dort nicht nur Chiliöl war. Vielleicht ist Soße das falsche Wort, sondern eher Brühe. Und es hat für mein Empfinden auch komplexer geschmeckt als nur nach Chiliöl, Fett und Salz. Auf der Karte steht auch “with our homemade stew and a homemade chili oil” sehe ich gerade. 🤔

      2. Da hast du recht, da ist mehr los als nur Chiliöl. Fett als Geschmacksträger oder -vermittler trägt bei Restaurants eben häufig dazu bei, dass es „besser“ schmeckt, als zu Hause. Der Tofu hat auf jeden Fall nach Five Spice geschmeckt, wird also in einer dementsprechend gewürzten Sauce geschmort gewesen sein. Ich tippe außerdem stark auf Chinkiang-Essig und MSG.

  5. Mist, dieser Beitrag kam genau einen Tag nachdem ich von einem langen Wochenende in meinem geliebten Berlin zurückgekommen bin … ist direkt gebookmarkt für die nächste Berlinreise, danke für die vielen tollen Tipps!

  6. Hallo ihr Zwei, danke für den Bericht!

    Ihr müsst beim nächsten Besuch unbedingt ins “La Stella Nera” in Neukölln – da gibt es die beste vegane Pizza überhaupt, himmlisch!