Seitan süß-sauer

Seitan süß-sauer – eine vegane Proteinbombe
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Kna­cki­ges Gemü­se, knusp­rig gebra­te­ner Seit­an. Das alles in einer glän­zen­den Sau­ce, die dei­ne Zun­ge süß, sau­er und ein biss­chen pikant durch­rüt­telt. Das ist unse­re Inter­pre­ta­ti­on eines kan­to­ne­si­schen Klas­si­kers – Seit­an süß-sauer.

„Irgend­was süß-sau­er“, für vie­le die M19 auf der sprich­wört­li­chen Mit­tags­kar­te im Chi­na-Imbiss. Gibt’s sel­ten mit Tofu und wenn, dann passt das irgend­wie nicht ganz … zumin­dest nicht in mein Bild vom Klas­si­ker. Und das sage ich als jemand, der Tofu ganz ger­ne auch mal pur isst. Und ja, das schmeckt mir sogar!

Auch wenn er, der euro­päi­sier­ten Ver­si­on des bekann­ten kan­to­ne­si­schen Klas­si­kers Gu Lao Rou in Eimern an Back­teig frit­tiert wür­de, ich fin­de, ein rich­tig gutes Süß-Sau­er-Gericht braucht ein­fach ein biss­chen mehr Sub­stanz, andern­falls über­tönt die Sau­ce schnell den Geschmack der übri­gen Zuta­ten und man isst im Grun­de plötz­lich nur noch so eine Art Chut­ney mit Reis.

Und genau das pas­siert mit Tofu – ob im Back­teig ertränkt und frit­tiert oder nicht – der die eigent­lich ja genia­le Eigen­schaft hat, den Geschmack von allem anzu­neh­men, mit dem man ihn in Topf oder Pfan­ne wirft und ihm selbst zu eigen zu machen.

Seitan süß-sauer – eine vegane Proteinbombe

Seitan to the rescue!

Seit­an ist im Gegen­satz zu Tofu genau das, zu was du ihn vor­her gemacht, oder als was du ihn ein­ge­kauft hast. Als Haupt­zu­tat ver­trägt er kräf­ti­ge Sau­cen ohne Pro­ble­me und gibt einem Gericht wie unse­rem Seit­an süß-sau­er den Biss, den es ver­dient hat

Dabei steckt er vol­ler Pro­te­ine und da wir in unse­rem Rezept auch auf den Euro-Back­teig und das Ölbad ver­zich­ten, dafür aber viel fri­sches Gemü­se ver­wen­den, wird unser Seit­an süß-sau­er zu einer ziem­lich genia­len, gesun­den Eiweiß-Bombe.

Damit nähern wir uns auch wie­der dem kan­to­ne­si­schen Ursprungs­re­zept an, in dem das typisch ver­wen­de­te Schwei­ne­fleisch nur mit etwas Stär­ke bestäubt und gebra­ten oder frit­tiert wird. Wäh­rend Papri­ka übri­gens abso­lut auch in ein authen­ti­sches Gu Lao Rou gehört, ist die Ana­nas eben­falls eine west­li­che Erfindung.

Am bes­ten passt zu unse­rem Seit­an süß-sau­er unser Chi­cken-Style-Rezept aus unse­rem Seit­an-Spe­cial. Aber auch fer­ti­ge, unge­würz­te Flei­scher­satz­pro­duk­te aus dem Super­markt funk­tio­nie­ren super. Du kannst dich aber natür­lich auch durch die Seit­an­re­zep­te aus unse­rem Buch Vegan gril­len kann jeder testen.

Zuta­ten für 2 Por­tio­nen

Seitan süß-sauer

Vor­be­rei­tung 5 Minu­ten
Zube­rei­tung 15 Minu­ten
Gesamt 20 Minu­ten

Für die Sauce

Außerdem

  1. Seit­an in mund­ge­rech­te Stü­cke rei­ßen. Zwie­bel und Papri­ka in gro­be Stü­cke, Karot­te in Stif­te schneiden.

  2. 1 EL Öl in eine hei­ße Pfan­ne geben, Seit­an bei mitt­le­rer bis hoher Hit­ze unter Rüh­ren 5 Minu­ten bra­ten. Anschlie­ßend aus der Pfan­ne neh­men und bei­sei­te stellen.

  3. Das rest­li­che Öl in die Pfan­ne geben, Zwie­bel 2 Minu­ten bei hoher Hit­ze unter Rüh­ren anbra­ten. Anschlie­ßend Papri­ka und Karot­te dazu geben und wei­te­re 3 Minu­ten braten.

  4. Für die Sau­ce Knob­lauch fein hacken und zusam­men mit den rest­li­chen Zuta­ten glatt rühren.

  5. Herd auf mitt­le­re Hit­ze schal­ten, Seit­an zum Gemü­se geben, mit Sau­ce ablö­schen, kurz auf­ko­chen und 5 Minu­ten bei nied­ri­ger Hit­ze köcheln lassen.

  6. Seit­an süß-sau­er mit vor­her in fei­ne Rin­ge geschnit­te­ner Früh­lings­zwie­bel und Sesam toppen.

Unsere Tipps

Am bes­ten passt zu unse­rem „Süß-sau­er“ natür­lich fri­scher, damp­fen­der Jas­min­reis. Wie du den zube­rei­test, liest du in unse­rem How-To „Rich­tig Reis kochen“.

Und für die Extra­por­ti­on Gemü­se ser­vierst du gedämpf­ten Brok­ko­li und einen Salat aus Chi­na­kohl dazu.

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Steady

Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.


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  1. Ich kann­te Seit­an nur als Flei­scher­satz, der eine ähn­lich gute Kon­sis­tenz, wie eine Schuh­soh­le hat. Aber Leu­te, euer Rezept ist der Knal­ler!! Die Kon­sis­tenz ist wirk­lich kaum vom Huhn zu unter­schei­den. Ich bin wirk­lich begeis­tert und gehe jetzt erst­mal los um noch mehr Seit­an-Fix zu besorgen. 

    LG und vie­len Dank

  2. Hal­lo,
    Seit­an ist neu für mich. Aber ich hab den ges­tern mal gemacht und in die Soße zum mari­nie­ren gepackt. Ich hab statt Tafel­es­sig und Reis­wein nur Reis­essig genom­men. Ich bin gespannt. Wenn es uns schmeckt, gibt es öfter mal sel­ber gemach­ten Seit­an bei uns.
    Vie­le Grü­ße von Karin

  3. Lie­ber Jörg, lie­be Nadine!
    Habe den selbst­ge­mach­ten Seit­an ges­tern gemacht und heu­te Süß-sau­er zube­rei­tet. Hat sehr lecker geschmeckt.
    Für die Soße habe ich den Knob­lauch kurz ange­bra­ten, Ketch­up dazu, mit Soja­sauce abge­löscht und mit Essig, Wein und Gemü­se­brü­he auf­ge­gos­sen. Zum Schluss habe ich die mit Was­ser ver­quir­le Stär­ke unter­ge­ho­ben und auf­ko­chen las­sen. Mich wür­de inter­es­si­ern ob ihr euch das so gedacht habt?

    1. Hal­lo lie­be Michaela,

      erst­mal freut’s mich, dass dir das Rezept geschmeckt hat. Vie­len lie­ben Dank 🙂

      Die Sau­ce kommt kom­plett ange­rührt in die Pfan­ne. Habe das mal verdeutlicht.

      Lie­be Grüße
      Jörg

  4. Gera­de gekocht und geges­sen und das war mal wie­der super lecker! Ich lie­be euren Blog und hab schon so viel von euch aus­pro­biert und alles war bis­her rich­tig klas­se… dan­ke für die Inspi­ra­ti­on, die ihr bietet!

  5. Hal­lo
    die­ses Gericht ist super lecker gewe­sen. Wer­de ich auf jeden Fall öfter machen. Nur an mei­nem Seit­an muss ich noch ein biss­chen arbei­ten, der hät­te wür­zi­ger und kros­ser sein können.
    Falls ihr euren schon per­fekt hin­be­kom­men habt, wür­de mich eure Zube­rei­tung interessieren
    Vie­len Dank
    Eure Sei­te ist toll
    Lie­be Grüße
    Angelika

    1. Hal­lo Angelika,

      vie­len Dank! Ein rei­nes Seit­an­re­zept haben wir bis­her tat­säch­lich noch nicht ein­ge­stellt – machen wir aber demnächst! 🙂

      Lie­be Grüße

  6. Hey,
    das sieht total gut aus!! Woll­te schon lan­ge mal sowas machen, weil ich es vor einer gefühl­ten Ewig­keit mal im Ori­gi­nal mochte.
    Süß-sau­re Soße krieg ich hin, aber: Wie machst du das mit dem Seit­an? Ich hab schon Seit­an sel­ber aus Glu­ten gemacht, nach dem Rezept aus „Vegan – lecker lecker“, als Wurst mit Gewür­zen ab in den Ofen und­so. Das was du hier hast ist aber anders oder??

    1. Seit­an ist so eine Sache. Im Ofen garen, dämp­fen, kochen … und jedes mal wird er anders. Wir sind selbst noch am expe­ri­men­tie­ren, um den per­fek­ten „Pan-fry“-Seitan zu bekom­men. Das Rezept kommt aber bestimmt! 🙂
      Bis dahin: Gib den Seit­an für „Fleischersatz“-Junks nicht in den Ofen! In etwas Gemü­se­brü­he gekocht und sehr gut abge­tropft wird er zar­ter und von der Kon­sis­tenz her pas­sen­der für z. B. unse­ren Sweet & Sour Seitan.

      1. So ein Rezept hätt‘ ich auch mal ganz gern – der sieht näm­lich ganz lecker aus, da auf dem Bild 🙂 

        Lie­be Grü­ße, Becci