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Interview mit „Schwarzmahler“

Heiko von Schwarzmahler - Featurebild

Kaffee ist Alltags-Treibstoff, Genussmittel und für einige Leute ein richtiges Hobby. Auch bei mir geht an manchen Tagen fast gar nichts, ohne eine heiße Tasse am Morgen – und da will man sich ja nicht einfach „irgendwas“ reinschütten, oder?

Für guten Kaffee gibt es glücklicherweise jetzt eine neue Adresse: Schwarzmahler. Wir haben uns etwas mit Heiko, dem Gründer des Onlinevertriebs für fair gehandelten, biologisch korrekten Kaffee, unterhalten.

Kaffeeetassen-Tätowierung von Heiko

Schwarzmahler – erzähl mal ein bisschen. Wer und was steckt dahinter?

Kurz zu meiner Person. Mein Name ist Heiko, ich bin 31, wohne am Rande der schönen schwäbischen Alb in Kirchheim unter Teck und beschäftige mich schon seit einigen Jahren mit dem Thema Kaffee/Rösten/Maschinen etc. eben alles, was einen Kaffee-Nerd so beschäftigt. Mein Lieblingsgetränk, einen Ristretto 100 % Arabica aus Ecuador, beziehe ich täglich mehrmals durch meine 36 Jahre alte in Handarbeit gefertigte Handhebelmaschine schweizerischen Fabrikats.

Seit circa einem Jahr kaufe ich keinen fertig gerösteten Kaffee mehr ein, sondern röste für den Eigenbedarf selbst. Ich habe lange nach „der perfekten Bohne“ gesucht. Habe nach „Industriekaffee“ verschiedenster großer Hersteller, bis hin zu den gängigen italienischen Großherstellern und kleinen privaten Röstereien in Deutschland lange damit verbracht einen Kaffee zu finden, der nicht nur sehr gut schmeckt, sondern auch mit reinerem Gewissen getrunken werden kann.

Wie bist du darauf gekommen, selbst Kaffee anzubieten und was macht den Schwarzmahler-Kaffee besonders?

Nach langer Suche habe ich einen Kooperationspartner gefunden, der mir direkt gehandelte unter biologischen Gesichtspunkten angebaute Rohbohnen in bester Qualität liefern kann. Direkt gehandelt bedeutet hierbei, dass der Kaffeebauer mehr Geld bekommt, als würde er seine Ware „fairtrade“ verkaufen, da wir ohne Zwischenhändler agieren und somit kein Geld „verloren“ geht. Der Preis, der dabei für die Rohbohnen bezahlt wird, ist für die dortigen Bauern so lukrativ und attraktiv, dass wieder mehr auf ökologischen Landbau Rücksicht genommen wird. Praktisch bedeutet das, dass z.B. in Ecuador die landschafts- und umweltzerstörenden Kupferminen lange nicht mehr die Kaffeeplantagen und damit verbundene Landwirtschaft verdrängen. Der kleine Mann hat dadurch sein Leben durch ein kleines Stück mehr Unabhängigkeit besser in der eigenen Hand.

Unser angebotener Kaffee wird im Anbauland biologisch zertifiziert angebaut. Wir verzichten bewusst auf Euro-Siegel wie „Bio“, da wir solche Siegel nicht brauchen. Die Qualität des Kaffees wird durch ein europäisches Siegel weder verbessert noch verschlechtert. Geld das man aufwenden muss um dieses Siegel zu erhalten wird besser in einen fairen Kaffeepreis investiert.

Was macht nun aber den Unterschied zwischen einem normalpreisigen Supermarktkaffee und Schwarzmahler-Röstungen aus?

Ich finde diese Frage kann sich jeder selbst beantworten. Geschmacklich ist das am Besten wie folgt erklärt:
Eine Pizza kann man entweder bei 240 Grad für 20 Minuten in den Backofen schieben, bis sie schön knusprig und durch ist. Man kann sie aber auch in 30 Sekunden in einem 500 Grad heißen Ofen backen. Nun stellt sich die Frage wie beide Ergebnisse schmecken? Beides ist definitiv frische Pizza.
Vergleichbar ist das mit Kaffee. Kaffee besitzt unzählige Aromen, welche je nach Rösttemperatur und Röstdauer unterschiedlich ausgeprägt zutage kommen. Industriekaffee wird gewöhnlich in der Größenordnung 50kg in 5 Minuten geröstet. Wir rösten maximal 5kg in 20 Minuten.

Ein guter Kaffee, egal ob als Cappu oder Espresso, ist in gewisser Weise Luxusgut. Dies zeigt sich vergleichsweise damit, dass man bei Kaffeebrennen ähnlich wie beim Produzieren und Brennen von Hartalkoholika viele Auseinandersetzungen mit dem Zoll, dem WKD etc. hinter sich bringen muss um überhaupt Kaffee produzieren zu dürfen.Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass man ein rohes Produkt „veredelt“.

„Veredeln“ passt hierbei ganz gut. Gut nachzuvollziehen ist hierbei, dass ein sehr gutes Rohprodukt bei schonender Verarbeitung ein bestmöglichstes Endprodukt hervorbringt.

Solche Produkte kann man natürlich auch „billiger“ herstellen. Man kann sie auch billiger kaufen, aber ist es das wert?

Wert bedeutet für mich, mit einem guten Gefühl eine gute Tasse Kaffee zu genießen um dem Motor morgens eine prima Starthilfe zu geben. Die 5 ct Mehrkosten die Tasse nehme ich dabei gerne in Kauf.

Schaut mal vorbei. Probiert das gute Gefühl am Morgen.

Euer Schwarzmahler,

www.schwarzmahler.de

Lebt seit 2006 vegan. Autor, Grafiker und Webworker @ kreativagentur wowitmoves. Musiker, Gitarren- und Technik-Nerd. Du findest mich auch auf Twitter.

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