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Pinke Radieschen-Gazpacho mit Mandeln

Pinke Radieschen-Gazpacho mit Mandeln

Wir haben viel Schlürf-Lie­be für Gazpa­cho. Ganz beson­ders viel Schlürf-Lie­be haben wir aktu­ell für unse­re Radies­chen-Gazpa­cho mit Man­deln. Super cre­mig, extrem aro­ma­tisch, leicht scharf und sogar rau­chig, wenn du magst. Und pink ist sie auch noch. Was will man mehr bei 30 °C im Schatten?

Ich habe eine unpo­pu­lä­re Mei­nung zu Smoot­hies: Ich mag sie nicht beson­ders. Ich weiß, das mag nicht so ganz ins ste­reo­ty­pe Vega­ner­bild pas­sen, aber ich bevor­zu­ge mein Obst eben in sei­ner nicht-ato­mi­sier­ten Form.

Wirf hin­ge­gen Gemü­se in den Mixer, säus­le mir etwas von fri­schen, leicht schar­fen Radies­chen, natür­lich Knob­lauch und einem eigent­lich schon bei­na­he unfass­bar cre­mi­gen Ergeb­nis ins Ohr und ich fan­ge unwill­kür­lich an, zu sab­bern. Und das eigent­lich zu jeder Zeit, aber selbst­ver­ständ­lich vor allem im Hochsommer.

Natür­lich rede ich von Gazpa­cho. Nicht von irgend­ei­ner Gazpa­cho, schon gar nicht von einer eher klas­si­sche­ren Vari­an­te, son­dern von unse­rer dies­jäh­ri­gen Lieb­lings­ver­si­on des schlürf­ba­ren Som­mer-Hits, unse­rer pin­ken Radies­chen-Gazpa­cho mit Mandeln.

Die Inspi­ra­ti­on zu unse­rer Gemü­se­kalt­scha­le des Jah­res 2020 kommt von der Ajoblan­co, die hin und wie­der auch wei­ße Gazpa­cho genannt wird und ver­mut­lich auf die mau­ri­sche Geschich­te des mit­tel­al­ter­li­chen Süd­spa­ni­ens zurückgeht.

Und klar, als nahe­zu obses­si­ve Knob­lauch­jun­kies wid­men wir uns dem Ori­gi­nal­re­zept der Sup­pe, die über­setzt grund­le­gend halt ein­fach mal nur „wei­ßer Knob­lauch“ heißt, defi­ni­tiv in Zukunft auch auf dem Blog. Ist doch Ehren­sa­che, Kno­bi­bud­dy, bis dahin pro­bierst du ein­fach mal unse­re Skordalia, den knob­lau­chigs­ten aller knob­lau­chi­gen Kar­tof­fel-Dips!

Heu­te wird es jedoch etwas „gemü­si­ger“ und etwas far­bi­ger. Von der Ajoblan­co über­nom­men haben wir die Idee, der Gazpa­cho mit blan­chier­ten, geschäl­ten und damit recht mil­den Man­deln und ohne­hin gazpa­cho­ty­pi­schem Weiß­brot eine cre­mi­ge, ja, man könn­te schon fast sagen leicht mil­chi­ge Kon­sis­tenz zu ver­pas­sen. Zusätz­li­chen mixen wir aber Gur­ke, Zwie­beln, logi­scher­wei­se Knob­lauch, aber weit­aus weni­ger, als für die Ajoblan­co not­wen­dig wäre und selbst­ver­ständ­lich die namens­ge­ben­den kna­cki­gen Radies­chen unter.

Pinke Radieschen-Gazpacho mit Mandeln

Ein klei­nes Stück­chen rote Papri­ka bringt noch etwas mehr Far­be in die pin­ke Radies­chen-Gazpa­cho, außer­dem har­mo­niert die fruch­ti­ge Süße per­fekt mit dem leicht her­ben, senfar­ti­gen Geschmack der Mini-Rettiche.

Die Papri­ka kannst du natür­lich auch frisch mit in den Mixer wer­fen. Wenn es schnell gehen muss, go for it, du hast mei­ne vol­le Unter­stüt­zung, lecker wird’s alle­mal. Hast du fünf Minu­ten mehr Zeit und zün­delst ger­ne, habe ich aller­dings noch einen Tipp, der die Sup­pe geschmack­lich auf das nächs­te Level hebt.

Wer Lust auf etwas Rauch­aro­ma und eine kom­ple­xe­re Süße hat, rös­tet die Papri­ka vor dem Pürie­ren an. Über der Flam­me des Gas­her­des, über dem Grill­feu­er, mit dem hand­li­chen Gas­bren­ner, den du dir mal zuge­legt hast, weil du dach­test, mit einer Flam­bier­show am Tisch könn­test du dei­ne Freun­de beein­dru­cken, der jedoch seit die­sem einen Vor­fall, bei dem du bei­na­he die gan­ze Tisch­de­ko­ra­ti­on abge­fa­ckelt hast ganz hin­ten im Schrank steht. Ganz egal. Geh’ mit dem Gemü­se dabei auch nicht zu zag­haft um, gib der Papri­ka Zun­der! Und zwar, bis die Scha­le wirk­lich über­all Bla­sen wirft und nahe­zu schwarz ist. Die befeu­er­te Scho­te packen wir für eini­ge Augen­bli­cke mög­lichst luft­dicht in bei­spiels­wei­se eine Vor­rats­do­se oder not­falls in eine mit einem Tel­ler abge­deck­ten Schüs­sel. Durch den aus­tre­ten­den Dampf gart das Gemü­se leicht nach und lässt sich im Anschluss bes­ser schälen.

Pinke Radieschen-Gazpacho mit Mandeln

Wäh­rend die Papri­ka nun so vor sich hin schwitzt, berei­test du locker aus der Hüf­te die übri­gen Zuta­ten vor. Die Radies­chen wer­den vom Grün befreit, wel­ches du selbst­ver­ständ­lich nicht weg­wirfst, son­dern in unse­ren No Food Was­te Radies­chen­grün­sa­lat ver­wan­delst, die Gur­ke geschält, die grü­ne Scha­le wür­de das schi­cke Pink unse­rer Radies­chen-Gazpa­cho ver­hun­zen, Zwie­bel und Knob­lauch grob gehackt.

Mitt­ler­wei­le soll­test du die ver­brann­te Haut der gedämpf­ten Papri­ka ein­fach abzie­hen kön­nen, bevor alles zusam­men mit blan­chier­ten, geschäl­ten Man­deln und etwas Weiß­brot – ob frisch oder vom Vor­tag ist echt völ­lig egal – in den Mixer wan­dert, mit Salz, schwar­zem Pfef­fer und einem guten Schluck Rot­wein­essig gewürzt, fix auf vol­le Pul­le püriert und anschlie­ßend mit grob gehack­ten Man­deln und ein paar Trop­fen Oli­ven­öl getoppt ser­viert wird.

Okay, das kannst du mir auch im Trink­glas ser­vie­ren. Nur nen­ne es viel­leicht ein­fach nicht Smoot­hie. Radies­chen-Man­del-Shake von mir aus. Gemü­se-Cock­tail. Nicht-ganz-so-blu­ti­ge-Bloo­dy-Mary oder so, denn tat­säch­lich pas­sen bei etwas Chi­li­lust auch ein paar Trop­fen von dei­ner liebs­ten Hot Sau­ce per­fekt. Okay, wenn ich ehr­lich bin, käme ich auch auf Radies­chen-Smoot­hie klar, was zählt, sind die inne­ren Wer­te, kein auf­ge­drück­tes Label.

Pinke Radieschen-Gazpacho mit Mandeln

Zutaten für 4 Portionen

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Vor­be­rei­tung 10 Minu­ten
Zube­rei­tung 5 Minu­ten
Gesamt 45 Minu­ten
+ Kühl­zeit 30 Minu­ten

Für das Topping

  1. Papri­ka mit der Scha­le nach unten über einer offe­nen Flam­me rös­ten, bis die Scha­le Bla­sen wirft und schwarz wird. Mög­lichst luft­dicht ver­pa­cken (in eine Vor­rats­scha­le oder not­falls in eine mit einem Tel­ler abge­deck­te Schüs­sel und 5 Minu­ten dämp­fen lassen.
  2. Wäh­rend­des­sen Radies­chen­grün ent­fer­nen, Gur­ke und Zwie­bel in gro­be Stü­cke schnei­den, Weiß­brot grob zupfen.
  3. Papri­ka schä­len (das soll­te nun sehr ein­fach mit den Fin­gern oder einem Schäl­mes­ser gehen) und zusam­men mit den übri­gen Zuta­ten fein pürie­ren. Bei Bedarf ess­löf­fel­wei­se Was­ser hin­zu­fü­gen, bis die Kon­sis­tenz passt. Die Gazpa­cho soll­te nicht zu flüs­sig wer­den, aber natür­lich auch nicht brei­ig. Mit Rot­wein­essig, Salz und Pfef­fer abschme­cken und bis zum Ser­vie­ren kaltstellen.

  4. Mit grob gehack­ten Man­deln und Oli­ven­öl top­pen und bei­spiels­wei­se mit gerös­te­tem Brot servieren.

Tipps

Wenn es schnel­ler gehen soll, kann die Papri­ka auch frisch und unge­rös­tet mit in den Mixer gege­ben werden.

Pinke Radieschen-Gazpacho mit Mandeln

Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.

12 Kommentare

  1. Die Far­be wur­de bei mir lei­der nicht so schön rosa son­dern grün. Kann es mir nur dadurch erklä­ren dass ich eine lila Papri­ka ver­wen­det habe, die innen grün war. Dem Geschmack hat das aber kei­nen Abbruch getan – war super lecker!!

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    1. Papri­ka färbt ziem­lich stark, die grü­ne Far­be kam also mit Sicher­heit von der lila-grü­nen Scho­te. Freut uns den­noch, dass es dir so gut geschmeckt hat. 🙂

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  2. Ges­tern Abend gemacht und wie immer war es ein Traum. Alle bis­her von euch nach­ge­koch­ten Rezep­te sind unse­rer Favo­ri­ten. Dank Euch essen wir immr neue Spei­sen. Dan­ke für Eure Inspi­ra­ti­on. Zuhau­se schmeckt es meist bes­ser als Auswärts.

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    1. Ganz lie­ben Dank für das tol­le Feed­back. Freut uns mega, dass wir euch Küchen­inspo lie­fern können. 🙂

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  3. wer­den Man­deln und Weiß­brot auch mit püriert, oder nur dazu­ge­ges­sen, bzw. zur Deko?

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    1. Bei­des wird natür­lich mitpü­riert. Wie in Schritt 3 beschrieben. 🙂

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  4. Guten Mor­gen
    Ich habe die Gazpa­cho ges­tern Abend vor­be­rei­tet, weil ich heu­te Gäs­te habe. Lei­der ist sie viel zu dick, wie Brei, obwohl ich viel Was­ser, Essig und wenig Öl dazu gege­ben habe. Was soll ich nun machen?
    Lie­be Grüsse

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    1. Hi!

      Gazpa­cho dickt auf jeden Fall nach, wenn man sie auf Vor­rat zube­rei­tet. Frisch mixen ist da meist die bes­se­re Idee. Ich wür­de jetzt ein­fach mit Was­ser, Essig, Öl ver­dün­nen und neu abschmecken.

      Lie­be Grüße
      Jörg

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  5. ohhh die far­be ist ja auch ein traum! Muss ich mal pro­bie­ren – hört sich auch sehr lecker an 🙂

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    1. Tu das! Und lass uns wis­sen, wie sie dir geschmeckt hat. 🙂

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  6. Ihr Lie­ben!
    Vie­len Dank für die­ses wun­der­ba­re Rezept. Ich bin begeis­tert! Wie eigent­lich immer 🙂
    Nur eine klei­ne Anmer­kung: Ich habe noch etwas Was­ser bzw. Eis­wür­fel hinzufügt.

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    1. Super, das freut mich. Je nach ver­wen­de­tem Brot kann man natür­lich ein paar Ess­löf­fel mehr Was­ser hin­zu­ge­ben, klar. 🙂

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