Pastinaken-Sellerie-Suppe mit Apfel-Kapern-Topping

Pastinaken-Sellerie-Suppe mit Apfel-Kapern-Topping
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Die­se wär­men­de, leich­te Pas­ti­na­ken-Sel­le­rie-Sup­pe krönt die „Ham­mel­wur­zel“ zu einem unse­rer abso­lu­ten Lieb­lings-Win­ter­ge­mü­se. Und wäh­rend die Sup­pe 20 Minu­ten vor sich hin köchelt, berei­ten wir uns ein ein­fa­ches süß-sau­er-sal­zi­ges Apfel-Kapern-Top­ping zu.

Sind Pas­ti­na­ken das Gemü­se mit dem größ­ten opti­schen Wow-Fak­tor. Nope. Irgend­wie sehen sie aus wie blas­se, unför­mi­ge­re, haa­ri­ge­re Karot­ten. Ihr Spitz­na­me „Ham­mel­möh­re“ drückt ein wenig die Wert­schät­zung aus, die man ihr ent­ge­gen­bringt. Dabei waren die Rüben bis ins 18. Jahr­hun­dert abso­lu­tes Grund­nah­rungs­mit­tel, vor allem in Euro­pa. Die Römer fan­den das Wur­zel­ge­mü­se wohl beson­ders toll, wobei die­se Sto­ry auf wacke­li­gen Bei­nen steht, da man auf­grund des Man­gels an bild­li­chen Über­lie­fe­run­gen nicht mehr sicher sein kann, ob der Begriff „pas­ti­na­ca“ im Jahr 50 nach Chris­tus tat­säch­lich die Pas­ti­na­ke mein­te. Ver­mut­lich wur­den die Begrif­fe für (offen­bar nicht-gel­be) Karot­ten und Pas­ti­na­ken damals wild durch­ein­an­der­ge­wür­felt ver­wen­det. Es ist aber immer schö­ner, Gemü­se mit einer uralten Wert­schät­zung anzu­prei­sen, also behaup­te ich das auch wei­ter­hin. Unschul­dig bis zum Beweis des Gegen­teils und so.

Obwohl der Rübe unter ande­ren unzäh­li­gen Namen auch noch die „Ger­ma­nen­wur­zel“ ange­dich­tet wur­de, fiel sie bei uns dann aber in Ver­ges­sen­heit und wur­de von der eigent­lich ja eben­falls nicht beson­ders schick aus­se­hen­den Kar­tof­fel und der hin­ge­gen natür­lich blen­dend-leuch­ten­den, kna­cki­gen und ja, ein­fach meist etwas schi­cke­ren Karot­te ver­drängt. Erst in den letz­ten Jahr­zehn­ten fei­ert die alte Gemü­se­sor­te ein Come­back, wel­ches über ein paar Schüt­ten im klei­nen Bio­la­den hinausgeht.

Zutaten für vegane Pastinaken-Sellerie-Suppe

Die Rück­kehr in die Küchen hat die Pas­ti­na­ke aber auch mehr als ver­dient. Die Wur­zeln sind ein­fach anzu­bau­en, ent­hal­ten viel Vit­amin C – prak­tisch für ein Win­ter­ge­mü­se – und Kali­um, wel­ches zur Funk­ti­on unse­res Ner­ven­sys­tems bei­trägt und schluss­end­lich schme­cken sie halt ein­fach auch gut. Süß­lich wie Karot­ten – die Wur­zeln dien­ten in raue­ren Vor­zei­ten auch als Süßungs­mit­tel – mit einem nus­si­gen, inten­si­ven Unterton.

Roh bekommt man die­se Nähr­stof­fe natür­lich am bes­ten in sich hin­ein, aber ein Pas­ti­na­ken-Salat ist eine Geschich­te für einen spä­te­ren Zeit­punkt, heu­te kochen wir … Sup­pe. Genau­er eine Pas­ti­na­ken-Sel­le­rie-Sup­pe mit Apfel-Kapern-Top­ping. Zur Ham­mel­wur­zel geben wir Knol­len­sel­le­rie (noch so eine ver­kann­te „Schön­heit“ der Gemü­se­welt) und ihren Erz­feind, die Kar­tof­fel und wür­zen mit Knob­lauch, Thy­mi­an und Lor­beer. Zusam­men mit Gemü­se­brü­he und etwas Hafer­sah­ne ergibt das eine cre­mi­ge, herz­haf­te Sup­pe mit einer dezen­ten Süße. Süß­saure Apfel­wür­fel, leicht schar­fe, fein gehack­te Scha­lot­ten und sal­zi­ge, uma­mi-voll­ge­pack­te Kapern heben die Sup­pe als Top­ping noch auf ein höhe­res Level. Genau­so der rote Lang­pfef­fer, den wir in unse­rem Pfef­fer­spe­cial vor­ge­stellt haben. Das fri­sche, zitro­ni­ge Aro­ma passt per­fekt zur Sup­pen-Top­ping-Kom­bi­na­ti­on, wer jedoch kei­nen Lang­pfef­fer im Gewürz-Sam­mel­su­ri­um hat, kann auch schwar­zen Pfef­fer verwenden.

Und falls du beim Ser­vie­ren noch einen inter­es­san­ten Fun Fact fürs Tisch­ge­spräch brauchst: Aus Pas­ti­na­ken kann man schein­bar Wein machen. Und ja, irgend­wie hät­te ich gro­ße Lust drauf, das aus­zu­pro­bie­ren. Rezept gefäl­lig? Oder soll­te ich das eher Vor­kost-Ser­vice nennen?

Suppentopping aus Apfel, Zwiebel und Kapern
Zuta­ten für 4 Por­tio­nen

Pastinaken-Sellerie-Suppe mit Apfel-Kapern-Topping

Zube­rei­tung 30 Minu­ten
Gesamt 30 Minu­ten
  • 200 g Pas­ti­na­ke
  • 100 g Sel­le­rie
  • 500 g Kar­tof­feln
  • 1 Zwie­bel
  • 2 Zehen Knob­lauch
  • 2 EL Oli­ven­öl
  • 800 ml Brü­he
  • 150 ml Hafer­sah­ne
  • 2 Zwei­ge Thy­mi­an
  • 2 Blät­ter Lor­beer
  • ¾ TL Salz je nach Sal­zig­keit der Gemüsebrühe

Für das Topping

  • 1 Scha­lot­te
  • 30 g Apfel
  • 30 g Kapern
  • 4 TL Kapern­sud
  • 1 TL Thy­mi­an Blät­ter gezupft
  • ¼ TL roter Lang­pfef­fer oder schwar­zer Pfeffer
  1. Pas­ti­na­ke, Sel­le­rie und Kar­tof­feln in nicht zu gro­ße Wür­fel schnei­den, Zwie­bel grob wür­feln, Knob­lauch hacken.

  2. Oli­ven­öl in einen hei­ßen Topf geben und das Gemü­se bei mitt­le­rer Hit­ze 5 Minu­ten anschwitzen.

  3. Mit Gemü­se­brü­he und Hafer­sah­ne ablö­schen, Thy­mi­an­zwei­ge zusam­men mit dem Lor­beer­blatt zur Sup­pe geben. Mit Salz wür­zen und mit geschlos­se­nem Deckel bei nied­ri­ger bis mitt­le­rer Hit­ze 20 Minu­ten kochen.

  4. Für das Top­ping Scha­lot­te fein wür­feln, Apfel in etwa 3–5 mm gro­ße Wür­fel schnei­den. Mit Kapern und Kapern­sud und Thy­mi­an ver­men­gen und bei­sei­te stellen.

  5. Thy­mi­an­zwei­ge und Lor­beer­blät­ter aus dem Topf neh­men und die Sup­pe mit dem Pürier­stab oder im Hoch­leis­tungs­mi­xer pürie­ren. Mit Salz abschmecken.

  6. Sup­pe auf Schüs­seln ver­tei­len, das Apfel-Kapern-Top­ping dar­auf geben und mit Pfef­fer würzen.

Pastinaken-Sellerie-Suppe mit Apfel-Kapern-Topping

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Steady

Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.


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  1. Tol­les Rezept, mega lecker! Die Pas­ti­na­ke ist für mei­nen Geschmack auch nicht zu domi­nant und das Top­ping gibt die nöti­ge Fri­sche und Säu­re. Dan­ke, dass ihr mei­nen Spei­se­plan mal wie­der berei­chert habt!