Muhammara – genialer Walnuss-Paprika-Dip

Muhammara – genialer Walnuss-Paprika-Dip
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Ein Dip, der euer Leben verändern könnte: Muhammara aus gerösteter roter Paprika und Walnüssen. Rauchig, nussig und voller Umami.

Wenn ihr genauso Dip-verrückt seid, wie wir – oder Oliver Putnam aus der Krimi-Comedy-Serie „Only Murders in the Building“ – dann darf köstliches Muhammara in eurem Aufstrich-Repertoire auf keinen Fall fehlen. Ausgesprochen wird das Ganze übrigens „m’ha-mara“ und bedeutet übersetzt ganz einfach „rötlich“ oder „gerötet“.

Der Ursprung des leckeren Mezze-Aufstrichs wird in Aleppo, Syrien verortet, er ist aber auch in der Türkei, dort vor allem in den südlicheren Regionen, stark verbreitet. Eine nah verwandte und vereinfachte Version, den türkischen Tomaten-Walnuss-Aufstrich haben wir ja schon ein Weilchen auf dem Blog. Für diese Blitzzubereitung benötigen wir nur Tomatenmark und Walnüsse, für Muhammara kommen statt des Tomatenmarks frische, geröstete rote Paprika zum Einsatz.

Muhammara – genialer Walnuss-Paprika-Dip

Rösten könnt ihr die Schoten im Backofen, über der Gasherdflamme oder ganz einfach in der Pfanne. Letzteres haben wir schon so häufig mit dem Tapas-Klassiker Pimientos de Padron gemacht, dass wir mittlerweile tatsächlich häufiger in der Pfanne, als im Rohr rösten. Das ist vor allem im Sommer in der warmen Wohnung einfach angenehmer und geht sogar fast schneller.

Da wir für den besseren Geschmack auch Walnusskerne anrösten, ist die Pfanne dann sowieso schon aufgeheizt. Anschließend müssen nur noch die Paprikastücke in die heiße Pfanne geworfen werden. Das machen wir, genau wie bei den Nüssen auch, ganz ohne Öl. Das hat den Vorteil, dass nichts spritzt oder unangenehm riecht. Im Gegenteil, der Duft der trocken gerösteten Schoten ist wahnsinnig lecker. Und das sage ich, die, sehr zum Leidwesen von Jörg, auf zu heftige Grill‑, Brat- und Küchengerüche öfter mal empfindlich reagiert. Die Paprikahaut darf dabei richtig dunkel werden und Blasen werfen. Keine Angst, schwarze Stellen werden anschließend durch das Abziehen der Haut entfernt – übrig bleibt dann nur das leckere rauchige Aroma, das den Dip letztendlich ausmacht. Hat das Gemüse ordentlich Farbe angenommen, kommt der Deckel drauf, damit das Fruchtfleisch durch den entstehenden Dampf garen kann. Verwendet für den Vorgang eine Gusseisen- oder Stahlpfanne, eine beschichtete ist nicht geeignet.

Das war auch schon die größte „Arbeit“. Der Rest ist ein Kinderspiel. Die einen schwören darauf, die Zutaten in den Mörser zu geben und alles zu einer etwas gröberen Paste zu stampfen. Das verlangt natürlich auch ein bisschen Muskelschmalz. Bequemer und schneller schreddert sich alles im Food Processor. Die Konsistenz lässt sich ganz einfach steuern: Über die Pulse-Funktion könnt ihr alles erst stückig hacken und nach und nach je nach Gusto feiner mixen.

Was muss sonst noch rein? Neben den Hauptdarstellern Paprika und Walnüssen sorgen Semmelbrösel für eine spannende Konsistenz. Süß-säuerlicher Granatapfelsirup, den es in jedem türkischen Supermarkt gibt, bringt Balance in die Mischung und Gewürze wie Kreuzkümmel und Chiliflocken runden den Dip perfekt ab. Im Original werden Aleppo-Chiliflocken verwendet, aber auch Pul Biber, die typischen türkischen Chilis schmecken prima. Für den säuerlichen Frischekick darf Zitronensaft nicht fehlen. Außerdem haben wir ein wenig frischen Thymian mit hineingeschummelt, der gerade auf unserer Fensterbank wuchert. Passt perfekt! Na ja, und die obligatorische Knoblauchzehe versteht sich ja von selbst.

Fladenbrot

Besonders gut macht sich Muhammara in einer Mezze-Runde mit Hummus, Baba Ghanousch oder Mutabbal. Aber auch solo, mit arabischem Brot, Oliven und ein paar Gemüsesticks serviert, schmeckt der Dip phänomenal gut. Wir lieben ihn auch als Sandwich-Aufstrich oder zusammen mit Pasta. Einfach verwendet wie Pesto – sagenhaft!

Lasst uns gerne wissen, ob ihr auch so begeistert seid und wie und wozu ihr den Dip am liebsten esst. Und, ach ja, das Fladenbrot auf dem Bild haben wir spontan selbst dazu gebacken. Schreibt’s uns gerne wieder in die Kommentare, falls ihr gerne das Rezept dazu hättet. Wir freuen uns wie immer auf euer Feedback!

Muhammara – genialer Walnuss-Paprika-Dip
Zutaten für 6 Portionen

Muhammara – genialer Walnuss-Paprika-Dip

Zubereitung 30 Minuten
Gesamt 1 Stunde
+ Ziehzeit 30 Minuten
  1. Walnüsse in einer heißen Pfanne ohne Öl 2–3 Minuten rösten. Ab und zu umrühren und aufpassen, dass sie nicht anbrennen. Aus der Pfanne nehmen, 1 EL der Walnüsse für das Topping beiseitelegen.

  2. Paprika halbieren und entkernen. Mit der Schnittseite nach oben ohne Öl in die heiße Pfanne geben und 7 Minuten auf der Hautseite braten. Anschließend wenden und mit geschlossenem Deckel 20 Minuten bei mittlerer Hitze dämpfen. Bei Bedarf 50 ml Wasser dazugeben.

  3. Schwarze Hautstellen der Paprika entfernen.
  4. Paprika, Knoblauch, Chiliflocken, Granatapfelsirup, Kreuzkümmel, Thymian, Zitronensaft, Olivenöl und Salz in den Food Processor geben und glatt pürieren.

  5. Walnüsse und Semmelbrösel hinzufügen und mit der Pulse-Funktion zur gewünschten Konsistenz – je nach Geschmack stückiger oder feiner – verarbeiten.

  6. Beiseite gelegte Walnüsse grob hacken. Muhammara in eine Schüssel geben. Mit dem Löffel eine kleine Mulde formen, etwas Olivenöl hineingeben und mit gehackten Walnüssen garnieren. Mit arabischem Brot und Gemüsesticks servieren.

Unsere Tipps

  • Den Dip nach dem Mixen 20–30 Minuten im Kühlschrank ziehen lassen. Ist die Konsistenz zu flüssig, können nach Bedarf Semmelbrösel hinzugegeben werden.
  • In absoluter Zeitnot könnt ihr den Dip auch mit fertig gerösteten Paprika aus dem Glas zubereiten. Diese solltet ihr vorher aber sehr gut abtropfen lassen.
  • Der Granatapfelsirup lässt sich geschmacklich schwierig durch etwas anderes ersetzen. Zur Not verwendet ihr eine Mischung aus einem anderen Sirup, wie beispielsweise Ahornsirup und etwas mehr Zitronensaft.
Muhammara – genialer Walnuss-Paprika-Dip

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Steady

Seit 2005 aus ethischen Gründen glücklich vegan. Ist dem Backen von gutem Sauerteigbrot verfallen, würde für Kartoffeln ihr letztes Hemd geben und wird deshalb auch Mrs. Potato Head genannt. Träumt außerdem vom eigenen Permakulturgarten mit den Bremer Stadtmusikanten.


Gib deinen Senf dazu!

  1. Super genialer Dip! Da ich jedoch einen Walnuss-Allergiker hier im Haus habe, hab ich den Dip jetzt einmal mit gerösteten Haselnüssen gemacht und einmal mit gerösteten Pinienkernen.
    Beides auch verdammt lecker, aber die Haselnüsse haben bei uns gewonnen 🙂
    Passt nicht nur zum Fladenbrot, sondern peppt auch jedes schnöde Toast auf und auch auf Burgern echt lecker!
    Vielen Dank für das Mega Rezept!

  2. Schmeckt sehr gut – ist aber doch ne große Menge. Was meint ihr, wie lange hält sich das? Brotrezepte gehen immer, Fladenbrot sowieso, also immer her damit 🙂