Lauchspaghetti – Pasta con porro

Lauchspaghetti – Spaghetti con Porro
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Lauchs­pa­ghet­ti. Klingt viel­leicht nur so halb­spek­ta­ku­lär, ent­puppt sich als Pas­ta con por­ri aber als per­fek­te Kom­bi­na­ti­on aus unse­rer aller Lieb­lings­nu­del und einem wahr­haft unter­schätz­tem Gemü­se: Porree.

Lauch hat gera­de in der jün­ge­ren Ver­gan­gen­heit ja eher stei­le Kar­rie­re als Schimpf­wort gemacht, als sich mal ordent­lich anzu­stren­gen und als Haupt­zu­tat zu pro­fi­lie­ren. Man könn­te sich jetzt die Fra­ge stel­len, was auch von einer über­di­men­sio­nier­ten Früh­lings­zwie­bel zu erwar­ten ist, aber das wäre mir zu einfach.

Ja, ich gebe zu, dass ich den Lauch auch ger­ne mal als Bezeich­nung für man­che Mit­men­schen her­neh­me – völ­lig lie­be­voll, ver­steht sich –, noch lie­ber habe ich das zwie­be­li­ge Gemü­se dann aber doch ganz klas­sisch auf dem Tel­ler vor mir. Bei­spiels­wei­se zusam­men mit Karot­ten und Knob­lauch in ein­fa­chen, schnell gemach­ten und eigent­lich viel zu pro­fan klin­gen­den Lauchs­pa­ghet­ti als gemü­si­gen, lang-lulatschi­gen Tag-Team-Part­ner zu unse­rer ver­mut­lich aller Lieblingspasta.

Lauchspaghetti – Spaghetti con Porro

Dafür wird der Lauch zuerst der Län­ge nach hal­biert und vor allem am Über­gang vom wei­ßen, fes­ten Teil zum Blatt­grün gut geputzt. Hier nimmt Por­ree beim Wach­sen ja ganz ger­ne mal eine Ladung Erde mit, die wir ungern erst beim Essen ent­de­cken. Die Zube­rei­tungs­art sieht schluss­end­lich also nicht nur schick aus und passt sich der Form der Nudeln an, sie ist auch noch prak­tisch. Die hal­bier­ten Stan­gen wer­den dann in etwa sechs cm lan­ge Stü­cke und anschlie­ßend längs in dün­ne Juli­en­ne geschnit­ten. Genau­so machen wir es mit einer Karot­te, deren süß­li­ches Aro­ma per­fekt zum Lauch passt und auch ein wenig Biss mit ins Spiel bringt. Knob­lauch darf auch nicht feh­len, der wird ein­fach in dün­ne Schei­ben geschnitten.

Wäh­rend die Spa­ghet­ti für etwa acht Minu­ten in ordent­lich gesal­ze­nem Was­ser al den­te gekocht wer­den, wan­dert das Gemü­se mit gutem Oli­ven­öl und einem klei­nen Stück­chen vega­ner But­ter in eine hei­ße Pfan­ne und wird dort zusam­men mit Thy­mi­an, Cayenne- und schwar­zem Pfef­fer unter häu­fi­gem Rüh­ren für eini­ge Minu­ten geschmort, bevor wir das Gan­ze mit einer ordent­li­chen Schöpf­kel­le voll Pasta­was­ser ablö­schen. Das Nudel­was­ser redu­ziert nun ein, die ent­hal­te­ne Stär­ke sorgt dafür, dass dabei eine leicht cre­mi­ge und trotz­dem sehr leich­te, zar­te Sau­ce entsteht.

Haben die Spa­ghet­ti den per­fek­ten Biss, wer­den sie abge­gos­sen (sicher­heits­hal­ber fängst du an die­ser Stel­le noch­mal eine Schöpf­kel­le voll Nudel­was­ser auf), mit Hil­fe einer Gabel in besag­ter Schöpf­kel­le rund auf­ge­dreht und eini­ger­ma­ßen deko­ra­tiv sozu­sa­gen dutt­för­mig auf Tel­lern ange­rich­tet. Zum Schluss wird das Gemü­se abge­schmeckt, bei Bedarf kom­men dabei noch­mal ein paar Ess­löf­fel Nudel­was­ser dazu, um es auf­zu­lo­ckern, und auf den Lauchs­pa­ghet­ti ange­rich­tet. Ein biss­chen zusätz­li­cher frisch gemah­le­ner Pfef­fer und vega­ner Par­me­san oben drauf und dann lass es dir schme­cken … du Lauch.

Noch mehr Appe­tit auf Lauch im Mit­tel­punkt? Dann pro­bier’ unbe­dingt unse­ren kara­mel­li­sier­ten Lauch auf Cacio-e-Pepe-Hir­se.

Lauchspaghetti – Spaghetti con Porro
Zuta­ten für 2 Por­tio­nen

Lauchspaghetti – Pasta con porro

Zube­rei­tung 20 Minu­ten
Gesamt 20 Minu­ten

Außerdem

  1. Lauch längs hal­bie­ren und gut put­zen. Anschlie­ßend die Hälf­ten jeweils in etwa 6 cm lan­ge Stü­cke und anschlie­ßend in fei­ne Juli­en­ne schnei­den. Karot­te zunächst schräg in Schei­ben und eben­falls anschlie­ßend in dün­ne Strei­fen schnei­den. Knob­lauch in dün­ne Schei­ben schneiden.
  2. Nudeln in gut gesal­ze­nem Was­ser etwa 8 Minu­ten al den­te kochen.
  3. Wäh­rend­des­sen Oli­ven­öl und vega­ne But­ter in eine hei­ße Pfan­ne geben, Gemü­se bei mitt­le­rer Hit­ze 5 Minu­ten zusam­men mit Thy­mi­an, Chi­lif­locken und Pfef­fer anbra­ten, mit Salz wür­zen. Mit etwa 1–2 Schöpf­kel­len Nudel­was­ser (ca. 150 ml) ablö­schen, auf­ko­chen und schmo­ren las­sen, bis die Pas­ta gegart ist.
  4. Spa­ghet­ti abgie­ßen, dabei etwas Nudel­was­ser auf­fan­gen. Mit Hil­fe einer Gabel in der Schöpf­kel­le rund auf­dre­hen und auf Tel­lern anrich­ten. Gemü­se bei Bedarf mit etwas mehr Nudel­was­ser auf­lo­ckern und mit Salz abschme­cken. Auf den Spa­ghet­ti anrich­ten und mit vega­nem Par­me­san und etwas mehr frisch gemah­le­nem Pfef­fer getoppt servieren.
Lauchspaghetti – Spaghetti con Porro

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Steady

Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.


Gib deinen Senf dazu!

  1. Hal­lo (erst­mal),
    dass Men­schen auch manch­mal Lauch genannt wer­den (auf­grund wel­cher Eigen­schaf­ten eigent­lich?), ist bis­her an mir vor­über­ge­gan­gen, aber ich wer­de am Wochen­en­de mei­ne halb- bis drei­vier­tel­wüch­si­gen Enkel ein­mal dar­auf anspre­chen. Ich über­le­ge, ob es eine vega­ne und über­haupt güns­ti­ge Ent­wick­lung ist, wenn man neu­er­dings nicht mehr die Tie­re dif­fa­miert, son­dern statt­des­sen das Gemü­se. Aller­dings hat das Gemü­se auch schon genug mit­ge­macht, allein das Wort „Gemü­se“ strotzt nicht gera­de vor Wert­schät­zung, son­dern beschreibt nur eine total ver­al­te­te Art der Zubereitung.
    Aber das nur neben­bei, denn ich woll­te auf das neue Rezept „Spa­ghet­ti con Por­ro“ Bezug neh­men. Eigent­lich mag ich es nicht, wenn Ihr Kom­men­ta­re bekommt, wie „Das klingt toll, das wer­de ich sofort aus­pro­bie­ren!“ und fän­de es aus­sa­ge­kräf­ti­ger, wenn das Rezept erst aus­pro­biert und dann kom­men­tiert wer­den wür­de. Aber dies­mal reißt es mich sel­ber zum vor­schnel­len Kom­men­tar, weil ich von der Idee der­art begeis­tert bin und mich ärge­re, dass ich nicht sel­ber drauf gekom­men bin, Lauch und Möh­ren und Pas­ta so zu ver­ar­bei­ten. Übri­gens sind Spa­ghet­ti nicht „unser aller“ Lieb­lings­nu­deln, son­dern bei mir sind es Band­nu­deln. Zum Glück habe ich aber noch Din­kel-Spa­ghet­ti und muss mir nun wohl doch einen ent­spre­chen­den Vor­rat zule­gen. Und was vega­nen Par­me­san betrifft, so möch­te ich auch noch mei­nen Senf (nein, Senf passt natür­lich gar nicht) dazu­ge­ben. Ich neh­me näm­lich ger­ne statt­des­sen fei­ne bis mit­tel­gro­be Brot­krü­mel (also nicht etwa fer­tig gekauf­te Sem­mel­brö­sel), manch­mal in Oli­ven­öl ange­bra­ten und gesal­zen, manch­mal aber auch ein­fach nur kno­chen­tro­cke­ne Brot­kru­men. Ein Tipp aus der ita­lie­ni­schen „Arme-Leu­te-Küche“! Über­haupt inter­es­sie­re ich mich sehr für Rezep­te aus Not­zei­ten und fin­de es bewun­derns­wert, was die Haus­frau­en – denn die waren es ja wohl – sich haben ein­fal­len las­sen, ihre Leu­te nicht nur satt zu krie­gen, son­dern sie auch Auge und Herz berück­sich­tigt haben! Mög­li­cher­wei­se kom­men wir da ja wie­der hin.…
    Mit lie­bem Gruß
    Jutta

    1. Hal­lo Jutta, 

      lass dir das mit dem Lauch tat­säch­lich vom Enkel erklä­ren, ist ja auch beziehungsbildend. 😅

      Wir sind ja der Mei­nung, dass man alles mit etwas Augen­zwin­kern sehen darf und haben somit kein Pro­blem damit, dass der Lauch auch als ja abso­lut null vul­gä­res Schimpf­wort Kar­rie­re macht, solan­ge er dann halt auch lecker auf dem Tel­ler landet.

      Lie­be Grüße
      Jörg

  2. Mit die­sem Kom­men­tar möch­te ich mich für die Ver­öf­fent­li­chung des Rezep­tes für die­ses Gericht bedanken.
    Ich ent­deck­te es am heu­ti­gen Mor­gen, habe es am heu­ti­gen Abend direkt aus­pro­biert und kann nun berich­ten, dass es uns sehr gut schmeckte.
    Falls sich jemand dafür inter­es­siert, wie es bei uns aus­sah, kann man mei­nen Bei­trag in mei­nem Blog dazu über den Link https://​gour​man​di​se​.wor​d​press​.com/​2​0​1​9​/​0​2​/​0​5​/​s​p​a​g​h​e​t​t​i​-​p​o​r​ro/ erreichen.
    Mit kuli­na­ri­schen Grüßen
    Gourmandise

  3. So etwas ähn­li­ches mit Zuc­chi­ni haben wir ges­tern auch gemacht. Es hat den Vor­teil, dass das Gemü­se in der Form sehr schnell gegart ist. Nach 20 Minu­ten „schnip­peln“ inklu­si­ve kochen ist man bereits fertig.
    Und mit Lauch kann ich mir das eben­falls gut vorstellen.

    Gruß,
    Jens

  4. Hal­lo Jörg,
    ein fan­tas­ti­sches Gericht!! Ich hät­te nie gedacht, das so weni­ge Zuta­ten wie für die­se Soße so unglaub­lich lecker sein können!!

    Lie­be Grü­ße, Anke