Knödel-Auflauf mit veganer Winter-Bolognese

Knödel-Auflauf mit veganer Winter-Bolognese
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Bei unserem Knödel-Auflauf mit veganer Winter-Bolognese kommt die Beilagen-Hoheit ausnahmsweise mal aus dem Ofen. Völlig neujahrsvorsatzgerecht in einfach, leicht und voller Gemüse und Proteine.

Wer hat eigentlich festgelegt, dass Knödel in der allgemeinen Kochdiskussion meist nur als einfache Beilage angesehen werden? Und wer hat behauptet, dass die Zeit nach Weihnachten als Knödelpause gilt? Wir jedenfalls nicht, wir knödeln uns durchs ganze Jahr.

Allerdings haben auch wir gerade nach den Feiertagen die (nicht nur) sprichwörtliche Schnauze voll vom „großformatigen“ Projektkochen. Einfach und schnell sollte es gerade sein, das Mittag- oder Abendessen auf den Tisch zu bringen. Bonuspunkte gibt’s, wenn es auch noch Spaß macht. Da werden wir auch ganz gerne mal etwas kindischer. Unser Knödel-Auflauf mit veganer Winter-Bolognese ist definitiv für den oder die innerliche Fünfjährige geeignet, wie auch für den eventuell tatsächlich existenten Nachwuchs bei euch. Die völlig ernst gemeinte Knödel-Kasserolle sieht nicht nur aus, als wäre sie der Frage nach der kollektiven Lieblingsessen-Fantasie einer Vorschulklasse entsprungen, sie wird auch völlig kind- und neujahrsvorsatzgerecht zubereitet. Nicht zu kompliziert – den veganen Knödelteig kaufen wir einfach fertig –, nicht zu schwer, dafür voller Gemüse und Proteine und ohne einen Tropfen vom ansonsten klassischen Bolo-Wein. Letzterer ist traditionell übrigens nicht rot, wie ich im Rezept für unsere vegane Linsen-Bolognese erklärt habe – das nur am Rande.

Aber nicht nur der Knödelteig bekommt ein etwas ungewöhnliches Upgrade verpasst. Auch die Pastinake kann mehr, als „Dafür steh’ ich mit meinem Namen“-Babybrei und Suppe (nix gegen Pastinakensuppe und der „Brei“ hätte auch mal ein volljähriges Pendant verdient, wie ich finde). Die süße und gleichzeitig herzhafte, etwas nach Fenchel schmeckende Wurzel passt zusammen mit Zwiebel, Karotten und Stangensellerie perfekt ins Soffritto für eine schnelle, winterliche vegane Bolognese mit Räuchertofu. Auf eine Art und Weise ersetzt sie, zusammen mit getrockneten Tomaten und Einlegesud von schwarzen Oliven, den erwähnten Wein, der sonst für die Extraportion Umami in der veganen Bolognese sorgt. Ein paar Fenchelsamen und ordentliche Prisen Zimt und Piment geben der Sauce zusammen mit dem rauchigen Geschmack des Tofus ein zusätzliches winterliches Aroma und ein beim aktuell trüben Wetter willkommenes wärmendes Gefühl in der Magengegend.

Knödel-Auflauf mit veganer Winter-Bolognese

Die Bolognese kochen wir vor, ein reines One-Pan-Gericht wird es also nicht. Aber wir sparen uns einiges an Zeit. Im Gegensatz zu einer „richtigen“ Bolo blubbert die Sauce nur 15–20 Minuten auf dem Herd, während die Knödel geformt werden. Den Rest erledigt der Backofen. Apropos Backofen: Der muss nicht immer vorgeheizt werden. Aus Energiespargründen ist es bei vielen Rezepten ratsam, den Schritt zu überspringen. Das funktioniert zwar nicht immer – Pizza benötigt eben schnelle, hohe Hitze –, bei unserem Knödel-Auflauf mit veganer Winter-Bolognese allerdings sehr wohl. Allerdings muss die durchschnittliche Zeit, die der verwendete Herd normalerweise zum Vorheizen benötigt – häufig etwa 10 Minuten – mit auf die eigentliche Kochzeit aufgeschlagen werden.

Vor dem Backen toppen wir die Knödel jeweils noch mit einer Olivenscheibe und ein paar Tropfen Olivenöl und danach mit Petersilie und unserem obligatorischen veganen Parmesan. Also ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber mein innerliches fünfjähriges Ich scheppert gerade ungefähr so ungeduldig wie ungelenk den Löffel aufs Hochstuhl-Tablett und sabbert sich dabei den Latz voll.

Knödel-Auflauf mit veganer Winter-Bolognese
Zutaten für 4 Portionen

Knödel-Auflauf mit veganer Winter-Bolognese

Vorbereitung 20 Minuten
Zubereitung 15 Minuten
Gesamt 35 Minuten

Für die vegane Winter-Bolognese

Außerdem

  • 500 g veganer Knödelteig halb und halb, selbst gemacht oder gekauft
  • 5 Kalamata-Oliven
  • 2 TL Olivenöl
  • 10 g Petersilie
  • 2 EL veganer Parmesan
  1. Getrocknete Tomaten in eine Schüssel geben, mit 500 ml kochendem Wasser übergießen und beiseite stellen.
  2. Zwiebel, Karotte, Sellerie und Pastinake relativ fein würfeln. Olivenöl in einen heißen Topf geben, Gemüse bei mittlerer bis hoher Hitze 5 Minuten anschwitzen, dabei ab und zu umrühren. Getrocknete Tomaten aus dem Wasser nehmen – die Brühe nicht wegkippen! – und ebenfalls fein würfeln.

  3. Fenchelsamen, Zimt, Piment, Oregano, Tomatenmark und Ahornsirup dazugeben, unter Rühren 1–2 Minute anrösten, bis das Tomatenmark eine ziegelrote Farbe annimmt. Räuchertofu mit den Händen mittelfein zerbröseln und unterrühren. Mit gehackten Tomaten und dem Einweichwasser der getrockneten Tomaten ablöschen. Mit Deckel 15 Minuten köcheln lassen.
  4. 12 kleine Knödel aus dem fertigen Knödelteig formen, mit dem Daumen jeweils eine kleine Vertiefung eindrücken. Oliven in Scheiben schneiden, je eine Olivenscheibe in die Vertiefung der Knödel geben.
  5. Vorgekochte Bolognese in eine feuerfeste Form mit einer ungefähren Größe von 20 x 30 cm geben. Knödel in die Sauce geben, mit dem restlichen Olivenöl toppen und bei 180 °C Umluft 15 Minuten backen.

  6. Knödel-Auflauf mit gehackter Petersilie und veganem Parmesan getoppt servieren.
Knödel-Auflauf mit veganer Winter-Bolognese

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Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.


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  1. Super gemütliches Gericht. Die Bolognese ist wirklich phantastisch: Total vollmundig. Wir haben‘s gestern ausprobiert und meine Frau wünscht es sich für ihr „Geburtstagsessen“ in ein paar Wochen – das ist schon eine besondere Auszeichnung!

      1. Mit kloßteig Pflichtprogramm für mich. Sehr feine Idee. Danke dafür. Werde ich auf jeden Fall öfter kochen. Da ich im Team Taifun bin und deren unfassbier leckerer Räuchertofu sich leider imho schlecht zerbröseln lässt werde ich es das nächste mal wohl mit Natur Tofu probieren und diesen ein wenig mitbraten . Nochmal vielen lieben Dank. Das Rezept war bei uns sogar Kindertauglich. Also großes Kompliment.

      2. Danke für das tolle Feedback! Den Taifun-Tofu könntest du auch im Food Processor oder im Mixer grob hacken. 

        Liebe Grüße
        Jörg

  2. Hallo!
    Könnte ich für die Knödel hier euer Rezept für seidene Knödel verwenden? In Österreich gibts meines Wissen nach keinen halb-halb Fertigteig zu kaufen..
    liebe Grüße!

  3. Hi ihr zwei!

    Zuerst ein ganz großes Kompliment für Eure supertolle Webseite! Ich kenne sie schon seit vielen Jahren und habe schon unzählige Rezepte nachgekocht und freue mich immer über Eure Beiträge, auch weil sie so anregend und lustig geschrieben sind. Außerdem seid Ihr auch irre kreativ, wie das aktuelle Rezept mal wieder schön zeigt! Zu dem Rezept habe ich noch eine kleine Frage: werden die Knödel noch in Wasser gegart bevor sie in die Bolognese Sauce kommen oder kommen die da so zusagen roh rein und werden dann in der Bolo Sauce fertig gegart? Danke für Eure Antwort und macht weiter so!

    Viele Grüße,

    Isabelle

    1. Hallo liebe Isabelle,

      vielen lieben Dank für das tolle Feedback. Das freut uns wirklich!

      Nein, die Knödel müssen nicht vorgegart werden, der Knödelteig kommt direkt aus der Packung auf die Bolo. Keine Sorge, so einen wichtigen Schritt hätten wir nicht vergessen. 🙂

      Liebe Grüße
      Jörg

      1. Gerade gemacht und gegessen! Hat super geklappt und wunderbar geschmeckt! Vielen Dank!

  4. Hi Jörg,
    Bin gerade an Kochen und Ausprobieren des Knödel-Bolo-Rezepts!
    Was mache ich mit den eingeweichten (getrockneten) Tomaten?
    Hungrige Grüße
    Nicole

  5. Direkt ausprobiert und mein fünfjähriges sowie mein 30-something Ich haben es gleichermaßen sehr genossen! Vielen Dank für eure tollen Rezepte. Als Grafikerin schätze ich die tolle Aufmachung des gesamten Blogs auch immer besonders.

    1. Yay, das freut uns riesig, liebe Andrea! Tausend Dank auch für das liebe Feedback zum Blog – nachdem wir das ganze letzte Jahr (und davor auch schon) nur sehr zäh mit der Umgestaltung vorangekommen sind, tut das unserer Seele wirklich gut. 😅

      Liebst
      Nadine

      1. Hallo,
        das hört sich sehr lecker an? Müssen die Knödel nicht vorher gekocht werden? Auf meinem Päckchen steht 20Min. und falls nicht, wo kommt die Flüssigkeit für die Knödel her? Reicht da die Sauce tatsächlich zum Garen?
        Danke!

      2. Hi Fabiane,

        nein, der Knödelteig kommt direkt aus der Packung auf die Bolo. Im Gegensatz zu beispielsweise Pasta brauchen die Knödel keine Flüssigkeit, der Teig ist ja nicht getrocknet. Die Ofenhitze und der Dampf der Sauce reicht zum Garen aus. 🙂

        Liebe Grüße
        Jörg