#

MSG auf alles! Warum die Vorurteile gegenüber Glutamat (fast) völlig unbegründet sind.

Ist Glutamat ungesund?

Uma­mi. Kaum ein ande­res Wort gebrau­chen wir so infla­tio­när auf dem Blog wie Uma­mi. Wir ste­hen eben auch unheim­lich auf den „fünf­ten Geschmack“. Auf das Herz­haf­te, das Voll­mun­di­ge. Auf das Wür­zi­ge, die aus dem Japa­ni­schen direkt über­setz­te „Schmack­haf­tig­keit“, schlicht und ergrei­fend auf … Glutamat.

Schock­schwe­re­not! Ist Glut­amat denn nicht der Teu­fel? Nein, und bit­te lies die­sen Text bis zum Ende, bevor du mit Voll­gas zum Kom­men­tar­feld scrollst, um dei­ner Empö­rung mit laut­star­kem Tas­ta­tur-Kla­ckern schnau­bend Luft zu machen. Wie kann die­ser Typ es wagen, den tau­send­fach wie­der­hol­ten Ser­mon gegen Glut­amat in Fra­ge zu stel­len? Hey, ver­ständ­lich, man hat eben ger­ne Angst, wenn es um Essen geht und auch mei­ne Mei­nung zu Mono­na­tri­um­glut­amat änder­te sich.

Wenn über Jah­re hin­weg – und vor allem tra­gi­scher­wei­se nach wie vor – „Gesund­heits­ex­per­ten“, Ver­brau­cher­zen­tra­len (ver­mut­lich ein­fach mal aus dem Prin­zip „Num­mer sicher“, aber dazu kom­men wir noch), das Fern­se­hen, sämt­li­che Illus­trier­te, aber auch ernst­zu­neh­men­de­re Nach­rich­ten­häu­ser und dann eben auch eine Mas­se an mehr oder weni­ger pseu­do­wis­sen­schaft­li­chen Web­sei­ten das Zeug regel­recht ver­teu­feln und vor mas­sivs­ten Gesund­heits­ri­si­ken war­nen, muss das ja stimmen.

Aber ist Glut­amat wirk­lich so schlimm, wie dort pro­pa­giert? Nein, ist es nicht und mit der Mei­nung ste­he ich nicht allei­ne da. Auch die Wis­sen­schaft gibt mir recht, dar­un­ter auch die Deut­sche Gesell­schaft für Ernäh­rung und glück­li­cher­wei­se auch mehr und mehr die all­ge­mei­nen Medien.

War­um? Dafür gibt es meh­re­re Grün­de. Aber lass uns erst mal anschau­en, wovon wir hier eigent­lich reden.

Shiitake

Was ist Glutamat?

Wäh­rend ver­ein­facht im All­tag nur das Wort Glut­amat ver­wen­det wird (und ich das im wei­te­ren Ver­lauf die­ses Tex­tes und unter Ergän­zung der eng­li­schen Abkür­zung MSG für Mono­so­dium­glut­ama­te auch tun wer­de), spre­chen wir eigent­lich von Sal­zen und dem Anion der Glut­amin­säu­re, die unser Kör­per als Ami­no­säu­re selbst her­stellt bezie­hungs­wei­se das auch muss. Das Gehirn und dein zen­tra­les Ner­ven­sys­tem benö­tigt den Neu­ro­trans­mit­ter für die kor­rek­te Funk­ti­on, du hast also bereits „Glut­amat“ in dir. Also … hof­fe ich zumin­dest für dich.

Die Glut­amin­säu­re ist aber auch wich­ti­ger Bestand­teil der Pro­te­ine ande­rer Lebe­we­sen und Orga­nis­men und so kommt Glut­amat auch ganz natür­lich in Fleisch und Milch­pro­duk­ten, aber eben auch in Nüs­sen, Pil­zen, Mehl, Hefen, Gemü­se, Früch­ten, Algen und fer­men­tier­ten und anders natür­lich kon­ser­vier­ten Lebens­mit­teln vor, um ein paar Bei­spie­le zu nen­nen. Du nimmst es also bereits täg­lich zu dir, egal, ob du jetzt Misch­köst­ler, Vege­ta­ri­er oder Vega­ner bist. Und ja, auch in Mut­ter­milch ist Glut­amat (gar nicht mal so wenig, by the way). Schau jetzt nicht so irri­tiert, ich habe Milch­pro­duk­te schon auf­ge­zählt. Sor­ry, falls du das jetzt erschre­ckend fin­dest, aber wäre Glut­amat wirk­lich so der­ma­ßen unge­sund, dann wäre das mit ziem­li­cher Wahr­schein­lich­keit schon aufgefallen.

Ach, du sprichst vom „che­misch“ her­ge­stell­ten Glut­amat? Jetzt mal abge­se­hen davon, dass wir alle „Che­mie“ sind, wur­de das wei­ße Pul­ver, das du seit Jah­ren so pene­trant mei­dest, ursprüng­lich aus Algen extra­hiert und heut­zu­ta­ge im Regel­fall durch Fer­men­ta­ti­on – zuge­ge­ben, in einem indus­tri­el­len, zu Hau­se nicht repro­du­zier­ba­ren Maß­stab – aus stär­ke­hal­ti­gen Pflan­zen her­ge­stellt. Durch indus­tri­el­le Fer­men­ta­ti­on wer­den auch ande­re wich­ti­ge Medi­ka­men­te, wie bei­spiels­wei­se Insu­lin her­ge­stellt und ja, auch in Sauer­kraut wird Glut­amat gebil­det (wenn auch über­schau­ba­re Men­gen) und davor hast du kei­ne Angst, oder?

Woher kommt dann der wirklich besch…eidene Ruf?

Erst­mals wur­de Glut­amat vom deut­schen Agri­kul­tur­che­mi­ker Hein­rich Ritt­hau­sen aus dem Kle­ber­ei­weiß von Getrei­de iso­liert – und ja, Glu­ten hat sich auch den Namen vom Uma­mi-Stoff geborgt. 1907 tat es ihm der japa­ni­sche Kol­le­ge Ike­da Kiku­nae, der auch eini­ge Zeit in Deutsch­land stu­dier­te, in Tokio qua­si gleich, nahm dafür aber eine ande­re Quel­le her. Er extra­hier­te das gute Zeug aus Kom­bu­al­gen, sta­bi­li­sier­te es unter Zuga­be von Salz, ent­wi­ckel­te ein Ver­fah­ren zur Syn­the­se und zur indus­tri­el­len Her­stel­lung, latsch­te beim Patent­amt vor­bei, sag­te freund­lich Hal­lo, bekam einen Stem­pel (zumin­dest stel­le ich es mir so vor) und war damit zusam­men mit sei­nem Geschäfts­part­ner Sabu­ro­suke Suzu­ki II ein rei­cher Mann, denn unter dem Namen Aji-No-Moto, was über­setzt „Essenz des Geschmacks“ bedeu­tet, wird Glut­amat seit­her und damit seit über 100 Jah­ren im gro­ßen Stil ver­trie­ben. Aller­dings natür­lich vor­erst in Japan und Chi­na und natür­lich dem Rest von Ost- und Südostasien.

Bis zum Zwei­ten Welt­krieg, in des­sen Ver­lauf die in Japan sta­tio­nier­ten Ame­ri­ka­ner sich irgend­wie dach­ten „Huch, schmeckt ja alles ganz geil hier“ und den im eng­li­schen Mono­so­dium­glut­ama­te oder abge­kürzt MSG benann­ten Stoff der Aji­no­mo­to Cor­po­ra­ti­on (das ist kein bezahl­ter Bei­trag, aber falls jemand vom Unter­neh­men mit­liest, mel­det euch, just sayin’) mit in die USA nah­men und damit die auf­stre­ben­de Con­ve­ni­en­ce-Indus­trie auf den Kopf stellten.

Gedreht hat sich die all­ge­mei­ne Akzep­tanz 1968, als ein gewis­ser Dr. Robert Ho Man Kwok einen Leser­brief (das muss man sich mal auf der Zun­ge zer­ge­hen las­sen, pun inten­ded) an eine medi­zi­ni­sche Fach­zeit­schrift schick­te, in der er davon schrieb, dass ihm immer so eine knap­pe Vier­tel­stun­de nach dem Besuch sei­nes Lieb­lings-Chi­ne­sen so ein büschn komisch füh­len wür­de und es ent­we­der an der Soja­sauce, am Wein, am hohen Salz­ge­halt der Spei­sen (nie­mand hat übri­gens nach­ge­fragt, ob er nach­ge­würzt hat) oder am Glut­amat lie­gen könn­te, auf das er sich dann mit sich selbst geei­nigt hat.

Was folg­te, waren wei­te­re Leser­brie­fe ande­rer Medi­zi­ner, die von ähn­li­chen Sym­pto­men berich­te­ten oder das Gan­ze als Hum­bug abta­ten und dann eini­ge mehr als dubio­sen Unter­su­chun­gen, die teils bereits rela­tiv kurz nach Ver­öf­fent­li­chung mit Skep­sis bedacht oder gar wider­legt wurden.

2018 ver­such­te ein Dr. Howard Steel, ein damals bereits über 90 Jah­re alter Chir­urg, die „Schuld“ für den Glut­amat-Skan­dal auf sich zu neh­men, was sich aller­dings als ver­mut­li­cher Hoax her­aus­stell­te. Ob nun der ech­te Dr. Ho Man Kwok den Brief schrieb, der alles zum Rol­len brach­te oder Dr. Howard Steel kann nicht mehr mit abso­lu­ter Sicher­heit nach­voll­zo­gen wer­den, bei­de sind mitt­ler­wei­le tot. Die Geschich­te dazu lässt sich aber im abso­lut hörens­wer­ten Pod­cast „This Ame­ri­can Life“ (Fol­ge 668, „The Long Fuse“) nachhören.

Getrocknete Pilze

OMG, MSG!

Wer auch immer nun der Autor des Leser­briefs war, er gab den Start­schuss für das „Chi­na-Restau­rant-Syn­drom“, die per­fek­te Aus­re­de dafür, dass es nicht das drit­te Bier, nicht die Mee­res­früch­te, die viel­leicht nicht ver­tra­gen wer­den, nicht etwa die nie dia­gnos­ti­zier­te Nuss­all­er­gie oder schlicht und ergrei­fend das drölf­zigs­te Früh­lings­röll­chen vom All-You-Can-Eat-Buf­fet sein könn­ten, die man sich bei schon stark gespann­tem Hemd- oder Blu­sen­knopf geneh­migt hat, wes­halb man leicht blü­merant aus dem Restau­rant torkelt.

Oder eben auch die per­fek­te Aus­re­de für eine mehr oder weni­ger ver­kapp­te Xeno­pho­bie. „Die­se chi­ne­si­schen Ein­wan­de­rer essen ja auch echt eigen­ar­ti­ges Zeug. Sogar Hun­de! Was ist da los in die­sen Küchen?“

„You know what cau­ses Chi­ne­se Restau­rant Syn­dro­me? Racism.“ – Antho­ny Bour­dain, Parts Unknown Sea­son 8 Epi­so­de 3

MSG wur­de im Kon­text der asia­ti­schen Ein­wan­derer­kul­tu­ren plötz­lich skep­tisch beäugt – und die­se Ent­wick­lung schwapp­te mit zeit­li­chem Abstand auch nach Euro­pa her­über –, wäh­rend sich schein­bar nie­mand so recht gefragt hat, war­um bei­spiels­wei­se in Japan und Chi­na nicht alle Ein­woh­ner mit kon­stan­ten Kopf­schmer­zen her­um­lau­fen und auch die Ver­wen­dung in den „kul­tur­ei­ge­nen“, west­li­chen Pro­duk­ten wur­de kaum in Fra­ge gestellt. An prak­ti­sche und sogar lecke­re Fer­tig­ge­rich­te, die ja ach so viel Zeit spa­ren und köst­li­che Kar­tof­fel­chips hat man sich eben schnel­ler gewöhnt, als an die hier und da immer noch fremd­ar­tig wir­ken­den Dim-Sum-Häu­ser und es hat auch nie­mand dar­an gedacht, dass die „asia­ti­schen“ Restau­rants ohne­hin bereits sehr zucker­rei­che, frit­tier­te, schlicht­weg ame­ri­ka­ni­sier­te Gerich­te anbo­ten. Auch das schwapp­te zu „uns“ her­über, möch­te ich betonen.

Die­se kul­tu­rel­len Vor­ur­tei­le – und damit auch der Name „Chi­na-Restau­rant-Syn­drom“ – sind unter ande­rem durch das Erstar­ken des Selbst­be­wusst­seins, aber auch des Anse­hens Ein­wan­de­rer mit asia­ti­schen Wur­zeln bezie­hungs­wei­se deren Nach­kom­men wie bei­spiels­wei­se David Chang über die Jahr­zehn­te nach dem Auf­kom­men des latent ras­sis­ti­schen Syn­droms nach und nach in den zumin­dest öffent­li­chen Hin­ter­grund gerückt, auch wenn sich nach wie vor vor allem chi­ne­si­sche, thai­län­di­sche, viet­na­me­si­sche, japa­ni­sche, korea­ni­sche Restau­rants genö­tigt füh­len, gro­ße Schil­der an die Ein­gangs­tü­ren zu packen, die ver­si­chern, dass hier garan­tiert nicht mit Glut­amat gekocht wird. Qua­si als ver­trau­ens­er­we­cken­des Qua­li­täts­zei­chen, das aus­sagt „Kei­ne Sor­ge, wir kochen hier, wie ihr“.

Geblie­ben sind die gesund­heit­li­chen Beden­ken, mit denen das gan­ze Schla­mas­sel ja eigent­lich auch ange­fan­gen hat.

Veganer gebratener Reis mit Tofu-Ei

Was jetzt? Ist Glutamat ungesund, oder nicht?

Buz­z­words oder eher Buz­zc­laims, die zuerst durch die Pres­se und das Fern­se­hen und dann natür­lich auch durchs Inter­net flo­gen, behaup­ten rela­tiv glaub­haft, dass Glut­amat schäd­lich ist.

Da wird davon berich­tet, dass das Glut­amat die Blut-Hirn-Schran­ke vom Blut­kreis­lauf ins Gehirn über­win­den könn­te. Die­se Behaup­tung basiert groß­teils nach wie vor auf Tier­ver­su­chen aus den spä­ten 60ern, in denen Rat­ten und Mäu­sen absurd hohe Men­gen über das Fut­ter ver­ab­reicht oder gar inji­ziert wur­den. Bei gesun­den Men­schen besteht die­ses Risi­ko ein­fach nicht, was anschlie­ßen­de Stu­di­en gezeigt haben. Allein schon, da du ers­tens die­se Men­gen an Glut­amat gar nicht erst her­un­ter­be­kom­men wür­dest und von an Glut­amat-Nadeln hän­gen­den Jun­kies habe ich auch noch nichts gehört. Stö­run­gen des endo­ge­nen, also des kör­per­ei­ge­nen Glut­amat-Stoff­wech­sels kön­nen mit chro­ni­schen Erkran­kun­gen in Ver­bin­dung gebracht wer­den, aller­dings spielt das exo­ge­ne, also mit der Nah­rung auf­ge­nom­me­ne Glut­amat dabei kei­ne Rolle.

In kon­trol­lier­ten (Doppel-Blind-)Studien konn­te bis­her kein kau­sa­ler Zusam­men­hang zwi­schen Mono­na­tri­um­glut­amat und den typisch berich­te­ten Sym­pto­men her­ge­stellt wer­den. Ja, selbst bei Men­schen, die von sich selbst behaup­ten, sen­si­bel auf Glut­amat zu reagie­ren, konn­te kei­ne Kor­re­la­ti­on zwi­schen der Glut­amat­auf­nah­me in „nor­ma­len Men­gen“ – ob nun über natür­lich glut­amat­rei­che Lebens­mit­tel wie eben bei­spiels­wei­se auch Par­me­san oder über rei­nes Glut­amat – und beschrie­be­nen Neben­wir­kun­gen her­ge­stellt wer­den. Tat­säch­lich wur­den in eini­gen Stu­di­en die Beob­ach­tun­gen von Sym­pto­men sogar auf mög­li­che ander­wei­ti­ge Lebens­mit­te­l­un­ver­träg­lich­kei­ten zurückgeführt.

Ja, es kann sein, dass man­che Men­schen sen­si­bler auf Glut­amat reagie­ren, aller­dings ist die Daten­la­ge wirk­lich dünn, da die Wis­sen­schaft über die Jahr­zehn­te schlicht ein wenig das Inter­es­se an MSG ver­lo­ren hat. Ist eben doch nicht so inter­es­sant, wie mal ange­nom­men. Und auch wenn, wäre eine sol­che Reak­ti­on eher als Pseu­do­all­er­gie zu wer­ten (da eine Reak­ti­on nicht vom Immun­sys­tem aus­ge­löst wird) und von einer indi­vi­du­el­len „All­er­gie“ auf die Ver­träg­lich­keit für alle Men­schen zu schlie­ßen, hal­te ich schon für recht heikel.

Ist also alles tutti mit Glutamat, ja?

Nein, das ist es auch nicht. Das Gour­met-Pul­ver hat auch eine Schat­ten­sei­te und damit kom­men wir auch wie­der zum Verbraucherschutz.

Fakt ist: Es wird viel zu viel Glut­amat ein­ge­setzt. Da, ich hab’s gesagt.

Ich spre­che jedoch nicht von Restau­rant­kü­chen, von Pri­vat­kü­chen schon gar nicht und ich spre­che auch nicht zwangs­läu­fig von gesund­heit­li­chen Schä­den, aber von zumin­dest einer Art von Ver­brau­cher­täu­schung. Ich spre­che von der Lebens­mit­tel­in­dus­trie, dem größ­ten Abneh­mer vom neu­en „wei­ßen Gold“.

Schau, in Ver­bin­dung mit Salz und ande­ren wür­zen­den Zuta­ten kann Glut­amat auch aus bil­ligs­tem, unge­sün­des­ten Con­ve­ni­en­ce- und Junk-Food etwas machen, was ein­fach wenigs­tens mit­tel­mä­ßig bis ver­dammt gut schmeckt. Das führt dazu, dass bei­spiels­wei­se die Gabe, eine Tüte Kar­tof­fel­chips nicht in einem Rutsch leer zu fut­tern – not­falls auch ganz allei­ne – eine sehr sel­te­ne ist.

Mono­na­tri­um­glut­amat trägt also mög­li­cher­wei­se indi­rekt zu einer unge­sun­den Ernäh­rung, der „Gewöh­nung“ an unge­sun­de Zuta­ten, einer Desen­si­bi­li­sie­rung, Gewichts­zu­nah­men und Fol­ge­schä­den bei. Dazu, die Selbst­kon­trol­le unter Umstän­den zumin­dest bis zu einem gewis­sen Grad zu verlieren.

Aller­dings darf Fett, Zucker und schluss­end­lich Salz als wei­te­re Eck­pfei­ler des Con­ve­ni­en­ce-Food-Fun­da­ments dabei nicht außen vor gelas­sen wer­den. Einer ein­zi­gen Zutat und schluss­end­lich dem Ver­brau­cher selbst die Schuld in die Schu­he zu schie­ben, ist viel zu einfach.

Und klar, die gebra­te­nen Nudeln vom Asia-Imbiss kann man jetzt auch nicht gera­de als voll­wer­tig bezeich­nen (was aller­dings wie­der­um nicht am Glut­amat liegt), die Pri­se MSG in dei­nem guten Tofu Kung Pao dei­nes Lieb­lings-Chi­ne­sen, aber auch auf dem Toma­ten­brot, auf Ofen­pom­mes oder in einer Vin­ai­gret­te in der hei­mi­schen Küche (bezie­hungs­wei­se gera­de da) scha­det kei­nen Millimeter.

Wer kochen kann, braucht kein Glutamat!

Klar, das Wort „Geschmacks­ver­stär­ker“ klingt ein wenig nach Schum­me­lei. Nach Chea­ten, nach Doping. Nach etwas, was am eige­nen Ruf als Köchin oder Koch, pro­fes­sio­nell oder am hei­mi­schen Schneid­brett ganz schön krat­zen könnte.

Wir haben aber bereits gelernt, dass es bei Mono­na­tri­um­glut­amat eigent­lich um Uma­mi geht. Nicht um einen Ver­stär­ker, son­dern eine neue Geschmacks­kom­po­nen­te, die auch auf der Zun­ge eine eige­ne Rezep­to­ren-Zone hat – die­se liegt übri­gens direkt in der Mit­te, hat also sogar den Ehrenplatz.

Okay, Glut­amat könn­te in Ver­bin­dung mit ande­ren wür­zen­den Zuta­ten ver­mut­lich auch aus Sty­ro­por einen schmack­haf­ten Fern­sehs­nack machen, in der Küche unter­stützt es aller­dings nur noch. Ja, fade Gerich­te wer­den ess­bar, wenn etwas ohne­hin schon gut schmeckt, setzt die Pri­se MSG aber nur noch ein win­zi­ges i‑Tüpfelchen oben drauf und ging es rich­tig in die Hose, ret­tet auch das Gour­met-Pul­ver nichts mehr.

Mach’ den Selbst­ver­such. In einer rich­tig guten, wenn auch ein­fa­chen Toma­ten­sauce wirst du dir selbst schwer­tun, hin­zu­ge­füg­tes Mono­na­tri­um­glut­amat her­aus­zu­schme­cken – was auch kaum ein Wun­der ist, ste­cken die Toma­ten ja bereits vol­ler Glut­amat. Es fügt noch etwas „Glit­ter“ hin­zu, als Game Chan­ger wür­de aber auch ich es nicht bezeichnen.

Und ganz ehr­lich, wenn du mit Soja­sauce oder Toma­ten­mark kochst, wenn du dein Pad Thai ger­ne mit Erd­nüs­sen toppst, wenn du – als Omni­vo­rer oder in vor­ve­ga­nen Zei­ten – Wagen­la­dun­gen an Par­me­san oder jetzt eben Hefe­flo­cken auf dei­ne Pas­ta packst und ger­ne Wal­nüs­se knab­berst … das tust du immer haupt­säch­lich auf­grund des natür­lich ent­hal­te­nen Glutamats.

Also nein, wir ver­wen­den das Pul­ver nicht ins­ge­heim seit Jah­ren infla­tio­när in allem, was wir essen. Wäre mitt­ler­wei­le viel­leicht auch auf­ge­fal­len. Wir ver­wen­den es … intel­li­gent. Um lecke­res Essen noch lecke­rer zu machen, um Geschmacks­kom­po­nen­ten an vega­ne Gerich­te zu bekom­men, die klas­sisch über Fleisch- oder Milch­pro­duk­te erzeugt wer­den wür­den. Bei­spiels­wei­se in unse­rem vega­nen Hack­fleisch und unter uns: Du fin­dest unse­re vega­ne Bra­ten­sauce jetzt schon geil? Dann gib ihr mal noch eine klei­ne Pri­se Glut­amat mit. Natür­lich ver­wen­den wir es auch in Rezep­ten, die aus dem ost- und süd­ost­asia­ti­schen Raum kom­men. Weil Glut­amt eben ein Bestand­teil der jewei­li­gen Küchen ist. Vor allem jedoch ver­wen­den wir es spar­sam, denn auch beim The­ma MSG gilt: Mode­ra­ti­on ist alles!

Tat­säch­lich kön­nen salz­emp­find­li­che Men­schen durch den Ersatz eines Teils vom streu­ba­ren Natri­um­chlo­rid durch Glut­amat ihre Salz­auf­nah­me sogar dras­tisch redu­zie­ren, ohne geschmack­li­che Ein­bu­ßen in Kauf neh­men zu müssen.

Deine Meinung

Und, was sagst du jetzt? Packst du dir beim nächs­ten Besuch dei­nes Stamm-Asi­a­ladens eine Packung Aji-No-Moto in den Ein­kaufs­korb oder bist du immer noch skep­tisch und hast noch Fra­gen? Dann pack’ sie mir in die Kom­men­ta­re, jetzt darfst du die Tas­ta­tur glü­hen lassen.

Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.

85 Kommentare

  1. Hal­lö­chen, ich den­ke das The­ma MSG wur­de in der Ver­gan­gen­heit zuneh­mend nega­tiv besetzt da vie­le Leu­te in den 90zigern star­ke gesund­heit­li­che Pro­ble­me hat­ten die dar­auf zurück zu füh­ren waren. Ich hat­te nie Pro­ble­me nach dem Chi­na Restau­rant Besuch oder wenn ich Kar­tof­fel Chips geges­sen hat­te oder die immer mehr in Mode gekom­me­nen Fer­tig­sos­sen benutzt hat­te. Dann wür­de ich schwan­ger und hat­te die übels­ten Kopf­schmer­zen, Magen­schmer­zen und Mus­kel­ver­span­nun­gen über­haupt. Ich konn­te mir aller­dings kei­nen Reim dar­aus machen war­um und auf was mein Kör­per so reagier­te. Nach Wochen mit wie­der­keh­ren­den Pro­ble­men glei­cher Art und ver­schie­de­ner Inten­si­tät, hör­te ich vom Chi­na Restau­rant Syn­drom. Dann fing ich an die Zuta­ten­lis­te unse­re Lebens­mit­tel zu stu­die­ren.…. MSG konn­te ich dann als die Zutat iden­ti­fi­zie­ren die mir die­se Pro­ble­me berei­te­te auch nach der Schwan­ger­schaft. Hab alles was MSG drin­nen hat­te weg­ge­las­sen und mei­ne Beschwer­den waren ein­fach weg. Kei­ne Ahnung war­um ich wäh­rend der Schwan­ger­schaft eine Unver­träg­lich­keit ent­wi­ckelt hat­te die andau­ert. Mitt­ler­wei­le sieht man kaum MSG in den Zuta­ten­lis­ten vie­ler Lebens­mit­teln.… Es wur­de durch den Geschmacks­ver­stär­ker Hefe­ex­trakt ersetzt.…Ich stim­me dir aber im all­ge­mei­nen zu, dass die Dosis das Gift macht.…. Und dass „weni­ger ist oft MEHR“ .… hier wohl auch ange­bracht ist.…Fazit… Dis­kus­si­ons­an­stoss gelungen…

    Antworten
    1. Wie schon beschrie­ben ist es auch sehr gut mög­lich, dass Sym­pto­me durch Unver­träg­lich­kei­ten auf ande­re Inhalts­stof­fe her­vor­ge­ru­fen wer­den. Das kann indi­vi­du­ell echt nur durch eini­ger­ma­ßen inten­si­ves „durch­t­es­ten“ her­aus­ge­fun­den wer­den. Wie eben­falls erwähnt und belegt – und mög­li­cher­wei­se hast du dich da ein­fach auch miss­ver­ständ­lich aus­ge­drückt –, all­ge­mei­ne „gesund­heit­li­che Pro­ble­me“ in den 90er Jah­ren konn­ten eben nicht auf Glut­amat zurück­ge­führt wer­den, wie du im ers­ten Satz schreibst. 🙂

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
  2. OMG – gut zu wis­sen! Hat­te das Gerücht nie hin­ter­fragt – wer­de jetzt defi­ni­tiv mal damit experimentieren 🙂
    P.S. Cool geschrie­be­ner & top recher­chier­ter Artikel 🙂

    Antworten
  3. Heu­te kam ein Video von der guten Mai Thi (Mai­Lab) zu genau die­sem The­ma online, so dass ich noch­mal an euren Arti­kel den­ken muss­te. Auch wenn sie (fast) nichts neu­es erzählt und eigent­lich nur zeigt, dass ihr super recher­chiert habt, ist es für den ein oder ande­ren viel­leicht einen Blick wert. Bei eini­gen Kom­men­ta­ren bekommt man das Gefühl, die Angst vor Eurer Mani­pu­la­ti­on das Zeug zu kau­fen ist grö­ßer, als die vor dem Zeug selbst 😄 Mai hat kei­nen Food-Blog, viel­leicht fühlt es sich aus ihrem Mun­de dann wis­sen­schaft­li­cher und ehr­li­cher an — inhalt­lich muss man sich damit aber abfin­den, dass kei­ne MSG-Panik ange­bracht ist. 😉 also: guten Appetit!

    Antworten
    1. Dass es ein Video von Mai gibt, haben wir heu­te Mor­gen auch gese­hen, wir haben aber noch nicht rein­ge­schaut. Lie­ben Dank für den Hin­weis und das Feed­back auf unse­ren Post. 🙂

      Antworten
  4. Klas­se!! Soll­ten wir viel­leicht mal beim Eis aus­poro­bie­ren, das mit dem MSG …

    Antworten
  5. Als ich das ers­te Mal das Tofu Kung-Pao gemacht habe, hab ich das Glut­amat noch weg­ge­las­sen, auch weil ich keins hat­te. Aber mich hat die Neu­gier­de gepackt und ich hab es mir gekauft und beim zwei­ten Mal das Kung-Pao damit gekocht und holy shit, was für ein Unter­schied! Es schmeckt total authen­tisch wie beim Asia-Imbiss! Es schmeckt auch ohne rich­tig lecker, brau­chen tut man es nicht, aber die Authen­ti­zi­tät ist schon nice 😉

    Antworten
    1. „Brau­chen“ tut man auch ande­re wür­zen­de Zuta­ten nicht und trotz­dem schmeckt’s bes­ser oder eben viel­leicht auch „rich­ti­ger“ mit. 😉

      Tau­send Dank für das Feedback!

      Antworten
  6. Dan­ke für die­ses dif­fe­ren­zier­te „debun­king“ eine Mythos. Sol­che Bei­trä­ge sind in Zei­ten, in denen noch schlim­me­re ver­quer­den­ke­ri­sche Mythen und Falsch­mel­dun­gen kur­sie­ren, ein High­light. Nicht nur in die­sem Zusam­men­hang auch dan­ke für das Auf­zei­gen der ras­sis­ti­schen Aspek­te – und dafür, dass Ihr Euch immer wie­der gegen genau die­se und ähn­li­che gefähr­li­che Mei­nun­gen und Ent­wick­lun­gen positioniert.

    Antworten
    1. Vie­len lie­ben Dank für das Feed­back. Freut uns wirk­lich sehr!

      Antworten
  7. Das Leben war sooo ein­fach! Beim Asia­ten ein­fach sagen: „Bit­te ohne Glut­amat.“ Dann nicken die genervt und ich den­ke: „Yeah, mal wie­der mei­ne Gesund­heit gerettet!“
    Ich WOLLTE doch gar NICHT auf­ge­klärt wer­den. Jetzt muss ich schon wie­der sel­ber den­ken, oh man! Zumin­dest kann ich noch sagen: „Ohne Kori­an­der bit­te!“ Sonst wird es kri­tisch mit dem Atmen bei mir. Aber die sind dann eben­falls genervt. Offen­bar ver­wen­den Asia­ten gar kei­nen Kori­an­der, zumin­dest ant­wor­ten sie jedes­mal, es sei sowie­so kei­ner drin.
    Ich kann übri­gens pro­blem­los eine hal­be Tüte Chips übrig las­sen und habe sol­che Sät­ze bis­her nicht ernst genom­men. Das sind doch nur Scher­ze oder? Jede/r kann das.

    Antworten
    1. Dan­ke dir! Und ich befürch­te, mit der Fähig­keit, die Tüte Chips wie­der in die Snack-Schub­la­de zu räu­men, bist du in der Unterzahl. 😜

      Antworten
  8. Mega Bei­trag! Vie­len Dank für die­se Infor­ma­ti­on, vie­les war für mich neu.
    Um nicht in einer ein­sei­ti­gen Mei­nings­bla­se zu enden ist es ein­fach immer wich­tig The­men von vie­len Sei­ten zu beleuchten!

    Antworten
    1. Lie­ben Dank für das Feedback!

      Antworten
  9. Ich sehe wirk­lich kei­nen Nut­zen von MSG in Form von Gra­nu­lat, wenn es doch SO VIELE vega­ne Lebens­mit­tel gibt, die Glut­amat ent­hal­ten, die ich statt­des­sen für den Uma­mi-Geschmack hin­zu­fü­gen kann. 

    Dass ihr Sri­racha-addicts seid, hat viel­leicht auch was mit dem bei­gefüg­ten MSG in der Soße zu tun (E621) .

    Auch wenn ich nicht eurer Mei­nung bin, fin­de ich den Bei­trag gut recher­chiert und amü­sant zu lesen.

    Antworten
    1. Ers­tens: Nein, nicht jede Sri­racha ent­hält MSG, unse­re liebs­te bei­spiels­wei­se nicht. 😉

      Zum Nut­zen: Du bekommst so kon­zen­triert kein Glut­amat ans Essen, ohne eben eine mög­li­cher­wei­se unge­woll­te Kon­zen­tra­ti­on an zusätz­li­cher Aro­men. Ver­glei­che auch: „Wie­so soll­te ich nach­sal­zen, wenn es auch SO VIELE vega­ne Lebens­mit­tel gibt, die Salz enthalten.“

      Mir stellt sich eher die Fra­ge, war­um wir dar­auf ver­zich­ten soll­ten, wenn die Urban Legends nun mal nicht stimmen.

      Antworten
      1. Lie­ben Dank für dei­ne Ant­wort. Ich dach­te halt, die Fla­sche auf eurem Foto wäre auch eure Lieb­lings­so­ße. Ist ja auch nahe­lie­gend. Und die­se ent­hält laut Packung Mona­tri­um­glut­amat, auf eng­lisch Mono­so­dium glut­ama­te (MSG).

        Ich ver­zich­te drauf, weil es kei­nen Bene­fit für mei­nen Kör­per hat und mir da der poten­zi­el­le Scha­den- Nut­zen- Fak­tor nicht aus­ge­gli­chen genug ist. Sprich, war­um ein Risi­ko ein­ge­hen, wenn ich auch so lecker kochen kann?

      2. Die Huy Fong Sri­racha (ist zwar nicht unse­re Lieb­lings-Sri­racha, aber nah dran) vom Bild ent­hält kein MSG. 😉

  10. Hal­lo, ihr Lie­ben. Ich hat­te einen ähn­li­chen Bei­trag schon mal irgend­wo gele­sen, daher war es kein Neu­land für mich, aber ihr habt es super erklärt und belegt. Am inter­es­san­tes­ten an der Geschich­te fin­de ich, dass alles auf einem ein­zi­gen Leser­brief beruht. Ich den­ke, das soll­te uns eini­ges leh­ren, auch im Hin­blick auf die letz­ten Mona­te, in denen vie­le auf­grund von Gerüch­ten sich ein Welt­bild zurecht­ge­zim­mert haben, das nichts mit der Welt zu tun hat. Ich wür­de mich über wei­te­re ähn­li­che Arti­kel sehr freuen.

    Antworten
    1. Dan­ke dir! Wir haben auf jeden Fall bereits Ideen zu wei­te­ren Nahrungsmittel-Mythen. 🙂

      Antworten
  11. Tol­ler, sach­li­cher, gut recher­chier­ter Bei­trag ! Ich hat­te auch immer eine tota­le Anti­pa­thie gegen MSG und jetzt sehe ich das etwas anders…deswegen wer­de ich es jetzt nicht kilo­wei­se ein­set­zen, aber ich sehe die Sache etwas ent­spann­ter…; ) Dan­ke dafür !

    Antworten
    1. Dan­ke dir für das Feed­back! Wie gesagt, kilo­wei­se ver­wen­den wir MSG auch nicht – ganz im Gegenteil. 🙂

      Antworten
  12. Um ehr­lich zu sein, kann ich mich mit Idee Glut­amat pur irgend­wo hin­zu­zu­fü­gen immer noch nicht anfreun­den. Ich habe mir einen Boos­ter selbst her­ge­stellt, der Glut­amat ent­hält durch die ver­wen­de­ten Lebens­mit­rel. Im Ver­hält­nis 1:1:1 mah­le ich Hefe­flo­cken, getrock­ne­te Toma­ten und Pil­ze. Das reicht mir, um den Geschmack zu verfeinern.

    Antworten
    1. Das musst du auch gar nicht, kei­ne Sor­ge. Das war auch gar nicht die Intention. 🙂

      Wenn wir dich aber noch­mal zum Nach­den­ken brin­gen, dass dein (see­ehr lecker klin­gen­der) Mix eben che­misch das glei­che ent­hält, wie das ver­damm­te Pul­ver … dann haben wir das Ziel erreicht. 😉

      Antworten
  13. Inter­es­san­ter Bei­trag, fin­de ihn jedoch auch ein­sei­tig, und hab mich gefragt, WOZU? Habe auch die vie­len Kom­men­ta­re gele­sen und glau­be auch, wenn man Zeit und Muße zum Kochen hat bekommt man auch sen­sa­tio­nel­len Geschmack mit, wie du auch schreibst, natür­li­chem Glut­amat hin. Ich fin­de es unnö­tig in tol­les Essen mit hoch­wer­ti­gen, bio­lo­gi­schen Zuta­ten, einen künst­li­chen Stoff zu ergän­zen. Oder sagen wir, es wider­strebt mir sogar. Das ist wohl auch der Grund, war­um ich die­sen Bei­trag kom­men­tie­re. Viel­leicht bin ich sogar etwas ent­täuscht, gera­de von dir die­sen Bei­trag zu lesen. Ich habe all eure Koch­bü­cher. Ich schlie­ße noch­mals mit der Fra­ge WARUM? Bzw, weißt du, was mir wider­strebt? Glut­amat ist ein Sucht­mit­tel bzw gau­kelt dem Kör­per extrem lecker vor, das Sät­ti­gungs­ge­fühl wird gehemmt und auch Grund dafür, dass natür­li­cher Geschmack von vie­len ua Jugend­li­chen als lang­wei­lig abge­tan wird, weil das glut­amat­hal­ti­ge Essen inten­si­ver schmeckt.

    Antworten
    1. Hal­lo lie­be Barbara,

      erst­mal vie­len Dank für dei­nen Input. 

      Glut­amat ist aller­dings per Defi­ni­ti­on nicht als Sucht­mit­tel zu bewer­ten und auch wenn es sicher­lich nicht ver­kehrt ist, zusätz­li­ches MSG in Säug­lings- und Kin­der­nah­rung zu ver­mei­den, ist die Wis­sen­schaft der Mei­nung, dass es den Appe­tit eben erst ab einer rela­tiv hohen Dosis anregt (Quel­le).

      Ich wie­der­ho­le mich: Die­ser Text soll dich nicht dazu „zwin­gen“, Glut­amat als wür­zen­de Zutat zu ver­wen­den. Er soll auf­klä­ren und zur Dis­kus­si­on anre­gen. Das ist die Ant­wort auf dein WOZU? und WARUM?. 😉

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
    2. 1. Ist glut­amat KEIN künst­li­cher Stoff!
      2. Hat nicht jeder Zeit und Muße sich stun­den­lang in die Küche zu stel­len! Wenn du Zeit und Geld hast dich stun­den­lang mit dei­nem Bio-Zeug in der Küche zu ver­schan­zen – schön für dich! Aber auch blan­ker Hohn allen ande­ren ’nor­mal‘ kochen­den Leu­ten gegenüber..
      3. Wenn du ein her­vor­ra­gen­des Natür­li­ches essen hast, dass man nicht ‚pim­pen‘ muss schön – wenn du ein fan­tas­ti­sches essen damit NOCH bes­ser machen kannst ohne gesund­heit­li­che Pro­ble­me erwar­ten zu müs­sen… Why not? Ist doch super…
      4. Dien­te der Arti­kel nur dazu mit die­sen gan­zen Mythen der Gesund­heits­schad­lich­keit aufzuräumen!
      5. Dass Jugend­li­che und Co. kei­nen ‚Geschmack‘ mehr haben liegt an dem gan­zen Fast­food Fer­tig­scheiß und mas­sen­haf­ten künst­li­chen Aro­men!! Sicher nicht an geschmacks­vet­stär­ken­den Zusatz­stof­fen, die wie gesagt nur natür­li­che Aro­men ver­stär­ken und nicht ersetzen…

      Antworten
  14. Skan­da­lös, was du da schreibst, Jörg 😉 aber dan­ke, dass du dich dem The­ma so aus­führ­lich ange­nom­men hast. Wie immer macht die Dosis das Gift, wie bei so vie­lem Leben. Ich set­ze ins­be­son­de­re auf natür­lich ver­ar­bei­te­te Lebens­mit­tel, die ich selbst zube­rei­te. „Muss“ ich aus­wärts essen und ver­tra­ge etwas nicht, dann fällt es mir schwer, den Übel­tä­ter zu fin­den. Wür­de es aber ver­mut­lich eher nicht (nur) Glut­amat zuschrei­ben. Denn es kann, wie du ja schreibst, an so eini­gen Zuta­ten lie­gen. Des­halb ach­te ich auch des­halb auf die Wahl des Restau­rants oder auf den Snack selbst.

    Antworten
  15. Moin Jörg. Das hört sich ja alles sehr schlüs­sig an, den­noch bin ich wohl irgend­wie all­er­gisch auf das Zeug. Bei­spiel Chips­tü­te, selbst Bio, bekom­me ich auf der Zun­ge immer ein Krib­beln. Neh­me ich viel von die­sem Mono­na­tri­um­glut­amat zu mir, macht mei­ne Ver­dau­ung für drei Tage eine Pau­se und am drit­ten Tag sehe ich nach 6. Monat aus. Das gleiche,in abge­schwäch­ter Form, gilt auch für Glu­ten. Seit dem ich auf bei­des ach­te, geht’s mir ein­fach bes­ser. Ich den­ke mei­ne Unver­träg­lich­kei­ten rührt daher, daß ich mich vor 30 Jah­ren, weg von Zuhau­se, vie­le Jah­re mit Instant und Fer­tig­pro­duk­ten ernährt habe. Da war’s dann wohl irgend­wann zu viel. LG Tom

    Antworten
    1. Hi Tom,

      na ja, Kar­tof­fel­chips sind allein aus ernäh­rungs­phy­sio­lo­gi­scher Sicht eben jetzt nicht unbe­dingt der Gold­stan­dard, was die Unter­su­chung der Ver­träg­lich­keit von Glut­amat angeht. Es kommt ja auch dar­auf an, wel­che Chips du kaufst. In der Bil­lo-Tüte ist mög­li­cher­wei­se sehr viel Glut­amat, sehr viel Salz und auch ande­re Stof­fe, auf die der Kör­per (mög­li­cher­wei­se aus wis­sen­schaft­li­cher Sicht viel fun­dier­ter) reagiert. Rei­nes Mono­na­tri­um­glut­amat ist in Bio­pro­duk­ten gar nicht zugelassen.

      Beob­ach­test du also ähn­li­che Sym­pto­me auch beim Ver­zehr von glut­amat­hal­ti­gen Lebens­mit­teln? Also Soja­sauce, Toma­ten etc.? Dann könn­test du tat­säch­lich an einer Art All­er­gie lei­den. Wenn nein, wür­de ich mir das an dei­ner Stel­le noch­mal genau­er anschauen.

      Aber auch wenn du all­er­gisch reagie­ren soll­test, ist das doch noch kein Grund, einen Stoff in Gän­ze zu ver­ur­tei­len. Ich habe Heu­schnup­fen. Unan­ge­neh­men. Ich plä­die­re des­halb aber nicht dafür, sämt­li­che Bir­ken dem Erd­bo­den gleichzumachen. 😉

      Grü­ße
      Jörg

      Antworten
      1. Vor­sicht mit dem Begriff All­er­gie. Das bezeich­net rela­tiv spe­zi­fisch eine immu­no­lo­gi­sche Reak­ti­on des Kör­pers in deren Ver­lauf auch Anti­kör­per gebil­det wer­den. Dage­gen spre­chen aber meh­re­re Tatsachen:

        - Glut­amat ist ein ziem­lich klei­nes Mole­kül und zu klein, um sel­ber immu­no­gen zu sein.
        – Glut­amin­säu­re ist ein wich­ti­ger Bestand­teil von Ami­no­säu­ren, wenn wir dage­gen all­er­gisch wer­den, wäre das wohl ziem­lich tödlich.
        – Glut­amat spielt eine wich­ti­ge Rol­le als Neu­ro­trans­mit­ter, auch hier wäre eine Immun­re­ak­ti­on, ähm, problematisch.

        Ich wür­de hier allen­falls von einer Nah­rungs­mit­te­l­un­ver­träg­lich­keit sprechen.

      2. Du hast damit natür­lich recht. Tat­säch­lich woll­te ich die Voka­bel „Unver­träg­lich­keit“ eben par­tout ver­mei­den bzw. erset­zen, da die­se Glut­amat­un­ver­träg­lich­keit eben sehr mit dem Chi­ne­se Restau­rant Syn­drom in Ver­bin­dung gebracht wird und ich eben anders erklä­ren woll­te. Ich habe im Bei­trag umformuliert.

  16. Rich­tig guter Bei­trag! Habe mich jetzt auch schon län­ger von einem wis­sen­schaft­li­chen Stand­punkt her mit dem The­ma befasst und kam
    zu den glei­chen Schluss. Aber du hast es wirk­lich gut auf den Punkt gebracht und zusammengefasst 🙂

    Antworten
  17. Ser­vus und vie­len Dank für die­sen sehr guten Beitrag!👍
    Ich über­le­ge ernst­haft mir jetzt doch wie­der, nach immer­hin gut 25 Jah­ren „Glut­amat­frei­es“ Kochen, ein Tüt­chen MSG zu kaufen. 😁
    Ich bin mit die­sen Fer­tig­tü­ten für Soßen usw. auf­ge­wach­sen. Als ich aus­ge­zo­gen bin und Mut­ter wur­de hab ich mich die­sem „Teu­fels­zeug“ abge­wandt. Muss ja für die lie­ben Kin­der­lein alles frisch (was ja auch rich­tig ist), gesund und ohne Che­mie sein. So wur­de es einem ja immer durch sämt­li­che Medi­en eingetrichtert.
    Ein Pro­fikoch flüs­ter­te mir mal zu: „Eine klei­ne aber fei­ne Pri­se Glut­amat hat noch nie geschadet!“ 😄
    Auch nach die­ser Aus­sa­ge dach­te ich mir, das geht doch nicht! Aber soll ich Dir was sagen, mein heiß gelieb­tes Sauer­kraut hat­te ich frü­her immer mit ein paar Sprit­zer M**** (die­se brau­ne Flüssigwürze🙈)gewürzt. Es war so lecker 🤤 Seit­dem ich drauf ver­zich­te, also auf den Zusatz, den­ke ich mir jedes­mal beim Sauer­kraut kochen: „…und jetzt ein biss­chen M**** das wär‘s!!!! 😉
    Mor­gen ist Mon­tag? Ich glau­be ich muss zum ein­kau­fen. LG 🙋🏻‍♀️

    Antworten
    1. Hi Petra!

      Mit Mag­gi lau­fen zwei Din­ge schief:

      Das Zeug wird lei­der von Nest­lé vertrieben
      In dem Fall muss ich sagen, „lei­der“ ist Glut­amat ent­hal­ten. Wir wür­den unheim­lich ger­ne die Urform von Juli­us Mag­gi pro­bie­ren, die ja tat­säch­lich nur durch die Fer­men­ta­ti­on von Gemü­se gewon­nen wur­de (und dadurch wur­de eben das Glut­amat gebildet).

      Ansons­ten ist das brau­ne Zeug halt ein­fach auch uner­reicht. 🤷‍♂️😆

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
  18. Ich set­ze mei­nen selbst gekoch­ten Rezep­ten (sel­ten vegan, oft vege­ta­risch, auch mit Fleisch oder Fisch) kein Glut­amat zu. Das hat bei mir nichts mit Angst vor Glut­amat zu tun, son­dern damit, dass es nicht nötig ist. Ich koche mit hoch­wer­ti­gen, fri­schen und mög­lichst unbe­han­del­ten Zuta­ten (wenig Con­ve­ni­en­ce), und da habe ich es nie ver­misst. Dass Glut­amat in vie­len Lebens­mit­teln, die ich gern ver­wen­de, natür­lich vor­kommt, wuss­te ich. Ich esse aller­dings auch gern in asia­ti­schen Restau­rants und hat­te nie Probleme.
    Das als „Glutamat“-Nebenwirkung beschrie­be­nen Unwohl­sein ken­ne ich aller­dings schon – wenn ich z. B. aus sozia­len Grün­den Essen zu mir neh­me, das ein­fach min­der­wer­tig ist. Das bedeu­tet dann oft: viel min­der­wer­ti­ges Fett und eine star­ke Über­wür­zung. Das habe ich frü­her, bes­ser ver­tra­gen als heu­te (man wird nicht jün­ger …), und ich schrei­be das eher unmä­ßi­gem Salz­zu­satz und eben dem bil­li­gen Fett zu (irgend­wie müs­sen die ja auch Geschmack rein­krie­gen). Die ras­sis­ti­sche Kon­no­ta­ti­on fand ich erhel­lend und auch plau­si­bel. Die ken­ne ich mehr indi­rekt – wenn Leu­te sagen, dass sie asia­ti­schem, vor allem chi­ne­si­schem Essen gegen­über miss­trau­isch sind, wäh­rend sie sich ansons­ten den größ­ten Dreck, den Imbis­se und die Lebens­mit­tel­in­dus­trie bereit­hal­ten, reinpfeifen.

    Antworten
    1. Hi Anne,

      vie­len Dank für das Feed­back. „Nötig“ ist es natür­lich nicht, aller­dings ist es eben eine wür­zen­de Zutat, die man ein­fach auch mit Spei­se­salz ver­glei­chen kann. 🙂

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
  19. Guten Mor­gen,
    Vie­len Dank für den aus­führ­li­chen, sach­li­chen und infor­mie­ren­den Arti­kel. Ich war zwar vor­her kein Glut­amat Ver­ach­ter, habe die Dis­kus­si­on aber trotz­dem mit­be­kom­men. Und nun gehe ich mit dem neu­en auf­ge­klär­ten Wis­sen wei­ter und möch­te es auch sehr ger­ne mal in paar Gerich­ten aus­pro­bie­ren! Ich glau­be die gan­zen Infor­ma­tio­nen raus­su­chen war bestimmt viel Arbeit, des­we­gen noch­mal vie­len Dank!
    Ich wün­sche euch einen schö­nen Sonntag

    Antworten
    1. Dan­ke dir!

      Antworten
  20. Vie­len Dank ihr zwei, habe mich schon lan­ge nicht mehr mit dem The­ma aus­ein­an­der­ges­setzt. GUT mal wie­der dar­an erin­nert und auf­ge­klärt zu werden.

    Antworten
  21. Ich bekam mein „Chi­na-Restau­rant-Syn­drom“ ja immer nach dem Essen von Mamas Kar­tof­fel­sup­pe. Da ist näm­lich ordent­lich Mag­gi Würue drin. Und das ist näm­lich auch MSG drin.
    Aber da dass dann ja deut­sche Haus­manns­kost ist, ist es ja kein Problem.
    Alles natür­lich gut recher­chiert im Arti­kel, aber das ist immer noch mein lieb­lings­ar­gu­ment. Wer Mag­gi mag, ist so all­er­gisch auf MSG wie die glu­ten-into­le­ran­ten Biertrinker.

    Antworten
    1. Dan­ke dir, Thi­lo! Viel­leicht ist in der Kar­tof­fel­sup­pe von Mama aber auch ein Hau­fen Salz (das pas­siert bei Kar­tof­fel­sup­pe näm­lich schnell). In Mag­gi ist übri­gens nicht nur MSG, son­dern eben auch noch ande­re Zuta­ten und zusätz­li­ches Salz und schon wird es schwie­rig damit, die Schuld allein auf einen Stoff zu schie­ben … da sind wir wie­der bei Dr. Ho Man Kwok. 😉

      Antworten
  22. Hal­lo,
    mit Inter­es­se habe ich Euren Bei­trag zum Glut­amat gele­sen. Dan­ke für die­se „schön ser­vier­te“ Aus­ar­bei­tung. Die Hemm­schwel­le sinkt 🙂
    Den­noch bin ich etwas skep­tisch: wenn MSG fast jedem Gericht einen noch voll­mun­di­ge­ren Geschmack ver­leiht, wird man doch mit der Zeit immer öfter zu MSG grei­fen, wenn man doch weiß, dass es unbe­denk­lich und qua­si nur Vor­tei­le im Geschmack hat.. Irgend­wann kommt das Pro­blem mit der Menge.

    Antworten
    1. Hi Moni­ka,

      lie­ben Dank für das Feed­back! Zu dei­ner Fra­ge: Nimmst du immer mehr Soja­sauce? Immer mehr Salz? Oder passt du die Men­gen beim Abschme­cken an dei­nen Geschmack (der sich auch mög­li­cher­wei­se tages­form­ab­hän­gig ändert) an? So wird es dir (beim spar­sa­men Dosie­ren, wie wir es ja auch vor­schla­gen) auch mit Glut­amat gehen. 🙂

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
  23. Vie­len lie­ben Dank für die­sen Bericht. Ich habe mich immer gewun­dert dass ich nach dem Chi­na Restau­rant Besuch kei­ne Beschwer­den habe, obwohl ich auf eini­ges mit unwohl sein reagie­re. Gut, dass ich da auf mei­nen Kör­per, und nicht die gan­ze Ver­teu­fe­lung, gehört habe.
    Eine Pri­se Zucker im Kar­tof­fel­brei macht ihn voll­mun­di­ger, war­um dann nicht eine Pri­se Glut­amat! Das ist für mich kochen, sodass sich alle über die schmack­haf­te Mahl­zeit freuen…

    Antworten
    1. Dan­ke dir!

      Antworten
  24. Ich schlie­ße mich Meli­ta an … „Weiss doch jeder, dass Glut­amat unge­sund ist“! Bin ich doch glück­li­cher­wei­se durch Euch mal wie­der auf­merk­sa­mer zu einem so „kla­ren“ The­ma gewor­den. Ich hab mich noch nie damit wirk­lich aus­ein­an­der­ge­setzt. Ich hab’s ein­fach geglaubt 😬 … und das asia­ti­sche Essen hat mir immer geschmeckt!
    Das bringt mich auch wie­der zu dem Gedan­ken, immer in Tole­ranz zu Men­schen zu blei­ben, die zur vega­nen Ernäh­rung nega­tiv fest­ge­fah­ren sind.
    Dan­ke für die­sen sehr inter­es­san­ten Artikel!

    Antworten
    1. Vie­len Dank für das Feedback!

      Antworten
  25. Sacht­ma, könn­tet ihr viel­leicht dem­nächst mal was zur guten Dosie­rung sagen? Ich hab MSG da, aber weiß nicht, wie und wo und wie­viel ich es nut­zen soll…

    Dan­kö!

    Antworten
    1. Ich kann dir auch jetzt schon etwas zur guten Dosie­rung sagen. Weni­ger ist mehr. Tas­te dich beim Abschme­cken ran. 1/4 TL je 2 Por­tio­nen ist ein ganz guter Ein­stieg. Pro­bie­re vor­her und nach­her und ent­schei­de selbst, ob eine Pri­se mehr gut wäre oder ob du beim nächs­ten Mal etwas weni­ger dazu­ge­ben wür­dest. Prin­zi­pi­ell wie bei Salz. 🙂

      Antworten
      1. Dan­ke!

  26. Dan­ke für den Arti­kel! Ich bin ein gro­ßer Fan von MSG, und zwar in mini­ma­len Men­gen an so ziem­lich allem, was ich koche. Es wird noch schmack­haf­ter – wir haben es getes­tet mit unse­ren liebs­ten selbst­ge­mach­ten Essen: vega­ner Bolo, vega­ner Käse­sauce, Gur­ken­sa­lat, Gemü­se­pfan­ne und Pop­corn. Und wir waren uns einig: eine Pri­se MSG macht den Unter­schied. Super, dass ihr hier auf­klärt. Lie­be Grüße

    Antworten
    1. Dan­ke dir! 🙂

      Antworten
  27. Hal­lo Jörg
    Vie­len Dank für die­sen erhel­len­den Bei­trag! Ger­ne mehr davon, schließ­lich war­ten sicher noch vie­le wei­te­re Ernäh­rungs­my­then und ‑Unwahr­hei­ten auf ihre Ent­blö­ßung. Pein­lich, dass ich jah­re­lang bei mei­ner Lieb­lings-Wok­kü­che (wie alle mei­ne Kol­le­gen, die mit­gin­gen) immer „ohne Glut­amat“ bestellt haben.
    LG
    Boris

    Antworten
    1. Hi Boris,

      dan­ke dir! Tat­säch­lich haben wir noch eini­ge Ideen für ähn­li­che Beiträge. 🙂

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
  28. Wun­der­bar, dan­ke für den Arti­kel! Habe lus­ti­ger­wei­se gera­de erst vor ner Woche eine Tüte MSG gekauft und schon ein paar Ver­su­che ange­stellt. Wenn man es infla­tio­när benutzt, wird es einem übri­gens auch ziem­lich schnell über, falls sich das jemand gefragt hat 😀

    Antworten
    1. Ha ha, dan­ke fürs Tes­ten! Und natür­lich für das tol­le Feedback. 🙂

      Antworten
    2. Glut­amat ist ein durch Gen­tech­nik ver­än­der­ter, neu­ro­to­xisch wir­ken­der Zusatz­stoff, der drin­gend zu ver­mei­den ist, da es das zen­tra­le Ner­ven­sys­tem nicht nur schwächt, son­dern auch beein­träch­tigt. Da hilft es auch nicht, das Gan­ze für sich und die Leser­schaft schön zu schrei­ben, weil man es so ger­ne beim kochen ein­setzt. Die Argu­men­ta­ti­on „wir sind alle aus Che­mie“ macht die­sen Text nur unglaubwürdiger.

      Antworten
      1. Das ist schlicht und ergrei­fend nicht wahr. Quel­len­an­ga­ben gibt es im Text genug.

  29. Hal­lo Jörg und Nadi­ne, sehr inter­es­san­ter Bericht – und ich gebe euch auf jeden Fall Recht, dass ein sinn­vol­ler Ein­satz sicher nicht schäd­lich ist. Ich für mei­nen Teil wer­de das Pul­ver den­noch nicht ans Essen geben, ich beschrän­ke mich auf das, was in den Lebens­mit­teln sowie­so schon drin ist. Ich muss aber auch sagen, dass ich zu dem Typ Esser gehör­te, die eher weni­ger herz­haft und sal­zig würzt, lie­ber vie­le Kräu­ter und eben natür­li­che Gewür­ze und Samen ver­wen­de – wie ihr es ja in euren tol­len Rezep­ten auch tut. Ich mag auch den Eigen­ge­schmack von Lebens­mit­teln ger­ne und habe sehr sel­ten das Bedürf­nis, nach­zu­sal­zen /-wür­zen.
    Dann möch­te ich noch bemer­ken: eure Sei­te ist toll, ihr habt mir den Umstieg in mei­ne nun fast 5‑monatige vega­ne Lebens­wie­se ein­fa­cher gemacht – herz­li­chen dank, dass ihr so viel Mühe und Lie­be in eure Sei­te investiert.

    Antworten
    1. Hi Michae­la,

      dan­ke dir für dein Feed­back! Die­ser Text soll kein MSG-Zwang dar­stel­len, kei­ne Angst – auch wenn wir eben hier und da schon auf kräf­ti­ge Geschmä­cker ste­hen. Wie beschrie­ben, uns geht es hier mehr um Auf­klä­rung und die Diskussion. 🙂

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
  30. Dass die Stu­di­en von damals Quatsch sind, hab ich schon gehört, aber noch nicht das Ras­sis­mus-Ele­ment, was ja schon ein­leuch­tet. Inter­es­sant. Da passt das Glut­amat auch wirk­lich zum Glu­ten, das weiß doch im Moment auch jedeR, dass das schäd­lich ist .… 

    Aber dass ich es jetzt wirk­lich ver­wen­de? Ich hab ja kei­ne Erfah­rung damit und mag mei­ne Sachen auch so schon … aber wenn es mal in einem eurer lecke­ren Rezep­te vor­kommt, wer weiß …

    Antworten
    1. Dan­ke dir für das tol­le Feedback!

      Und kei­ne Sor­ge, wir wol­len nie­man­den zum Glut­amat über­re­den. Wenn dir alles auch schon so schmeckt, all good! Wenn du neu­gie­rig bist, ebenfalls. 🙂

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
  31. Ja span­nend das The­ma. Ich habe hier­zu schon eini­ges gele­sen, aller­dings, stößt man ja fast aus­schließ­lich auf nega­ti­ve Bericht­erstat­tung zum The­ma Glut­ama­te. Ich wer­de mei­ne Res­sen­ti­ments jeden­falls noch ein­mal über­den­ken, vie­len Dank für den Anstoß :-).

    Antworten
    1. Super, dan­ke dir für das Feedback! 🙂

      Antworten
  32. Dan­ke für den Arti­kel und den Denk­an­stoß! Kommt gleich mit auf die Ein­kaufs­lis­te und wird ausprobiert.
    Fin­de es toll, dass du den bewuss­ten Umgang her­aus­ge­stellt hast. Wie so oft ist eben das gesun­de Maß das Ding der Dinge 🙂

    Antworten
    1. Abso­lut! Den größ­ten Kri­tik­punkt, den man haben kann ist, wie erwähnt, der sagen wir mal groß­zü­gi­ge Umgang der Indus­trie mit Glutamat.

      Antworten
  33. Ist es denn völ­lig egal, wel­chen Geschmacks­ver­stär­ker man dann nimmt oder gibt es da Unterschiede?

    Antworten
    1. Ich bin mir nicht ganz sicher, was du meinst. Es gibt MSG natür­lich von ver­schie­de­nen Her­stel­lern, im Regel­fall dürf­te aller­dings (che­misch) immer das­sel­be drin sein, näm­lich 100 % Mononatriumglutamat.

      Antworten
  34. Sehr gut erklärt und zusam­men­ge­fasst. Ich habe den Anti-Glut­amat-Hype nie mit­ge­macht – es schmeckt mir und ich habe noch nie irgend­wel­che nega­ti­ven Neben­ef­fek­te nach dem Essen glut­amat­hal­ti­ger Spei­sen registriert. 🙂

    Antworten
    1. Dan­ke dir für das Feedback! 🙂

      Antworten
  35. Tol­ler Bericht, vie­len Dank!

    Antworten
    1. Vie­len Dank dir!

      Antworten
  36. Vie­len Dank für den Artikel!
    Jetzt habe ich end­lich etwas zum Ver­wei­sen und muss mir den Mund nicht immer fus­se­lig reden ;). 

    Lg aus Hamburg
    Arne

    Antworten
    1. Ha ha, dan­ke, Arne! 🙌

      Antworten
  37. Hal­lo Jörg, ich habe sel­ten so eine ein­sei­ti­ge Recher­che über das The­ma Glut­amat gele­sen. Als Betrof­fe­ne einer wirk­lich schlim­men Glut­amat-Unver­träg­lich­keit (All­er­gie darf man das auf­grund der Ein­stu­fung der Deut­schen Gesell­schaft für Ernäh­rung, wel­che von der Nah­rungs­mit­tel­in­dus­trie gespon­sert wird, NICHT nen­nen), kann ich Dir nur in eini­gen weni­gen Aus­sa­gen zustim­men, im gan­zen Kon­text aber nicht. Wie immer macht die Dosis das Gift und auch wenn das natür­li­che Glut­amat in vie­len Lebens­mit­teln vor­kommt, soll­te die Zufüh­rung von künst­lich her­ge­stell­tem Glut­amat nach Mög­lich­keit immer ver­mie­den wer­den. Dein Arti­kel scheint dar­auf zu zie­len, das Ver­wen­den von Glut­amat ohne Reue in den Köp­fen zu lega­li­sie­ren. Glut­amat ist und sei­ne Unter­grup­pen sind schä­di­gen­de Stof­fe für Gehirn und Kör­per, auch wenn die einen es bes­ser und die ande­ren es schlech­ter ver­tra­gen. Wer rich­tig kochen und wür­zen kann, muss die­se Zusät­ze nicht ver­wen­den, ohne dass dabei das Essen fad schmeckt. Das aber scheint das Haupt­übel zu sein, die Zeit fürs Kochen und die Kennt­nis fürs rich­ti­ge Kochen und Wür­zen fehlt. Die Nah­rungs­mit­tel­in­dus­trie freut sich über jedes ver­kauf­te Fer­tig­ge­richt und auch mit Glut­amat ver­setz­te Gewür­ze (z.B. in gemah­le­nem Pfef­fer und gemah­le­nem Küm­mel), ver­dient Mil­li­ar­den und ver­arscht die Men­schen wei­ter mit angeb­lich gesun­der und schnel­ler Fer­tig­nah­rung. Mach Dich mal bit­te schlau über Tier­ver­su­che und deren Aus­wir­kun­gen mit Glut­amat, viel­leicht öff­net Dir das den Blick an eine wei­ter­füh­ren­de Her­an­ge­hens­wei­se. Übri­gens ver­tra­gen rund 10–15 % in Deutsch­land kein Glut­amat, also sind es nicht nur weni­ge Aus­nah­me­fäl­le, Ten­denz steigend.
    Nichts für ungut und Grü­ße, Dana

    Antworten
    1. Hi Dana,

      erst­mal lie­ben Dank für dei­nen Input. Wie du ja bereits an mei­nen ers­ten Absät­zen erkannt hast, habe ich Feed­back wie dei­nem natür­lich auch gerechnet.

      Ich kann dei­nen Text aller­dings nicht unkom­men­tiert las­sen. Ich räu­me in mei­nem Bei­trag ein, dass es so etwas wie eine all­er­gi­sche Reak­ti­on geben kann (All­er­gien gibt es auf alles) und dass die Lebens­mit­tel­in­dus­trie zu ver­schwen­de­risch mit Glut­amat umgeht, wobei ich auf Ver­schwö­rungs­theo­rien auch hier ger­ne ver­zich­ten würde.

      Du wie­der­holst nur sämt­li­che Punk­te, die ich in die­sem Bei­trag mit Quel­len­an­ga­ben wider­le­ge. Nein, die von dir ange­spro­che­nen Tier­ver­su­che las­sen sich nicht auf den Men­schen über­tra­gen (war­um habe ich mit diver­sen Quel­len­an­ga­ben schon erläu­tert, „infor­mier‘ dich mal“ ist wie­der­um kei­ne Quel­le). Nein, Krank­hei­ten – auch die, die unter ande­rem mit einer Stö­rung des endo­ge­nen Glut­amat­stoff­wech­sels in Zusam­men­hang gebracht wer­den – wer­den nicht durch die Auf­nah­me von Glut­amat über die Nah­rung aus­ge­löst oder ver­stärkt, zumin­dest konn­te das über meh­re­re Jahr­zehn­te hin­weg nicht beob­ach­tet wer­den. Und nein, auch dei­ne Pro­zent­an­ga­be der Men­schen mit einer Glut­amat­un­ver­träg­lich­keit stimmt nicht, da es die­se Zahl (wis­sen­schaft­lich belegt) schlicht und ergrei­fend nicht gibt.

      Nimm es mir bit­te auch du nicht krumm, aber ich sag’ mal „talk about Einseitigkeit“. 🙂

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
      1. Hi:)
        Also vor­ab: Ich lie­be eure Rezep­te! Blog und Koch­bü­cher sind super und haben unse­re vega­ne Fami­lie wie­der in Frie­den am Ess­tisch vereint;)
        Aller­dings muss ich Dana zustim­men. Bis­serl ein­sei­tig und ver­klä­rend war der Bei­trag schon;) Aber trotz allem gut geschrie­ben und recher­chiert. Wie halt alle eure Beiträge.
        Als gern-weit­rei­sen­de Fami­lie ken­nen wir das Yum­my-Salt auch! Und unse­re Kin­der „vor­her-nach­her“ . *stöhn!
        Wir sind ver­mut­lich schon eher von der „sen­si­blen“ Seite.…gutgetan hat uns jeden­falls die­se angeb­lich harm­lo­se Zutat nie. Das so man­cher Mit­mensch „mit Sau­ma­gen“ das wei­ße Super~Gold bes­ser ver­trägt kann gut sein!
        Auch von mir: Nichts für ungut! Und thanks for the very nice Blog 🙂

      2. Hey, das war ein Auf­ruf zur Dis­kus­si­on. Also bit­te, bit­te erklä­re mir – wenn es schon Dana nicht tut –, war­um der Bei­trag „ver­klä­rend“ und „ein­sei­tig“ ist. Ich freue mich drauf. 🙂

  38. Hal­lo Jörg, erst ein­mal Cha­peau! für die­ses Bei­trag. Da habt Ihr doch eini­ge Fak­ten zusam­men­ge­sam­melt und wie­der in einen locker-leich­ten Arti­kel verpackt 😀
    Ich ver­su­che auch immer öfter die Ver­teu­fe­lung von Ein­zel­pro­duk­ten zu hin­ter­fra­gen und mir mehr die Ent­wick­lung der Lebens­mit­tel­in­dus­trie im Gan­zen anzu­schau­en. Da ist bei mir ein posi­ti­ver Neben­ef­fekt des vega­nen Lebens­stils, den­ke ich (:
    Mei­ne Go-to-Uma­mi-Hel­fer sind Toma­ten­mark und getrock­ne­te Toma­ten, Sojasauce/Misopaste, Pilz­pul­ver aus gemah­le­nen getrock­ne­ten Shi­ta­ke-Pil­zen und Kom­bu-Algen (z.B. für Brühen).
    Vie­le Grü­ße und wei­ter so!
    Vanessa

    Antworten
    1. Hi Vanes­sa,

      tau­send Dank erst­mal für das Feed­back! Wir haben auf jeden Fall noch eini­ge Ideen zu Ernäh­rungs­my­then, die viel­leicht mal hin­ter­fragt gehören. 🙂

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
  39. Hal­lo, dan­ke für die­sen neu­en Ansatz zu die­sem The­ma. Hab mich tat­säch­lich nie wirk­lich damit aus­ein­an­der gesetzt, son­dern immer so hin­ge­nom­men. „Weiß ja jeder dass Glut­amat unge­sund ist..“
    Vie­le Grüße
    Melita

    Antworten
    1. Super, das freut uns wirk­lich! Genau das war unser Ziel. 🙂

      Antworten
    2. Ich fin­de den Arti­kel ja super und stim­me vie­lem voll­kom­men zu! 🙂
      Nun bei mir war es aber lei­der so, dass ich seit mei­ner Kind­heit immer nach den Essen Bauch­schmer­zen hat­te. Habe konv. sowie Natur­heil­ärz­te kon­sul­tiert, All­er­gien getes­tet und The­ra­pien pro­biert. Auch auf Lebens­mit­tel ver­zich­tet und mich stets gesund ernährt. Doch lei­der tat sich Nichts. Dann bin ich von Zuhau­se aus­ge­zo­gen und kauf­te mir erst­mals nur Salz und Pfef­fer und sie­he da, kei­ne Beschwer­den mehr. Da ging mir lang­sam ein Licht auf und ich fing an die Gewür­ze zu che­cken. Wel­che alle das Zau­ber­mit­tel beinhalteten.
      Ich habe wohl eine sehr sel­te­ne Unver­träg­lich­keit, wel­che sich jetzt aber zum Glück in den letz­ten 7 Jah­ren mega zurück­ge­bil­det hat.
      Also neh­me ich ab und zu noch ein biss­chen Bauch­weh in Kauf weil das uma­mi ein­fach doch geil ist.

      Antworten
      1. Hi Jen!

        Dan­ke für dein Feed­back. Aller­dings wür­de mich jetzt inter­es­sie­ren, in wel­chen die­ser „Gewür­zen“ Glut­amat war. 🙂

        Lie­be Grüße
        Jörg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.