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Ich krieg‘ die Klimakrise

Ich schrei­be ja wirk­lich lie­ber über Essen, über Zuta­ten und Rezep­te, aber die­sen Bei­trag will ich gefühlt nun schon eine Ewig­keit raus­hau­en. Und ich gebe zu, ich habe mich auch ein biss­chen davor gedrückt. Ich habe mehr­mals ange­fan­gen und dann kam doch wie­der irgend­et­was „Wich­ti­ge­res“ dazwischen.

Tja, wich­tig. Was genau ist denn gera­de wirk­lich wich­tig. Was zum Bei­spiel könn­te denn jetzt höhe­re Prio­ri­tät haben als sich bren­nend für unser aller Schick­sal zu inter­es­sie­ren und ein­zu­set­zen? Qua­si sofort alles ste­hen und lie­gen zu las­sen und zumin­dest irgend­wie Flag­ge bei den #Fri­days­For­Fu­ture oder ande­ren Kli­ma-Demos zu zei­gen, dass einem die Situa­ti­on ver­dammt noch mal sehr wich­tig ist und uns alle etwas angeht, denn wie heißt es denn momen­tan über­all so schön:

There’s no Pla­net B

Die Demos wer­den aber immer noch haupt­säch­lich von Schü­lern und Jugend­li­chen getra­gen, die Zeit und Kraft auf­wen­den, um auf die Kata­stro­phe, auf die wir alle ziem­lich sicher  zusteu­ern, auf­merk­sam zu machen. Und ja, so schlimm es klin­gen mag, ich benei­de heut­zu­ta­ge nie­man­den, der jün­ger als Mit­te zwan­zig ist. Die­se nach­fol­gen­den Genera­tio­nen wer­den es sein, die die­se gigan­ti­schen Öko­schul­den bezah­len müssen.

Kann das wirk­lich alles sein?

WO SIND DIE #PARENTSFORFUTURE?

Ja, auch ihr lie­be Genera­ti­on X und Y seid gemeint. Und natür­lich auch ihr Baby­boo­mer! Habt ihr viel­leicht sel­ber Kin­der oder gar Enkel? Wie könnt ihr dann nicht auf der Stra­ße sein und Rabatz machen?

Denn für die­se armen Men­schen – also auch uns – wird sonst in ein paar Jah­ren nicht mehr viel Schö­nes übrig blei­ben. Wer möch­te sich denn sein Kind oder Enkel­kind schon in einem Zukunfts­sze­na­rio mit Krieg, Umwelt­ka­ta­stro­phen, Hun­ger, Krank­hei­ten, Hit­ze und mas­si­ven Flücht­lings­strö­men – was übri­gens für eine ste­tig wach­sen­de Anzahl der Welt­be­völ­ke­rung schon heu­te bit­te­re Rea­li­tät ist – vorstellen?

Ja, ich höre den ein oder ande­ren spä­tes­tens jetzt schon frot­zeln. Mensch, wo’s doch grad so schön ist mit dem neu­en Auto und der nächs­ten gebuch­ten Flug­rei­se. Tja, so lan­ge das nur ande­re Tei­le der Welt und ande­re Men­schen –  Haupt­sa­che nicht die eige­ne Fami­lie – betrifft, kann man das wohl noch getrost mit der Vogel­strauß-Metho­de ver­drän­gen und ins­ge­heim dar­auf hof­fen, dass irgend­wel­che Ande­ren das Kind schon schau­keln werden.

Ich bin heu­te auch nicht hier, um nach Mei­nun­gen zu fra­gen. Heu­te gibt’s ganz unge­schönt mein der­zei­ti­ges per­sön­li­ches Emp­fin­den. Klar erhof­fe ich mir damit auch ein biss­chen unbe­quem zu sein und im bes­ten Fall zum Nach­den­ken und Reflek­tie­ren anzu­re­gen. Um den hei­ßen Brei reden stän­dig schon die anderen.

Ver­ste­he mich bit­te nicht falsch. Auch Jörg und ich machen Feh­ler und sind alles ande­re als per­fekt. Das wür­de vor­aus­set­zen, dass die Rah­men­be­din­gun­gen für unser Han­deln ande­re wären. Der all­täg­li­che Wahn­sinn von Über­pro­duk­ti­on auf der einen Sei­te, und Unter­ver­sor­gung auf der ande­ren, der nach und nach zur Nor­ma­li­tät gewor­den ist, muss auf­hö­ren. Und zwar bes­ser heu­te als mor­gen. Eigent­lich am bes­ten gestern.

Wei­te­re Erläu­te­run­gen über das alles dik­tie­ren­de, kapi­ta­lis­ti­sche Wirt­schafts­sys­tem wür­den jetzt hier lei­der ein­fach zu weit füh­ren und das Feld über­las­se ich lie­ber anderen. 

Ich kann hier ja auch kei­ne wis­sen­schaft­li­che Abhand­lung schrei­ben und du wirst auch ver­mut­lich kein neu­es Wis­sen aus mei­nem Bei­trag schöp­fen kön­nen. Nichts, was nicht schon tau­send­fach irgend­wo geschrie­ben wor­den ist. Und doch kann man das The­ma wohl kaum oft genug erwäh­nen, denn vie­le befin­den sich immer noch im abso­lu­ten Tief­schlaf. In ihrer „Nichts Sehen, nichts Hören, nichts Sagen“-Sicherheitsblase mit Auto­pi­lot ins Cha­os. Gruselig.

Um beim der­zei­ti­gen Welt­ge­sche­hen kon­struk­tiv mit­re­den zu kön­nen, ist es ein­fach wich­tig, bestimm­te Hin­ter­grün­de und geschicht­li­che Ent­wick­lun­gen zu ken­nen und zu ver­ste­hen, um die vie­len Puz­zle­tei­le zu einem Gan­zen fügen zu können.

Doch die Essenz, der Ernst der Lage, ist doch eigent­lich für jeden nor­mal und logisch den­ken­den Men­schen, sehr ein­fach zu ver­ste­hen. Hof­fe ich jedenfalls.

IST ES SCHON ZU SPÄT?

Ich habe es zumin­dest mehr als ein­mal gele­sen. Und nicht weni­ge Wis­sen­schaft­ler strei­ten sich dar­über. Aber alle Exper­ten sind sich zumin­dest einig: Es sieht ver­dammt schei­ße aus.

Pro­fes­sor Jem Ben­dell, Nach­hal­tig­keits­for­scher an der Uni­ver­si­tät in Cum­bria,  ist sich dage­gen so gut wie sicher, dass wir uns alle in nicht all­zu lan­ger Zeit auf mas­si­ve Ver­än­de­run­gen unse­res gewohn­ten Lebens ein­stel­len müs­sen. Das hat er in sei­nem Auf­satz Deep Adap­ti­on ver­deut­licht. Na klar, ich fin­de das mehr als beun­ru­hi­gend und wer das bis­her nicht tut, soll­te noch mal genau über­den­ken und recher­chie­ren war­um denn eigentlich.

Was spricht denn dage­gen? Viel­leicht zum Bei­spiel die ultra­hei­ßen Som­mer , das Arten­ster­ben, die schlech­ter wer­den­den Ern­ten, die dahin­schmel­zen­de Ark­tis oder das gan­ze Plas­tik im Meer?

Zumal die Poli­tik lei­der kei­ner­lei Anstal­ten macht irgend­wel­che Not­fall-Maß­nah­men zu ergrei­fen. 1,5 Grad. Mehr darf sich die Erde nicht mehr erwär­men. Und wir sind so was von kurz davor.

Bei mir hat es (erst!!!) Anfang des Jah­res noch mal so rich­tig, rich­tig Klick gemacht und einen Schal­ter umge­legt. Aber mit Voll­dampf vor­aus! Bis­her war mei­ne vega­ne Ernäh­rung und mein vega­ner Life­style mein poli­ti­sches State­ment, aber das reicht bei Wei­tem nicht!

Den Mund zu hal­ten und das The­ma tot­zu­schwei­gen oder aus­zu­sit­zen oder schlicht­weg zu leug­nen – die gän­gi­ge Metho­de vie­ler Men­schen Pro­ble­me zu besei­ti­gen – führt hier strai­ght to hell.

Ich habe viel gele­sen, recher­chiert und bin zuge­ge­be­ner­ma­ßen ein paar Wochen in eine Art „Loch” gefal­len und war depri­miert. Das Gan­ze hat sich selbst auf mei­ne Arbeit, Lebens­lust und letzt­end­lich das gan­ze Sozi­al­le­ben aus­ge­wirkt. „Eco-anxie­ty“ (Öko-Angst) nennt man das, habe ich mir sagen lassen.

Ich habe mit Jörg, Freun­den und Fami­lie mehr als ein­mal über das The­ma „Kli­ma­wan­del und Zukunft“ dis­ku­tiert. Oft sehr hit­zig und manch­mal ist es auch in Streit aus­ge­ar­tet. Ich habe gemerkt, dass noch lan­ge nicht jeder dort ange­kom­men ist, wo sich schon eini­ge ande­re – unter ande­rem auch ich – befin­den. Näm­lich in der Zukunft.

Vie­le ver­har­ren lie­ber in ihrem alt­ge­wohn­ten Sta­tus quo.  Tun so, als wäre alles nicht so schlimm und haben Angst vor Ver­än­de­run­gen. Und in gewis­ser Wei­se kann ich es sogar ein biss­chen nach­voll­zie­hen. Aber eben nur ein biss­chen. Der Mensch ist nun mal ein Gewohnheitstier.

Natür­lich gibt es auch berech­tig­te Sor­gen, was eine sozi­al­ge­rech­te Umge­stal­tung unse­rer Welt angeht, wel­che unbe­dingt beach­tet wer­den müs­sen, damit wir auch wirk­lich alle mit ins Boot holen! Doch sind es jetzt bereits die Ärms­ten, die unter den Kon­se­quen­zen der Poli­tik indus­tria­li­sier­ter Län­der zu lei­den haben. Ohne Wan­del sieht es also für uns alle düs­ter aus.

Wäre der Res­sour­cen­ver­brauch der Welt­be­völ­ke­rung so groß wie in Deutsch­land, dann müss­ten min­des­tens drei Pla­ne­ten zur Ver­fü­gung ste­hen, um ihn nach­hal­tig zu decken.

Wer die Nach­rich­ten ver­folgt, weiß dass Deutsch­land die­ses Jahr bereits seit dem 03. Mai öko­lo­gisch auf Pump lebt. Dank einer Poli­tik, die Pro­fi­te so ziem­lich über alles stellt und sich daher nicht um nach­hal­ti­ges Wirt­schaf­ten sche­ren kann. Aber auch dank einer Men­ta­li­tät, die die­se Wirt­schaft nicht genug kri­ti­siert und fast frag­los konsumiert.

Sta­tis­tisch gese­hen gehört die Bun­des­re­pu­blik übri­gens zu den Spit­zen­rei­tern der öko­lo­gi­schen Rie­sen-Fuß­ab­drü­cke und belegt aktu­ell welt­weit Platz 8.

SOLL’S DAS WIRKLICH GEWESEN SEIN?

Pro­du­zie­ren, Kon­su­mie­ren, Weg­schmei­ßen und Zer­stö­ren? Mich ekelt das ein­fach nur an. Die Wut über die­ses Ver­hal­ten steigt bei mir täg­lich. Und auch die Angst vor den Konsequenzen.

Ich kann und will mir ein­fach nicht vor­stel­len, dass es nicht ins­ge­heim so vie­len ande­ren Men­schen genau­so geht. Ich den­ke es liegt auch häu­fig an der Ohn­macht, Hilf­lo­sig­keit und Über­for­de­rung, dass man sich nicht traut, laut zu werden.

Der „nor­ma­le“ Mensch ist der heu­ti­gen Gesell­schaft nur des­halb so gut ange­passt, weil er sein Selbst auf­ge­ge­ben hat, um so zu wer­den, wie man es von ihm erwar­tet. – Erich Fromm

ACT NOW!

Wenn mir Leu­te dann dar­auf immer nur jovi­al die liebs­te und hei­li­ge Wirt­schafts­pre­digt hal­ten, wer­de ich so rich­tig unge­dul­dig. Pro­fit, Pro­fit, Pro­fit. Ich kann es nicht mehr hören!

Inner­halb von weni­gen Jahr­zehn­ten hat die­se Art des Wirt­schaf­tens es geschafft, den Pla­ne­ten so zu zer­stö­ren, was unse­re Gat­tung Homo sapi­ens seit 200.000 Jah­ren nicht geschafft hat. Glück­wunsch. Applaus, Applaus! Und das soll der Gip­fel der Ent­wick­lung sein? Beschämend.

Wir müs­sen wie­der hin zu einer sinn­vol­len Pro­duk­ti­on für die Bedürf­nis­be­frie­di­gung der Men­schen, statt für den Pro­fit für eini­ge weni­ge. Hin zu einer Gesell­schaft, die sich über „sein-ori­en­tier­tes“ anstel­le von „besitz-ori­en­tier­tem“ Haben definiert.

Die unglaub­li­chen Zah­len der Lebens­mit­tel­ver­nich­tung, Alt­klei­der- und Müll­ber­ge allein in Deutsch­land sor­gen bei mir jedes Mal, wenn ich dar­über etwas lese, fürs kal­te Grausen:

Welt­weit geht jähr­lich etwa ein Drit­tel der Lebens­mit­tel auf dem Weg vom Feld bis zum Tel­ler ver­lo­ren, wäh­rend gleich­zei­tig etwa 800 Mil­lio­nen Men­schen unter Hun­ger lei­den. Und: Die Ver­schwen­dung belas­tet die Umwelt. Jähr­lich ent­ste­hen dadurch mehr als 38 Mil­lio­nen Ton­nen Treib­haus­ga­se, gut 43.000 Qua­drat­ki­lo­me­ter land­wirt­schaft­li­cher Flä­che wer­den genutzt sowie 216 Mil­lio­nen Kubik­me­ter Was­ser ver­braucht. Für jedes Nah­rungs­mit­tel ver­brau­chen wir zudem Ener­gie bei Her­stel­lung und Trans­port und ver­wen­den Pflan­zen­schutz­mit­tel, Mine­ral- und Wirt­schafts­dün­ger, die die Umwelt belasten.

Obwohl nie­mand ger­ne Essen ver­schwen­det, wird in deut­schen Haus­hal­ten jedes ach­te Lebens­mit­tel weg­ge­wor­fen. So lan­den in den Müll­ton­nen der Pri­vat­haus­hal­te 6,7 Mil­lio­nen Ton­nen. Pro Per­son sind das zwei voll­ge­pack­te Ein­kaufs­wa­gen mit einem Waren­wert von 234 Euro: etwa 82 Kilo­gramm. Im Außer-Haus-Ver­zehr ent­ste­hen ca. 1,9 Mil­lio­nen Ton­nen Lebens­mit­tel­ab­fäl­le, im Han­del ca. 550.000 Ton­nen, in der Indus­trie 1,85 Mil­lio­nen Ton­nen. Ver­lus­te in der Land­wirt­schaft sind dabei noch nicht berück­sich­tigt. (Quel­le: Aus­zug aus dem Umweltbundesamt)

WAS TUN?

Trüb­sal zu bla­sen macht mir weder Spaß, noch bringt es uns irgend­wie vor­wärts. Und auch wenn die Nei­gung zu Pes­si­mis­mus ganz deut­lich in mei­ner Fami­lie liegt, gehö­re ich eigent­lich nicht zu den gro­ßen Anhängern.

Ich bin defi­ni­tiv für Lösun­gen! Und Opti­mis­mus, auch wenn es manch­mal schwer­fällt, inmit­ten der gan­zen geball­ten Igno­ranz. Natür­lich habe auch ich (lei­der, lei­der) nicht die sofor­ti­gen Lösun­gen für alles parat. Ganz wie Gre­ta Thun­berg es mehr­fach betont hat.

Und auch wenn ich kei­ne Hoff­nung dar­auf set­ze, dass sich Ent­schei­dungs­trä­ger und Ver­ant­wort­li­che end­lich ein­mal dazu beque­men, Not­fall­maß­nah­men ein­zu­lei­ten, glau­be ich, dass die der­zei­ti­gen Pro­tes­te und ent­ste­hen­den Gras­wur­zel­be­we­gun­gen viel Poten­zi­al haben.

Es geht doch, wie beim Vega­nis­mus auch, bei vie­len Din­gen nicht um Ver­zicht. Jeder hat immer eine Hei­den­angst davor, dass ihm irgend­et­was weg­ge­nom­men wird. Sei es das Auto, das Schnit­zel oder das fünf­zigs­te Snea­ker-Paar. Aber was statt­des­sen dazu­ge­won­nen oder im Aus­tausch erhal­ten wird, dar­über wird ein­fach nicht nachgedacht.

Wie oft haben wir in den letz­ten Jah­ren Nach­rich­ten von Leu­ten bekom­men, die dank der für sie rich­ti­gen vega­nen Rezep­te auf einen rein pflanz­li­chen Life­style umge­stellt haben und damit nun glück­li­cher und zufrie­de­ner sind als jemals zuvor. Wir könn­ten gan­ze Lis­ten vor­le­sen! Und das ist auch genau das, was uns tag­täg­lich antreibt und mit Eat this! wei­ter­ma­chen lässt.

Genau­so geht es mir zum Bei­spiel auch mit der Umstel­lung hin zu (so weit wie mög­lich) plas­tik­frei­em Ein­kau­fen oder unse­rem plas­tik­frei­en Bade­zim­mer. Man braucht wirk­lich so viel weni­ger, als man denkt und nicht, wie die omni­prä­sen­te Wer­bung einem 24/7 suggeriert.

Und vie­les ist so viel ein­fa­cher, güns­ti­ger, qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger und –  ja hier spricht ein Ästhet – auch noch schö­ner als die Din­ge, die ich oft jah­re­lang vor­her genutzt habe. Wer kennt ihn nicht, den mal mehr oder weni­ger gut sor­tier­ten Wust aus Pröb­chen (vega­ne Natur­kos­me­tik hin oder her), ver­schie­de­nen Sham­poo­fla­schen oder Body­lo­tions. Ich könn­te mir manch­mal heu­te noch an den Kopf fassen.

Aber man hat es ja lei­der nicht anders gelernt, ist vie­les so gewohnt und hat manch­mal schlicht­weg kei­ne Zeit groß dar­über nach­zu­den­ken. Und des­halb ist es eben so wich­tig, Freun­de und Fami­lie mit ins Boot zu holen und alte Gewohn­hei­ten zu durch­bre­chen und abzu­schaf­fen und Neu­es zu entdecken. 

“NACH MIR DIE SINTFLUT” IST VORBEI

Wir haben echt nicht mehr viel Spiel­raum, das Was­ser steht uns bis zum Hals. Damit etwas geschieht, soll­test auch du und alle die du moti­vie­ren kannst auf die Stra­ßen gehen, dich orga­ni­sie­ren und für dei­ne und unser aller Zukunft demons­trie­ren. Wir haben uns sehr gefreut, dass am 20.09. so vie­le Men­schen hier in Ulm und deutsch­land­weit gemein­sam auf der Stra­ße waren!

Trotz­dem ist das Kli­ma­pa­ket der der­zei­ti­gen Bun­des­re­gie­rung mit Pau­ken und Trom­pe­ten geschei­tert. 

Sowohl beim Kli­ma­schutz als auch bei der Res­sour­cen­nut­zung agiert die Bun­des­re­gie­rung, als ob es kein Mor­gen gäbe. – Kira Hei­ne­mann, Vor­stand der BUNDjugend

Die Zeit der heu­ti­gen, ego­is­ti­schen Ellen­bo­gen-Wirt­schafts­po­li­tik, getreu dem Mot­to “Nach mir die Sint­flut” ist mal so was von vor­bei. Höchs­te Zeit für radi­ka­les Umden­ken! Für Uto­pien! Für Mut! Für Hoff­nung! Und vor allem für Gemeinschaft!

Viel­fach stel­len unser der­zei­ti­ges sozia­les und öko­lo­gi­sches Enga­ge­ment eher eine Art Abbit­te für unse­re kol­lek­ti­ven Sün­den dar, als dass Mensch und Natur mit dem ver­sorgt wür­den, was sie wirk­lich bräuch­ten. – David Holmgren

So abge­nutzt der Slo­gan auch klin­gen mag: Nur zusam­men sind wir stark und kön­nen etwas für eine nach­hal­ti­ge und lebens­wer­te Zukunft in Bewe­gung set­zen. Ich möch­te die Hoff­nung nicht auf­ge­ben, dass die­se Kri­se auch eine Chan­ce zu einem gro­ßen Sys­tem­wan­del sein kann. 

Aber wir müs­sen jetzt gemein­sam han­deln. Jetzt zusam­men auf die Stra­ße gehen. Bevor es für immer zu spät ist.

Bist du dabei? Was sind dei­ne Gedan­ken und Gefüh­le zur Krise? 

#Alle­fürs­Kli­ma 🌏🌳🔥

Seit 2005 aus ethischen Gründen glücklich vegan. Ist dem Backen von gutem Sauerteigbrot verfallen, würde für Kartoffeln ihr letztes Hemd geben und wird deshalb auch Mrs. Potato Head genannt. Träumt außerdem vom eigenen Permakulturgarten mit den Bremer Stadtmusikanten.

44 Kommentare

  1. Ich emp­fin­de das genau­so und füh­le mich häu­fig hilf­los, wenn ich sehe, wie vie­le Leu­te auf völ­lig unnö­ti­ge Wei­se das Kli­ma schädigen.
    Aber mit Eurem Blog habt Ihr mei­ner Mei­nung nach eine gute Mög­lich­keit, den Leu­ten ganz neben­bei ein paar Zero Was­te-Gewohn­hei­ten für die Küche nahe­zu­brin­gen, ganz undog­ma­tisch. Bei den Würs­ten (waren es die Weiß­würs­te?) seid Ihr ja inzwi­schen auch auf eine Stof­f­um­hül­lung umgestiegen.
    Wenn Ihr an ver­schie­de­nen Stel­len älte­re Rezep­ten auf eine Zero Was­te-Beschrei­bung umstel­len wür­det, dann wür­den sich bestimmt vie­le ohne dar­über nach­zu­den­ken dar­an hal­ten. Zum Bei­spiel fällt mir bei Röst­ge­mü­se im Back­ofen auf, dass Ihr da immer schreibt, man sol­le Back­pa­pier ver­wen­den. Wenn das Blech aus Alu ist, dann ist das sicher sinn­voll. Aber bei den meis­ten Ble­chen ist das für Gemü­se mit Öl m.E. über­haupt nicht nötig.
    LG
    Juke

    Antworten
    1. Hi Juke,

      also rück­wir­kend wäre das recht auf­wän­dig, da ste­cken wir die Zeit lie­ber in neue Inhal­te. Aber wir möch­ten in Zukunft defi­ni­tiv mehr Tipps für die Abfall­ver­mei­dung ins Blog einflechten. 🙂

      Lie­be Grüße
      Jörg

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  2. Ich hab doch glatt noch ein paar Nega­tiv­bei­spie­le ver­ges­sen: so das moder­ne Super­food wie Chia oder Avo­ca­do etc., deren Anbau und Trans­port zu uns nicht wirk­lich als kli­ma­freund­lich durch­ge­hen, die Ton­nen an Plas­tik­müll z.Bsp durch Baby­win­deln, die Digi­ta­li­sie­rung mit all den, vor allem von jun­gen Men­schen heiß­ge­lieb­ten Gad­gets … Das kann man den Boo­mern nur schwer zur Last legen – die nah­men Lein­sa­men statt Chia, Mull­win­deln statt Plas­tik und haben ohne Han­dy und Inter­net über­lebt. Ver­steht mich nicht falsch – die Zeit kann und soll man nicht zurück­dre­hen, aber der eige­ne Anteil an der Kli­ma­kri­se soll­te nicht ver­ges­sen werden.

    Habt trotz­dem einen schö­nen 3. Advent

    Antworten
    1. Hal­lo lie­be Evelin,

      erst­mal vie­len lie­ben Dank für die lie­ben Wor­te. Die freu­en uns natürlich.

      Ich gebe dir bei dem Punkt recht, dass auch wir das öffent­li­che Kund­tun unse­rer Mei­nung zur Kli­ma­kri­se jetzt nicht wirk­lich als wahn­sin­nig mutig emp­fin­den. Für uns ist es ein­fach not­wen­dig, schlicht­weg ein Bedürf­nis, Klar­text zu reden.

      Aller­dings sahen wir uns auch – vor allem auf Face­book – gro­ßer Kri­tik von klei­ne­ren und grö­ße­ren „Wut­bür­gern“ aus­ge­setzt, von denen wir nicht den lei­ses­ten Schim­mer hat­ten, dass wir sie zu unse­rem Publi­kum zäh­len müssen.

      Zu dei­nen Wor­ten zur Fridays-for-Future-Bewegung:

      Du malst da ein Bild, das (nicht nur) wir so kei­nes­falls bestä­ti­gen kön­nen. Auf Fri­days-for-Future-Demos sieht man in der Regel kei­ne Cof­fee-to-go-Becher oder ähn­li­che, eher so weni­ger nach­hal­ti­ge Ver­hal­tens­wei­sen. Viel­fach äußern sich Demons­tra­ti­ons­teil­neh­mer zu den neu­en, kli­ma­freund­li­che­ren Gedan­ken, die sie durch die­se Demos gelernt haben, zu den ange­spro­che­nen Aus­lands­se­mes­tern oder ein­fa­chen, völ­lig per­sön­lich gewünsch­ten Rei­sen, die nun doch noch­mal über­dacht wer­den, zu Pri­mark-Krem­pel etc. Eltern­ta­xis sind ja hier und da auch gar nicht ver­meid­bar, ob das jetzt an den Heli­ko­pter-Eltern oder an ande­ren Umstän­den liegt. 

      Selbst­ver­ständ­lich gibt es auch höchst oppor­tu­nis­ti­sche Brat­zen, die sich nur um den frei­en Tag und um den neu­en gro­ßen Pickel auf der Nase sche­ren, der ein­fach nicht weg­ge­hen will, aber ganz ehr­lich: Alle Teil­neh­mer über einen Kamm zu sche­ren ist ein­fach falsch und klingt halt sowas von nach pau­scha­li­sie­ren­der, aber ver­kaufs­för­dern­der, Skan­dal-Bou­le­vard­pres­se-Head­line. Neben­bei: Der Oppor­tu­nis­mus ist bei wei­tem kei­ne neue Erfindung.

      Und hey, ein Streik ist kein Streik, wenn die – von wem auch immer – gefor­der­te Arbeit nach­ge­holt wird. Das führt doch das gan­ze Prin­zip _ad absurdum_. Sozi­al­de­mo­kra­ten-Boo­mer jubeln, wenn die Gewerk­schaf­ten aus weit­aus ego­is­ti­sche­ren Grün­den auf die Stra­ße gehen, aber die Rotz­löf­fel sol­len Sams­tags die Schu­le nach­ho­len, weil sie der regie­ren­den, kon­ser­va­ti­ven Poli­tik in die lob­by-gespon­ser­te Kaf­fee­tas­se spu­cken? Das passt sowas von nicht zusammen.

      Natür­lich hast du auch recht damit, dass Chia­sa­men und Avo­ca­dos für sich genom­men jetzt nicht die nach­hal­tigs­ten Pro­duk­te sind, die wir uns hier in den Ein­kauf­wa­gen legen kön­nen. Du sagst aber selbst von dir, dass du weder vegan, noch (voll­kom­men) vege­ta­risch lebst und es ist nun­mal so: Der Schritt zu einem rein pflanz­li­chen Lebens­stil ist eine der wich­tigs­ten, wenn nicht **die** wich­tigs­te Stell­schrau­ben am eige­nen öko­lo­gi­schen Fußabdruck.

      Und nein, das teu­er gekauf­te Bio-Fleisch von „glück­li­chen Kühen“ vom Metz­ger um die Ecke und der Alm­kä­se sind kein kli­ma­freund­li­cher Frei­fahr­schein in die­ser Dis­kus­si­on. Abge­se­hen davon macht es ja auch die Men­ge an Chia und Avo­ca­dos, die schluss­end­lich aus­schlag­ge­bend sind. Und die­se ist bei den aller-aller­we­nigs­ten Kon­su­men­ten wirk­lich pro­ble­ma­tisch … oder ver­gleich­bar mit den erwähn­ten tie­ri­schen Produkten.

      Und auch nicht allein auf Mil­le­ni­als und die nach­fol­gen­den Genera­tio­nen begrenzt. An den Super­markt­kas­sen wer­den nicht magisch Lein­sa­men an die älte­ren Per­so­nen aus­ge­ge­ben und alle jün­ge­ren bekom­men Chia­sa­men. Und dei­ne erwähn­ten Gad­gets sind – woll­te man den Ver­gleich über­haupt zie­hen – den hoch­ge­züch­te­ten SUVs der Boo­mer-Genera­ti­on beim Kli­ma-Impact immer noch unter­le­gen … und dabei weit­aus pro­duk­ti­ver und krea­ti­ver zu benut­zen. Dir dürf­te auch klar sein: Das eine schließt das ande­re nicht aus. Eine nagel­neue, prot­zi­ge, schwar­ze Mer­ce­des G‑Klasse (steht wohl immer noch für _Gangsta_, aller­dings sit­zen jetzt meis­tens eher mit­tel­al­te Per­so­nen bei­der Geschlech­ter drin) sieht man sel­ten mit einem Nokia 3310 auf dem Armaturenbrett.

      Abge­se­hen davon: Nadi­ne und ich wur­den sicher­lich zu Hosen­schei­ßer-Zei­ten nicht in Mull­win­deln gepackt und wir schram­men eher so an der Mil­le­ni­al-Gren­ze, also auch hier geht der Ball wie­der an die Vorgänger-Generation.

      Tau­send Dank auf jeden Fall für dei­nen Kom­men­tar und ich hof­fe, dass der ein oder ande­re Gedan­ken­gang auch in dein Bild über die aktu­el­le Situa­ti­on über­geht. Und dich viel­leicht dazu bewegt, mit dei­nen Schü­lern so ein biss­chen tief­grei­fen­der über die momen­ta­ne Poli­tik zu dis­ku­tie­ren. Dar­über, dass nie­mand ein­fach macht­los ist, dass Klei­nig­kei­ten im All­tag natür­lich ver­än­der­bar, aber nicht das Ende des Enga­ge­ments sein soll­ten. Aber auch, dass ein Schritt nach Rechts ein Schritt näher an den Abgrund ist.

      Und lass sie nicht im Glau­ben, dass ein nach­ge­hol­ter Unter­richt am Sams­tag posi­ti­ver für ihre Zukunft sein könn­te, als auf die Stra­ße zu gehen. Du möch­test doch kei­ne blin­den Scha­fe erzie­hen, oder?

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
  3. Hal­lo, lie­be Nadi­ne und Jörg,
    euer Blog gehört zu mei­ner täg­li­chen Lek­tü­re, obwohl ich weder vegan, ja, noch nicht ein­mal voll­kom­men vege­ta­risch lebe. Dafür kau­fe und kon­su­mie­re ich aber sehr bewusst und die Ver­mei­dung von Lebens­mit­tel­ver­schwen­dung liegt mir beson­ders am Herzen.
    So bin ich sozia­li­siert und so habe ich mei­ne Kin­der erzo­gen: Lebens­mit­tel und Bücher wer­den nur im abso­lu­ten Not­fall weggeworfen!
    Und da bin ich gleich bei der von dir the­ma­ti­sier­ten Kli­ma­kri­se. Mich hat ver­wun­dert, dass eine gan­ze Rei­he von Kom­men­ta­to­ren den Bei­trag als mutig beschrei­ben. Inwie­weit Mut dazu gehört, einen sol­chen Bei­trag zu schrei­ben, erschließt sich mir nicht ganz – mutig fin­de ich aller­dings tat­säch­lich, dass ihr für euch per­sön­lich Kon­se­quen­zen gezo­gen und euren Lebens­stil ver­än­dert habt – ganz im Sin­ne der Berg­pre­digt: wenn du dich änderst, änderst du die Welt. Ich arbei­te an mir: plas­tik­frei­es Bad, nach­hal­ti­ger Kla­mot­ten­kauf etc. – für mich, als in der DDR gebo­ren und auf­ge­wach­sen, ist das aber eher eine Rück­kehr zu den Wur­zeln und die Wie­der­be­le­bung ver­schüt­te­ten Wis­sens. Mich treibt jedoch um, dass ich bei den meis­ten jun­gen Leu­ten, die jeden Frei­tag auf die Stra­ßen statt in die Schu­len gehen, eben die­se Bereit­schaft zur Ände­rung des eige­nen Lebens­stils nicht sehe. Demons­trie­ren, auf­rüt­teln, die Poli­tik an ihre ver­damm­te Pflicht erin­nern … ist nur EINE Sei­te der Medail­le. Den eige­nen Bei­trag zu leis­ten aller­dings die ande­re. Als Leh­re­rin sehe ich ziem­lich genau, wie ein Groß­teil der jun­gen Leu­te tickt: Eltern­ta­xi zur Schu­le und zur Demo, Kla­mot­ten­kauf bei Pr…k etc., Som­mer­ur­laub im son­ni­gen Süden, Fast Food, Chips und Cof­fee to go im Plas­te­ge­wand … Aus­lands­jahr am liebs­ten in Aus­tra­li­en. Das passt für mich nicht so wirk­lich zusam­men. Gegen den Kli­ma­wan­del aktiv zu wer­den bedeu­tet nicht nur Schul­streik und Demo oder Schuld­zu­wei­sun­gen an die Eltern­ge­nera­ti­on- es bedeu­tet Acht­sam­keit und wohl auch Ver­zicht – für alle.
    Letz­te Bemer­kung: ich habe mei­nen Schü­lern ange­bo­ten, den am Frei­tag wegen der Demos ver­säum­ten Stoff an einem Sams­tag im Monat nach­zu­ho­len. 3x dürft ihr raten, wie­vie­le das Ange­bot anneh­men wollten .…

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  4. Tol­ler Arti­kel, wenn auch ich sel­ber man­gels Mut nicht in aller Kon­se­quenz einem not­wen­di­gen Sytem­wan­del zustim­men kann.

    Bis­her ging es in allen Hoch­kul­tu­ren letzt­end­lich den Bach run­ter, lei­der. Geschich­te wie­der­holt sich,… lei­der auch dies­mal. Die Ursa­che ist immer das glei­che typisch mensch­li­che Ver­hal­tens­mus­ter: Hoch­mut, Igno­ranz, Unter­drü­ckung anders­den­ken­der Min­der­hei­ten. Es wäre ein Wun­der, wenn es dies­mal in einer sol­chen Kli­ma-Not­la­ge anders wäre. Auch die viel­ge­prie­se­ne E‑Mobilität wird dar­an nicht wirk­lich viel ändern solan­ge das Aku­u­pro­blem Her­stel­lung und Ent­sor­gung nicht gelöst ist. Lei­der ist das gan­ze Wirt­schafts­sys­tem schon zu weit fort­ge­schrit­ten. Die DDR hat sich auch nicht selbst refor­miert, viel­mehr muss­te sie unter­ge­hen und in unse­rem Sys­tem spur­los ver­schwin­den. Selbst wenn inner­halb der nächs­ten 20 Jah­re glo­bal kom­plett umge­stellt wür­de, ist es ver­mut­lich schon zu spät. Die von euch ver­link­ten Arti­kel in die­sem Post las­sen dies Sze­na­rio erah­nen …Ich bin froh, schon weit über 50 jäh­rig zu sein. Auch ich habe es frü­her ziem­lich kra­chen las­sen: dicke Autos, jähr­lich Fern­rei­sen und Fleisch wann immer mir danach lus­tig war. Sor­ry for that „Fri­days for Future“ Move­ment, but now I´m try­ing my best sin­ce you ope­ned my eyes

    Hier ein Buch­tipp, vor allem für jene Öko-Freun­de aus dem wohl­ha­ben­den Bil­dungs­bür­ger­tum, die nicht nur Hoff­nung haben. Son­dern auch Wil­lens sind in aller Kon­se­quenz ihre Lebens­wei­se neu zu defi­nie­ren http://​freiha​en​dig​ko​chen​.de/​l​e​b​e​n​-​w​i​r​-​a​r​t​g​e​r​e​c​h​t​-​1​3​-​t​h​e​s​e​n​-​z​u​r​-​z​u​k​u​n​f​t​-​e​n​t​d​e​c​k​en/

    Grü­ße
    Sven „Hopeless“

    Antworten
  5. Dan­ke für die­sen muti­gen Bei­trag und auch für eure über­leg­ten Ant­wor­ten auf die Kom­men­ta­re. Für mich ist es erleich­ternd, dass ihr eure Mei­nung so klar in Wor­te fasst. Denn oft sind gera­de Men­schen, die sich über­zeugt und tat­kräf­tig für unse­re Welt ein­set­zen, sehr selbst­kri­tisch. Dann, so geht es mir zumin­dest oft, kom­men mir die kla­ren Wor­te abhan­den. Denn ich könn­te ja selbst noch mehr, bin noch Teil von „unfai­ren Sys­te­men“… Und doch tue ich so viel und wün­sche mir echt auch, dass viel mehr Leu­te die nöti­gen Ver­än­de­run­gen mit­tra­gen. Gera­de Men­schen mit Kin­dern! Lei­der hör­te ich von anstän­dig ver­die­nen­den Eltern die Aus­sa­ge, dass man sich als Fami­lie auf kei­nen Fall Bio-Ein­käu­fe leis­ten kön­ne. Und dann wohl auch kei­ne fair pro­du­zier­ten Klei­der etc. Aber was leis­ten wir uns dann? Und was wird das spä­ter uns und ande­re Men­schen kos­ten? Und auch eure Ein­sicht, dass wir durch Umstel­lung auf einen lie­be­vol­le­ren Umgang mit der Umwelt dazu­ge­win­nen, kann ich nur bezeu­gen. Es macht ein­fach so viel mehr Freu­de, mit Dank­bar­keit und Wert­schät­zung durch die Welt zu gehen. Dan­ke euch 🙂

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    1. Hey Chris­ti­ne,

      tau­send Dank für die Bestä­ti­gung und das lie­be Feed­back. Es ist natür­lich schon so, dass wir mit ein wenig zeit­li­chem Abstand kla­rer auf Kom­men­ta­re reagie­ren kön­nen, als wir das im direk­ten Gespräch zustan­de brin­gen wür­den. Wir wären des­halb defi­ni­tiv kei­ne guten Red­ner in Dis­kus­si­ons­run­den, da wür­den ver­mut­lich in kür­zes­ter Zeit die Fet­zen fliegen. 😆

      Aber des­halb freut es uns natür­lich umso mehr, dass wir unser klei­nes Biss­chen zur aktu­el­len Dis­kus­si­on in Text­form bei­tra­gen können.

      Lie­be Grüße
      Jörg

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  6. Lie­be Nadine,
    dein Post hät­te auch von mir sein kön­nen. Du beschreibst 1:1 wie ich mich füh­le. Die Hoff­nung auf­zu­ge­ben, wie man­che hier schrei­ben, ist kei­ne Opti­on! Egal, ob unser Schick­sal schon besie­gelt ist oder nicht, wie vie­le Kli­ma­l­eug­ner es um uns rum gibt oder die Poli­tik wei­ter schläft: es ist eine Fra­ge der Ethik und liegt in unse­rer Ver­ant­wor­tung alles dafür zu tun, dass wir und nach­fol­gen­de Genera­tio­nen mög­lichst lang lebens­wert auf unse­rem Pla­ne­ten leben kön­nen. Es bricht mir das Herz die abwer­ten­den Bli­cke man­cher Pas­san­ten zu sehen, wäh­rend wir frei­tags wäh­rend der Demos an ihnen vorbeilaufen.
    P.S. Nor­ma­ler­wei­se kom­men­tie­re ich unter Blogs nicht, habe aber schon sehr vie­le Rezep­te von euch gespei­chert und nach­ge­kocht. Vie­len Dank dafür!

    Antworten
    1. Vie­len lie­ben Dank für dein Feed­back! Freu ich mich beson­ders, dass du hier eine Aus­nah­me gemacht hast 🙏

      Lie­ben Gruß,
      Nadine

      Antworten
  7. Dan­ke für den tol­len Arti­kel und dei­ne Ehrlichkeit.
    Mir geht es ähn­lich, nur hab ich kei­ne Kraft mehr um mich bei Orga­ni­sa­tio­nen zu betei­li­gen. Es ist so unfass­bar frus­trie­rend wenn um einen her­um ein­fach alles igno­riert wird.
    Ich bin Leh­re­rin und mei­ne 13 jäh­ri­gen Schü­le­rIn­nen sind bis auf ein paar weni­ge Aus­nah­men so weit von einem Umden­ken ent­fernt wie mei­ne Eltern… und dass, obwohl ich sie in Bio­lo­gie unter­rich­te und sue infor­miert sind.
    Ich bin frus­triert, depri­miert und kraftlos.

    Antworten
    1. Vie­len Dank lie­be Sil­ke! Dei­ne Frus­tra­ti­on kann ich voll­kom­men ver­ste­hen – wenn gera­de die Jün­ge­ren nicht mit­zie­hen, obwohl sie auf­ge­klärt sind, ist das schon bit­ter… 😣🤦🏻‍♀️

      Lie­be Grü­ße & gib‘ nicht auf,
      Nadine

      Antworten
  8. Solan­ge die Poli­tik schläft, fin­de ich es mehr als sinn­voll, selbst etwas zu tun. Auch und gera­de, wenn man Kin­der hat, schon allein des Vor­bilds wegen. Ob es pflanz­lich essen, radeln, plas­tik­frei­er leben, second hand kau­fen, repa­rie­ren statt erset­zen, umnut­zen, weni­ger haben, weni­ger Neu­es brau­chen, selbst machen oder weiß der Kuckuck ist.
    Wäh­len gehen fin­de ich auch wich­tig. Hin­se­hen. Din­ge sagen, die auch mal unbe­quem sind. Freund­lich. Fried­lich. Aber bestimmt. Ver­bün­de­te gewin­nen statt mit dem Fin­ger auf Leu­te zei­gen. Alter­na­ti­ven aus­den­ken und anbie­ten. Damit es, wie Du schreibst, nicht um Ver­zicht geht, son­dern dar­um, was wirk­lich gut für uns ist, auch auf lan­ge Sicht.

    Antworten
    1. Dan­ke­schön für dein Feed­back Yvi!

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  9. Per­fekt geschrie­ben! Ich habe die­ses Jahr mei­ne klei­ne Toch­ter zur Welt gebracht und fra­ge mich bei­nah tag­täg­lich, wie ihr Leben wohl ver­lau­fen wird und ob sie uns spä­ter Vor­wür­fe machen wird.
    Wir leben 80% vegan, kau­fen alles was geht unver­packt, kau­fen kaum noch Kla­mot­ten und gestal­ten unser Bad immer plas­tik­frei­er (unglaub­lich was man frü­her alles dach­te zu brau­chen…) und trotz­dem fühlt man sich Tag für Tag hilf­lo­ser weil es um einen her­um nur eins gibt : Kon­sum! Ich wün­sche mir, mei­ner Toch­ter und uns allen, dass die aktu­el­le Bewe­gung wirk­lich mal auf­rüt­telt und ein Bewusst­sein für unse­ren zer­stö­re­ri­schen Lebens­stil schafft.
    Dan­ke für die­sen Arti­kel! Du sprichst mir auf der Seele!

    Antworten
    1. Dan­ke­schön Ruth, das freut mich wirk­lich! Ja, es geht auf jeden Fall auch anders. Die alten, schlech­ten Gewohn­hei­ten (die auch noch ganz schön viel Pro­fit brin­gen) sind aber tief ver­an­kert und es wird nicht leicht wer­den den Lebens­stil von so vie­len Men­schen zu ändern. Ich drück uns jeden­falls die Dau­men und blei­be dran 🙏

      Lie­ben Gruß,
      Nadine

      Antworten
  10. Hal­lo ihr 2,
    Ich bin neu dabei.….…vor 3 Tagen bin ich durch Zufall auf euren « Brot­ba­cken mit Sauer­teig « Arti­kel gestos­sen (aus­ge­druckt, NOCH nicht aus­pro­biert!) Heu­te goog­le ich Sai­tan-Rezep­te und sto­ße wie­der auf euch.…..Schicksaal ! Bra­vo für euren Blog- j’adore!!!!!!! Ich (53) lebe seit 25 Jah­ren in Frank­reich, ver­hei­ra­tet, 3 erwach­se­ne Kin­der. Der Arti­kel über das Kli­ma hat mich sehr bewegt, mit unse­ren Kin­dern (vor­al­lem mit dem in Paris leben­den Sohn) haben wir regel­mä­ßig inten­si­ven Aus­tausch über den Kli­ma­wan­del, Kon­sum, Plastik.….oft kom­men Vorwürfe.….ich füh­le Hilf­lo­sig­keit, Schuldgefühle.…..doch auch Dank­bar­keit, Dank­bar­keit für mei­nen damals 18 jäh­ri­gen Sohn der plötz­lich kein Fleisch mehr essen woll­te und auch uns mit den schlimms­ten Vide­os den Appe­tit dar­auf ver­darb! (Die­ser Moment hat vie­les bei uns ins ‘Rol­len’ gebracht). Dank­bar­keit dafür dass ich so erzo­gen wur­de nie­mals etwas ein­fach so auf die Stra­ße / aus dem fah­ren­den Auto zu schmei­ßen (nur so konn­te ich es auch wei­ter­ge­ben). Ich und mein Mann wur­den zu Eco-Freaks, noch nicht per­fekt, aber immer ein Stück­chen mehr. Jeder ein­zel­ne kann noch so unge­mein viel tun.….….jetzt ist’s doch so viel gewor­den- eigent­lich war nur geplant: DANKE für eure Zeit die ihr für euren tol­len Blog aufbringt!

    Antworten
    1. Hi Jac­que­line,

      tau­send Dank für das lie­be Feed­back und dei­ne Sto­ry. Freut uns sehr, dass du über uns „gestol­pert“ bist und dan­ke dir für die lie­ben Worte. 🙂

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
  11. Lie­be Nadine,
    Hut ab, tol­ler Arti­kel – du sprichst mir qua­si mit jedem Satz aus der See­le! Dan­ke ins­be­son­de­re auch dafür, dass du dei­ne per­sön­li­chen Gedan­ken und Erfah­run­gen so ehr­lich schil­derst – ich fin­de mich da sehr wie­der, und da geht’s sicher nicht nur mir so.
    „Vie­le klei­ne Leu­te an vie­len klei­nen Orten, die vie­le klei­ne Din­ge tun, kön­nen das Gesicht der Welt ver­än­dern.“ Zwar auch schon äußerst abge­dro­schen und oft bemüht, die­ser Spruch, aber den­noch tref­fend, fin­de ich – und Hoff­nung spen­dend. Die könn­te man bei all der Igno­ranz rund­her­um manch­mal wirk­lich ver­lie­ren… sich dem Pes­si­mis­mus und Zynis­mus hin­zu­ge­ben bringt aber nichts, genau wie du schreibst. Gemein­sam kön­nen wir etwas ändern und bewe­gen, und es tut sich ja tat­säch­lich etwas.
    An die­ser Stel­le noch­mal ein gro­ßes DANKE, Nadi­ne & Jörg, ich bin ein gro­ßer Fan eurer lecke­ren Rezep­te und eurer wit­zi­gen, cle­ve­ren Tex­te dazu. Ihr leis­tet echt tol­le und wich­ti­ge Arbeit! Ich bin zurück­hal­tend und wäh­le­risch mit Emp­feh­lun­gen, aber eure Sei­te emp­feh­le ich stän­dig wei­ter. Ich fin­de es super, dass du dich zusätz­lich nun zu so einem wich­ti­gen The­ma äußerst. Wei­ter so! Lie­be Grü­ße aus Öster­reich, Claudia

    Antworten
    1. Vie­len, vie­len Dank für dein lie­bes Feed­back Clau­dia! Freu­en wir uns wirk­lich rie­sig ☺️🙏

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  12. Hal­lo lie­be Nadine,

    ich lie­be eure Rezep­te und gucke regel­mä­ßig hier vorbei.
    Seit 2015 esse ich vegan, vor­her nur vege­ta­risch seit Kin­des­bei­nen, mir schmeck­te das Fleisch ein­fach nicht.
    Ich lebe , so glau­be ich, nach­hal­tig. Ich kau­fe wenig , ver­mei­de Plas­tik wo es geht und bin ein gro­ßer Freund der Natur.
    Aller­dings den­ke ich auch, dass das Kli­ma nicht durch die Men­schen beein­flußt wird.
    Auf allen Pla­ne­ten unse­res Son­nens­sy­tems ist die Tem­pe­ra­tur inzwi­schen um fast 2 ° gestie­gen, sogar auf dem Mond, wel­cher ein win­zi­ger Tra­bant ist. Die Son­nen­ak­ti­vi­tät ist ver­mut­lich dafür verantwortlich.
    Ich fin­de es scha­de, dass ihr eure Sei­te , die ja eigent­lich nur für lecke­res Essen zustän­dig ist, zum Poli­ti­kum macht.
    Guckt euch ger­ne auch mal die ande­re Sei­ter der Medail­le an:
    (Der Link zu einem rechts­po­pu­lis­ti­schen Ver­schwö­rungs­theo­re­ti­ker wur­de hier entfernt)

    Aber: Herz­li­chen Dank an euch schon mal für eure Offenheit.

    Lie­be Grüße, 

    Maja

    Antworten
    1. Hi Maja,

      ich schrieb es schon in mei­ner Ant­wort auf dei­ne gar nicht mal so net­te E‑Mail, die uns, kurz nach­dem du die­sen Kom­men­tar ver­fasst hast, erreichte:

      Essen ist immer Poli­tik. Ethisch vega­nes Essen? Ohne­hin. Wes­halb du nicht erwar­ten kannst, dass wir uns hier poli­ti­sche Mei­nun­gen verkneifen.

      Wir haben nun, nach reif­li­cher Über­le­gung, die aus­ste­hen­den (und meist wirk­lich haar­sträu­ben­den) kli­ma­l­eug­nen­den Kom­men­ta­re gelöscht, auf dei­nen möch­te ich den­noch reagie­ren, denn er spie­gelt so vie­les von dem wider, was unse­rer Mei­nung nach in der Kli­ma­de­bat­te gera­de schiefläuft. 

      Du zitierst – wie lei­der vie­le – einen AfD-nahen Rechts­po­pu­lis­ten, der Pro­fit dar­aus schöpft, Panik zu ver­brei­ten. Und das macht er mit hane­bü­che­nen Falschaussagen.

      Dein 2 °C‑Argument bei­spiels­wei­se? Habe ich bis­her echt noch nicht gehört und nach­ge­forscht. Auf was bin ich gesto­ßen? Dass auf dem Mond tat­säch­lich in den 70er Jah­ren ein Tem­pe­ra­tur­an­stieg gemes­sen wer­den konn­te. Der Trep­pen­witz dar­an: Auch dar­an ist der Mensch schuld. Die Welt­raum­mis­sio­nen haben Staub auf der Mond­ober­flä­che auf­ge­wir­belt und der spei­cher­te dann die Wär­me. Oder so. Details kannst du auf zahl­rei­chen wis­sen­schaft­lich unab­hän­gi­gen Sei­ten nach­le­sen. Tan­te Goog­le hilft.

      Aber egal, was jetzt wahr ist und was nicht. Die Fra­ge, die sich jeder stel­len soll­te, ist doch die: Was wäre denn so schlimm dar­an, wenn wir alle jetzt ver­su­chen, unse­ren Fuß­ab­druck zu ver­rin­gern? Auch wenn sich die­se gan­zen Wis­sen­schaft­ler getäuscht haben und gar nix dran ist am Kli­ma­wan­del? Habt ihr wirk­lich Angst, die Erde könn­te zu schön wer­den, um hier zu leben? 

      Oder tat­säch­lich nur davor, dass euch jemand an den Geld­beu­tel will? Ich ver­mu­te Letz­te­res. Ganz ehr­lich: Abge­se­hen davon, dass es jetzt nicht so ver­wun­der­lich sein soll­te, mal zur Kas­se gebe­ten zu wer­den, wenn man über sei­ne Ver­hält­nis­se lebt (natür­lich ist mit die­ser Ver­all­ge­mei­ne­rung kein Indi­vi­du­um gemeint, aber du lebst halt auf der Erde und das heißt „mit­ge­fan­gen, mit­ge­han­gen“), muss das gar nicht mal sein. Es gibt Model­le für eine sehr fai­re Ver­ant­wor­tungs­ver­tei­lung. Die­se umzu­set­zen liegt in der Hand der Poli­tik, die Wahl­ur­ne ist also das bes­te Mit­tel. Dort aller­dings Braun (auch das Braun, das sich blau ver­klei­det, um sich bür­ger­lich-kon­ser­va­tiv zu tar­nen) zu wäh­len aller­dings nicht.

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
      1. „Aber egal, was jetzt wahr ist und was nicht. Die Fra­ge, die sich jeder stel­len soll­te, ist doch die: Was wäre denn so schlimm dar­an, wenn wir alle jetzt ver­su­chen, unse­ren Fuß­ab­druck zu ver­rin­gern? Auch wenn sich die­se gan­zen Wis­sen­schaft­ler getäuscht haben und gar nix dran ist am Kli­ma­wan­del? Habt ihr wirk­lich Angst, die Erde könn­te zu schön wer­den, um hier zu leben? Oder tat­säch­lich nur davor, dass euch jemand an den Geld­beu­tel will? Ich ver­mu­te Letzteres.“

        Du kannst doch nicht ernst­haft sagen „egal, was jetzt wahr ist und was nicht“?!
        Das ist die Basis von allem, das ein­zi­ge, wor­auf es in die­ser gan­zen Kli­ma­de­bat­te (und in aus­nahms­los allen ande­ren Berei­chen des Lebens) ankommt: Auf die Wahrheit!
        Ich zumin­dest will nicht an der Rea­li­tät vor­bei leben. In kei­nem Punkt mei­nes Lebens. Erst recht nicht, wenn es um dras­ti­sche Maß­nah­men geht, die mein Leben fun­da­men­tal ver­än­dern und mei­ne per­sön­li­che Frei­heit ein­schrän­ken. Je dras­ti­scher und ein­schrän­ken­der die erfor­der­li­chen Maß­nah­men, des­to dring­li­cher die Fra­ge nach der Wahr­haf­tig­keit des zugrun­de­lie­gen­den Pro­blems, ist doch logisch oder nicht? Ansons­ten ver­schwen­de ich bei der Umset­zung gar nicht erfor­der­li­cher Maß­nah­men doch nur mei­ne Res­sour­cen, wenn sie tat­säch­lich kei­nen erfor­der­li­chen Effekt haben.
        Und gera­de, auf das eige­ne Auto zu ver­zich­ten, stellt einen erheb­li­chen Ein­schnitt in die per­sön­li­che Mobi­li­tät und auch Pri­vat­sphä­re dar, ins­be­son­de­re, wenn du damit jeden Tag den Weg zur ohne­hin kräf­te­zeh­ren­den Arbeit zurück­le­gen musst. Da macht es einen gro­ßen Unter­schied, ob du dich nach Fei­er­abend allein in Dein Auto set­zen kannst oder noch eine Stun­de am vol­len Bahn­steig und im vol­len Zug zubringst.
        Ich weiß, Du hast nicht vom Auto gere­det, aber das ist, den­ke ich, eine der gefürch­tets­ten (und rea­lis­tischs­ten) Maß­nah­men zur CO2 Reduktion. 

        Und zum The­ma „nur an den Geldbeutel“:
        Ich ken­ne Euch bei­de nicht, weiß auch nicht, womit Ihr wie­viel Lebens­un­ter­halt ver­dient, aber für einen Malo­cher, der jeden Tag sei­ne Schich­ten im Akkord schiebt, um am Ende des Monats gera­de so über die Run­den zu kom­men, kommt es sehr wohl dar­auf an, ob man ihm „nur an den Geld­beu­tel will“. Die­sen Vor­wurf kannst Du also viel­leicht – und auch das kann man dis­ku­tie­ren – einem gut situ­ier­ten Bes­ser­ver­die­ner machen, aber ich habe oft das Gefühl, dass eben jene die ein­kom­mens­schwa­che Bevöl­ke­rungs­schicht bei ihrem mora­li­schen Zei­ge­fin­ger nicht ganz auf dem Radar haben.
        Aber noch­mal das Wichtigste:
        Es ist von immenser Bedeu­tung, was wahr ist und was nicht. Uns wird Panik gemacht, dass uns der Arsch auf Grund­eis geht und mit die­ser Panik wer­den poli­ti­sche Maß­nah­men gerecht­fer­tigt bis hin zur Ein­schrän­kung oder völ­li­gen Abschaf­fung des Indi­vi­du­al­ver­kehrs (ich den­ke, dass es dar­auf hin­aus­lau­fen soll/wird). Ich will wis­sen, ob die ange­ord­ne­te­Pa­nik gerecht­fer­tigt ist oder nicht. Da kann man doch nicht sagen „Ist doch egal, ob es wahr ist“.
        Das brann­te mir unter den Nägeln.

        Lie­be Grüße
        Silvana

      2. Hi Sil­va­na,

        dan­ke dir für den lan­gen Kom­men­tar. Lei­der hast du jetzt aber mei­nen Hin­weis igno­riert, dass es fai­re Model­le für die Ver­ant­wor­tungs­ver­tei­lung gibt. Und die müs­sen eben poli­tisch umge­setzt werden.

        Und dass das Auto mit Ver­bren­ner­mo­tor im Indi­vi­du­al­ver­kehr bes­ser frü­her als spä­ter ersetzt gehört, dürf­te nun mitt­ler­wei­le allen klar sein. 

        Noch­mal: Auch dei­ne Argu­men­ta­ti­on kommt dem „den Kopf in den Sand ste­cken“ gleich. Es muss etwas pas­sie­ren, da gibt es gar nichts dran zu rüt­teln und natür­lich muss jeder Ein­woh­ner der Indus­trie­län­der dabei einen Teil der Ver­ant­wor­tung tra­gen. Die­se fair zu ver­tei­len ist aller­dings nicht die Auf­ga­be der Klima-Demonstranten.

        Lie­be Grüße
        Jörg

  13. Wo blei­ben die Älteren?
    Also ich beob­ach­te schon seit 40 Jah­ren mit Sor­ge, wie wir die Welt zer­stö­ren, hab mich immer enga­giert, und muss zuge­ben: Ich hab kei­ne Kraft mehr für Hoff­nung. Im Grun­de denk ich tat­säch­lich: Es ist zu spät, und ich bin froh, dass ich kei­ne Kin­der und Enkel habe.
    Trotz­dem ver­su­che ich, mei­nen All­tag mög­lichst kli­ma­ver­träg­lich zu gestal­ten, aber zu mehr fehlt mir die Energie.
    Manch­mal bin ich schon schwer in der Ver­su­chung, zu sagen: Wenn wir eh unter­ge­hen, dann kann ich doch auch noch­mal ordent­lich auf den Putz hau­en… lie­ber ein Ende mit Schre­cken als ein Schre­cken ohne Ende, oder so .…

    Antworten
    1. Dan­ke­schön für dei­ne Gedan­ken und dein Feed­back zum Thema!

      Antworten
  14. Ich hal­te mich eigent­lich immer zurück wenn es ums Kom­men­ta­re-Schrei­ben geht. Aber heu­te möch­te ich ein­fach los­wer­den, dass die­ser Arti­kel ein­fach super toll und vor allem wich­tig ist! Wie du sagst, Vega­nis­mus ist zwar ein poli­ti­sches State­ment, aber wir müs­sen JETZT alle ein­se­hen, dass es längst um mehr geht, als nur um den per­sön­li­chen Kon­sum. Wir müs­sen end­lich als Gesell­schaft handeln!
    Dan­ke für euren Weckruf
    Mauro

    Antworten
    1. Dan­ke­schön Mauro!

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  15. Hey Nadi­ne,
    Super Post! Sehr mutig von dir das so zu äußern.
    Eine klei­ne Anmer­kung noch: Als du von den Kon­se­quen­zen der Erd­er­wär­mung gespro­chen hast, fällt das Plas­tik in den Mee­ren eigent­lich nicht dar­un­ter, son­dern zu Umweltschutz.
    Das soll auf kei­nen Fall hei­ßen, dass das nicht wich­tig seie, aber es ist halt nicht rich­tig in dem Kontext.
    Falls ich etwas falsch ver­stan­den habe, dann klä­re mich ger­ne auf 🙂

    Lie­be Grüße
    Lisa

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    1. Hi Lisa,

      da hast du natür­lich recht, hier geht es ja aber auch um das „gro­ße Ganze“. 🙂

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
  16. Rich­tig tol­ler Arti­kel! Dan­ke, du sprichst mir aus dem Herzen!
    #Alle­fürs­Kli­ma 🌍🌳🔥

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    1. Tau­send Dank lie­be Tatjana 💚

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  17. Lie­be Nadi­ne, vie­len Dank für die For­mu­lie­rung dei­nes bewe­gen­den und moti­vie­ren­den Auf­rufs, der sich in vie­len Tei­len mit mei­nen Gedan­ken und Sor­gen deckt. Ich war vor rund 30 Jah­ren bereits bei der ers­ten Umwelt-Bewe­gung dabei, die sich vor allem nach Tcher­no­byl immens ver­stârkt hat. Aber du wirst es nicht glauben.…über die Jah­re hin­weg mit immer mehr Job und Gedöns bin ich eine von dem Mit­schwim­mern im Strom gewor­den und z.B. auch immer mehr Auto als Fahr­rad gefah­ren aus Zeit- und Bequem­lich­keits­grün­den. Und jetzt haben mich die aktu­el­len Pro­tes­te rich­tig her­aus­ge­ris­sen aus mei­nem Trott. Ich fin­de es groß­ar­tig, dass es wie­der die Jugend­li­chen und auch Kin­der sind, die vor­an­stür­men und bin dabei. Zu hof­fen ist, dass es kein Hype ist, son­dern ein glo­ba­ler, andau­ern­der Auf­bruch, der die Welt ver­än­dern wird, im Posi­ti­ven! Ich habe Hoffnung!

    Antworten
    1. Lie­be Jutta,

      dan­ke dir! Ja, ich den­ke es geht uns irgend­wo fast allen so, dass man mit sei­ner Arbeit und dem gan­zen rest­li­chen Gedöns so ein­ge­spannt und auch erle­digt ist, dass für vie­le wich­ti­ge Din­ge weder Zeit noch Ner­ven übrig blei­ben. Ken­nen wir ja auch. Aber so kann und darf es eben nicht wei­ter­ge­hen. Genau, aktiv und hoff­nungs­voll blei­ben, das ist die Devise! 💪

      Lie­ben Gruß,
      Nadine

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  18. Dan­ke für die­se Zeilen!
    Ja, vegan leben, plastikfrei(er) leben, nach­hal­tig leben, ist ganz bestimmt ein Gewinn an per­sön­li­cher Lebensqualität!!
    Nein, damit ret­tet nie­mand ein­zel­ne® die Welt. Aber setzt doch ein wich­ti­ges Zei­chen: Wie ich lebe, esse, kon­su­mie­re, macht einen Unterschied!
    Mag sein, dass mich gleich wie­der wel­che für „fana­tisch“ hal­ten, die Pro-Kli­ma-Bewe­gun­gen als „fal­sche Reli­gi­on“ dis­kre­di­tie­ren und spot­ten, dass ich mor­gen bestimmt mit mei­nem SUV zum Öko­la­den fah­re (ja, klar…) – aber mir ist wich­ti­ger, dass ich, wenn mei­ne klei­ne 15 Mona­te alte Nich­te mich in 20 Jah­ren fragt: „Ihr habt es doch gewusst! War­um habt Ihr nichts getan?“ eine, wenn auch unzu­rei­chen­de, Ant­wort habe.
    Ihr Leben wird dra­ma­tisch anders sein.
    Das wir anders leben als jetzt, ist zur Über­le­bens­fra­ge der Mensch­heit geworden.

    Antworten
    1. Lie­be Anna,

      dan­ke dir für dein Feedback 🙏

      Alles Lie­be,
      Nadine

      Antworten
  19. Dan­ke für die­sen Bei­trag! Du sprichst mir aus dem Herzen.
    Viel­leicht magst du uns in einem wei­te­ren Post vor­stel­len, was du wie änderst, allen­falls mit Pro­dukt­hin­wei­sen? Ich bin momen­tan auf der Suche nach den bes­ten Alter­na­ti­ven und zum Teil noch nicht fün­dig geworden…

    Antworten
    1. Lie­be Nina,

      ganz lie­ben Dank! Na klar, das mach‘ ich natür­lich sehr ger­ne, wenn euch das inter­es­siert 😉 Kommt direkt auf die Liste!

      Lie­ben Gruß,
      Nadine

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  20. Lie­be Nadine,

    Dan­ke für dei­nen wich­ti­gen Bei­trag dazu. 

    Wir (mein Mann, 45, unse­re Hün­din Coco aus Rumä­ni­en und unser Kater Mori und ich, 41, kei­ne Kin­der) leben seit 2013 vegan und ver­zich­ten zuvor­derst aus ethi­schen Grün­den auf Lebens­mit­tel, Kos­me­tik, Klei­dung etc. in denen Pro­duk­te tie­ri­schen Ursprungs ent­hal­ten sind. Zudem ver­su­chen wir mit unse­rer Lebens­wei­se ande­ren Lebe­we­sen und dem Pla­ne­ten so wenig wie mög­lich zu scha­den, in dem wir auf Flug­rei­sen ver­zich­ten, län­ge­re Stre­cken mög­lichst mit der Bahn fah­ren, kur­ze Stre­cken mit dem Fahr­rad, ver­su­chen Müll zu redu­zie­ren und ver­pa­ckungs­frei ein­zu­kau­fen wo es geht, ver­su­chen unser Bad (mikro-)plastikfrei zu gestal­ten, zu 90 % bio­lo­gi­sche Lebens­mit­tel ein­zu­kau­fen, regio­nal und sai­so­nal zu kau­fen, sehr sehr über­legt und selek­tiv neue Kla­mot­ten zu kau­fen, usw. Wir machen uns über unse­re Lebens­wei­se und Kon­sum vie­le Gedan­ken. Und fra­gen uns dabei oft: kann das aus­rei­chen? hilft das? War­um den­ken nicht ande­re in unse­ren Umfeld genau­so? War­um erken­nen sie die­se drin­gen­den Fra­gen und Pro­ble­me nicht? Erst recht nicht, wenn sie Kin­der haben? Wir spre­chend oft dar­über und kom­men immer öfter an den Punkt, dass wir ver­zwei­feln, weil die Lage mit allen Fak­ten, die uns bekannt sind, doch recht düs­ter und fast aus­sicht­los erscheint. 

    Aber auch wir ste­cken den Kopft nicht in den Sand und machen wei­ter, leben vega­ne Lebens­wei­se vor und unter­stüt­zen Klimademos.

    Dan­ke für dein Enga­ge­ment und für eat this! Bit­te macht wei­ter so!

    Lie­be Grüße
    Andrea

    Antworten
    1. Lie­be Andrea,

      ganz lie­ben Dank in den Ein­blick in euer Leben und immer wie­der schön zu hören, dass auch ande­ren das The­ma kei­ne Ruhe lässt. 🙏 Ich den­ke das Vor­le­ben und als gutes Bei­spiel vor­an­ge­hen, hilft auf jeden Fall! Vie­le wich­ti­ge und gro­ße Ände­run­gen pas­sie­ren lei­der nicht über Nacht, da heißt es dran­blei­ben und einen lan­gen Atem haben! Ihr macht alles rich­tig ☺️

      Liebst,
      Nadine

      Antworten
  21. Hal­lo zusammen,
    erst mal ein gro­ßes Lob für euren vega­nen Rezep­te-Blog. Wir kochen viel davon nach und es ist immer der Hammer.
    Mich per­sön­lich wür­de es freu­en, wenn es ein Rezep­te-Blog blei­ben wür­de. Wenn ich mich über Poli­tik infor­mie­ren möch­te, dann mache ich das woan­ders. Nix für ungut, ich kann mir schon vor­stel­len, dass es einen in den Fin­gern juckt und man über poli­ti­sche The­men schrei­ben will aber ich fän­de es bes­ser, wenn es dafür eine sepa­ra­te Sei­te geben wür­de. Ich hat­te die­ses The­ma auch schon bei einer Musik­zeit­schrift. Es passt ein­fach nicht. Man wird ja stän­dig und über­all zuge­bal­lert mit Poli­tik, News und Schre­ckens­ge­schich­ten (kei­ne Fra­ge: infor­mie­ren und aktiv sein ist wich­tig) aber eine Musik­zeit­schrift oder eben auch ein Rezep­te-Blog ist für mich ein Abtau­chen in etwas Schö­nes, Kopf frei krie­gen, Genuss – eben mal raus aus dem Gan­zen. Kochen für die Liebs­te, den Abend genie­ßen. Also bit­te, wenn´s nach mir geht – kei­ne Poli­tik, kein Kli­ma hier.

    Antworten
    1. Hi Jür­gen,

      wie du siehst, haben wir uns eini­ge Zeit genom­men, um eini­ge Kom­men­ta­re zu die­sem Post zu beant­wor­ten. Vor allem, weil ein paar dabei waren, die wir ein­fach kri­tisch betrach­ten und dafür woll­ten wir uns Zeit nehmen. 

      Zu dei­ner Anmer­kung: Du bist hier halt auf einem Blog von zwei Indi­vi­du­en gelan­det, die auch ger­ne mal ihre Mei­nung kund­tun. Nicht auf einer rei­nen Essens­platt­form. Damit musst du lei­der leben kön­nen, Posts, die dich nicht inter­es­sie­ren, musst du auch nicht ankli­cken und lesen. 

      Ich bit­te dich da um Verständnis.

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
  22. Hal­lo ihr Lieben,
    Mir geht es genau so, mich hat die­ses Jahr auch die aku­te Angst vor der Kli­ma­kri­se gepackt.
    Vegan reicht mir nicht mehr, ich will hin zum Zero Was­te Life. Die Anfän­ge sich wirk­lich ein­fach, ich habe super vie­le Anre­gun­gen auf Pin­te­rest gefun­den und auch euer Rezept für den Sauer­teig­s­tar­ter wie­der raus­ge­kramt, damit ich kein Brot mehr kau­fen muss 🙂 und auch sonst heißt es jetzt recy­celn, upcy­clen, aus­lei­hen etc statt neu kaufen!
    Aber auch poli­tisch muss sich was bewe­gen! Viel­leicht kennt ihr den Ver­ein Cam­pact, der sich aus einer Bür­ger­initia­ti­ve ent­wi­ckelt hat? Sie stel­len genau die unan­ge­neh­men Fra­gen, die in der Poli­tik kei­ner hören will und haben auch wirk­lich schon eini­ges bewegt. Auch im Moment läuft gra­de ein Eilap­pel an die Bun­des­re­gie­rung zum The­ma Kli­ma­schutz, den man noch bis Novem­ber 2019 unter­zeich­nen kann (https://​akti​on​.cam​pact​.de/​k​l​i​m​a​-​u​l​t​i​m​a​t​u​m​/​a​p​p​e​l​l​/​t​e​i​l​n​e​h​men). Und auch zum The­ma Tier­wohl und Plas­tik­müll fin­det man Aktio­nen und Peti­tio­nen. Viel­leicht fin­det sich ja noch der eine oder ande­re Unterstützer?
    Macht auf jeden Fall wei­ter so! Leo

    Antworten
    1. Hal­lo lie­be Leo,

      vie­len lie­ben Dank für dein Feed­back! Nein, den Ver­ein ken­nen wir noch nicht, schau­en wir uns aber gleich mal an, danke! 😉

      Ganz lie­ben Gruß,
      Nadine

      Antworten

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