Geschmorter Kürbis mit Miso und Tahin-Knoblauch-Dressing

Geschmorter Kürbis mit Miso und Tahin-Knoblauch-Dressing
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Kürbis mit Miso? Und Tahin-Knoblauch-Dressing? Nicht unbedingt die naheliegendste Zutatenkombination. Das Ergebnis überzeugt aber auf voller Linie als schnelles Herbstgericht voller Umami, wenn es mal etwas anderes als Kürbissuppe sein soll.

Na, hast du schon genug von Kürbissuppe? Machen wir uns nichts vor, vermutlich haben wir es alle schonmal fertiggebracht, uns prompt zum Saisonbeginn sowas von dermaßen mit der flüssiggemachten Form des Herbstgemüses schlechthin druckzubetanken, dass die Kürbissuppensaison schneller vorbei war, als du die jährliche Must-Watch-Horrorfilmliste schreiben konntest. Sorry, hab’ mich überfressen, bis zum nächsten Herbst.

So banal es klingen mag, das beste Mittel gegen vorzeitigen Suppenverdruss ist nicht etwa, die Kürbisse beim Einkaufen links liegenzulassen, sondern einfach, andere Dinge damit anzustellen. Klar, du könntest deine Kürbis-Schnitzkünste für Halloween trainieren, ich rede allerdings eher davon, die „Panzerbeeren“ – ja, der Kürbis ist eigentlich eine Beere und ja, so werden die Früchte der Kürbispflanze tatsächlich bezeichnet – in etwas Essbares zu verwandeln, was eben nicht unbedingt schlussendlich im Mixer und dann in der Suppenschüssel landet.

An diesem Punkt kommt in Zukunft vielleicht auch bei dir unser geschmorter Kürbis mit Miso und Tahin-Knoblauch-Dressing ins Spiel. Ein Rezept, welches sich von allerlei Ecken der Welt Inspirationen zieht, schlussendlich aber durch völliges freestylen in der Küche entstanden ist. Denn hey, beim Schlagwort „Kürbis“ denkst du vielleicht nicht sofort an Misopaste. Auch Tahin steht in der Assoziationskette vermutlich weit hinten an. Auf dem Teller bilden die drei Zutaten dann aber ein wahrhaftig unerwartet schlagfertiges, herbstliches Trio-Tag-Team, welches dich mit umamigeladener Tiefe, Cremigkeit und Geschmack so umhauen wird, dass du die nächsten Tage dann vielleicht doch wieder Suppe löffeln musst.

Geschmorter Kürbis mit Miso und Tahin-Knoblauch-Dressing

So funktioniert unser geschmorter Kürbis mit Miso

Rezepte, die von Anfang an viel versprechen, in der Küche dann aber kaum Aufwand machen, sind auch uns unter der Woche die liebsten. Und ja, auch hier ist das Aufwand-Leistungs-Verhältnis on point – unser geschmorter Kürbis mit Miso kostet dich schlussendlich nur zwanzig Minuten.

Wir verwenden für das Rezept Butternusskürbis, den du aber auch durch Hokkaido- oder Muskatkürbis austauschen kannst. Keine der drei Sorten muss übrigens zwingend geschält werden – nur bei älteren, größeren Muskatkürbissen wäre es ratsam, fix den Sparschäler über das Gemüse flitzen zu lassen.

In grobe Würfel geschnitten wird der Kürbis zusammen mit einer großen, ebenfalls gewürfelten Gemüsezwiebel in einem Topf oder Bräter scharf angebraten und dann in einer mit Gochujang – der vergleichsweise milden, leicht süßlichen koreanischen Chilipaste – und Misopaste gewürzten Brühe geschmort, bis das Fruchtfleisch so zart ist, dass es sprichwörtlich auf der Zunge zergeht.

Geschmorter Kürbis mit Miso und Tahin-Knoblauch-Dressing

Während der Schmortopf vor sich hin blubbert, wird Tahin mit geriebenem Knoblauch, einem Schuss Reisessig und heißem Wasser glattgerührt und der grüne Teil einer Frühlingszwiebel für das Topping geschnitten.

Nehmen die Kürbiswürfel langsam eine Konsistenz an, die sogar mit deiner Oma und ihren lockeren „Dritten“ kompatibel wäre, wird die Brühe mit einer Mischung aus Speisestärke und kaltem Wasser leicht angedickt und kräftig abgeschmeckt. Das Ragout servieren wir gerne zu Vollkornreis und toppen es kurz vor dem Servieren mit dem Tahin-Dressing, der gehackten Frühlingszwiebel und schwarzem Sesam. Ein knackig-frischer Salat aus kurz blanchierten Mungobohnensprossen und je einem Schuss Reisessig und Sesamöl passt übrigens perfekt dazu. Uff, Volltreffer. Direkt auf „die Zwölf“!

Kann ich das Rezept auch…

  • …mit anderen Kürbissorten zubereiten? Wie gesagt, Hokkaido, Butternut, Muskat funktionieren ohnehin. Grundsätzlich kannst du aber auch jede andere Sorte verwenden, die in Würfel geschnitten geschmort werden kann.
  • …ohne Gochujang zubereiten? Die koreanische Chilipaste bringt süße und eine sehr dezente Schärfe ans Essen. Du kannst auch mit etwas Zucker oder beispielsweise Agavendicksaft und deiner liebsten Hot Sauce abschmecken.
  • …einfrieren? Ja! Der geschmorte Kürbis eignet sich super fürs Mealprepping.
Geschmorter Butternuss-Kürbis
Zutaten für 4 Portionen

Geschmorter Kürbis mit Miso und Tahin-Knoblauch-Dressing

Zubereitung 25 Minuten
Gesamt 25 Minuten

Für den geschmorten Kürbis

Für das Tahin-Knoblauch-Dressing

Außerdem

  1. Zwiebel und Kürbis in grobe, etwa 2 cm große Stücke schneiden.
  2. Öl in einen Topf oder Bräter geben, Zwiebel bei mittlerer Hitze 2 Minuten karamellisieren. Mit Salz würzen, Kürbis dazugeben und weitere 3 Minuten scharf anbraten.
  3. Mit 300 ml Wasser aufgießen, Gochujang und Misopaste einrühren, 15 Minuten mit geschlossenem Deckel bei niedriger bis mittlerer Hitze köcheln lassen, dabei ab und zu umrühren.

  4. Währenddessen für das Tahin-Knoblauch-Dressing Knoblauch reiben. Mit 75 ml heißem Wasser aufgießen, mit Tahin und Reisessig glatt rühren und mit Salz abschmecken.

  5. Angerührte Speisestärke zum Kürbisragout geben und ohne Deckel bei mittlerer Hitze unter Rühren eindicken lassen. Mit Salz abschmecken.

  6. Mit Vollkornreis servieren und mit in feine Ringe geschnittener Frühlingszwiebel und schwarzem Sesam toppen.

Geschmorter Butternuss-Kürbis

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Steady

Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.


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  1. Hallo ihr beiden,

    als ihr das Rezept veröffentlicht habt, war ich zunächst seeehr skeptisch. Eigentlich mag ich Gochujang nicht besonders, wäre nie auf die Idee gekommen, es mit Tahin zu kombinieren, dann auch noch ganz wild Kürbis und Miso hinzu; da hatte mein kulinarisches Gehirnareal größte Schwierigkeiten sich vorzustellen, wie das überhaupt und geschweige denn gut schmecken soll!
    Da ich aber großes Vertrauen in euch habe und dieses Rezept schnell viele positive Kommentare hatte, habe ich es dann doch mal ausprobiert (um endlich das Gochujang aus dem Kühlschrank loszuwerden).
    Mittlerweile ist es eines meiner liebsten Kürbis-Rezepte, getestet mit verschiedenen Kürbis-Sorten (mein Favorit der Hokkaido) und Gochujang musste ich auch wieder nachkaufen: )
    Noch dazu geht es megaschnell!
    Da ist euch wirklich eine Genialität gelungen!
    Vielen lieben Dank für dieses und alle anderen Rezepte!
    Ich freue mich schon auf weitere Kochexperimente mit euch im Jahr 2023 😉

    1. Ha ha, vielen lieben Dank für das tolle Feedback. Ich bin ganz schön froh, dass wir dir Gochujang dann doch etwas schmackhaft machen konnten – ist einfach eine unserer Lieblingspasten.

      Ganz liebe Grüße
      Jörg

      P. S.: Vielleicht traust du dich auch an unsere Bibim-Pasta heran? 😬😅

  2. Das schmeckt so so lecker und ist auch noch einfach zu kochen! Das Rezept gab es bei uns in dieser Kürbis-Saison schon 3x und wir waren jedes Mal einfach nur begeistert. Eure Rezepte sind so toll, vielen Dank!

  3. Das ist so gut! Habe ich letztes Jahr schon ein paarmal gemacht und seitdem regelmässig diesen Geschmack erinnert und nun ist endlich wieder Kürbiszeit und das Ragout wieder am Start. Vielen Dank euch!

  4. Dieses Gericht gab es bei uns jetzt innerhalb kürzester Zeit zweimal, einmal mit Hokkaido, einmal mit Butternut. So lecker!! Ich gebe nur noch Gochugaru hinzu, ansonsten alles wie beschrieben. Ganz schnell gemacht, schön wärmend und superlecker!

  5. Sehr, sehr lecker. Ein fantastisch einfaches und so gutes Rezept.
    In Ermangelung von Frühlingszwiebeln habe ich feingeschnittenen Staudensellerie als Topping genommen. Die bittere Note kam gut mit der Süße des Kürbis.

  6. Gerade gespeißt, soooooo lecker. 🙂
    Hab Hokkaido verwendet und anstatt Gochujang etwas Ahornsirup und Sambal Olek. Ist gerade zu meinem Lieblings-Kürbisrezept mutiert.
    DANKE dafür

  7. Hab das heute probiert – wow, für mich ziemlich viele neue Geschmäcker dabei, aber echt toll! Nur irgendwie war der Reisessig im Dressing zu viel, da musste ich noch ordentlich Tahin nachlegen – muss dann halt noch als Dip für Nachos umfunktioniert werden 😅

  8. Klingt sehr lecker und wird demnächst getestet – allerdings dachte ich immer, Misopaste sollte wegen der bei der Fermentation entstehenden gesunden Bakterien niemals mitkochen. Man kann die sicher auch erst am Schluss zugeben, oder?

    1. Es ist zwar richtig, dass man genau aus dem von dir genannten Grund häufig liest, dass Misopaste nicht gekocht werden dürfte. So stimmt das aber nicht, es gibt auch zahlreiche japanische Rezepte, bei denen die Misopaste mitgart. Gerade, wenn die Paste vor allem zum Würzen verwendet wird.