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Gebratener Radicchio auf weißem Bohnenmus

Gebratener Radicchio auf weißem Bohnenmus

Die­ser Salat ist ganz schön heiß! Unser gebra­te­ner Radic­chio auf wei­ßem Boh­nen­mus ist ein per­fek­tes Bei­spiel für schnel­le und trotz­dem fan­cy Herbst­kü­che und lässt garan­tiert kei­ne „ver­bit­ter­ten“ (Mund-)Gefühle zurück.

Radic­chio ist ein schö­nes Gemü­se. Zwi­schen sei­nen grü­nen Kol­le­gen sticht der Salat­kopf – wel­cher rein bota­nisch gese­hen übri­gens gar kein Salat­kopf ist – in der Gemü­se­ab­tei­lung oder auf dem Wochen­markt allein schon wegen der leuch­tend-roten Far­be her­vor. Radic­chio ist aber auch ein ver­dammt bit­te­res Gemü­se. Dafür wird er ent­we­der (von weni­gen) geschätzt oder – wie­der zwi­schen sei­nen grü­nen Salat-Kum­pels – auf dem Tel­ler aus­sor­tiert und leicht ver­schämt immer wei­ter Rich­tung Tel­ler­rand gescho­ben … bis dann end­lich das Geschirr abge­räumt wird. „Ja, sor­ry, war sehr lecker, aber ich bin papp­satt. Nein, Oma, ich bekom­me nicht mal mehr die paar Radic­chio-Fus­seln run­ter. ICH HABE GESAGT, ICH BIN PAPPSATT!“

Das ist scha­de und muss geän­dert wer­den. Nicht nur, weil der Radic­chio gera­de auf­grund des ent­hal­te­nen Bit­ter­stoffs Lac­tu­co­pi­k­rin und den pflanz­li­chen Farb­stof­fen, die für sei­ne unbe­streit­ba­re Attrak­ti­vi­tät ver­ant­wort­lich sind, auch ernäh­rungs­phy­sio­lo­gisch wert­voll ist, son­dern weil er rich­tig zube­rei­tet und schlau kom­bi­niert auch ver­dammt gut schme­cken kann. Ja, immer noch leicht bit­ter, aber auch saf­tig, kna­ckig, leicht rau­chig und sehr aromatisch.

Aber was machen wir gegen das der­be Aro­ma der Zicho­ri­en-Unter­art, wel­ches pur auch mal zu ent­glei­sen­den Gesichts­zü­gen und schar­fem Pro­test dei­ner Geschmacks­ner­ven füh­ren kann? Das glei­che, was auch ita­lie­ni­sche Non­nas häu­fig tun, wir machen ihn heiß. Süd­lich der Alpen, da kommt der Radic­chio Ros­so di Chiog­gia – so der exak­te Name der Sor­te, wel­che hier­zu­lan­de meist über den Laden­tisch geht – näm­lich her, ist es gang und gäbe, das Gemü­se zu schmo­ren, bei­spiels­wei­se in Risot­to zu kochen, zu gril­len oder eben zu braten.

Zubereitung gebratener Radicchio

Der Gar­vor­gang mil­dert die Bit­ter­keit stark ab, scharf in der Pfan­ne gebra­ten gibt es ein regel­rech­tes Tex­tu­ren-Fes­ti­val. Die äuße­ren Blät­ter wer­den leicht knusp­rig, die Blat­t­rip­pen saf­tig und weich und zum Strunk hin bleibt das Gemü­se den­noch kna­ckig. Wird er dann noch auf einem herz­haft-süß­li­chen Boh­nen­mus mit kara­mel­li­sier­ten Zwie­beln ser­viert und mit einem Dres­sing aus Rot­wein­essig und nus­si­gem, echt stei­ri­schem Kür­bis­kern­öl von Kraut­Ma­rie getoppt, macht unser gebra­te­ner Radic­chio auch die­se Tel­ler­rand-Schie­be-Kan­di­da­ten hap­py, die ich oben beschrie­ben habe. Garantiert!

Kraut­Ma­rie ist als ech­te Lock­down-Idee ent­stan­den und kann defi­ni­tiv unter „wenn der gan­ze Scheiß etwas Gutes hat­te, dann das“ abge­legt wer­den. Denn – und das schrei­be ich nicht, weil Susan­ne und Fabi­an die­sen Post spon­sern – das Kraut­Ma­rie Kür­bis­kern­öl, wel­ches in der ältes­ten doku­men­tier­ten Ölmüh­le der Stei­er­mark gepresst wird, ist wirk­lich das leckers­te, wel­ches wir je pro­bie­ren durf­ten. Aber nicht nur das Öl, son­dern auch die Snack-Kür­bis­ker­ne (ich sage nur Wasa­bi!) schme­cken bom­bas­tisch. Kraut­Ma­rie las­sen für unse­re Lese­rIn­nen übri­gens einen 10 % Rabatt­gut­schein sprin­gen. Zum Ein­lö­sen gibst du bei der Bestel­lung im Waren­korb ein­fach den Code eat­this! ein. Pro­fi-Tipp: Das Kür­bis­kern­pes­to ist abso­lu­ter Hit!

So wird unser gebratener Radicchio auf weißem Bohnenmus gemacht

Für das Boh­nen­pü­ree wird eine gro­ße Zwie­bel gewür­felt, kommt zusam­men mit einem klei­nen Stück eben­falls gewür­fel­tem Knol­len­sel­le­rie, etwas Oli­ven­öl, einer Pri­se Salz und einem Sprit­zer Ahorn­si­rup in einen Topf und darf dort etwa 15 Minu­ten lang gold­braun kara­mel­li­sie­ren. Ab und zu umrüh­ren nicht vergessen.

Ein mit­tel­gro­ßer Kopf Radic­chio wird durch den Strunk hal­biert und anschlie­ßend in acht Spal­ten geschnit­ten. Den Strunk schnei­den wir so knapp ab, dass die Blät­ter noch zusam­men­hal­ten, in die­sem sind die Bit­ter­stof­fe beson­ders kon­zen­triert. Leicht von allen Sei­ten gesal­zen las­sen wir das Gemü­se kurz zie­hen, wäh­rend wir uns um unser Top­ping, das Pangr­at­ta­to kümmern.

Dafür hacken wir kurz-vor-stein­har­tes Cia­bat­ta oder ande­res Weiß­brot in der Küchen­ma­schi­ne rela­tiv klein, ver­men­gen die Brö­sel mit etwas Oli­ven­öl, Salz und einem Hauch Chi­lif­locken und rös­ten das Gan­ze für etwa fünf Minu­ten unter häu­fi­gem Rüh­ren in einer hei­ßen Pfan­ne ohne zusätz­li­ches Öl. Raus in eine Schüs­sel damit, fein gehack­te Peter­si­lie unter­rüh­ren und auch die­ses To Do abhaken.

Gebratener Radicchio auf weißem Bohnenmus

An die­ser Stel­le geben wir grob gehack­ten Knob­lauch, gekoch­te wei­ße Boh­nen und Gemü­se­brü­he zu den Zwie­beln und die immer noch hei­ße Pfan­ne zurück auf den Herd. Den Radic­chio tup­fen wir tro­cken und bra­ten die Spal­ten anschlie­ßend über hoher Hit­ze zwei bis drei Minu­ten pro Sei­te scharf an, bis die Schnitt­sei­ten gut gebräunt sind, die äuße­ren Blät­ter leicht crun­chy wer­den und ein schar­fes Mes­ser leicht in den har­ten Strunk­an­satz geht. Wäh­rend­des­sen wird das Boh­nen­mus püriert und mit Salz abgeschmeckt.

Zum Ser­vie­ren geben wir einen groß­zü­gi­gen Klecks vom Püree in einen Tel­ler, plat­zie­ren zwei bis drei Radic­chio-Stü­cke dar­auf und top­pen das Gemü­se mit ein paar Sprit­zern Rot­wein­essig und dem Kraut­Ma­rie Kür­bis­kern­öl. Das Öl darf übri­gens auf jeden Fall warm wer­den, eig­net sich auf­grund der ent­hal­te­nen Schweb­stof­fe aber nicht zum direk­ten Bra­ten. Jetzt lässt du noch das Pangr­at­ta­to reg­nen und freust dich beim ers­ten Bis­sen dar­über, dass dei­ne Gesichts­zü­ge nicht mehr kom­plett Amok lau­fen, wenn du in Zukunft an Radic­chio denkst.

Du fragst, ich antworte

  • Gehen die gesun­den Bit­ter­stof­fe beim Garen denn nicht kaputt? Ja, da wir den Radic­chio aber nur sehr kurz und scharf bra­ten, machen wir uns dar­um kei­ne groß­ar­ti­gen Gedanken.
  • Kann ich das Püree auch aus ande­ren Hül­sen­früch­ten oder ande­rem Gemü­se zube­rei­ten? Uff jeden! Kicher­erb­sen­mus, klas­si­scher Hum­mus oder auch unser Sel­le­riepü­ree schmeckt unter Garan­tie auch super zu gebra­te­nem Radicchio.
  • Ich bin jetzt voll hoo­ked auf gegar­ten Radic­chio. Was mache ich noch damit? Zum Bei­spiel unser Grün­kern­r­i­sot­to mit gebra­te­nen Kräu­ter­seit­lin­gen und Radic­chio oder unse­re Kür­bis­piz­za mit Radic­chio.
Gebratener Radicchio auf weißem Bohnenmus

Zutaten für 2 Portionen

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Zube­rei­tung 30 Minu­ten
Gesamt 30 Minu­ten

Für das Bohnenmus

Für den gebratenen Radicchio

  • 1 Kopf Radic­chio mit­tel­groß
  • ½ TL Salz
  • 1 EL Oli­ven­öl

Für das Pangrattato

  1. Für das Boh­nen­mus Zwie­bel und Sel­le­rie fein wür­feln, zusam­men mit Oli­ven­öl, Salz und Ahorn­si­rup in einen hei­ßen Topf geben und 15 Minu­ten kara­mel­li­sie­ren las­sen. Ab und zu umrühren.

  2. Radic­chio durch den Strunk zuerst hal­bie­ren, dann die Hälf­ten jeweils in vier Spal­ten schnei­den. Von allen Sei­ten leicht sal­zen und 5–10 Minu­ten zie­hen lassen.
  3. Für das Pangr­at­ta­to Cia­bat­ta im Food Pro­ces­sor zu gro­ben Brot­krü­meln mah­len, mit Oli­ven­öl, Salz und Chi­lif­locken ver­men­gen und in einer hei­ßen Pfan­ne 5 Minu­ten rös­ten, dabei ab und zu umrüh­ren. Aus der Pfan­ne neh­men und mit der vor­her fein gehack­ten Peter­si­lie und der gerie­be­nen Knob­lauch­ze­he ver­men­gen. Bis zum Ser­vie­ren bei­sei­te stellen.

  4. Pfan­ne zurück auf den Herd stel­len, rest­li­ches Oli­ven­öl für den gebra­te­nen Radic­chio hin­ein­ge­ben. Gemü­se­spal­ten gut tro­cken­tup­fen und bei hoher Hit­ze 2–3 Minu­ten pro Sei­te scharf anbraten.
  5. Den vor­her fein gehack­ten Knob­lauch für das Boh­nen­mus, die wei­ßen Boh­nen und die Gemü­se­brü­he mit zu den kara­mel­li­sier­ten Zwie­beln in den Topf geben und 2 Minu­ten zie­hen las­sen. Anschlie­ßend zusam­men mit Zitro­nen­saft fein pürie­ren, bei Bedarf ess­löf­fel­wei­se mit Was­ser ver­dün­nen und mit Salz abschmecken.

  6. Zum Ser­vie­ren Boh­nen­mus in Tel­ler geben, jeweils 2–3 Radic­chio-Spal­ten dar­auf anrich­ten, mit Rot­wein­essig und Kür­bis­kern­öl wür­zen und mit dem Pangr­at­ta­to toppen.
Gebratener Radicchio auf weißem Bohnenmus

Werbung! Dieser Beitrag wurde von KrautMarie UG (haftungsbeschränkt) unterstützt. Gesponserte Beiträge helfen uns dabei, regelmäßig neue Rezepte für unsere Leser zu kreieren, Inhalte spiegeln aber immer unsere eigene Meinung wider. Danke, KrautMarie und Danke, dass du Produkte und Marken unterstützt, die Eat this! supporten.

Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.

19 Kommentare

  1. In unse­rer Mädels­run­de pro­bie­ren wir gern Eure Rezep­te und sind meis­tens recht fle­xi­bel bei den Zuta­ten… beim Boh­nen­mus haben wir etwas expe­ri­men­tiert. Wir wis­sen des­halb nicht wie es mit Sel­le­rie schmeckt, aber mit Pas­ti­na­ke war es köst­lich! Vie­len Dank für Eure Inspi­ra­ti­on! Julia, Sabi­ne & Kristina

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    1. Das kann ich mir auch sehr gut vor­stel­len. Der Grund­ge­schmack von Knol­len­sel­le­rie und Pas­ti­na­ke ist ja recht ähn­lich, die Pas­ti­na­ke dürf­te nur noch etwas mehr Süße ans Püree brin­gen. Vie­len Dank für das super Feedback!

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  2. Es war sehr gut 👍, wie gewohnt ganz vie­le über­ra­schend kom­bi­nier­te Geschmä­cker: Süßer Sel­le­rie, bit­te­rer Radic­chio, sal­zi­ger Crunch! Nichts für Gemü­se­an­fän­ger, aber gro­ßes Kino für Men­schen, die echt auf gute Gemü­se­kü­che ste­hen. Bin froh, dass ich mich an den Rad­dic­chio getraut habe, ganz lie­ben Dank für das Rezept Ihr bei­de macht einen groß­ar­ti­gen Job! 😍

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    1. Dan­ke dir für die mega Rück­mel­dung. Freut mich sehr, dass es so gut geschmeckt hat. 🙂

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  3. Fra­ge, viel­leicht eine dum­me: Ist das Boh­nen­mus dann kalt, lau­warm oder warm? Kann ich mir das aus­su­chen? Ist mir irgend­wie nicht ganz klar, ich ste­he auf dem Schlauch.

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    1. Das Boh­nen­mus wird ja im Topf geschmort, also ja, das ist schon ein war­mes Gericht (wobei das Boh­nen­mus sicher­lich auch lau­warm oder kalt zum gebra­te­nen Radic­chio passt).

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      1. Dan­ke für die Info, dann funk­tio­niert es auch für kal­te Tage wie heu­te gut : )

  4. Hal­lo ihr Beiden,

    als ich das Rezept das ers­te Mal gese­hen hat­te, wuss­te ich sofort, dass ich es ganz drin­gend nach­ko­chen muss. Lei­der war es in der Lan­des­haupt­stad Mün­chen nicht ganz so ein­fach, die „exo­ti­sche Zutat“ getrock­ne­te wei­ße Boh­nen zu bekom­men. Aber die Boh­nen-Odys­see hat sich gelohnt – es war köstlich!!!!
    Vie­len lie­ben Dank! Ich freue mich schon dar­auf, wei­te­re Rezep­te von euch auszuprobieren 🙂

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    1. Wirk­lich eine äußerst „exo­ti­sche“ Zutat. 😅

      Freut uns sehr, dass dir das Rezept trotz der Schwie­rig­keit so gut geschmeckt hat. Dan­ke für das mega Feedback!

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  5. Soooooo lecker, dass es das Gericht ges­tern und heu­te gleich noch mal gab. Und es ist eines der Rezep­te, wo man kei­ne Zutat weg­las­sen kann: nicht das Rot­wein­essig und auch nicht das biss­chen Kür­bis­kern­öl, und erst recht nicht das Knus­per­top­ping (für wel­ches wir auf Pan­ko zurück gegrif­fen haben :-)). Ganz herz­li­chen Dank für die­ses Knallerrezept!

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    1. Sehr cool, direk­te „Wie­der­ho­lungs­tä­ter“. Das freut uns!

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  6. Wow! Das war rich­tig lecker! 🤩 Und das, obwohl ich über­haupt kein Radic­chio-Fan bin! 😃

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    1. Pee­er­fekt, das war genau, was wir mit dem Rezept bezweckt haben. 😅

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  7. Ich habe gera­de eurer Rezept nach­ge­kocht. Was soll ich sagen: suuuuu­per lecker. Das war eine ganz neue Geschmacks­er­fah­rung. Dan­ke dafür 🙂

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    1. Dan­ke dir! Das freut uns tierisch.

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  8. Hört sich sehr viel­ver­spre­chend an und wer­den wir gern aus­pro­bie­ren, vie­len Dank für das tol­le Rezept. Eine Anmer­kung aber habe ich: Kraut­Ma­rie labelt das von dir gelob­te Kür­bis­kern­pes­to ledig­lich als „vege­ta­risch“, eine Inhalts­an­ga­be sucht man lei­der ver­geb­lich auf ihrer Seite.

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    1. Dan­ke für den Hin­weis. Wir haben das Pes­to als „vegan“ dekla­riert bekom­men, ich fra­ge aber auf jeden Fall noch­mal nach.

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      1. Inzwi­schen haben wir das Rezept übri­gens umge­setzt und sind abso­lut begeis­tert. Eine tol­le Geschmackssin­fo­nie ist euch da gelun­gen, sehr raf­fi­niert und krea­tiv- noch­mals herz­li­chen Dank dafür.

      2. Das freut mich, dan­ke dir! 🙂

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