Einfache Pita-Brote

Einfache Pita-Brote
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Unsere einfachen veganen Pita-Brote sind voll die Multitalente. Füllen, dippen, wickeln? Haben die leckeren Fladen alles drauf! Von der Pike auf gelernt quasi.

Irgendwann mal so vor knapp 15.000 Jahren, als unsere europäischen Vorfahren in den Höhlen die letzte Eiszeit aussaßen, kam Homo sapiens in Natufien, dem Gebiet, welches heute grob Israel, Jordanien, Libanon, Palästina und Syrien umfasst, auf die sich im Nachhinein als sehr glorreich entpuppende Idee, mal zu probieren, ob wohl die Samen wild wachsender Gräser essbar sind.

Heureka, das waren sie und seitdem ist die Geschichte von Getreide untrennbar mit der Menschheitsgeschichte verbunden. Dem Getreideanbau und schlussendlich der daraus resultierenden Sesshaftigkeit sei Dank. Allerdings wurde auch schnell entdeckt, dass die Körner besser schmecken und einfacher zu verdauen sind, wenn man sie mit Wasser vermischt und in die Nähe von Feuer hält und, ta da, war das Brot erfunden.

War halt auch praktisch für nomadische Völker, wie die Beduinen, einfach nach einem „Wandertag“ etwas vom easy transportierbaren Getreide zwischen Steinen zu vermahlen, kostbares Wasser dazuzugeben, den Pamp unter Umständen fermentieren zu lassen und dann zu backen. Hey, essbarer Teller und Besteck in einem, das finden wir auch heute noch toll. Und weil diese Völker so weit herumkamen, erarbeitete sich die Urform des Brotes über die Zeit eine ziemlich große Fanbase über den sogenannten „Fruchtbaren Halbmond“, der Levanteregion bis hin zum Mittelmeer und damit in das Gebiet des heutigen Griechenland, dessen altgriechischer Sprache wir den Begriff Pita zu verdanken haben.

Einfache Pita-Brote

Klar, so erzählt ist die Geschichte des vermutlich ältesten Brotes stark verkürzt, aber auch in diesen wenigen Absätzen dürfte klar werden, warum im wahrsten Sinne des Wortes die ganze Welt auf Pita-Brote steht. Pizza als Lieblingsgericht … der ganzen Menschheit? Ließ mal laut mit. Pita. Pizza. Du kommst selbst darauf, oder?

Was ich damit sagen will, ist, dass das „Konzept“ Pita ein großer Bestandteil vieler Länderküchen wurde. Dennoch gibt es Unterschiede. Denn während authentische griechische Pita-Brote als Namensgeber eigentlich mehr an eine dünnere Version der hierzulande vermutlich bekannteren türkischen Pide erinnern und sich so perfekt dazu eignen, unsere veganen Souvlaki-Spieße aus Vegan grillen kann jeder darin einzuwickeln – die urtümlichsten Pita-Brote werden dünn ausgerollt, blähen sich durch im Inneren entstehenden Wasserdampf beim Backen effekthaschend auf und erhalten so die typische „Tasche“, an die wir vermutlich alle denken, wenn uns das Wort Pita über den Weg läuft. Sabich, Gyros, Falafel, Döner und dem scheinbar urmenschlichen Instinkt, Brot mit leckeren Dingen füllen zu wollen sei Dank.

Gefülltes Pita-Brot

Obwohl es spektakulär aussieht, den Broten dabei zuzuschauen, wie sie in der Hitze aufgehen, wie Ballons ist die Zubereitung denkbar einfach. Mehl, Wasser, Hefe, Salz, Zucker und etwas Olivenöl – mehr braucht es nicht für die besten Pita-Brote, die du jemals aus dem Ofen geholt hast. Okay, ein Pizzastein wäre ratsam, aber den hast du nach der Lektüre unseres Pizza-Specials möglicherweise ohnehin schon und wenn nicht, tut es das stinknormale Blech für die ersten Gehversuche auch. Meckere mich dann aber ja nicht an, wenn sich die Sache mit dem Aufblähen dann doch etwas weniger spektakulär gestaltet. Besitzt du einen Pizzaofen, verwendest du am besten den.

Die Zutaten werden gut verknetet, dann darf die Hefe ganz hefeteigtypisch je nach Raumtemperatur 45–60 Minuten machen, wozu du sie in die Schüssel geworfen hast. Hat sich das Volumen des Teigs in etwa verdoppelt, wird er in etwa 100 g schwere Portionen geteilt, zu Kugeln geformt und darf dann erneut gehen. Jetzt wird der Ofen mitsamt Pizzastein oder Blech vorgeheizt. Und zwar auf volle Pulle, also je nach Ofen 240–260 °C. Nur so entsteht der Dampf im Inneren der Fladen bevor sich eine Kruste bilden kann.

Einfache Pita-Brote

Die Teigportionen werden nun auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche auf etwa 18 cm Durchmesser dünn ausgerollt, kommen dann auf eine ebenfalls leicht bemehlte Pizzaschaufel und von dort auf den teuflisch heißen Stein, wo sie in etwa 3 Minuten backen und sich dabei, wie erwähnt, im Idealfall aufpusten wie eine angepisste Kröte. Raus damit, in ein leicht feuchtes Tuch wickeln, nächstes Brot, jetzt geht’s wie am Schnürchen. Ich seh’ schon, in dir steckt ein Pita-Profi!

Und jetzt? Halbieren und nach Lust und Laune füllen.

Fragerunde! Kann ich die Pita-Brote auch …

  • … mit Dinkel- oder Vollkornmehl zubereiten? Ja, aber wie häufig gilt, dass sie mit Weizenmehl im Regelfall fluffiger werden. Dinkelmehl kann eins zu eins ersetzt werden, vom Vollkornmehl würde ich maximal 20–30 % ersetzen.
  • … glutenfrei zubereiten? Das wird schwierig, zumindest, wenn du dasselbe Ergebnis erwartest. Das Rezept an sich ist auch mit einer glutenfreien Mehlmischung machbar, im gleichen Maße aufblähen werden sich die Brote jedoch vermutlich nicht.
  • … auf Vorrat zubereiten? Machen wir uns nichts vor, frisch schmecken sie am besten, aber sie lassen sich auch super einfrieren und sogar direkt aus dem Tiefkühler auftauen. Dazu mit etwas Wasser benetzen und direkt in den auf etwa 190 °C vorgeheizten Ofen oder in eine heiße Pfanne geben und etwa 2–3 Minuten aufbacken.
Pita-Brot füllen
Zutaten für 6 Pita-Brote

Einfache vegane Pita-Brote

Vorbereitung 15 Minuten
Zubereitung 10 Minuten
Gesamt 1 Stunde 55 Minuten
+ Gehzeit 1 Stunde 30 Minuten
  1. Mehl, Salz, Zucker und Hefe locker vermischen. Wasser und Olivenöl dazu geben und in der Küchenmaschine oder mit der Hand 10 Minuten zu einem gleichmäßigen Teig verkneten. Anschließend die Schüssel mit einem leicht feuchten Tuch oder einem Deckel abdecken und an einem warmen Ort 45–60 Minuten gehen lassen, bis sich das Teigvolumen verdoppelt hat.
  2. Backofen mit Pizzastein oder Blech für etwa 30 Minuten auf 240–260 °C vorheizen.
  3. Teig in sechs, jeweils etwa 100 g schwere Portionen teilen, zu Kugeln formen und erneut abgedeckt gehen lassen, bis der Ofen vorgeheizt ist.
  4. Teiglinge auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche auf jeweils etwa 18 cm Durchmesser ausrollen und mit der ebenfalls leicht bemehlten Pizzaschaufel oder mit Hilfe von Backpapierabschnitten auf den Pizzastein legen. Etwa 3 Minuten backen, bis sich die Brote aufgebläht haben und leicht goldbraun sind.
  5. Aus dem Ofen nehmen und in einem leicht befeuchteten Küchentuch warmhalten.

Unsere Tipps

Werden die Brote auf Vorrat gebacken, lässt du sie abkühlen und frierst sie im Anschluss sofort ein. Zum Aufbacken leicht befeuchten und bei 190 °C 2–3 Minuten in den Ofen geben.

Einfache Pita-Brote

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Steady

Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.


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  1. Ich habe die Pita Brote gestern zum ersten Mal probiert. Ja, was soll ich sagen? Sehr, sehr lecker und einfach! Bei mir sind nur 4 von 6 wirklich schön aufgegangen, aber das schiebe ich jetzt einfach mal auf mich. 😀 Die „kleineren“ Brote blähen sich schön auf, während die „Großen“ dann vermutlich doch zu schwer sind. Alles in allem aber eine mega coole Sache. Gefüllt habe ich sie mit Pulled Mushrooms aus Kräuterseitlingen, mit Mango, Zwiebeln, Salat und selbst gemachtem Tzatziki.

    1. Das klingt doch nach fast vollem Erfolg, yeah! Es ist ein bisschen Übung dabei. Wenn die Brote nicht dünn genug ausgerollt werden (und das passiert bei größeren natürlich schneller), gehen sie auch nicht so gut auf. Werden sie zu dünn ausgerollt, bricht die Kruste schneller auf und dann ist mit Aufblähen natürlich auch nix mehr. Das hat man aber recht schnell raus. 🙂

  2. Kann ich eigentlich auch die Teiglinge nach dem Gehen und Portionieren in den Tiefkühler packen und dann bei Bedarf Portionsweise auftauen und dann backen? Habt Ihr das schon mal ausprobiert?

    1. jo, wer lesen kann ist klar im Vorteil – sorry für eine Frage, die schon eine Antwort hat – noch besser – gar nicht erst veröffentlichen 😉

      1. Alles gut, lieber steht es hier auch nochmal. Doppelt hält besser und so. 😅

  3. Ich arbeite – wenn möglich – am liebsten mit frischer Hefe. Habt Ihr nen Erfahrungswert wieviel Gramm es dann von der frischen braucht?

    Ansonsten – tolles Rezept, das bald nachgemacht wird 🙂 Danke!

      1. Super Rezept, easy, gelingsicher und sehr lecker … jetzt muss ich nur noch lernen, sie mit der „richtigen“ Menge Gemüse zu befüllen 😉 … als Sauce hatte ich ne Art Mayo aus gerösteten pürierten Sonnenblumenkernen … musste eins mehr essen, als geplant 😀

      2. Klasse, das freut mich sehr … auch wenn du eins zu viel essen musstes. 😜

  4. Hallo ihr Beiden,
    großes Lob, die Pitabrote sind easy zu machen und haben auf Anhieb geklappt. Konsistenz und Geschmack sind perfekt.
    Ich habe sie gerade zu euren leckeren Hummus mit gegrilltem Gemüse serviert.
    Vielen Dank für das super Rezept

  5. Moin ihr Lieben,

    Ich selbst, große Pitafreundin, bereite meine Pita, trotz Besitzes eines Pizzaofens, immer auf dem Gasherd in der großen, schweren Pfanne.
    Dabei gucken dann auch gerne die Kleinsten zu und mitmaßen, ob die Pita gleich abgeben werden. 

    Ich freue mich auf die Gyrospfanne!

    Gefülltebrottaschengrüße aus dem Norden,

    Annika

      1. Hi Annika,

        in der Pfanne geht es grundsätzlich auch – ist natürlich auch bequem –, allerdings muss da eben gewendet werden und dabei verlieren die Taschen dann auch gerne mal ihre Form, weshalb wir beim Ofen bleiben. 🙂

        Auf jeden Fall lieben Dank für dein Feedback und ein Pita-🙌!

        Liebe Grüße
        Jörg