Chinesisches Kartoffel-Stir-Fry

Chinesisches Kartoffel-Stir-Fry
Direkt zum Rezept →

Die­ses Kar­tof­fel-Stir-Fry bringt die Knol­len mal ganz anders auf die Tel­ler. Leicht sau­er-scharf, mit typi­schen Aro­men Sze­chu­ans und einem leicht kna­cki­gen Biss. Außer­dem ste­hen die wahr­haft unwi­der­steh­li­chen „chi­ne­si­schen Brat­kar­tof­feln“ in nur 15 Minu­ten auf dem Tisch. Was gibt’s dar­an nicht zu mögen?

Nadi­nes Lieb­lings­ge­mü­se, den beschei­de­nen Erd­ap­fel sieht man grund­sätz­lich eher sel­ten auf der Spei­se­kar­te des liebs­ten Chi­na­re­stau­rants (zumin­dest in unse­rer „Ecke“). Dabei sind pfan­nen­ge­rühr­te Kar­tof­feln ein sehr bekann­tes Gericht in der chi­ne­si­schen All­tags­kü­che, wie auch „Home Style-Tofu“, dem prak­ti­scher­wei­se schon genau der rich­ti­ge Name ver­passt wurde.

Die fein geschnit­te­nen oder geho­bel­ten Kar­tof­fel­stif­te, die bei hoher Hit­ze kurz und inten­siv gebra­ten wer­den, haben einen fan­tas­ti­schen Biss, der an einen Mix aus Kar­tof­fel­chips, Pom­mes fri­tes und Brat­kar­tof­feln erin­nert. Im Gegen­satz dazu kommt das Gericht aber mit rela­tiv wenig Öl aus, ist leicht und trotz­dem sät­ti­gend und steht in 15 Minu­ten auf dem Tisch … zumin­dest, wenn du die Kar­tof­feln nicht ein­zeln von Hand stiftelst.

Dass das Kar­tof­fel-Stir-Fry auf der Zun­ge so völ­lig anders wirkt, als die meis­ten „west­li­chen“ Kar­tof­fel­ge­rich­te hängt auch damit zusam­men, dass die Knol­len in Chi­na weni­ger als klas­si­sche Sät­ti­gungs­bei­la­ge, als schlicht und ergrei­fend als Gemü­se ver­wen­det und meist mit Reis ser­viert wer­den. Carbs on Carbs – sehen wir in Euro­pa sel­ten, funk­tio­niert aber wun­der­bar! Bei­spiels­wei­se in den Spa­ghet­ti Ligu­ria, bei denen Kar­tof­feln und Pas­ta sich die Hand rei­chen und danach sprich­wört­lich gegen­sei­tig die Fin­ger ablecken.

Chinesisches Kartoffel-Stir-Fry

Bei uns gibt es die wirk­lich unwi­der­steh­li­chen Wok-Kar­tof­feln in der Sze­chu­an-Ver­si­on Suān­là Tǔdòu Sī – über­setzt heißt das sau­er-schar­fe Kar­tof­fel­strei­fen, sagt zumin­dest Goog­le – mit getrock­ne­ten Chi­lis, auf der Zun­ge briz­zeln­dem Sze­chuan­pfef­fer und mal­zig-fruch­ti­gem chi­ne­si­schen schwar­zen Essig. Letz­te­ren kennt ihr viel­leicht bereits aus unse­ren Rezep­ten zu Tofu Kung Pao oder den Pilz-Scallops.

Das Gericht lässt sich aber auch mil­der zube­rei­ten, mit weni­ger Chi­lis oder auch ganz ohne und der Chin­kiang-Essig lässt sich not­falls auch durch Bal­sa­mi­co erset­zen, der ein ähn­li­ches Geschmacks­pro­fil hat. Außer­dem kommt eine Extra­por­ti­on Gemü­se in Form von eigent­lich unreif geern­te­ter grü­ner Papri­ka mit in den Wok. Das leicht bit­te­re Aro­ma der Vit­amin­bom­be passt per­fekt zur Süße der Kar­tof­feln, der Soja­sauce und vom Essig. Wer dage­gen von Schär­fe nicht genug bekom­men kann, ver­wen­det grü­ne Chili.

Ab an den Wok

Für das Kar­tof­fel-Stir-Fry müs­sen eigent­lich kaum Vor­be­rei­tun­gen getrof­fen wer­den. Fest­ko­chen­de Kar­tof­feln – vor­wie­gend-fest­ko­chen­de und meh­li­ge eig­nen sich nicht – wer­den mit dem Mes­ser fein gestif­telt oder bes­ser über die Man­do­li­ne gejagt und anschlie­ßend gut gewa­schen oder sogar kurz in kal­tem Was­ser ein­ge­legt. So wird über­schüs­si­ge Stär­ke abge­spült, was schluss­end­lich ver­hin­dert, dass die Kar­tof­feln zum einen nicht anein­an­der, aber eben auch nicht am Wok kle­ben bleiben.

Apro­pos Wok – dar­in funk­tio­niert das Kar­tof­fel-Stir-Fry am bes­ten, da sich die Kar­tof­fel­stif­te dort am ein­fachs­ten rüh­ren las­sen, ohne, dass die Küche danach aus­sieht, wie eine schlecht geführ­te Pom­mes­bu­de. Alter­na­tiv könnt ihr aber natür­lich auch eine her­kömm­li­che Pfan­ne ver­wen­den – idea­ler­wei­se eine mit hohem Rand, ver­steht sich.

In den hei­ßen Wok kommt ein geschmacks­neu­tra­les Öl, die vor­her gehack­ten oder zer­bro­che­nen (danach nur nicht in die Augen fas­sen) Chi­li­scho­ten, grob gemah­le­ner Sze­chuan­pfef­fer und Knob­lauch. Durch das kur­ze, schar­fe anbra­ten aro­ma­ti­sie­ren wir das Öl, der Geschmack zieht so bes­ser in die Kar­tof­fel­stif­te. Wenn der Chi­li­dampf so rich­tig in der Nase hängt, kom­men Scha­lot­ten, die gut abge­tropf­ten Kar­tof­feln, Papri­ka und eine gute Pri­se Salz dazu und dann wird alles bei höchs­ter Hit­ze unter häu­fi­gem Rüh­ren gebra­ten, bis die Kar­tof­feln sozu­sa­gen „al den­te“ sind. Das dau­ert etwa 4–5 Minu­ten. Zu guter Letzt wird mit dem Essig abge­löscht, bei Bedarf mit Salz oder Soja­sauce abge­schmeckt und raus aus dem Wok, rein in den Mund mit dem Kartoffel-Stir-Fry.

Zuta­ten für 2 Por­tio­nen

Chinesisches Kartoffel-Stir-Fry

Zube­rei­tung 15 Minu­ten
Gesamt 15 Minu­ten
  1. Kar­tof­feln mit dem Mes­ser oder bes­ser mit der Man­do­li­ne in etwa 3–4 mm dicke Strei­fen schnei­den oder hobeln. Gut abspü­len, in kal­tem Was­ser ein­le­gen und bei­sei­te stellen.

  2. Scha­lot­ten und Knob­lauch in dün­ne Schei­ben, Papri­ka in Strei­fen schnei­den. Sze­chuan­pfef­fer grob mör­sern, Chi­lis grob hacken oder ein­fach in Stü­cke zupfen.
  3. Kar­tof­feln abgie­ßen und sehr gut abtrop­fen lassen.
  4. Öl in einen hei­ßen Wok oder eine Pfan­ne geben. Chi­li, Sze­chuan­pfef­fer und Knob­lauch hin­ein­ge­ben und bei mitt­le­rer bis hoher Hit­ze unter Rüh­ren 20–30 Sekun­den rösten.

  5. Hit­ze auf maxi­ma­le Stu­fe stel­len, Scha­lot­ten, Kar­tof­feln und Papri­ka dazu­ge­ben, mit Salz wür­zen und unter stän­di­gem Rüh­ren 3–4 Minu­ten bra­ten, bis die Kar­tof­feln anfan­gen, etwas wei­cher zu wer­den. Die Kar­tof­feln soll­ten auf jeden Fall noch einen kna­cki­gen Biss behal­ten. Falls die Kar­tof­feln ankle­ben, mit wenig Was­ser ablöschen.

  6. Hit­ze auf mitt­le­re Stu­fe stel­len, mit Essig und Soja­sauce ablö­schen und bei Bedarf mit Salz abschme­cken. Sofort heiß servieren.

Unsere Tipps

Der chi­ne­si­sche schwar­ze Essig lässt sich auch durch Bal­sa­mi­coes­sig ersetzen.

Chinesisches Kartoffel-Stir-Fry

Unterstütze uns

Für diesen Post haben wir keinen Sponsoren. Aber auch du kannst uns unterstützen und uns dabei helfen, dieses kleine Business aus Herzblut und viel Liebe zum Essen am Laufen zu halten. Was sagst du? Hast du Lust auf viele weitere Küchenabenteuer mit uns? Dann komm in die „Sriracha-Gang“ auf Steady.

Steady

Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.


Gib deinen Senf dazu!

  1. Sehr lecke­res und schnell zusam­men­ge­wor­fe­nes Rezept. Ich habe es noch um Möh­ren und Kohl ergänzt, weil die übrig waren und weg­muss­ten. Per­fek­te Resteverwertung 😊

  2. Hal­lo ihr beiden,
    das Nach­ko­chen die­ses Rezepts muss man ein­fach tei­len, denn es ist ein­fach mega! Super schnell, super lecker und vor allem mit Zuta­ten, die man eigent­lich immer zuhau­se hat. Ich habe noch etwas Pil­ze, Räu­cher­to­fu und Mun­gen­boh­nen­keim­lin­ge dazu­ge­tan. Ein­fach nur toll, wenn man ein Rezept nach­kocht und es so gut wird, dass es direkt zum Lieb­lings­es­sen wird – vie­len Dank!:) 

    PS: Ich freue mich schon so auf euer Weih­nachts­me­nü für 2022! 🙂 macht wei­ter so!

    1. Yeah, „Lieb­lings­es­sen“ – das freut uns sehr!

      Dan­ke dir für das Feed­back und das Weih­nachts­me­nü ist schon in Planung. 😉

      Lie­be Grüße
      Jörg

    1. Hi Kat­rin! Vie­len lie­ben Dank – der ist ein­fach nur gefree­stylt mit etwas Soja­sauce, roten Chi­lis und einem Schuss Essig. Wer mag, gibt noch einen Schuss Sesam­öl on top. ☺️

      Lie­be Grüße
      Nadine

      1. Das klingt sehr gut. Da wer­de ich dann auch etwas free­sty­len 😉. Danke.

      1. Hi Nadi­ne,

        das ist so lecker gewe­sen, dass mein Mann sofort mein­te, das kön­ne ger­ne öfters auf den Tisch kommen 😀
        Ich habe nur einen klei­nen Stan­dard­fun­dus, weil ich extrem oft neu­es aus­pro­bie­re u/o gegen die Ver­derb­lich­keit ankoche 😉
        Lie­be Grüße
        Sonja