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Capsule Wardrobe – unser minimalistischer Kleiderschrank

Ja, auch uns hat’s voll erwischt!

Klar, der Trend zum minimalistischen Kleiderschrank ist wirklich nicht mehr neu. Seit ein paar Jährchen schiebt sich der Trend nun schon durch’s Netz und durch die Schränke.

Das erste Mal habe ich bewusst davon gehört, als die Journalistin und Autorin Maike Winnemuth 2009 das Experiment gestartet hat, ein Jahr lang das gleiche blaue Kleid zu tragen.

Das erschien natürlich erstmal extrem, aber nach und nach fand ich die Idee richtig toll. Jeden Morgen ab in’s Lieblingsteil? Genial! (Auch wenn das bei mir mit Sicherheit kein Kleid wäre ?)

Was ist eine Capsule Wardrobe?

Das Prinzip ist ganz einfach: Bei der Capsule Wardrobe beschränkst du dich schlichtweg auf wenige Lieblingsteile und Basics, die sich untereinander möglichst gut kombinieren lassen –und das wiederum nach Saison. Das heißt Sommerklamotten haben zum Beispiel im Winter nichts im Schrank verloren und werden vorübergehend platzsparend und gut verstaut ausgelagert. Wir nutzen dafür zum Beispiel solche Kleiderboxen.

Meistens ist es doch sowieso schon so, dass man gewisse Pullis, Hemden und Hosen viel öfter trägt als andere. Die restliche Kleidung hängt oft einsam und verlassen im Schrank.

Mir ging es jedenfalls früher ständig so. Es gab Teile im Schrank, die ich bestimmt ein Jahr lang nicht getragen habe. Der richtige Zeitpunkt oder Anlass für dieses Teil kommt bestimmt noch, hab ich mir dann immer eingeredet! Ähhh, nein. Tut er nicht. Ganz bestimmt nicht.

Alles faule Ausreden und so wird der Schrank über die Jahre voller und voller. Und egal ob man ordentlich oder unordentlich ist – alleine das „managen“ eines großen Kleiderschranks nimmt viel Zeit in Anspruch.

Waschen, Bügeln, Sortieren, Aufräumen usw. Bei den endlosen Kombinationsmöglichkeiten der Kleider kann man morgens (oder für Streber: abends) schon mal ein Weilchen vor dem Kleiderschrank verbringen, uff. Vor allem Unentschlossene wie ich ?

Extrem war es bei mir oder Jörg nie, aber wir haben trotzdem gemerkt, dass sich das alte Sprichwort „weniger ist mehr“ im Kleiderschrank mehr als bewährt hat.

Was bringt mir ein minimalistischer Kleiderschrank?

Die gute Nachricht: eine reduzierte Garderobe bringt eigentlich nur Vorteile. Du brauchst wie gesagt viel weniger Platz, um die Klamotten zu lagern und findest alles schnell auf einen Blick.

Dann sparst du außerdem sehr viel Zeit. Angefangen beim Shoppen, über die Pflege der Kleidung bis hin zum morgendlichen Auswahlstress.

Und letztendlich spart man natürlich auch richtig viel Geld. Tschüss, neuester Trend, dich brauch ich nicht mehr!

Bei maximal 37 Kleidungsstücken, inklusive Schuhen (Empfehlung der Pros! Aber das schaffen wir auch noch nicht.) achtet man automatisch viel genauer darauf, was einem wirklich gefällt und auch steht. Beste Voraussetzungen, um seinem eigenen Stil den letzten Schliff zu verpassen ?

Oberstes Credo lautet: Qualität statt Quantität!

Also lieber mal in ein hochwertigeres, fair produziertes, nachhaltiges und zeitloses Kleidungsstück investieren, als den zehnten „ach so tollen“-Schnäppchen-Pulli mitnehmen, der irgendwie doch nicht so dolle sitzt und nach ein paar Mal tragen schön fusselt.

Die schlechte Nachricht: so ein minimalistischer Kleiderschrank funktioniert leider nicht von jetzt auf gleich. Ein bisschen Geduld und Organisation gehören dazu, um ans Ziel zu gelangen. Genau meine Stärken – nicht ?

Aber alles halb so wild – einfach loslegen. Es lohnt sich!

Und so geht’s

Auch wir sind immer noch nicht ganz am Ziel, lassen uns aber kräftig von Blogs wie unfancy (bei Caroline gibt’s sogar einen kostenlosen Planer) und Büchern von Marie Kondo inspirieren. Sehr zu empfehlen!

So haben wir unseren Kleiderschrank optimiert

  1.  Als erstes steht das große Ausmisten an. Nimm dir dafür am besten einen Tag Zeit und lass dich nicht stören. Dabei teilst du deine Klamotten in folgende Stapel: Altkleider, Secondhand (für Flohmarkt, Kleiderkreisel oder natürlich als Spende) und deine Lieblingsteile und Basics, die du behalten möchtest.
  2. Mache anschließend den Test und kombiniere die Teile deiner neuen Basis-Garderobe untereinander. Einfach ist es dabei bei neutralen Farben wie schwarz, grau, Naturtönen und weiß zu bleiben und auf wilde Muster und grelle Farben zu verzichten. Wem das zu langweilig ist, kann immer noch das ein oder andere wilde Lieblingsteil behalten oder mit Schmuck und Accessoires variieren. Aber ich garantiere dir: Es wird nicht langweilig! Haufenweise Inspirationen und Ideen für Outfits findest du zum Beispiel bei Pinterest.
  3. Jetzt kommt der schöne Teil. Nachdem der Kleiderschrank wunderbar entrümpelt ist, macht es richtig Spaß die Lieblingsteile locker und luftig in den Schrank zu hängen. Alles griffbereit, juhu!
  4. Wichtige Basics, die dir jetzt noch fehlen, können nach und nach ergänzt werden. Achte dabei unbedingt auf die Qualität und bestenfalls auch auf die Herstellung und Herkunft der Kleidung. Schöne und faire Kleidung findest du z. B. bei Avocadostore, Glore, Hess Natur, Noxout Clothing und vielen anderen Onlineshops.

Natürlich heißt das jetzt nicht, dass du nur noch in schwarz, weiß und grau herumrennen musst oder dass du den gesamten Inhalt deines Kleiderschranks wegschmeißen sollst!

Uns hat es nur unheimlich geholfen mehr Ordnung in den Alltag zu bringen. Wenn deine Basis-Garderobe also grün, rot oder lila ist: Go for it! Wir persönlich stehen einfach mehr auf schwarz und grau ?

Viel Spaß beim Ausmisten! Ich freue mich natürlich über Kommentare, wie es bei dir gelaufen ist oder was du von einer minimalistischeren Garderobe hältst ? ? ?

Seit 2005 glücklich vegan. Pinterest- und Grüne Smoothies-Addict. Kocht aus Leidenschaft. Grafikdesignerin @ kreativagentur wowitmoves

11 Kommentare

  1. Toll, dass ihr das Thema auch aufgreift. Ich beschäftige mich seit 2015 mit der Capsule Wardrobe und habe darüber auch das Bloggen angefangen (http://recklessly-restless.com/). Freue mich immer, wenn das Thema noch mehr Aufmerksamkeit bekommt, denn ich denke das ist der richtige Weg mit bewusstem Konsum trotzdem gut auszusehen!

    LG Anne

    Antworten
  2. Liebe Nadine, das ist ein spannende Herausforderung. Nachdem ich mir in 2016 vorgenommen hatte ein Jahr lang nicht zu shoppen und es am Ende sogar 14 Monate durchgehalten habe, könnte das mein nächstes Projekt werden. Mich würde interessieren auf wieviel Kleidungsstücke du reduziert hast und ob du Schuhe und Taschen dazuzählst. Liebe Grüße, Karin

    Antworten
    1. Hej Karin,

      wow, 14 Monate, super! ? ?? Bei uns ist das wie gesagt auch noch ein Optimierungsprozess, aber mittlerweile habe ich pro Saison (Sommer + Winter) inklusive Taschen und Schuhen etwa um die fünfzig Teile ?

      Viel Spaß beim Ausmisten & liebe Grüße
      Nadine

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  4. Ich bin auch dabei, alles auszumisten und nur noch fair produzierte Kleidung zu kaufen. Online gibt es wirklich einige Shops. Aber bei uns in der Schweiz hat es praktisch keine Läden, weilich kaufe lieber vor Ort als online ein. Momentan bleibt mir halt nichts anderes übrig. 🙂

    Antworten
    1. Hej Karin,

      ja, da wird es vor allem in kleineren Städten schwierig was vor Ort zu finden. Ich shoppe dann meistens bei Citytrips in Großstädten ? Wenn man nicht ständig shoppt, ist so ein Onlinekauf ja auch mal ok 😉

      Liebe Grüße
      Nadine

      Antworten
  5. Liebe Nadine,
    vielen Dank für deine Zeilen und den Schubser, den du mir dadurch gegeben hast. Nachdem ich im letzten Jahr schon einmal meinen Kleiderschrank ausgedünnt hatte, bemerkte ich in den letzten Monaten, dass ich immer noch zu viele Klamöttchen hatte und ich noch einiges aussortieren wollte.
    Als ich dann gestern auf eurem Blog stöberte und deinen Artikel las, entschied ich: Morgen ist es soweit.
    Und was soll ich sagen, es ist ein toller Anblick, so ein „cleaner Kleiderschrank“. Nur bei wenigen Teilen habe ich überlegt, ob oder ob nicht.
    Und… es hat echt Spaß gemacht!
    Sonnige sonntagliche Grüße
    Simone

    Antworten
    1. Liebe Simone,

      super, das freut mich total, dass ich nochmal einen kleinen Anstoß geben konnte! Ich fühle mich reduzierter Garderobe auch richtig befreit ☺️

      Liebst,
      Nadine

      Antworten
  6. Liebe Nadine,

    ich freue mich total, dass ihr das Thema „Minimalistischer Kleiderschrank“ hier aufgegriffen habt! Auch, wenn ihr recht habt und das schon eine Weile durch das Internet und die Bücherlandschaft geistert: Ich finde, das ist eine Bewegung, die absolut sinnhaft ist und freue mich, ebenfalls vor einigen Monaten darauf gestoßen zu sein – und dass es damals „Klick“ gemacht hat. 🙂

    Dass das Ganze ein Umstellungsprozess ist, der nicht von jetzt auf gleich gemacht ist, ist auch eine Sache, die mich manchmal etwas schlaucht: Man benötigt schon einige Geduld, bis man am Kleiderschrank mit lauter Lieblingsteilen angekommen ist. Aber dafür hat man es dann umso schöner, wenn diese Durststrecke erst einmal geschafft ist.

    Ich wünsche euch auf jeden Fall viel Spaß mit euren Lieblingskleidungsauswahl – und bin im Übrigen auch ganz der Grau-Blau-Türkis-Grün-Schwarz-Fan. 😉

    Liebe Grüße
    Jenni

    Antworten
    1. Liebe Jenni,

      danke dir! Ja, wir sind auch froh, dass wir es „gewagt“ haben – hinterher ist es so viel einfacher und schöner ☺️

      Liebst,
      Nadine

      Antworten

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