Blumenkohl-Schawarma mit Kichererbsen und grüner Tahinsauce

Blumenkohl-Schawarma mit Kichererbsen und grüner Tahinsauce
Direkt zum Rezept →

Veganes Schawarma, der Cousin des Döners aus der Levante-Küche, ist bei uns leider nicht so häufig zu bekommen. Ihr kennt die Lösung: Wir kochen selbst. Heute sehr gemüsig als Blumenkohl-Schawarma mit Kichererbsen.

Während der Döner wohl der Deutschen liebstes Fast Food ist, scheint das Pendant aus der Levante-Küche, bei uns eher unterrepräsentiert zu sein. Okay, eigentlich kann ich damit nur für Süddeutschland sprechen. Wie es anderswo aussieht, dürft ihr mir bitte sagen. Wo gibt’s gutes veganes Schawarma?

Was ist Schawarma und wo kommt es her?

Ganz vereinfacht gesagt ist Schawarma gegrilltes und dünn geschnittenes Fleisch, das mit diversen Zutaten verfeinert in Fladenbrot gewickelt wird. Wo und wann Schawarma seinen Ursprung hatte ist nicht ganz klar. Ähnlich wie das griechische Gyros ist die levantinische Zubereitung aber höchstwahrscheinlich ein Abkömmling des Döner Kebab. Hergeleitet wird der Name vom türkischen Wort çevirme, was so viel wie „drehen“ bedeutet. Zu guter Letzt noch unnützes, aber interessantes Food-Wissen: Libanesische Auswanderer haben Schawarma in den 1930er mit nach Mexiko genommen, wo sich die gefüllte Rolle zum Taco al Pastor weiterentwickelt hat und dort heute zu den beliebtesten Tacos überhaupt gehört.

Manchmal wird das Ganze auch in Pitataschen serviert. Wir haben etwas experimentiert und aus unserem Pizzateig wahnsinnig leckere Brottaschen gebacken, in Anlehnung zu den auf Social Media trendigen Panouzzos. Wenn euch das Rezept für die Brote interessiert, schreibt’s uns gerne in die Kommentare. Okay, jetzt wird aber losgekocht!

So wird unser Blumenkohl-Kichererbsen-Schawarma zubereitet

Wie oben beschrieben, besteht die Original-Füllung – eben ähnlich zum Döner – hauptsächlich aus dünn geschnittenem, gewürzten Fleisch, das vorher am heißen Spieß gegrillt wurde. Wir haben den Spieß umgedreht (uff, zwei Euro in die Wortwitzkasse), und verwenden in unserer Version einen Berg geröstetes Gemüse statt Fleisch(ersatz).

Als perfekte, cremige Unterlage für das Gemüse haben wir eine grüne Tahinsauce aus gerösteter Sesampaste, Knoblauch, Koriander, Petersilie und Zitronensaft gemixt. Geht superschnell, leuchtet schön und Saucenreste lassen sich auch noch super als Salatdressing oder für Ofenkartoffeln verwenden.

Zutaten für veganes Schawarma mit Blumenkohl und Kichererbsen

Was darf, kann, soll sonst noch rein?

Unser Blumenkohl-Schawarma haben wir zusätzlich mit fein geschnittenem, knackigem Eisbergsalat, rote Zwiebeln und salzig-sauer eingemachtem Gemüse bestückt. Ein Prise Sumach darf zum Schluss auch nicht fehlen. Falls ihr das Gewürz, das auch als Gerber-Sumach bekannt ist, bislang nicht kennt: Das ist ein sehr feines, rotes, säuerliches Gewürzpulver, das aus der roten Steinfrucht des Färberbaumes gewonnen wird. Mit Salz vermischt ist es beispielsweise auch ein beliebtes Tischgewürz und Sumach-Zwiebeln lieben wir zu ganzen vielen Rezepten.

Das leckere, leicht salzige Mischgemüse findet ihr in jedem gut sortierten türkischen Supermarkt. Und ja, das schmeckt ganz anders als in Deutschland bekannte, englische Pendant „Mixed Pickles“. Neben Karotten, Gurken und Pfefferoni finden sich beispielsweise auch eingelegtes Kraut und grüne (knackige!) Tomaten im Glas – super, super lecker. Müsst ihr probieren.

Große Fans sind wir auch von pink eingelegten roten Rüben, die häufig in der libanesischen Küche zu finden sind. Vielleicht kennt ihr sie von guten Falafel-Wraps. Mit viel Glück bekommt man auch diese im türkischen oder arabischen Laden, ansonsten sind sie auch super einfach selbst gemacht – ein Rezept dazu findet ihr in unserem Buch „Vegan grillen kann jeder.“ Die Grillsaison steht ja ohnehin vor der Tür und Ostern ist ja auch bald *wink wink*.

Und wem das alles noch nicht genug ist, kann auch seiner Fantasie freien Lauf lassen. Wer mag füllt auch mit Hummus, Gurken- und Tomatenstückchen oder sogar Pommes! Die sind sogar häufig ein Muss – da sagen wir das nächste Mal sicherlich nicht Nein. Man könnte unsere Ofenpommes auch einfach mit aufs Blech legen … die Idee lasse ich hier einfach mal liegen.

Am coolsten ist es übrigens, alle Zutaten auf den Tisch zu stellen und jeder befüllt seinen Wrap, wie er mag. Macht Spaß und alle sind happy!

Tipps und Tricks – Kann ich das Blumenkohl-Kichererbsen-Schawarma auch …

  • … mit einem anderen Brot zubereiten? Absolut! Ich habe oben ja bereits erwähnt, dass wir mit unserer Brottasche experimentiert haben. Am einfachsten verwendet ihr arabisches, dünnes Fladenbrot aus dem türkischen Supermarkt. Einfach kurz in einer Pfanne, dem Backofen oder Airfryer aufwärmen und alles darin einwickeln. Auch unsere selbst gemachten Pitataschen oder einfache Tortilla-Wraps aus dem normalen Supermarkt um die Ecke eignen sich prima.
  • … vorbereiten und noch mal aufwärmen? Die einzelnen Zutaten lassen sich alle prima vorbereiten. Das Gemüse könnt ihr dann einfach noch mal im Ofen oder Airfryer aufwärmen, euer Schawarma zusammenbauen und fertig! Im Ganzen gewickelt würde ich den Wrap allerdings nicht länger, als nötig herumliegen lassen, da sonst gerade der Salat und auch die Blumenkohlröschen durch die Saucen und Pickles matschig werden.
  • … mit einem anderen Gemüse oder Fleischersatz füllen? Aber klar. Ob mit geröstetem Brokkoli, Bohnen, (Räucher-)Tofu oder Seitan – wickelt ein, worauf ihr Lust habt. Wichtig ist nur, alles wirklich großzügig zu würzen. Wir haben einen gut sortierten Gewürzschrank und die Gewürzmischung aus Kreuzkümmel, Koriander, Paprikapulver, Kurkuma, Nelken, Kardamom, Muskat und Kümmel selbst gemacht, ihr könnt aber natürlich auch den praktischen Shortcut über ein fertiges Kebab- oder Schawarma-Gewürz nehmen.
Gerösteter Blumenkohl vom Blech

Portionen 4 Portionen

Blumenkohl-Schawarma mit Kichererbsen und grüner Tahinsauce

Vorbereitungszeit 10 Minuten
Zubereitungszeit 30 Minuten
Gesamtzeit 40 Minuten

Für die Gewürzmischung

Für das Gemüse

Für die grüne Tahinsauce

  • 15 g Petersilie
  • 15 g Koriander
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 5 EL Tahin
  • 1 TL Salz
  • 4 EL Zitronensaft
  • 2 EL Wasser

Außerdem

  • 1 rote Zwiebel
  • ½ Eisbergsalat
  • 4 arabische Fladenbrote oder Tortillawraps
  • 4 EL eingelegtes Gemüse
  • 2 TL Sumach

Für die Gewürzmischung

  • Alle Zutaten im Mörser fein mörsern. In einem dicht schließenden Glas lagern. (Oder siehe Tipp!)
    1 TL Kreuzkümmel, 1 TL Koriander, 2 TL Paprikapulver, ½ TL Kurkuma, 2 Nelken, ¼ TL Kardamom, ½ TL Kümmel, ½ TL Pfeffer, 2 TL Salz, ¼ TL Muskat

Für das geröstete Gemüse

  • Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
  • Blumenkohl in Röschen teilen und diese bei Bedarf in mundgerechte Stücke schneiden. Zusammen mit den Kichererbsen auf einem Backblech verteilen, 2–3 EL der Gewürzmischung, Olivenöl und die Hälfte vom Zitronensaft dazu geben und gut vermengen.
    750 g Blumenkohl, 225 g gekochte Kichererbsen, 2 EL Schawarma-Gewürzmischung, 4 EL Olivenöl, 1 Zitrone
  • 25–30 Minuten rösten, nach der Hälfte der Zeit wenden. Anschließend aus dem Ofen nehmen und den restlichen Zitronensaft darüber verteilen.

Für die grüne Tahinsauce

  • Während das Gemüse röstet, alle Zutaten für die Tahinsauce im Mixer oder mit dem Pürierstab fein pürieren. In ein sauberes Glas, eine Vorratsdose oder eine praktische Quetschflasche umfüllen und bis zur Verwendung im Kühlschrank lagern.
    15 g Petersilie, 15 g Koriander, 1 Zehe Knoblauch, 5 EL Tahin, 1 TL Salz, 4 EL Zitronensaft, 2 EL Wasser

Blumenkohl-Schawarma fertigstellen

  • Rote Zwiebel und Eissalat in Streifen schneiden, vermengen und mit etwas Salz abschmecken.
    1 rote Zwiebel, ½ Eisbergsalat
  • Brote kurz im Ofen aufwärmen. Mit etwas von der grünen Tahinsauce bestreichen, mit dem gerösteten Gemüse, Salat, eingelegtem Gemüse befüllen und mit Sumach toppen.
    4 arabische Fladenbrote, 4 EL eingelegtes Gemüse, 2 TL Sumach

Unsere Tipps

  • Wenn ihr nicht alle Gewürze dahabt oder euch die Herstellung zu aufwendig ist, könnt ihr selbstverständlich auch eine fertige Schawarma- oder Kebab-Gewürzmischung verwenden.
  • Die selbst gemachte Gewürzmischung wird am besten luftdicht verschlossen und dunkel gelagert.
  • Die Tahinsauce hält im Kühlschrank etwa 5–7 Tage, Reste lassen sich super als Basis für ein Salatdressing verwerten.

Blumenkohl-Schawarma mit Kichererbsen und grüner Tahinsauce

Unterstütze uns

Für diesen Post haben wir keinen Sponsoren. Aber auch du kannst uns unterstützen und uns dabei helfen, dieses kleine Business aus Herzblut und viel Liebe zum Essen am Laufen zu halten. Was sagst du? Hast du Lust auf viele weitere Küchenabenteuer mit uns? Dann komm in die „Sriracha-Gang“ auf Steady.

Steady

Seit 2005 aus ethischen Gründen glücklich vegan. Ist dem Backen von gutem Sauerteigbrot verfallen, würde für Kartoffeln ihr letztes Hemd geben und wird deshalb auch Mrs. Potato Head genannt. Träumt außerdem vom eigenen Permakulturgarten mit den Bremer Stadtmusikanten.


Gib deinen Senf dazu!

  1. Klar gibt’s Sandwiches mit Blumenkohlfüllung beim Libanesen oder der lokalen Falafelbraterei, es heißt dann aber glaube ich Makali. Eures sieht aber ganz besonders köstlich aus. Grüße aus Berlin

    1. Hi Yvonne,

      Makali ist, soweit wir wissen, der „Oberbegriff“ für frittiertes, verschiedenes Gemüse als Mezze. Klar, der Blumenkohl könnte auch als Teil davon durchgehen. Mit Schawarma kann man aber vermutlich etwas mehr anfangen, da es auch die Gewürze und die Form des Servierens und Essens beschreibt. 🙂

      Liebe Grüße
      Jörg

      1. Vielen lieben Dank, Nicole! Freut uns riesig – das Brotrezept folgt am Donnerstag! 😊

        Liebe Grüße
        Nadine