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Apfelliebe – Regionale Äpfel vom Bodensee

Apfelliebe – Regionale Äpfel vom Bodensee

Letz­te Woche durf­ten wir einen „Betriebs­aus­flug“ in Koope­ra­ti­on mit Rewe Regio­nal in Rich­tung Süden machen! Work-Life-Balan­ce nennt man das. Genau­er gesagt in das Kom­pe­tenz­zen­trum Obst­bau-Boden­see bei Ravens­burg, wo sich alles um des Deut­schen liebs­ten Obs­tes, den Apfel, dreht!

Bei unse­rer Vor­be­rei­tung auf den Besuch ist uns schon mal mit Schre­cken auf­ge­fal­len, wie wenig wir eigent­lich über den regio­na­len, hei­mi­schen Apfel­an­bau und über Äpfel gene­rell wis­sen! Jetzt mal abge­se­hen davon, dass er lecker ist.

Ich mei­ne: Wie gut kennst du dich denn mit dem guten alten Apfel aus? Bei unse­rem Plausch im Zuge der gro­ßen Apfel­kam­pa­gne von REWE mit einem wasch­ech­ten Pomo­lo­gen haben wir auf jeden Fall noch so eini­ge inter­es­san­te Din­ge über „Malus“ ler­nen dür­fen. Fast ein biss­chen wie bei Sen­dung mit der Maus!

Wir hat­ten Glück bei unse­rem Besuch und den per­fek­ten, leicht nebe­li­gen Herbst­mor­gen erwischt. Tau­nasse Äpfel und Wie­sen und Most­duft in der Luft! Wir haben ver­sucht die gan­ze Stim­mung in unse­rem klei­nen Video am Ende des Bei­trags fest­zu­hal­ten und sind schon gespannt, wie es dir gefällt.

Apfelliebe – Regionale Äpfel vom BodenseeApfelliebe – Regionale Äpfel vom Bodensee

Kleiner Ausflug in die Geschichte des Apfels

Kei­ne Angst, es wird nicht staub­tro­cken und ich fas­se mich kurz. Aber so ein paar Fak­ten zur Her­kunft möch­te ich dir ein­fach nicht vor­ent­hal­ten. Beim nächs­ten Apfel­ein­kauf kannst du dann ein­fach dei­ne Fami­ly mit dem neu­en Wis­sen beein­dru­cken, yay! Oder mal wie­der als Klug­schei­ßer gel­ten – je nachdem.

Hät­test du es gedacht: Der Apfel ist tat­säch­lich kein hei­mi­sches Gewächs. Ursprüng­lich stammt er aus Zen­tral­asi­en. Genau­er gesagt aus der Regi­on des heu­ti­gen Kasach­stans. Über alte Han­dels­stra­ßen gelang­te er schließ­lich in der Anti­ke nach Euro­pa, wo er von den Römern und Grie­chen kul­ti­viert wur­de. Mit den römi­schen Feld­zü­gen gelang­te er dann etwa 100 v. Chr. auch nach Mit­tel- und Nordeuropa.

Und heu­te ist er natür­lich aus unse­rer Küche nicht mehr weg­zu­den­ken. Stell‘ dir mal ein Leben ohne Apfel­ku­chen, Apfel­mus oder Apfel­saft vor? Uaaah, geht gar nicht!

Sortenvielfalt?

Welt­weit gibt es mehr als 30.000 ver­schie­de­ne Apfel­sor­ten und davon etwa 2.000 allein in Deutsch­land! Vie­le davon wach­sen auf Streu­obst­wie­sen, von denen sich gera­de in Baden-Würt­tem­berg die bedeu­tends­ten Bestän­de Euro­pas befin­den. Die Streu­obst­wie­sen spie­len für die Bio­di­ver­si­tät mit ihren vie­len ver­schie­de­nen Tier- und Pflan­zen­ar­ten in Deutsch­land eine wich­ti­ge Rol­le und sind mitt­ler­wei­le häu­fig geschützt.

Der regio­na­le Apfel­an­bau in der Boden­see­re­gi­on beschränkt sich heut­zu­ta­ge ledig­lich auf etwa 15–20 ver­schie­de­ne Sor­ten und mit der Zeit haben sich auch dabei nur ein paar bestimm­te Apfel­sor­ten am umkämpf­ten Markt durch­set­zen kön­nen. Dazu gehö­ren Sor­ten wie die alten Bekann­ten Gol­den Deli­cious, Elstar, Bos­kop und Jonagold.

Apfelliebe – Regionale Äpfel vom Bodensee

alte apfelsorten

So ein biss­chen herrscht ja, wenn man sich so umhört, die land­läu­fi­ge Mei­nung, dass alte Apfel­sor­ten nur auf Streu­obst­wie­sen zu fin­den sind und die­se sowie­so viel bes­ser und gesün­der als alle ande­ren Äpfel sind.

Tat­säch­lich sind aber bei­de Aus­sa­gen nicht per se rich­tig. Gän­gi­ge und belieb­te Sor­ten wie Bos­kop, Gol­den Deli­cious oder Cox Oran­ge sind alte Apfelsorten!

Ande­re der alten Sor­ten tref­fen häu­fig auch nicht den Geschmack der Mas­se. Dazu kommt, dass sich nicht alle alten Apfel­sor­ten für den Anbau im grö­ße­ren Stil eig­nen. Die Erwar­tun­gen von den Ver­brau­chern stei­gen eben auch immer wei­ter an. Der Apfel darf bit­te nicht zu klein, zu groß, zu blass oder zu ungleich­för­mig sein. Am bes­ten makel­los. Ist er es nicht, wird er nicht ver­kauft. So ein­fach ist das.

Das Tafel­ap­fel­ge­schäft, ob bio oder kon­ven­tio­nell, ist heut­zu­ta­ge knall­hart. EU-Qua­li­täts­nor­men müs­sen ein­ge­hal­ten wer­den und Ver­brau­cher­wün­sche berück­sich­tigt wer­den. Ein Apfel mit einer Durch­schnitts­grö­ße von 70–75 mm wird zum Bei­spiel am bes­ten bezahlt. Verrückt!

Wie soll da schon ein klei­ner, saue­rer und knub­be­li­ger Apfel mit Wurm­loch mit­hal­ten? Oder noch schlim­mer, ein Apfel mit Del­len oder nicht ganz makel­lo­ser Scha­le auf­grund von Frost und Hagel­schä­den? Wür­dest du ihn sofort ohne zu zögern in den Ein­kaufs­korb packen?

Gera­de in die­sem Jahr hat das Wet­ter dem regio­na­len Obst übel mit­ge­spielt und die Ern­te deut­lich gerin­ger aus­fal­len las­sen. Umso tol­ler fin­den wir es, dass sich Rewe Regio­nal dafür ein­setzt, auch nicht so ganz per­fek­te Exem­pla­re in die Läden und unter die Leu­te zu brin­gen. Im End­ef­fekt hängt aber alles an uns, mir und dir, dem Ver­brau­cher, ob wir auch mal zum Apfel mit Schön­heits­feh­ler grei­fen. Es sind doch schließ­lich die inne­ren Wer­te die zäh­len, oder? Geschmack, Frucht­fleisch und Genuss sind auch beim „del­li­gen“ Apfel gleich.

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Die ARbeit hinter dem Apfelanbau

Um die gro­ße Apfel­lust der Deut­schen (20−30 kg pro Kopf und pro Jahr) zu befrie­di­gen, wer­den die Früch­te heut­zu­ta­ge auf Plan­ta­gen im Spa­lier auf einer soge­nann­ten „schwach­wüch­si­gen Unter­la­ge“ kul­ti­viert. Die­se Unter­la­gen wer­den beim Ver­edeln ver­wen­det und bestehen aus dem Wur­zel­sys­tem einer Pflan­ze und einem Teil des Stam­mes. Die­se Bäu­me sind klei­ner als her­kömm­li­che Apfel­bäu­me und bie­ten von der Ern­te, der Pfle­ge bis hin zum Schutz vor Hagel durch Net­ze eini­ge Vor­tei­le für die Erzeuger.

Bei den heu­ti­gen Züch­tun­gen wer­den häu­fig alte und neue Sor­ten mit­ein­an­der gekreuzt, um das Bes­te aus allen Wel­ten zu ver­schmel­zen. Eine gewis­se Robust­heit, Far­ben- und For­men­viel­falt spie­len hier natür­lich eine wich­ti­ge Rol­le, um am Ende am Markt bestehen zu kön­nen. Von der Idee einer neu­en Sor­te bis hin zur Ein­füh­rung auf dem Markt ver­ge­hen schon mal locker 15 Jahre!

Jetzt mal Hand auf’s Herz. Wie vie­le der gän­gi­gen Sor­ten kannst du auf Anhieb unter­schei­den? Kei­ne Angst, die wenigs­ten kön­nen das heut­zu­ta­ge, sodass sogar die Prei­se im Laden dem­entspre­chend ver­ein­heit­licht wer­den muss­ten. Lose Äpfel haben immer den­sel­ben Kilo­preis. Ledig­lich Apfel­sor­ten wie das Mar­ke­ting­wun­der „Pink Lady“ kön­nen sich da ausnehmen.

Alle regio­na­len Äpfel vom Boden­see, ob im bio­lo­gi­schen oder kon­ven­tio­nel­len Anbau, wer­den heut­zu­ta­ge mit bio­tech­no­lo­gi­schen Metho­den vor Schäd­lin­gen geschützt. Das Auf­hän­gen von Phe­ro­mon­fal­len, der Ein­satz von Spo­ren­fal­len und das Mes­sen der Blatt­feuch­te hel­fen bei der Erstel­lung von soge­nann­ten Pro­gno­se­mo­del­len, die den Ein­satz von Pflan­zen­schutz­mit­teln auch beim kon­ven­tio­nel­len Anbau so gering wie mög­lich hal­ten sollen.

Gene­rell gilt: je gesün­der ein Apfel­baum und je mehr er im Gleich­ge­wicht ist, des­to mehr natür­li­che Abwehr­stof­fe bil­det er schon von Natur aus. Logisch, oder? Also im Prin­zip ganz ähn­lich wie bei unse­rem Immunsystem.

Die wich­ti­gen Aus­wahl­kri­te­ri­en wie der Geschmack, der Auf­wand beim Anbau und die Ertrags­men­ge spie­len jeden­falls eine rie­sen­gro­ße Rol­le. Und da ist wie­der mal nie­mand kri­ti­scher als der Ver­brau­cher selbst.

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An apple a day…

Das alte eng­li­sche Sprich­wort „An apple a day keeps the doc­tor away“ kennt ja jedes Kind. Und so ein Apfel hat es defi­ni­tiv in sich. Er ist voll­ge­packt mit vie­len ver­schie­de­nen lebens­wich­ti­gen Vit­ami­nen, Spu­ren­ele­men­ten, Mine­ral­stof­fen und Bal­last­stof­fen. Bis heu­te sind aber tat­säch­lich noch nicht ein­mal alle Inhalts­stof­fe erforscht!

Wich­tig ist auf jeden Fall, dass du Äpfel, wenn mög­lich vor dem Essen nicht schälst. 70 Pro­zent der wich­ti­gen Vit­ami­ne ste­cken näm­lich in der Scha­le oder direkt dar­un­ter. Und auch wenn die Mamas und Papas Äpfel immer ger­ne in mund­ge­rech­te Stü­cke schnit­zen und anschlie­ßend in die good old Tup­per­do­se packen, sind die Vit­ami­ne bis zum Ver­zehr schon ganz schön schlapp. Der Apfel hat mit sei­ner Scha­le schon so eine tol­le aus­ge­klü­gel­te Ver­pa­ckung, die muss nicht ersetzt werden!

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Apfelallergie

Von ein paar Freun­den und Bekann­ten weiß ich, dass sie auf man­che Äpfel all­er­gisch reagie­ren. Häu­fig wird das dann auf den Apfel im Super­markt gescho­ben, der wohl mal wie­der zu stark „gespritzt“ war. Doch auch kon­ven­tio­nel­le Äpfel aus dem regio­na­len Anbau in der Boden­see­re­gi­on sind heut­zu­ta­ge dank der oben genann­ten bio­tech­ni­schen Ver­fah­ren wenig bis gar nicht belastet.

Also was macht ihnen denn dann zu schaf­fen? Vom Exper­ten haben wir erfah­ren, dass 95 % aller Apfel­all­er­gi­ker auch Bir­ken­pol­len­all­er­gi­ker sind und eine Apfel­all­er­gie eine soge­nann­te Kreuz­all­er­gie ist. Wenn du also auf man­che Äpfel unver­träg­lich reagierst und oben­drein unter Heu­schnup­fen lei­dest, besteht hier höchst­wahr­schein­lich ein Zusammenhang.

Kei­ne Angst, auch für All­er­gi­ker gibt es noch Hoff­nung! Es gibt ver­schie­de­ne Sor­ten, die weni­ger All­er­ge­ne besit­zen als ande­re und häu­fig gut ver­tra­gen wer­den. Außer­dem konn­te beob­ach­tet wer­den, dass Äpfel im Herbst frisch vom Baum häu­fig bes­ser ver­tra­gen wer­den, als wenn Äpfel erst nach län­ge­rer Lage­rung zum Bei­spiel im Win­ter oder im Früh­jahr geges­sen wer­den. Denn Äpfel bau­en im All­ge­mei­nen bei län­ge­rer Lage­rung mehr All­er­ge­ne auf.

Ver­ant­wort­lich für die­se Unver­träg­lich­keit sind Pro­te­ine, wel­che übri­gens bau­gleich in Bir­ken­pol­len wie im Apfel sind. Die gute Nach­richt: in ver­ar­bei­te­ter Form wie Apfel­saft, Apfel­mus, Apfel­ku­chen oder eines gerie­be­nen Apfels spal­ten sich die­se Pro­te­ine auf und sind viel bes­ser verträglich!

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so lagerst du äpfel richtig

Die meis­ten Sor­ten über­le­ben heut­zu­ta­ge pro­blem­los 10–14 Tage bei Zim­mer­tem­pe­ra­tur, auch wenn ich sie per­sön­lich lie­ber im Kühl­schrank auf­be­wah­re. So ein gekühl­ter, kna­cki­ger Apfel schmeckt mir ein­fach am allerbesten.

Ach­te ledig­lich dar­auf Äpfel getrennt von ande­rem Obst und Gemü­se zu lagern, denn das natür­li­che Rei­fe­gas Ethy­len, das er ver­strömt, lässt alles ande­re schnel­ler rei­fen bezie­hungs­wei­se verderben.

Wenn sich ein Apfel übri­gens auf ein­mal „so komisch wach­sig“ anfühlt, hat das nichts mit einer unna­tür­li­chen Behand­lung oder Ähn­li­chem zu tun. Der Apfel bil­det nach län­ge­rer Lager­zeit einen natür­li­chen Ver­duns­tungs­schutz und die­ser lässt den Apfel „wach­sig“ wir­ken. Bit­te nicht weg­wer­fen! Wasche den Apfel ein­fach mit etwas war­men Was­ser ab und bei­ße herz­haft hinein!

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Das war natür­lich noch nicht alles! Nächs­te Woche folgt Hier ist noch ein lecke­res Rezept für eine herz­haf­te, herbst­li­che Galet­te mit Äpfeln.

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Werbung! Dieser Beitrag wurde von REWE Markt GmbH unterstützt. Gesponserte Beiträge helfen uns dabei, regelmäßig neue Rezepte für unsere Leser zu kreieren, Inhalte spiegeln aber immer unsere eigene Meinung wider. Danke, Rewe Regional und Danke, dass du Produkte und Marken unterstützt, die Eat this! supporten.

Seit 2005 aus ethischen Gründen glücklich vegan. Ist dem Backen von gutem Sauerteigbrot verfallen, würde für Kartoffeln ihr letztes Hemd geben und wird deshalb auch Mrs. Potato Head genannt. Träumt außerdem vom eigenen Permakulturgarten mit den Bremer Stadtmusikanten.

4 Kommentare

  1. Ein tol­ler Bericht.
    Das ist ja schön,wir woh­nen gegen­über vom Kom­pe­tenz­zen­trum Obstbau-Bodensee ?
    Hät­ten wir das gewußt,wären wir mal schnell über die Stra­ße gesprungen ?
    Vie­le Grü­ße ‚Andrea

    Antworten
    1. Hal­lo lie­be Andrea,

      oh … das wäre ja super­lus­tig gewesen ?

      Scha­de, aber ey … was habt ihr bit­te für eine genia­le Apfel­quel­le gegen­über. Wir sind schon ein wenig neidisch ?

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
  2. Ich lie­be Äpfel! Wir haben auch selbst eini­ge Apfel­bäu­me gepflanzt.
    Freue mich schon auf euer Rezept!
    LG Heike

    Antworten
    1. Hal­lo Heike!

      Oh toll, eige­ne Apfel­bäu­me sind ein Traum! Konn­tet ihr die­ses Jahr viel ern­ten oder hat euch auch der Frost im April zu schaf­fen gemacht? ?

      Lie­be Grüße
      Nadine

      Antworten

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