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10 Grilltipps für das vegane Barbecue

10 Grilltipps für das vegane Barbecue

Na, hast du die Grill­sai­son für die­ses Jahr schon ein­ge­läu­tet oder traust du dich noch nicht so recht ran an’s „Spiel mit dem Feu­er“? Oder bist du sogar so ein „har­ter Bro­cken“ und grillst das gan­ze Jahr durch? Soll es ja auch geben.

Wie auch immer du am Rost drauf bist, wir haben 10 Grill­tipps für das vega­ne Bar­be­cue für dich gesam­melt und sind uns sicher, dass da auch der ein oder ande­re Kniff für dich dabei ist.

No. 1: Den richtigen Grill kaufen

Holz, Gas oder Steckdose?

Schon bei der Fra­ge nach Holz‑, Gas- oder Elek­tro­grill geht es in man­chen nach­bar­schaft­li­chen Dis­kus­sio­nen um die sprich­wört­li­che (Soja)-Wurst.

Elek­tro­grills sind schnell auf­ge­baut, schnell grill­be­reit, nahe­zu rauch­frei und schnell wie­der abge­baut. So rich­tig pas­sio­nier­te Gril­ler bemän­geln aller­dings naserümpfend das feh­len­de Fee­ling – das „Feu­er machen“ gehört für vie­le zum Gril­len ein­fach dazu und Elek­tro­grills sind somit als Notlösung abgestempelt.

Gas­grills sind eben­falls schnell ein­satz­be­reit. Je nach Modell ist die Hit­ze­s­teue­rung auf Knopf­druck möglich und der ent­ste­hen­de Rauch hält sich auch bei gas­be­trie­be­nen Geräten ziem­lich in Gren­zen, wes­halb man auch Gas­grills in klei­ner und gro­ßer Aus­füh­rung häufig auf Bal­ko­nen von Miet­woh­nun­gen fin­det. Da man mit ech­tem Feu­er grillt, ste­hen Gas­gril­ler im Anse­hen der Nach­bar­schaft außer­dem defi­ni­tiv über dem Elek­tro­gril­ler. Ist ja schon­mal was.

Mit Gas zu gril­len ist aber nicht nur kom­for­ta­bel. Abge­se­hen davon, dass man den Platz und den Mut besit­zen muss, um Gas­fla­schen in der Woh­nung oder irgend­wo in Haus­nä­he zu lagern, sind Gas­grills auf­grund der ver­bau­ten Tech­nik störungsanfällig und in der Regel auf­wen­dig in der Reinigung.

Das höchste Anse­hen in der Nach­bar­schaft genießt der Holz­koh­le­gril­ler. Als Herr­scher über das Feu­er fühlt er sich dem Gas- und Elek­tro­gril­ler gegenüber überlegen – zumin­dest, solan­ge er nicht ver­se­hent­lich den erst frisch gepflanz­ten Buchs­baum des Elek­tro­gril­lers in Brand steckt.

Holz­koh­le­grills sind ein­fach irgend­wie tra­di­tio­nell und für man­che muss es beim Grill­ge­la­ge ein­fach ein biss­chen rau­chen und qual­men. Ein erfolg­rei­ches Bar­be­cue erkennt man am Räucherduft des Grill­meis­ters, den er als Tro­phäe auch noch Tage spä­ter mit sich herumträgt.

Im Ernst: Gril­len geht für die meis­ten mit der Zere­mo­nie des Anzündens ein­her. Mit dem Duft glühender Holz­koh­len und selbstverständlich mit dem typi­schen Geschmack – und da machen wir als Vega­ner kei­ne Ausnahme.

Obwohl das Holz­koh­le­gril­len auch mit dem meis­ten Auf­wand ver­bun­den ist, ste­hen wir ein­fach auf das Gril­len über offe­nem Feu­er, auf das Gefühl des Ursprünglichen und eben auf das gan­ze „Drum­her­um“ und wir könnten uns vor­stel­len, dass es dir da ähnlich geht.

Weber Master-Touch GBS

Kugel, Säule oder Flachgrill?

Hast du dich nun dazu ent­schlos­sen, dem elitären Kreis der Holz­koh­le­gril­ler bei­zu­tre­ten, stehst du schon vor der nächsten Hürde.

Wel­chen Grill­typ soll­te man sich zule­gen? Ist die Aus­ga­be für einen teu­ren Kugel­grill wirk­lich not­wen­dig oder tut es nicht auch ein günstiger Flach­grill? Möglicherweise noch ein klapp­ba­rer? Der ist doch prak­tisch! Und was hat es überhaupt mit den kamin­ar­ti­gen Säulengrills auf sich?

In ers­ter Linie ist die Ent­schei­dung eine Fra­ge des Ein­satz­zwecks und des Bud­gets. Selbstverständlich ist ein klei­ner, günstiger Flach­grill die prak­tischs­te Lösung, wenn man ohne viel Auf­wand ein paar Klei­nig­kei­ten am Bag­ger­see gril­len möchte.

Geht es aber um die Grill­par­ty zu Hau­se, bist du mit schwe­re­rem Gerät gut beraten.
Säulengrills soll­ten in der Theo­rie auf­grund ihrer Kon­struk­ti­on schnel­ler ein­satz­be­reit sein, da die Zuluft durch den namens­ge­ben­den Säulenkamin die Koh­le schnel­ler auf Tem­pe­ra­tur bringt.

In der Pra­xis – und nach der Lektüre unse­rer Tipps – wer­den Holz­koh­le oder Bri­ketts für sämtliche Grill­ty­pen jedoch meist in einem spe­zi­el­len Anzündkamin ent­facht und somit entfällt die­ser Vor­teil. Zudem ist es etwas schwie­ri­ger, auf dem Säulengrill ver­schie­de­ne Grill­zo­nen zu rea­li­sie­ren (mehr dazu in unse­rem Buch Vegan gril­len kann jeder) und lei­der ver­misst man bei vie­len Säulenmodellen auch den Deckel, der für eini­ge Zube­rei­tungs­ar­ten wich­tig ist.

Der Kugel­grill stellt den per­fek­ten All­roun­der dar. Direk­te und indi­rek­te Gar­zo­nen sind
ein­fach zu rea­li­sie­ren, der Deckel ist per Defi­ni­ti­on auch dabei (sonst wäre es ja kei­ne Kugel) und die tem­pe­ra­tur­steu­ern­de Zu- und Abluft ist eben­falls kin­der­leicht zu regeln.

Tief in die Tasche grei­fen musst du jedoch auch bei Kugel­grills nicht. Gute Ein­stei­ger­mo­del­le mit einem Durch­mes­ser von 47 cm gibt es ab etwa 130 €.

Schlussendlich geht es dann doch um die Größe?

Während es zu zweit noch mach­bar ist, mit einem kom­pak­ten Pick­nick­grill mit einem Durch­mes­ser von unter 30 cm satt zu wer­den, macht das Gril­len erst rich­tig Spaß, wenn man mehr Platz auf dem Rost zur Verfügung hat – vor allem, wenn meh­re­re hung­ri­ge Mäuler zu stop­fen sind.

Durch das „Mehr“ an Frei­raum ergibt sich die Möglichkeit, meh­re­re Tem­pe­ra­tur­zo­nen ein­zu­rich­ten, Gerich­te mit ver­schie­de­nen Gar­zei­ten zu gril­len oder eben das fer­ti­ge Grill­gut warmzuhalten.

Nicht nur für gro­ße Grill­par­tys und Fami­li­en sind des­halb Kugel­grills mit einem Durch­mes­ser von 57 cm empfehlenswert.

Wir gril­len übri­gens auf einem Weber Mas­ter-Touch GBS.

No. 2: Mit was man am besten Feuer macht

Obwohl es natürlich abso­lut möglich ist, wer­den die wenigs­ten Hob­by­gril­ler ihren Grill mit selbst geschla­ge­nem oder gekauf­tem Holz befeu­ern, son­dern zu Holz­koh­le oder Bri­ketts grei­fen, die jähr­lich ab März in jedem Bau­markt auf den bes­ten Akti­ons­flä­chen ste­hen. So wer­den Grill­be­geis­ter­te ange­lockt wie klei­ne Kin­der von den Süßigkeiten an der Supermarktkasse.

Aber was soll­te man denn nun kau­fen und bei wel­chen Ange­bo­ten soll­te man zuschlagen?

Grillkohle oder Briketts

Kurz gesagt brennt Holz­koh­le im Regel­fall hei­ßer, mit Bri­ketts oder „Brek­kies“ kann man die Grill­par­ty aller­dings auch bis spät in die Nacht aus­deh­nen – die Din­ger bren­nen ein­fach länger.

Ach­te bei Holz­koh­le und Bri­ketts dar­auf, dass die Stü­cke mög­lichst groß und gleich­för­mig sind, so ver­mei­dest du star­ke Rauch­ent­wick­lung durch Staub.

No. 3: Wie man den Grill richtig und sicher anzünden

Nimm dir als Ers­tes die Fla­sche Spi­ri­tus … und stel­le sie ganz weit weg vom Grill. Flüssige Anzünder haben am Grill nichts ver­lo­ren, sind gefährlich und schme­cken nicht.

Es gibt genügend ungefährliche und umweltverträgliche Alter­na­ti­ven im Han­del, wobei wir die ein­fa­chen, rauchar­men Bioanzünder aus Holz­wol­le den Parafinwürfeln vorziehen.
Wer etwas expe­ri­men­tier­freu­di­ger ist, fin­det in den Grill­ab­tei­lun­gen auch Anzündsprays, Gas­bren­ner oder Anzündföhns, wobei Letz­te­re durch den star­ken Fun­ken­flug nicht unbe­dingt in unmit­tel­ba­rer Nähe der Gartenhütte aus Holz zum Ein­satz kom­men soll­te. Es sei denn, die­se soll­te ohne­hin abge­ris­sen werden.

No. 4: Beim Feuer anzünden keinen Ärger bekommen

In Deutsch­land, dem Grill­welt­meis­ter­land, darf grundsätzlich sogar auf dem kleins­ten Bal­kon gegrillt wer­den. Aller­dings exis­tiert auch kein „Recht aufs Bar­be­cue“ und so können miet­ver­trag­li­che Rege­lun­gen das Grillvergnügen verbieten.

Ist der Ver­mie­ter selbst grill­be­geis­tert und ver­bie­tet das Gril­len nicht grundsätzlich, ist das noch kein Frei­fahrt­schein für stun­den­lan­ge Räucherorgien auf dem Balkon.

Denn auch wenn der Nach­bar im Geschoss über dir beim letz­ten gemein­sa­men Essen den köstlichen, selbst geräucherten Tofu gelobt hat, wird er sich ver­mut­lich nicht über Hick­ory-Qualm in sei­ner Woh­nung freu­en, der von dei­nem Bal­kon in sein Wohn­zim­mer­fens­ter zieht.

In sol­chen Fällen hat der Grill­spaß schnell ein Ende und lan­det – bei feh­len­der Ein­sicht der gril­len­den Par­tei – auch schon mal vor Gericht. Übrigens besteht das Ver­bots­ri­si­ko auch, wenn man es mit der Rauch­ent­wick­lung im Gar­ten des Mehr­fa­mi­li­en­hau­ses oder gar auf dem eige­nen Grundstück übertreibt.

Auch wenn es grundsätzlich möglich ist, auch mit Holz­koh­le rela­tiv rauch­arm zu gril­len, emp­fiehlt es sich vor allem für Bal­kon­gril­ler, auf die bereits erwähnten Elek­tro- oder Gas­grills aus­zu­wei­chen. Außer­dem ist es eine gute Idee, den Nach­barn vom Grill­vor­ha­ben in Kennt­nis zu set­zen, denn in jedem Fall gilt: Rücksichtnahme und eine freund­li­che Essens­ein­la­dung bewahrt das gute, nach­bar­schaft­li­che Verhältnis in den meis­ten Fällen am besten.

No. 5: Das richtige Zubehör besorgen

Warum du dir einen Anzündkamin kaufen solltest

Der Holz­koh­le­gril­ler mag sich dem Gas- und Elek­tro­gril­ler überlegen fühlen. Und doch schielt jeder Bri­kett­meis­ter nei­disch auf den Nach­barn, der spon­tan und auf Knopf­druck mit dem Bar­be­cue begin­nen kann.

Glücklicherweise kann das Anzünden der Koh­len mit­hil­fe des schon erwähn­ten Anzündkamins beschleu­nigt wer­den. Anstatt das Brenn­ma­te­ri­al mühsam im Grill selbst zu entzünden, wer­den im Anzündkamin Koh­len oder Bri­ketts kon­zen­triert übereinandergestapelt und von unten ent­facht. Die durch den Kamin strömende Luft hilft dabei, die Koh­len oder Bri­ketts schnell und gleichmäßig zu entzünden.

Je nach Brenn­ma­te­ri­al sind die Koh­len nach 20–40 Minu­ten gleichmäßig mit einer wei­ßen Asche­schicht bedeckt und somit „ein­satz­be­reit“.

Geröstete Babykarotten mit fruchtigem Zitronenöl

Zange, Wender und Spieß

Du hast nun also einen Grill mit einem Durch­mes­ser von 57 cm. Und zumin­dest in der Umge­bung die­ses hal­ben Meters, der direkt beheizt wird, herr­schen am Rost Tem­pe­ra­tu­ren von etwa 300 °C.

Da es auch auf der übrigen Fläche recht, sagen wir mal „warm“ wird, steht schnell fest, dass zu kur­ze Zan­gen und Wen­der nur zu einem gut sind, nämlich, um sich am Rücken zu krat­zen, ohne sich total ver­ren­ken zu müssen.

Grill­zan­ge und ‑wen­der soll­ten des­halb eine Länge von etwa 40 cm haben und am bes­ten aus Edel­stahl gefer­tigt sein.

Und auch Grill­spie­ße haben ein wenig Auf­merk­sam­keit verdient.

Ob es nun Holz- oder Metall­spie­ße sind: Etwas Sub­stanz soll­ten sie schon haben. Die ver­gleichs­wei­se dün­nen Schasch­lik­spie­ße, die du ganz hin­ten in der Besteck­schub­la­de lie­gen hast, funk­tio­nie­ren höchs­tens als Notlösung.

Wir emp­feh­len dir außer­dem, fla­che oder zumin­dest ecki­ge Spie­ße zu ver­wen­den, so dreht sich das Grill­gut beim Wen­den des Spie­ßes nicht mit.

Abgefahrene Specials

Ob Piz­zas­tein, guss­ei­ser­ne Pfan­nen, Plat­ten oder Grill­ros­te oder sogar ein guss­ei­ser­ner Dut­ch Oven – auf dem Grill kann man so viel mehr machen, als nur „Seit­an­steak auf den Grill, 2x wen­den, fer­tig“. Nichts gegen Seit­an­steaks, aber trau‘ dich was.

Rezept­ideen zu Pizz­stein und Dut­ch Oven fin­dest du in unse­rem Grill­buch.

No. 6: Am Grill geduldig sein

Auch wenn wir volls­tes Verständnis dafür haben, dass es schwie­rig ist, nach dem Anzünden der Koh­len noch länger war­ten zu müssen, bis der ers­te Spieß auf dem Grill lan­det, soll­test du auch dem Grill­rost etwas Zeit geben, sich auf­zu­hei­zen. Vor allem, wenn du auf Grill­strei­fen stehst.

Am ein­fachs­ten geht das mit­hil­fe eines Deckels, der die Hit­ze im Inne­ren des Grills hält und so nahe am Grillrost.

Noch wich­ti­ger ist die­ses Prin­zip für bestimm­tes Zubehör. Wie schon beschrie­ben, muss ein Piz­zas­tein für einen kros­sen Piz­zabo­den zwin­gend auf­ge­heizt wer­den. Du soll­test ihm min­des­tens 20 ungestörte Minu­ten im geschlos­se­nen Grill gönnen.

Guss­ei­ser­ne Ros­te oder Grill­plat­ten spei­chern Hit­ze beson­ders gut. Das bedeu­tet aber auch, dass sie eben­falls etwas Zeit zum Auf­hei­zen benötigen. 10 Minu­ten mit geschlos­se­nem Deckel rei­chen bei hoher Hit­ze aus.

No. 7: Die Hitze im Grill richtig steuern

Koh­len anzünden, in den Grill kip­pen, Grill­gut drauf, fertig.

Rich­tig? Nein. Falsch! Voll­kom­men falsch! Und wenn wir schon dabei sind, Lebenslügen auf­zu­de­cken: den Weih­nachts­mann gibt es übrigens auch nicht.

Bevor du das Grill­gut auf den Rost legst, stehst du erst mal vor der Her­aus­for­de­rung, die Glut am Leben zu erhal­ten und den Grill auf eine Tem­pe­ra­tur zu brin­gen, über der sich Gemüsespieße und Tofu überhaupt garen lassen.

Bei simp­len Flach­grills ste­hen dir in der Regel nur weni­ge Optio­nen und Werk­zeu­ge zur Verfügung. Haupt­sa­che, es kommt genügend Sauer­stoff an die Koh­len. Im Extrem­fall heißt das: Vor­sich­tig pus­ten, um anzu­hei­zen und Koh­len redu­zie­ren, um den Grill etwas abzukühlen. Die ent­fern­ten hei­ßen Koh­len aber bit­te in einem wei­te­ren feu­er­fes­ten Gefäß lagern, so können sie bei Bedarf auch wie­der nach­ge­legt werden.

Säulen- und Kugel­grills verfügen meist über etwas aus­ge­feil­te­re Möglichkeiten zur Luft­zu­fuhr. Unten befin­det sich die Luft­zu­fuhr, die meist durch einen Dreh­me­cha­nis­mus gere­gelt wer­den kann. Bei Model­len mit Deckel fin­dest du dort die regel­ba­re Abluft. Im Grun­de gilt, je mehr Luft durch den Grill strömt, des­to hei­ßer wird der Grill.

Weber Thermometer

Das Ther­mo­me­ter im Deckel zeigt natürlich nur die Hit­ze im gesam­ten Grill­raum an, auf die Tem­pe­ra­tur direkt über dem Rost kann man dann nur durch Erfah­rung oder über das Erfühlen schlie­ßen. Das klingt schmerz­haft, ist es aber nicht – kei­ne Sorge.

Hal­te dei­ne Hand etwa 10 cm über den Rost und begin­ne zu zählen. Hast du ein funk­tio­nie­ren­des Schmerz­emp­fin­den (und das ist zu hof­fen), wirst du dei­ne Fin­ger nach einer gewis­sen Zeit instink­tiv zurückziehen. Die Sekun­den (ja, es soll­te sich nur um Sekun­den han­deln), die du abgezählt hast, las­sen Rückschlüsse auf die ungefähre Tem­pe­ra­tur zu.

Ziehst du dei­ne Hand schon nach 1–2 Sekun­den zurück, sind etwa 300 °C oder darüber auf dem Rost erreicht.

Ruft der Instinkt nach etwa 5–7 Sekun­den nach Hil­fe, sind es etwa 100 °C weni­ger, kannst du dei­ne Hand über 10 Sekun­den über dem Rost hal­ten, grillst du mit einer nied­ri­gen Tem­pe­ra­tur von etwa 120–130 °C.

No. 8: Sich mit Grillmethoden auskennen

Direkt gril­len. Indi­rekt gril­len. Kei­ne Ahnung, um was es geht?

Direkt gril­len bedeu­tet ein­fach, das Grill­gut direkt über die glü­hen­den Koh­len zu legen und den rich­ti­gen Moment zwi­schen lau­warm und voll­kom­men ver­kohlt abzu­pas­sen, um es wie­der her­un­ter zu neh­men und per­fekt gegart zu servieren.

Da steckt nicht viel Fines­se dahin­ter und nicht jedes Gericht lässt sich über maxi­ma­ler Hit­ze zube­rei­ten, wes­halb du – sofern mög­lich – auch indi­rek­te Zonen im Grill ein­rich­ten solltest.

Das bedeu­tet, dass du die Koh­le zum Bei­spiel nur in eine Hälf­te des Grills schüt­test. Die ande­re Hälf­te ist nun die indi­rek­te Grill­zo­ne, über der du nun lang­sam schmo­ren oder schlicht warm­hal­ten kannst. Dabei macht es sich bezahlt, einen guten Grill mit Deckel gekauft zu haben.

No. 9: Was man als Veganer überhaupt grillen kann

Die Fra­ge ist eigent­lich klar und schnell beant­wor­tet: Gemü­se, Tofu, Seit­an, Tem­peh, und so weiter.

Trotz­dem ist es mit „auf den Rost wer­fen und war­ten“ nicht ganz getan.

Was man als Veganer grillen kann

Zuc­chi­ni und Auber­gi­ne soll­test du bei­spiels­wei­se vor dem Mari­nie­ren hal­bie­ren, gut sal­zen und eini­ge Minu­ten ste­hen las­sen. Das zieht die über­schüs­si­ge Feuch­tig­keit aus dem Gemü­se und so kann es die Mari­na­de bes­ser anneh­men. Vor dem Mari­nie­ren wird das über­schüs­si­ge Salz natür­lich abge­spült und das Gemü­se gut abgetrocknet.

Ande­re Gemü­se­sor­ten wie Brok­ko­li und Blu­men­kohl wer­den blan­chiert, Karot­ten sogar ganz gegart, bevor sie mari­niert wer­den und auf dem Grill landen.

Tofu soll­te vor dem Gril­len immer gut aus­ge­presst wer­den und beim Gril­len soll­test du nicht mit Öl spa­ren, um zu ver­hin­dern, dass er am Rost fest­klebt. Außer­dem soll­test du ihm aus­rei­chend lan­ge Zeit in der Mari­na­de geben.

Ähn­li­ches gilt natür­lich auch für Tem­peh und Seitan.

No. 10: Wie man den Grill sauber hält

Lass uns zuerst mal ein sich hartnäckig hal­ten­des Gerücht aus der Welt schaf­fen: Nein, am Rost ange­ba­cke­ne Res­te der letz­ten fünf Grill­sai­sons tra­gen nicht zum Geschmack des Grill­guts bei!

Mit altem Fett, Grill­res­ten und Staub ver­kleb­te Grill­ros­te zau­bern auch kei­ne dekorativen
Grill­mus­ter mehr auf Seit­an­steaks und Gemüsebratlinge.

Wenn man sich also schon nicht aus hygie­ni­schen Gründen mit der – zuge­ge­ben ner­vi­gen – Rei­ni­gung aus­ein­an­der­set­zen möchte, dann doch wenigs­tens um der Grill­strei­fen wil­len. Das Auge isst schließ­lich mit.

Einen Grill­rost rei­nigt man am bes­ten im hei­ßen Zustand. Auch wenn sich die Putz­ak­ti­on des­halb natürlich auch nach dem Bar­be­cue anbie­tet, kann die­ser Schritt auch vor dem Auf­le­gen des Grill­guts während der Auf­heiz­pha­se pas­sie­ren. Tatsächlich emp­feh­len wir sogar bei­des. Nach dem Gril­len wird vor­ge­r­ei­nigt, vor der nächsten Ses­si­on wird blank geputzt.

Der Rost wird dazu stark erhitzt und mit einer aus­rei­chend lan­gen Drahtbürste für die Grill­rei­ni­gung mit etwas Schma­ckes abgebürstet, bis die Metallstäbe wie­der etwas von ihrem alten Glanz zurückbekommen haben. Anschlie­ßend drehst du den Rost, wenn möglich, um und ent­fernst auch die her­un­ter­ge­tropf­ten Res­te auf der Unter­sei­te. Der Grill­rost wird wie­der in die rich­ti­ge Posi­ti­on gedreht und mit einem mit Essig oder Essig­es­senz getränkten Tuch abge­wischt. Sau­be­re und fein abge­brann­te Asche
aus dem Grill kannst du zusätzlich als „Schmir­gel­hil­fe“ benutzen.

Nimm für die End­rei­ni­gung mit dem Tuch aber auf jeden Fall die Grill­zan­ge zu Hil­fe, andern­falls kann es schmerz­haft wer­den und die Grill­par­ty ist früher zu Ende, als eigent­lich geplant war.

Soll­te der Rost doch mal etwas mehr Schmutz abbe­kom­men haben, der sich auch durch kräftiges Schrub­ben nicht lösen lässt, wickelst du ihn in ein paar vor­her ange­feuch­te­te Bögen Zei­tungs­pa­pier ein (viel­leicht lie­gen ohne­hin noch wel­che vom Anzünden her­um) und lässt ihn über Nacht lie­gen. Beim nächsten Gril­len las­sen sich die von der Feuch­tig­keit angelösten hartnäckigen Ver­schmut­zun­gen so viel ein­fa­cher ent­fer­nen. Che­mi­sche Rei­ni­ger braucht es übrigens defi­ni­tiv nicht.

Noch mehr Tipps zur Aus­wahl des rich­ti­gen Grills, zur per­fek­ten Koh­len­an­ord­nung im Grill und zu den ver­schie­de­nen Grill­me­tho­den fin­dest du in unse­rem Buch Vegan gril­len kann jeder.

Vegan seit zwanzig-null-sechs. Liebt es, zu kochen, guten Kaffee, Chilis in allen Formen und Farben, Kameras und Objektive – hofft dabei, dass er das ganze Zeug auch zumindest einigermaßen angemessen bedienen kann –, hat nie genügend Messer, sitzt gerne auf dem Mountainbike und hört dabei Metal.

12 Kommentare

  1. „ Ruft der Instinkt nach etwa 5–7 Sekun­den nach Hil­fe, sind es etwa 100 °C weni­ger, kannst du dei­ne Hand über 10 Sekun­den über dem Rost hal­ten, grillst du mit einer nied­ri­gen Tem­pe­ra­tur von etwa 120–130 °C.“

    Den­ke mal, dass die 5–7 Sekun­den sich auf 200 °C beziehen. 😋

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    1. Wer lesen kann ist klar im Vor­teil… habe das „weni­ger“ überlesen… 🙄

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  2. Hey. Super Blog ! Und das The­ma ist genau pas­send für die jet­zi­ge Jah­res­zeit. Ich hät­te noch fol­gen­de Idee.
    Tofu indi­rekt gril­len, auf einer „Plank“. Rauch und Holz Geschmack gehen in dem Tofu über. Neben dran evtl. noch etwas Rosmarin.

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  3. Die Grill­sai­son ist da! Ich freue mich ultra dar­auf den BBQ anzu­schmei­ßen! Bin des­halb auf der Suche nach vega­nen Rezep­ten um mei­ne Samm­lung zu erweitern. 😉

    Tol­ler Artikel 😉

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  4. Hal­lo,
    ich fin­de es sehr gut, dass ihr auf nach­hal­ti­ge Grill­koh­le ach­tet. Nach­dem ich die Doku „Das schmut­zi­ge Geschäft mit der Grill­koh­le“ gese­hen habe, woll­te ich fra­gen, ob ihr viel­leicht schon ein­mal Mais­koh­le aus­pro­biert habt und eure Erfah­run­gen tei­len würdet?
    Vie­len Dank und lie­be Grüße
    Emma

    Antworten
    1. Hal­lo lie­be Emma,

      wir haben Mais­koh­le von Mais­ter aus­pro­biert und waren eigent­lich ziem­lich ange­tan (wobei uns das alte Design bes­ser gefal­len hat). Die Kol­ben bren­nen aller­dings nicht so lan­ge, wie Bri­ketts, da soll­te man drauf achten. 

      Lie­be Grüße
      Jörg

      Antworten
  5. Hal­lo,
    ich hät­te eine kur­ze Fra­ge und zwar ihr habt ja jetzt auch ein Koch­buch zum Gril­len auf Eng­lisch her­aus­ge­bracht. Ist das die eng­li­sche Über­set­zung vom deut­schen Koch­buch oder sind die Rezep­te auch anders?
    Das deut­sche ist näm­lich super cool und wenn ihr ein 2tes Grill­buch habt würd ich nicht zögern und mir das gleich bestellen. 🙂
    Lie­be Grü­ße Kathi

    Antworten
    1. Hal­lo lie­be Kathi,

      oh, klas­se, dass sogar Inter­es­se an einem zwei­ten Grill­buch bestehen wür­de. Aber lei­der muss ich dich „ent­täu­schen“: Sowohl Vegan BBQ, als auch VBQ sind die eng­li­schen Über­set­zun­gen (UK und USA) von Vegan gril­len kann jeder 🙂

      Lie­be Grü­ße und vie­len lie­ben Dank
      Jörg

      Antworten
  6. Hi Jörg,

    ich fin­de den Arti­kel auch sehr gelun­gen. Ich glau­be vie­le Vega­ner wis­sen nicht, wel­che Mög­lich­kei­ten sie beim Gril­len haben.

    Mit freund­li­chen Grüßen,
    Philipp

    Antworten
    1. Vie­len Dank Philipp!

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  7. Und wer jetzt noch nicht weiß, wie vega­nes gril­len umzu­set­zen ist, ließt noch­mal von vorne!
    Tol­ler und sehr aus­führ­li­cher Arti­kel. Noch ein paar Rezep­te-Tipps (außer das Buch natür­lich) wären perfekt 😀
    Dan­ke für das Enga­ge­ment. Ich fin­de wich­tig: Die Zeit beim gril­len mit net­ten Men­schen ver­brin­gen. Dann ist es auch egal bzw. nicht so wich­tig, was da an Grill und Aus­tat­tung jett rumsteht 😉

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    1. Naja, Grill­re­zep­te gibt es ja bereits hier auf dem Blog. Ganz frisch: Die gegrill­ten Zuc­chi­ni­päck­chen mit Din­kel­hack-Fül­lung aus dem Buch. Aber auch unser Port­o­bel­lo-Pani­ni mit grü­nem Erb­sen­pes­to lässt sich super auf dem Holz­koh­le­grill zubereiten ?

      Aber es wer­den auch noch wei­te­re Grill­re­zep­te hier auf dem Blog fol­gen – kei­ne Sorge ?

      Du hast natür­lich recht: Die rich­ti­ge Gesell­schaft ist die hal­be Mie­te (wobei man auch super für sich selbst gril­len kann – ist fast schon medi­ta­tiv), aller­dings geht es im Bei­trag ja um das hand­werk­li­che und prak­ti­sche und so natür­lich auch um die Aus­stat­tung. Mit einem klei­nen Pick­nick­grill bekommt man eben kei­ne gro­ße Meu­te satt ?

      Antworten

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