Dinner Time

Glutenfreie Pizza-Tortilla

Glutenfreie Pizza mit Kartoffel-Crust

Da Nadine sich nach der Lektüre des Buches „Dumm wie Brot: Wie Weizen schleichend Ihr Gehirn zerstört“ (was für ein reißerischer Titel haha – eine Reduktion von glutenhaltigen Lebensmitteln tut aber auch mir sicherlich gut) dazu entschlossen hat, eine zeitlang glutenfrei zu leben, stehe ich vor ein paar riesigen Problemen: Erstens bin ich gerade regelrecht süchtig danach, neue Seitan-Rezepte auszuprobieren und zweitens weiß ich jetzt nicht mehr, woher ich meine Pizza-Dosis bekomme 😀

Pizza-Rezepte mit glutenfreien Mehlmischungen aus dem Web haben mich rein optisch nicht wirklich überzeugt. Die Böden sehen meist relativ blass und unheimlich bröselig aus. Nicht gerade meine Vorstellung einer leckeren Pizza mit einer knusprigen Kruste und fluffigem Rand.

Meine nächste, naheliegende Idee: warum benutze ich nicht einfach Maismehl-Tortilla-Fladen als Pizzaboden? „Es tut uns leid, dieser Artikel ist gerade ausverkauft“ – Darum! grmpf.

Die „Tortilla“-Idee war dann trotzdem der Geistesblitz. Ich habe Mexiko links liegen gelassen und in Richtung Spanien geschielt. Warum nicht? Eine spanische Tortilla, also das bekannte Kartoffel-Omelette, wollten wir schon lange veganisieren. Und „glutenfreie Pizza-Tortilla“ klingt ja auch wirklich ganz schön lecker.

Und glaube mir, das ist sie auch! Egal, ob du auf Gluten verzichten willst/musst oder nicht: unsere Pizza-Tortilla musst du unbedingt ausprobieren.

Zutaten für 4 Portionen

Für die Tortilla

  • 800 g Kartoffeln
  • 1/2 Zwiebel
  • 2 EL Olivenöl
  • 175 g Kichererbsenmehl
  • 200 ml Wasser (+ Wasser, um die Kartoffeln zu kochen)
  • Salz & Pfeffer

Für die Sauce

  • 200 ml Tomaten-Passata
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 EL Agavendicksaft
  • 2 TL Oregano
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz & Pfeffer

Für den Belag

Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben schneiden. Zwiebel in feine Streifen schneiden.

Olivenöl in eine heiße Pfanne geben, Kartoffelscheiben und Zwiebelstreifen 5 Minuten scharf anbraten und anbräunen lassen. Wasser aufgießen, bis die Kartoffeln gut bedeckt sind. Herd auf mittlere Stufe stellen, Pfanne abdecken und 15 Minuten köcheln lassen.

Kichererbsenmehl mit 200 ml Wasser vermischen, mit Salz und Pfeffer würzen.

Gekochte Kartoffel-Zwiebel-Mischung abgießen, zur Kichererbsen-Masse geben und mit einer Gabel oder einem Kartoffelstampfer gut vermischen.

Backofen auf 240° C Ober-/Unterhitze vorheizen.

Für die Sauce Tomaten-Passata, Tomatenmark, Agavendicksaft und Oregano aufkochen. Knoblauch schälen und in die Sauce pressen. Herd auf niedrige Hitze schalten und 10 Minuten einköcheln lassen. Mit Olivenöl, Salz & Pfeffer abschmecken.

Die Kartoffel-Kichererbsenmasse rund auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben und auf etwa 1 1/2 cm dicke ausstreichen.

Champignons in feine Scheiben schneiden, Pizza-Tortilla mit der Sauce bestreichen, mit Champignons und veganem Käse belegen und im vorgeheizten Ofen 10-12 Minuten backen.

Mit frischem Basilikum bestreuen und sofort servieren.

Glutenfreie Pizza Tortilla

Lebt seit 2006 vegan. Liebt scharfes Essen und steht auf die Kombi Pasta & Brokkoli. Sammelt E-Gitarren und schreibt ab und zu darüber. Ist "eigentlich" Grafikdesigner und Webentwickler.

14 Kommentare

  1. Lieber Jörg, das sieht wirklich super aus. Mit Blumenkohlboden schmeckt mir Pizza auch sehr gut, deshalb wird auch der Kartoffelteig etwas für mich sein, da bin ich sicher. Habt ihr den mehligkochende Kartoffeln benutzt?
    Herzliche Grüße,
    Lena

    Antworten
    • Hej Lena,

      oh ja, mit Blumenkohl wollten wir das auch schon länger mal probieren! 🙂 Unsere Kartoffeln waren eher festkochend und es hat sehr gut funktioniert!

      Liebe Grüße & viel Spaß beim Nachkochen!

  2. Tolle Idee mit den Kartoffeln!
    Ich habe auch schon diverse glutenfreie Pizzateige probiert… Mein erfolgreichstes werde ich demnächst auch auf meinem Blog veröffentlichen.

    Auf euren Mozarella bin ich ja schon sehr gespannt! 🙂

    Antworten
    • Lieben Dank Verena! 🙂

  3. Ich habe grad das letzte Stück der Pizza aufgegessen, diese Boden ist ja fantastisch! (Den Belag habe ich an den Kühlschrankinhalt angepasst.) Vielen Dank für dieses Rezept, es kommt definitiv in die Abteilung „Muss bald wiederholt werden.“!

    Antworten
    • Hallo liebe Eli,

      vielen, vielen Dank! Freut uns sehr 🙂

      Lieber Gruß!

  4. Hört sich sehr lecker an aber muss man den Kartoffelteig, vor dem Belegen, nicht erst im Blech vorbacken?

    Antworten
    • Nein, einfach wie beschrieben in der Pfanne vorkochen 🙂

  5. Guten Morgen,
    habe gestern die Pizza ausprobiert und offenbar etwas falsch gemacht. Der Boden wurde nicht fest und ich konnte insofern bestenfalls eine „Masse“ aus der Form kratzen, nicht aber pizza-ähnliche Stücke. Habe ich vielleicht einen Schritt übersehen? Vielleicht muss der boden „vorgebacken“ werden, um schon eine gewisse Härte zu haben? Die einzige Abweichung war die Ofentemperatur. Ich habe nur bis 225 Grad Umluft. Die habe ich genommen. Aber der Boden blieb einfach weich. Habe ich vielleicht das Kichererbsenmehl nicht genug mit der Kartoffelmasse vermischt? Ich meine schon, bin auch kein Anfänger, aber so ging es nicht. Habt ihr einen Rat?
    Danke + Gruß
    Darkmoon

    Antworten
    • Es ist immer sehr schwierig, so über Kommentare alleine Fehler zu finden.

      Nein, der Boden muss nicht vorgebacken werden und auch die 225° C Umluft dürften nichts ausmachen (wir backen ausschließlich per Ober-/Unterhitze, da die Gefahr größer ist, dass man mit Umluft die Zutaten austrocknet).

      Allerdings schreibst du etwas von „Form“. Die Tortilla wird jedoch einfach auf Backpapier ausgestrichen. Wenn du den Teig in eine Form gibst, könnte das das Aushärten beeinflussen. Ich habe das im Rezept nun etwas klarer gemacht.

      Liebe Grüße

  6. Guten Morgen Jörg,

    vielen Dank für die Mühe. Ich glaube du hast recht…. es war in einer Art „Tortenboden“-Form, in der ich auch Quiche mache z.B. aber es war damit auch relativ viel „Teig“, also dick, und ja… natürlich kommt die Luft auch nicht so gut an alle Seiten, weil in diesem Fall die relativ dicke „Porzellan-Wand“ der Form dies verhindert hat. Guter Rat, Danke!! Ich habe übrigens nur Umluft in einer ultrakleinen Küche, die von der Konstruktion her keinen Platz für einen großen, normalen Ofen hat. Geht alles bestens, aber Ober-/Unterhitze geht leider nicht…

    Nochmals Danke + Gruß
    Darkmoon

    Antworten
    • Wenn der Boden natürlich in der Form zu dick ausgestrichen wird, wird er innerhalb der Backzeit nicht fest. Vielleicht leistet dein Backofen auch nicht ganz die angegebene Temperatur (das ist bei diesen Platzsparöfen wohl häufig der Fall) – in dem Fall kannst du das Ganze auch etwas länger backen. Wir drücken dir für den nächsten Versuch alle verfügbaren Daumen ?

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